Love A

Love A – Meisenstaat

Lang ist’s her, über fünf Jahre: Love A hatten sich zumindest auf Platte rar gemacht. Man genoss die Möglichkeit, sich auf die Musik zu konzentrieren, und veröffentlichte zwischendurch mit diversen Nebenschauplätzen, wie Trixsi und The Dead Sound. Nun will es das Quartett aus Trier wieder wissen und bemüht frische Ansätze im vertrauten Gewand. Man verzichtete auf Einflüsse von außen und nahm alleine in lockerer Proberaum-Atmosphäre auf, einzig der Mix wurde ausgelagert. Musikalisch halten Hall und Härte Einzug, bemühen mehr Breite, ohne auf die vertraute Resignation zu verzichten. „Meisenstaat“ zeigt Love A abermals in bestechender Form.

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Hot Chip

Hot Chip – Freakout/Release

Nach gut zwanzig Jahren im Geschäft darf es schon mal etwas Nostalgie sein. Wobei, so ganz verklärt geht es bei Hot Chip selbstverständlich nicht vor sich. Während der unfreiwilligen Downtime richtete man sich ein eigenes Studio ein, wo man jederzeit nach Lust und Laune loslegen kann und konnte. Die elf neuen Songs, so die Vorwarnung, befassen sich mit einer Zeit, als Musik noch als Eskapismus diente, während man ihr heute kaum entkommen kann. Entsprechend widmet sich „Freakout/Release“ verschiedensten poppigen und elektronischen Klängen der letzten Jahrzehnte, die dennoch im typischen Bandkontext verhaftet sind.

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Motorpsycho

Motorpsycho – Ancient Astronauts

Motorpsycho sind nie um gute und/oder schräge Ideen verlegen. Neben ihren beiden Pandemie-Platten planten sie zwei weitere Projekte in den vergangenen beiden Jahren. Das eine – eine Art Filmkonzept als Alternative zu Live-Stream-Konzerten – befindet sich noch in Arbeit. Zum anderen begleitete man eine Tanzperformance von Homan Sharifi und Impure Dance Company, deren Quell der Inspiration ident mit jener der „N.O.X.“-Suite auf „The All Is One“ war. Neue Musik musste her, und so entstanden zwei überlange Tracks, die gemeinsam mit zwei weiteren Songs erstmals seit langem in klassischer Dreier-Besetzung – Dauer-Studiogast Reine Fiske konnte aufgrund Reise-Beschränkungen nicht mitwirken – aufgenommen wurden. „Ancient Astronauts“ bemüht neue, alte Facetten.

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Spielbergs

Spielbergs – Vestli

Mit drei hochkarätigen Releases binnen 18 Monaten spielten sich Spielbergs frei und debütierten höchst eindrucksvoll. Und doch singen die Norweger nun plötzlich vom Gefühl des Gefangenseins, was zu ihrem gerne lärmenden Alternative-Sound mit Punk- und Emo-Einschlägen auf den ersten Blick nicht so recht zu passen scheint. Laut Sänger und Gitarrist Mads Baklien geht es darum, im eigenen Kopf, in den eigenen Gedankenwellen gefangen zu sein, von Bedauern, Sorgen und Ängsten zerfressen, regelrecht lahmgelegt zu werden. „Vestli“ ist der Titel des zweiten Albums und zugleich jener Vorort Oslos, in dem Baklien und Bassist Stian Brennskag aufwuchsen. Das Credo: Selbst wenn man Vestli verlassen kann, verlässt einen Vestli nie.

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LIFE

LIFE – North East Coastal Town

Mit ihren ersten beiden Alben erarbeiteten sich LIFE verdiente Aufmerksamkeit, nun will verfestigt und bestätigt werden. Das Quartett fühlt sich fest in seiner Heimat verankert. Hull, eine Küstenstadt im Nordosten Großbritanniens, prägte Sound, Schaffen und Geschichte der Band. Die neue Platte ist Hull und seinen Bewohnern, der Gemeinschaft und den Kuriositäten gewidmet. „North East Coastal Town“, so der passende Name, konzentriert sich zudem auf das musikalische Erbe des Nordens, das den etatmäßigen Post Punk erweitert und zugleich zu kleineren musikalischen Konflikten führt.

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Kiwi Jr.

Kiwi Jr. – Chopper

Ein weiteres Mal springen Kiwi Jr. in den Pool des verwaschenen, semi-melancholischen Pop-Daseins. Die eingängigen Sensibilitäten der Kanadier treffen auf kantigen Indie Rock und dicken Retro-Lack, so verschmitzt und bunt wie seltsam und befremdlich. Auf „Cooler Returns“, eine wunderbare Reise durch Raum, Zeit und Radiohits, folgt nun „Chopper“, das mit Nachdruck, mit Ecken und Kanten abheben will. Schräge Geschichten und beklemmende Charaktere treffen auf mächtige Harmonien in einer neuen und doch so vertrauten, altbackenen Zeitrechnung.

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Acua

Acua – Is There More Past Or More Future

Ist heute schon morgen oder noch gestern? Die implizierte Fragen aller Fragen breitet sich bei Acua aus. Vor der Pandemie konnte das Kölner Trio mit seinem ersten Album sogar in Kanada und Japan touren, seither wurde der psychedelische, eingängige Sound konzentriert weiterentwickelt. „Is There More Past Or More Future“ verliert sich zwischen Retro und Zukunft, begleitet von etwas Schwermut und der steten Suche nach Antworten, die noch nicht existieren bzw. nie existieren werden. Und all das in einem Meer der Ohrwürmer.

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Pilot To Gunner

Pilot To Gunner – Hail Hallucinator

Zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt melden sich Pilot To Gunner mit einem Gruß aus dem Studio. Eigentlich war kein Album geplant – man schrieb ab und an Songs, spielte ein paar Gigs und widmete sich anderen Schauplätzen, zuletzt unter anderem Death Cults. Lockdown und Isolation beflügelten hingegen; laut Band gehörte der Songwriting-Prozess zu den wenigen schönen Dingen in diesen langen Monaten. Man verließ sich auf ein bewährtes Team, wiewohl die Rhythmusabteilung erstmals auf Platte zu hören ist. „Hail Hallucinator“ wirft einmal mehr mit Indie, Alternative und etwas Post-Hardcore um sich.

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The Flatliners

The Flatliners – New Ruin

Zurück zu den Wurzeln, zurück zum Spaß: Pünktlich zum 20jährigen Bandjubiläum sind The Flatliners wieder bei Fat Wreck unterwegs und haben zugleich eine neue Platte am Start. Und die, so die Kanadier, bereitete ihnen große Freude. Nach fast 600 Tagen Zwangstrennung durch Umstände fand man sich wieder, produzierte selbst und nahm mit Freunden auf. Tatsächlich verbirgt sich einiges an Düsternis hinter diesem zurückgewonnenen Spaß an der Musik: „New Ruin“ befasst sich mit einer Welt, die gerade zusammenbricht, und greift überholte Ideologien sowie Institutionen mit einer Wut an, die man so von diesem Quartett nicht kennt.

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Der Luger

Der Luger – Das muss reichen

Ob ums Eck oder nicht, Der Luger ist da. Grauenvolle Wortspiele sind seine Sache glücklicherweise nicht, auch gibt es glücklicherweise kein zusätzliches N in seinem Namen, das der österreichischen High Society Angst und Bange machen würde. Tatsächlich steckt dahinter Christof Langner, Sänger und Songwriter aus Frankfurt, sowie seine Band. Langner ist ein Storyteller, dessen deutsche Texte gerne mal den Finger in die Wunde legen und doch stets die Hoffnung auf ein besseres Ende haben. Fünf entsprechende Exkurse hält die neue EP „Das muss reichen“ bereit.

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