Autor: Verena Riedl

Axel Rudi Pell

Axel Rudi Pell – Risen Symbol

Gerade Jahre sind Axel Rudi Pell-Jahre – diese Regel gilt nun schon seit dem siebten, 1998 erschienenen Album „Oceans Of Time“. Alle zwei Jahre hauen uns der Wattenscheider und seine vier Mitmusiker seitdem ein neues Studiowerk um die Ohren, hier und da noch zusätzlich ergänzt um ein Coveralbum oder eine Balladenkompilation. Im 35. Jahr der Bandgeschichte ist mit „Risen Symbol“ nun schon das zwangzigste Album an der Reihe und alles ist mal wieder beim Alten. Bei einer Pell-Scheibe weiss man, was man geboten bekommt, und es stellt sich lediglich die Frage, ob sie sich bei den Top-Werken oder ’nur‘ bei den guten Alben einreiht.

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Rhapsody Of Fire

Rhapsody Of Fire – Challenge The Wind

In 30 Jahren kann viel passieren und bei Rhapsody Of Fire ist das auch tatsächlich so. 1993 als Rhapsody gegründet, kam es schon früh zu ersten Besatzungswechseln, ehe sich beim Debütalbum „Legendary Tales“ ein stabiles Line-Up herauskristallisierte. Anno 2024 ist davon nur noch Bandkopf und Keyboarder Alex Staropoli übrig, während der Bandname schon 2006 in Rhapsody Of Fire geändert werden musste. Konstant hingegen ist seit dem Debüt der klassische Bandsound, der in den 90ern einzigartig und stilbildend war. Auch heute noch nehmen Rhapsody Of Fire im Symphonic Metal-Genre eine Sonderstellung ein und daran wird sich auch mit „Challenge The Wind“ nichts ändern.

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Freedom Call

Freedom Call – Silver Romance

Ganze 25 Jahre ist es schon wieder her, dass das Debütalbum „Stairway To Fairyland“ der Nürnberger Gute Laune-Metaller von Freedom Call erschienen ist. Für viele Liebhaber der härteren Kost war die Truppe um Sänger Chris Bay mit ihrem fröhlich-hymnischem keyboardlastigen Sound zwar schon immer das Musterbeispiel für die These, dass Power Metal-Songs ja eigentlich nur verkappte Kinderlieder seien. Von derlei Kritik hat sich die Band glücklicherweise nie aus der Bahn werfen lassen, sondern es sogar geschafft, ihr eigenes Image ironisch zu erhöhen und zu brechen, was sich auch gut am Cover ihres nun elften Albums „Silver Romance“ zeigt. Regenbogen, Kristalle, Drachen, verwunsche Landschaften am Horizont – kitschiger geht es wirklich nicht. Ob das wohl auch für die Songs der Scheibe gilt?

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OU

OU – II: Frailty

„Heutzutage gibt es doch eh nix neues mehr, alles klingt gleich.“ Wem schon einmal genau dieser Gedanke gekommen sein sollte, der sollte diesen schnellstens überdenken und sich auf eine Suche weit fernab des gängigen Mainstreams machen. Denn es gibt sie, diese völlig neuartigen Klänge, die mit allem Gewohnten brechen und mit Nichts zu vergleichen sind. Und damit wären wir bei der chinesischen Progressive Metal-Band OU. Wobei der Begriff ‚Progressive Metal‘ den polyrhythmischen Sound des Vierers um Sängerin Lynn Wu nur sehr unzulänglich beschreibt, denn eigentlich hat die Truppe ihr eigenes Genre mit Einflüssen aus Jazz, Elektronik, Ambient, Djent und Progressive Metal erschaffen. War das Debütalbum „One“ schon eine akustische Herausforderung, so gehen OU auf „II: Frailty“ noch einen Schritt weiter und entführen den Hörer in völlig neuartiges Gelände.

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Rage

Rage – Afterlifelines

40 Jahre Rage – die Herner Truppe um Sänger Peavy Wagner kann auf eine überaus bewegte Geschichte zurückblicken. Chaotischer wilder Speed Metal in den Anfangstagen als Avenger, der langsame, aber stetige Wandel zum leicht thrashigen Power Metal in der Triophase mit Manni Schmidt und Chris Efthimiadis und in der anschließenden Quartettphase Mitte der 90er, dann der plötzliche Wechsel zum orchestralen Metal, die Trennungs- und Krisenjahre, die folgenden progressiv-frickeligen Alben mit Victor Smolski und schließlich die Rückkehr zur Power Metal-Kernkompetenz Mitte der 2010er. Kann man im Jubiläumsjahr auf eine derart bewegte Vergangenheit überhaupt angemessen zurückblicken? Rage können, was sie mit dem Doppelalbum „Afterlifelines“, das musikalisch nahezu alle Phasen der Bandgeschichte berücksichtigt, fabulös unter Beweis stellen.

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Ivory Tower

Ivory Tower – Heavy Rain

Ivory Tower – war das nicht diese an Dream Theater erinnernde Progressive Metal-Band aus Norddeutschland? Die Betonung liegt in diesem Fall tatsächlich auf ‚war‘, denn auch wenn die Truppe zwar nach wie vor existiert, hat sie sich musikalisch doch deutlich umorientiert. Das Kieler Quintett steht seit dem 2019er Werk „Stronger“ für lupenreinen melodischen Power Metal mit nur noch dezenter Prog-Schlagseite. Zwei Jahre nach dem gelungenen Werk musste die Band allerdings den Weggang ihres langjähigen Sängers Dirk Meyer verkraften. Auf das neue Album „Heavy Rain“ hat das glücklicherweise keinen negativen Einfluss, denn sein Nachfolger Francis Soto passt zum Sound der Band wie die Faust aufs Auge.

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Judas Priest

Judas Priest – Invincible Shield

Genau 50 Jahre ist es her, dass eine damals junge unerfahrene Birminghamer Truppe ein bluesiges Hard Rock-Album namens „Rocka Rolla“ veröffentlichte. Dass sich jene Band mit dem illustren Namen Judas Priest mal zu einer der größten Heavy Metal-Bands des Planeten entwickeln würde, konnte damals kaum jemand ahnen. Doch nach Göttergaben wie „British Steel“, „Screaming For Vengeance“ und „Painkiller“, einer schwierigen Experimentalphase in den 90ern und grandiosen Spätwerken wie „Angel Of Retribution“ und „Firepower“ erwarten nicht wenige, dass die Truppe um Goldkehlchen Rob Halford und Glenn Tipton ihrer bisher 18 Alben starken Diskographie ein weiteres Meisterwerk hinzufügt. Und ein genau solches ist „Invincible Shield“ auch geworden.

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Myrath

Myrath – Karma

Tunesien ist auf der Heavy Metal-Landkarte immer noch ein ziemlich leerer Fleck. Doch im musikalischen Underground des Landes brodelt es, und mit Myrath ist es bereits einer Band gelungen, über selbigen hinauszuwachsen und auch in Europa relativ große Bekanntheit zu erlangen. Als Progressive Metal-Band mit dem gewissen Etwas gestartet, entwickelte sich die Truppe spätestens auf dem vierten Album „Legacy“ deutlich in Richtung orientalisch angehauchter Power Metal. Nachdem das Quintett diesen Stil auf „Shehili“ bis zur Perfektion ausgereizt hatte, stehen die Zeichen nun auf Stilwechsel – „Karma“ klingt deutlich europäischer als alle bisherigen Alben der Band.

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OMD

OMD – Bauhaus Staircase

Seit 2010 erleben OMD, nach der großartigen Frühphase Anfang der 80er (inklusive des Welthits „Maid Of Orleans“) und dem erfolgreichen Comeback in der ersten Hälfte der 90er, ihren dritten Frühling. Alle drei seitdem veröffentlichten Alben charteten sowohl im Vereinigten Königreich als auch in Deutschland ziemlich ordentlich, wo „History Of Modern“, „English Electric“ und „The Punishment Of Luxury“ die Top 10 knackten. Letztgenanntes Werk liegt nun aber schon geschlagene sechs Jahre zurück, so dass die Fans des zu drei Vierteln aus Originalbesetzungsmitgliedern bestehenden Quartetts schon länger nach Nachschub lechzen. Selbiger erscheint nun endlich in Form von „Bauhaus Staircase“, dem immerhin schon vierzehnten Album der Briten. Eins sei vorweggenommen: Noch immer hat sich die Band mit Leib und Seele dem Sound der frühen 80er verschrieben.

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In This Moment

In This Moment – Godmode

Nach der Grammy-Nominierung ist vor dem Durchbruch? Für die US-amerikanische Alternative Metal-Truppe um Sängerin Maria Brink lief es zuletzt auf jeden Fall ziemlich gut. Die Alben verkauften sich ordentlich und landeten im Falle der letzten beiden Werke „Ritual“ und „Mother“ auch in den deutschen Charts, ihr Song „The In-Between“ ging bei der Grammy-Verleihung allerdings leer aus, den Preis bekamen Body Count. Dennoch hat man das Gefühl, dass der Durchbruch bei der breiten Masse im Falle von In This Moment unmittelbar bevorstehen müsste. Ob das mit „Godmode“, dem ersten Album der Band nach Corona, gelingen wird?

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