Metz – II

Metz

Nach dem Urknall will nun nachgelegt werden: Mit ihrem eponymen Debütalbum gelang Metz im Herbst 2012 eine Punktlandung. Eine unwahrscheinlich laute, intensive halbe Stunde voller Lärm führte zu einer Fülle an Live-Gigs und Konzerttouren für das Trio aus Toronto. Nach knapp zwei Jahren auf Tour schlossen sich Metz monatelang im Proberaum ein, um einen ähnlich intensiven Nachfolger zu zimmern. Schlicht „II“ betitelt, werden abermals keine Gefangenen genommen.

Das Vorhaben jene Intensität einzufangen, die Metz auch auf die Bühne bringen, ist abermals gelungen. „Acetate“ eröffnet den Reigen mit fiesem Bassgewitter und Störsignalen, bevor sich Metz in eine Noise-Punk-Kakophonie knien und die Gitarren laut aufheulen lassen. Störsignale sind an der Tagesordnung, heisere Schreie und ein Hauch von Apokalypse ebenso. „Landfill“ zeigt sich von einem ähnlichen Schlag, wenn auch deutlich kürzer und auf den Punkt gespielt mit Mustern, die frappant an Death From Above 1979 erinnern.

Wo ihre prominenten Landsleute Synthis und Elektronik zu Rate ziehen, setzen Metz auf pure Zerstörung. „Eyes Peeled“ ist ein süffiger, hektischer Punker mit abgedrehtem Gitarrensolo, „The Swimmer“ ein verhältnismäßig gefühlvoller Rocker, „Spit You Out“ das zähe Midtempo-Monster zwischen Groove, Störsignal und breitbeiniger Hurra-Attitüde. Mit dem abschließenden „Kicking A Can Of Worms“ wird es für Metz-Verhältnisse gar versöhnlich, wohl aber nicht minder laut.

Wer das Debüt mochte, wird auch „II“ lieben: Metz knüpfen nahtlos an den Einstand an, auch wenn der Aha-Effekt dieses Mal fehlt. Mittlerweile sind die Kanadier eine bekannte Größe, die mit Karacho und Eiern über ihre viel zu kurzen, ungemein intensiven Platten hinwegfegt. Der angepunkte Noise-Rock-Wahnsinn funktioniert abermals und macht verdammt Bock auf eine Liveshow.

Metz - II

II
VÖ: 08.05.2015
Sub Pop (Cargo Records)

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