vandermeer

vandermeer – Grand Bruit

Wie so viele andere Bands wurden auch vandermeer auf der Bühne ausgebremst – für eine Band, die gerne vor Menschen spielt, natürlich fatal, zumal man bewusst auf Streaming-Gigs verzichtete. Also begannen die Arbeiten am dritten Album, das in jeder Hinsicht größer und intensiver ausfallen sollte. Man wollte (und bekam) unbedingt mehr von allem: Lautstärke, Emotionen, Wut und Einfühlsamkeit. „Grand Bruit“ handelt von persönlichen Rückschlägen, von Verlustängsten, aber auch von politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, mit denen man alles andere als glücklich war.

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Rokets

Rokets – Break Free

Rock’n’Roll ohne Rücksicht auf Verluste: Die 2017 gegründeten Rokets verdienten sich ihre Sporen auf finnischen Bühnen, bevor 2020 mit „Fall Time“ ein mehr als kurzweiliger Einstand auf Albumlänge folgte – schnell, druckvoll, bestens gelaunt und direkt aus der Garage. Mit Gig-Möglichkeiten ging seither wenig, auch die Aufnahmen des Nachfolgers mussten in mehreren Einheiten und über mehrere Monate in Angriff genommen werden, doch davon ließ sich das Quintett nicht abschrecken. Entsprechend darf „Break Free“ in jeder Hinsicht als Kampfansage verstanden werden.

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Shitney Beers

Shitney Beers – This Is Pop

Dass Shitney Beers wesentlich mehr als nur ein großartiger Name ist, bewies sie im Sommer 2021 mit „Welcome To Miami“, einer kleinen Singer/Songwriter-Perle ohne Netz, geschweige denn doppelten Boden. Davon hat Maxi Haug nun mehr im Gepäck, weiterhin betont ungeschliffen und gefühlt komplett spontan. „This Is Pop“ befasst sich mit dem Konzept des Scheiterns auf allen Ebenen und liefert zugleich Ansätze, wie man selbst in Zukunft deutlich seltener scheitert. Und das weiterhin so intim, reduziert und fokussiert wie eh und je.

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Thees Uhlmann & Band

Thees Uhlmann & Band – 100.000 Songs Live in Hamburg

Die große Album-Rückkehr vor gut drei Jahren fiel mit „Junkies und Scientologen“ mächtig aus, die dazugehörige Tour musste jedoch jäh unterbrochen werden: Thees Uhlmann hatte sich das bestimmt anders vorgestellt und spielte, sobald es ging, erste Gigs in kleiner, später wieder in kompletter Besetzung. Letzteres wurde umfassend als Doppel-CD und Dreifach-Vinyl dokumentiert, geschmückt mit alten und ganz alten Songs. „100.000 Songs Live in Hamburg“ ist ein Triumphzug mit einem bestens aufgelegten Storyteller und einer nicht minder bestechend starken Band.

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Daily Thompson

Daily Thompson – Live At Freak Valley Festival 2022

In den letzten Jahren wandelten sich Daily Thompson zusehend von Grunge- und Alternative-Rockern zu Space- und Psych-Meistern – eine Entwicklung, die „God Of Spinoza“ im vergangenen Jahr auf die Spitze trieb. Speziell auf der Bühne bleibt das Trio aber weiterhin angenehm vielschichtig, was sie nun zum Jahresende mit einem feinen Live-Dokument untermauern. „Live At Freak Valley Festival 2022“ hält den diesjährigen Auftritt auf dem viertägigen Festival in Netphen bei Siegen, der via Rockpalast weithin übertragen wurde, nun auf Vinyl fest.

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White Lung

White Lung – Premonition

Nach sechseinhalb langen Jahren melden sich White Lung endlich mit ihrem fünften Album zurück … und geben im selben Atemzug bekannt, dass es ihr letztes sein wird. Eigentlich hatte man sich bereits 2017 ins Studio begeben, um „Paradise“ einen Nachfolger zu spendieren. Während den Aufnahmen erfuhr Frontfrau Mish Barber-Way von ihrer Schwangerschaft. Ihr erstes Kind wurde geboren, danach folgte die Pandemie, schließlich kam ein zweites Baby und rundherum veränderte sich so ziemlich alles. Entsprechend dankt das kanadische Trio mit „Premonition“ ab – so laut und energisch wie immer.

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Pale

Pale – The Night, The Dawn And What Remains

Zehn Jahre nach ihrem letzten Auftritt und 16 Jahre nach ihrer letzten Platte kehren Pale mit einem neuen Studioalbum zurück, und das sollte eigentlich ein Grund für absolute Euphorie sein. Dass dem nicht so ist, liegt an der Geschichte dahinter: Im November 2019 erhielten Gitarrist Christian Dang-anh und Schlagzeuger Stephan Kochs am selben Tag niederschmetternde medizinische Diagnosen. Der Schock über die Plötzlichkeit der Vergänglichkeit wurde zum Motor, eine letzte Pale-Platte aufzunehmen. Kochs konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht aktiv teilnehmen, Dang-anh erlag im Mai 2021 dem Krebs. Die Band stellte, gemeinsam mit alten und neuen Wegbegleitern, „The Night, The Dawn And What Remains“ fertig, das drei Jahre nach dem einschneidenden Tag erscheint.

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Jamie Lenman

Jamie Lenman – The Atheist

Ob mit Reuben oder solo, Jamie Lenman kennt man eher als Mann fürs Grobe, der zwar im Rock zuhause ist, der aber auch vor rasender Post-Hardcore-Explosivität keinesfalls zurückschreckt. Dabei schrieb er eigentlich immer schon, seit über zwei Jahrzehnten, deutlich ruhigere und melodischere Songs, die jedoch nie auf ein Album passten. Bis jetzt, denn nun bündelt der Brite seine hymnischen bis intimen Tracks über Religion, Beziehungen und Sozialwissenschaften auf einer Platte. „The Atheist“ schlägt ein neues Kapitel auf und zeigt den Veteranen so zugänglich, so eingängig wie nie zuvor.

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Les Big Byrd

Les Big Byrd – Eternal Light Brigade

Mitten im dunklen, trostlosen Winter trafen sich Les Big Byrd, um gemeinsam zu musizieren. Das schwedische Trio gehört seit seiner Gründung vor elf Jahren zur jungen Psych-Speerspitze, stets auf dem Sprung in neue Sphären. Für den Nachfolger von „Iran Iraq IKEA“ packte man einen Mietbus voller Instrumente und nahm die Fähre nach Gotland. In dieser neuen Umgebung fand man den perfekten kreativen Rahmen. Zudem hielt die besondere Szenerie Einzug in das Songwriting und drückte „Eternal Light Brigade“ einen überdimensionalen Stempel auf.

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Omni Of Halos

Omni Of Halos – Omni Of Halos

Längst konnten sich Lövely Records zu einem Rock-Feinschmecker-Label entwickeln, dessen Acts vornehmlich in den 80s und 90s zuhause sind. Selbiges gilt auch für Omni Of Halos, deren Indie- und Alternative-Mix angenehm vertraut und doch frisch wirkt. Erst Ende 2020 gegründet, präsentiert das schwedische Sextett nun ein erstes Album. Schlicht „Omni Of Halos“ betitelt, fassen sie hier die vier Tracks ihrer im Frühjahr erschienenen EP „Care Free“ sowie sechs komplett neue Songs zusammen. Das ist aber keinesfalls als lieblos zusammengekleisterte Compilation zu verstehen, denn die 40 Minuten klingen auf wundervolle Weise wie aus einem Guss.

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