Melechesh – Sentinels Of Shamash

Nach fast einem Jahrzehnt der Funkstille melden sich Melechesh endlich aus der Versenkung zurück. Das ursprünglich in Israel von Bandkopf Ashmedi gegründete und heute in den Niederlanden ansässige Quartett gilt als Pionier des Sumerian Black Metal. Während ihr 2006er Meilenstein „Emissaries“ bis heute als unerreichtes Karriere-Highlight thront, markierte das letzte Lebenszeichen im Jahr 2015 den Beginn einer quälend langen Pause. Mit der neuen EP „Sentinels Of Shamash“ bricht die Band nun das Schweigen und beweist, dass ihr markanter Mix aus okkulter Raserei und nahöstlicher Mystik nichts von seiner Faszination verloren hat.
Die drei enthaltenen Tracks bringen es allesamt auf eine stattliche Spielzeit von über sechs Minuten, glänzen dabei aber durch eine beeindruckende kompositorische Eigenständigkeit. Der Opener „The Seventh Verdict“ fungiert als atmosphärischer Türöffner im Midtempo, der die orientalische Klangpalette zunächst nur subtil andeutet. Das Herzstück der EP ist jedoch zweifellos „In Shadows, In Light“: Mit achteinhalb Minuten ist es nicht nur die längste, sondern auch die stärkste Nummer, die durch hohe Eingängigkeit und prominente orientalische Melodieführung besticht. Den Abschluss bildet das brachiale „Raptors Of Anzu“, ein knüppelhartes Black-Metal-Brett, das gegen Ende geschickt das Tempo drosselt, um rituellen Rhythmen Platz zu machen.
Zwar umfasst „Sentinels Of Shamash“ nur drei Songs, doch diese decken das gesamte emotionale und technische Spektrum von Melechesh ab. Es ist ein mehr als gelungenes Lebenszeichen, das zeigt, dass die Band ihren Fokus trotz der langen Abwesenheit nicht verloren hat. Die EP wirkt wie ein vielversprechender Vorbote für Größeres und macht definitiv Lust auf ein vollwertiges Album. Bleibt zu hoffen, dass wir auf den nächsten Langspieler nicht wieder neun Jahre warten müssen.
Wertung: 4/5
Erhältlich ab: 10.04.2026
Erhältlich über: Reigning Phoenix Music
Website: melechesh.com
Facebook: www.facebook.com/melechesh
