Descendents

Descendents – 9th & Walnut

2002 traf sich das Original-Line-up der Descendents um Tony Lombardo, Bill Stevenson, Milo Aukerman und den mittlerweile verstorbenen Frank Navetta, um Songs aus den Anfangstagen endlich ordentlich einzuspielen. Aukerman nahm seine Vocals schließlich zuhause während der Corona-Pandemie auf. Nun landen 18 Tracks, die zwischen 1977 und 1980, noch vor der EP „Fat“ und dem legendären Debütalbum „Milo Goes To College“, entstanden waren, zum ersten Mal auf Platte. „9th & Walnut“ ist die Adresse des ersten Proberaums der Band, die Garage von Navettas Schwester.

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Shitney Beers

Shitney Beers – Welcome To Miami

Gitarre. Gesang. Bäm. Das Singer/Songwriter-Genre kann so schön puristisch sein. Ist es das, was Maxi Haug abzieht? Als Shitney Beers nimmt die Halbkanadierin die Klampfe in die Hand und singt bezaubernde Songs mit zarter Stimme, hinter denen so viel mehr steckt, als es der erste, flüchtige Blick vermuten lässt. Popkulturell unterrepräsentierte Lebensrealitäten treffen auf einen Musiknerd, wo Inhalte deutlich wichtiger sind als Image und massenkompatibles Auftreten. Und so ist „Welcome To Miami“ eben keine absichtlich auf Hochglanz geschliffene Platte, sondern eine herrliche Zusammenstellung roher Perlen.

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Capstan

Capstan – Separate

Mit mehreren Millionen Streams für ihr Debütalbum und abgefeierten Konzerten gingen Capstan direkt durch die Decke. Das Quintett aus Orlando, Florida heimste begeistertes Feedback für den Erstling „Restless Heart, Keep Running“ ein. Dann kam der komplette Shutdown, in dem einerseits Zeit für Kreativität blieb, der jedoch andererseits ungeahnte Belastungen barg. Gitarrist Joe Marby erlebte schwere Depressionen aufgrund seiner Scheidung, und so bringen die Texte eine gewisse Düsternis mit. „Separate“ deutet sie bereits im Namen an.

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ME REX

ME REX – Megabear

Bei manchen Platten wünscht man sich, sie würden nie zu Ende gehen. ME REX haben das verstanden und ein endloses Album aufgenommen. 2015 als Solo-Wohnzimmerprojekt von Myles McCabe gegründet, entwuchs die mittlerweile vierköpfige Indie-Band schnell den vier Wänden ihres Songwriters und brillierte unter anderem mit der Doppel-EP „Triceratops / Stegosaurus“ im vergangenen Jahr. Ihr Debütalbum heißt „Megabear“ und legt das gute, alte „Choose your own adventure“-Büchlein auf den musikalischen Shuffle-Modus um.

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Eliza Shaddad

Eliza Shaddad – The Woman You Want

Im Abspann des britischen Netflix-Thrillers „Behind Her Eyes“ ertönte eine magische, beschwörende Version des Nina Simone-Klassikers „Don’t Let Me Be Misunderstood“. Die Stimme dahinter: Eliza Shaddad, Kind einer sudanesischen Astrophysikerin und eines schottischen Diplomaten, in sieben verschiedenen Ländern aufgewachsen. Entsprechend ‚globalisiert‘ wirkt ihr Sound, der das Beste aus Indie, Pop, Rock, Folk, Singer/Songwriter und Art mitbringt. „The Woman You Want“ ist ihr zweites Studioalbum, das sich abermals auf keinen bestimmten Sound festlegen lassen will.

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Wavves

Wavves – Hideaway

Nathan Williams schlägt wieder Wellen, um dieses abgeschmackte Wortspiel zu bemühen. Der graduelle Wandel von Pop-Punk zu Alternative-Rock mit Indie-Färbung bekam Wavves sehr gut und erhöhte den Hitfaktor deutlich. Für das mittlerweile siebte Studioalbum bemüht der Kalifornier die Höhen und Tiefen seines Lebens, die mitunter recht extrem ausfallen. „Hideaway“ lebt von der Selbsterkenntnis, des eigenen Glückes Schmied zu sein, zugleich jedoch keinerlei Einfluss auf externe Faktoren zu haben. Der Musik hört man das bestenfalls bedingt an.

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A Place To Bury Strangers

A Place To Bury Strangers – Hologram

Oliver Ackermann und ein stabiles Line-up, das scheint sich auszuschließen. Zumindest krempelte er A Place To Bury Strangers, nicht umsonst gerne als ‚lauteste Band New Yorks‘ bezeichnet, abermals kräftig um, und begrüßt nun Sandra und John Fedowitz von Ceremony East Coast als neue Rhythmusabteilung. Oliver und John kennen sich, seit sie klein waren, und spielten bereits gemeinsam bei den Shoegaze-Legenden Skywave. Nun macht man wieder gemeinsame Sache, wohl aber deutlich noisiger. Die EP „Hologram“ ist ein fantastisches Stelldichein geworden.

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Jodi

Jodi – Blue Heron

Über Jahre wirkte Nick Levine immer wieder bei Pinegrove mit, wenngleich mit stark fluktuierender Häufigkeit. Nebenher entstand ein Solo-Schauplatz. Nach einer ersten EP „Karaoke“ wird nun jener Stil weiterverfolgt, den Levine (selbstgewählte Pronomen: they/them) als ‚Queer Country‘ bezeichnet. Wobei Country nur eine sehr ungefähre Beschreibung dessen ist, was Jodi auf Platte zaubert. Das Album „Blue Heron“ ist reich an Symbolik und bemüht sich darum, der Welt einen Sinn zu geben, und zugleich die Zufälligkeit des eigenen kreativen Ausdrucks fest zu umarmen.

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Charli Adams

Charli Adams – Bullseye

Charli Adams nützt die Kraft der Musik, um ihren toxischen Wurzeln endgültig zu entfliehen. Sie wuchs in überaus konservativen Kreisen in Alabama auf und versuchte stets, es allen anderen recht zu machen, anstatt ihre eigene Identität zu finden. Ein Umzug nach Nashville, einhergehend mit dem Start ihrer Musikkarriere, ließ Adams aufblühen und sorgte für umfassendes Kritikerlob. Entsprechend ringt sie auf ihrem Debütalbum mit gewaltigen Vorschusslorbeeren, die Vergleiche mit Phoebe Bridgers, Taylor Swift und beabadoobee heraufbeschwören. „Bullseye“ spielt sich von allem frei.

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Graduating Life

Graduating Life – II

Ob das Universum etwas gegen Graduating Life hat? Zunächst überwarf sich Mastermind Bart Thompson während den Aufnahmen mit einem Freund, der sich ums Tracking kümmerte, dann wurde die erste Tour des ehemaligen Soloprojekts COVID-bedingt abgebrochen. Thompson berappelte sich, söhnte sich mit seinem Kumpel aus und befand letztlich, dass sich die Musik eigentlich schon lohnt. Aus diesem Kampf zurück zum Spaß am Songwriting entstand „II“, eine abermals herrlich vielfältige Platte zwischen Emo, Pop-Punk und Alternative Rock.

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