American Football

American Football – American Football (LP4)

Neue Alben von American Football verlangen Geduld, nicht nur aufgrund der zwischenzeitlichen Auflösung. Ihre dritte selbstbetitelte Platte hat aber tatsächlich über sieben Jahre auf dem Buckel. Nach der letzten Tour 2019 plante man eine Pause, die sich pandemiebedingt deutlich verlängerte. Steve Lamos war zwischenzeitlich ausgestiegen, um sich auf Beruf und Privatleben zu konzentrieren, die Zoom-Sessions waren alles andere als fruchtbar. Stattdessen gab es Nachschub diverser Kinsella-Nebenschauplätze, wie Owen und LIES. Und dann klappte es doch noch – mit Sonny DiPerri als treibende und zugleich beruhigende Kraft hinter den Reglern sowie ordentlich Vorarbeit von Nate Kinsella. „American Football (LP4)“ klingt entsprechend mächtig und intensiv, bei aller Intimität.

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Would

Would – Need A New Old Friend

Die Entwicklung von Would ist beeindruckend. Vor Jahren rief Matthias Schwettmann das Projekt für jene Songs ins Leben, die nicht zu seiner Band Palila passten. Seither fanden diverse musikalische Metamorphosen statt, im Vorjahr mit dem unerwartet wütenden „Thrash“ sogar von erstaunlicher Härte und Rifflastigkeit geprägt. Nun gibt es eine komplette Live-Band und noch mehr frische Ideen. Das mittlerweile fünfte Studioalbum „Need A New Old Friend“ bildete sich während einer schwierigen Phase, widmet sich vor allem den Zwischentönen und legt den Fokus auf die Texte. Musikalisch hat sich ebenfalls etwas getan.

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HEALTH

HEALTH – Addendum

Einmal mehr steht für HEALTH das Ende einer Ära an. Dieses Mal ist es der Releasezyklus rund um die beiden Geschwisteralben „Rat Wars“ und „Conflict DLC“, der nun abgeschlossen wird. So etwas wie Resteverwertung kommt den Noise-, Industrial- und Electro-Meistern aber keinesfalls in den Sinn. Ihr neuestes Mini-Album verbindet vergangene prominente Kollaborationen mit diversen anderen Tracks. Oder wie es die Band auf den Punkt bringt: „Das Müll-Jahrzehnt geht weiter“. Von Schrott ist „Addendum“ aber meilenweit entfernt, sondern findet eine Art musikalischen Mittelweg der letzten beiden Platten, kleine Überraschungen inklusive.

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Slow Leaves

Slow Leaves – The Ruins Of Things Unfinished

Wie wirken sich generationenübergreifendes Trauma und implizierte Familiendynamiken auf die eigene Entwicklung und auf folgende Generationen aus? Die stille und leise Zerbrechlichkeit enger Beziehungen macht Grant Davidson zum Thema für sein neuestes Album. Vererbung, Verantwortung und Heilung sind die Eckpfeiler für Slow Leaves, die die Auseinandersetzung mit Unbehagen als Zeichen von Fürsorge identifizieren und gleichzeitig das Leben an sich in Verbindung mit der eigenen Kreativität stellen. Was sich komplex und erdrückend liest, ergibt in „The Ruins Of Things Unfinished“ ein gewohnt bewegendes, intensives Gesamtbild der zarten Töne.

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13SUNS

13SUNS – Särge, Erde, Damen & Herren

Für diese vier Herren scheint die Sonne besonders hell … und vielfach. Bereits auf ihrer Ende 2024 erschienenen, gleichnamigen EP taten sich 13SUNS als Indie- und Alternative-Feinschmecker mit einem Herz fürs Schräge, aber auch fürs Hymnische hervor. Nun stürzt sich die Band aus Dresden auf ein erstes komplettes Album, aufgenommen im eigenen Tortenklang Studio. Um die Veredelung kümmerten sich mit Kurt Ebelhäuser und Andi „Doc Young“ Jung echte Meister ihres Fachs. Und eben solche dürften auch 13SUNS bald sein, zumindest wenn man nach den zehn abwechslungsreichen Tracks auf „Särge, Erde, Damen & Herren“ geht.

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Users

USERS – Welcome To Civilisation

Laut, schroff, eindringlich und unheimlich wichtig: USERS halten nichts von falscher Zurückhaltung und vermitteln Inhalte mit packendem Lärm. In den letzten beiden Jahren erarbeitete sich das Quartett aus der dänischen Hauptstadt Kopenhagen einen Ruf als packende Live-Band, war unter anderem bereits am Roskilde Festival zu sehen und spielte einzelne Shows in Deutschland. Nun gibt es den ansteckenden Mix aus Punk Rock und Post Punk erstmals auf Platte zu hören: „Welcome To Civilisation“ zeigt sich solidarisch mit der Arbeiterklasse und all jenen, die die Dinge am Laufen halten, während sich große Konzerne und machtgierige Individuen immer mehr Land und Profit unter den Nagel reißen.

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Frachter

Frachter – Es wird gleich besser

Die Dauerkrise treibt vorbei und winkt alles andere als freundlich: Fracht rücken das Rampenlicht auf die Schattenseiten der Zeit, von Klimakrise über fortschreitenden Rechtsruck bis zum kaputten Neoliberalismus. Nach „Bad Sterben“ tourte das Trio fleißig durch das Land, verfeinerte seinen Ansatz zwischen Punk und Emo weiter und arbeitete sich zwischen Wut und Zweckoptimismus am Status Quo ab. „Es wird gleich besser“ darf gerne mal sarkastisch bis zynisch gesehen werden, langt beherzt zu und findet selbst im stets bewusst schroffen DIY-Sound Momente vorsichtiger Hoffnung.

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White Denim

White Denim – 13

Im Grunde steuerte alles auf diese magische Nummer zu: James Petralli wurde am 13. August geboren. Es ist sein 13. Studioalbum. Die letzte Platte hieß „12“. Und doch ist die neue Platte von White Denim doch so viel mehr als ’nur‘ eine mythische Zahl. Letztlich sollte es um das Leben und die Erfahrungen Petrallis gehen, was – wie die Zahl selbst – sowohl Glück als auch Unglück, Kreativität und Chaos bedeuten kann. Entsprechend vielseitig, abwechslungsreich und gerne unvorhersehbar zeigt sich „13“, wagt sich noch weiter hinaus und fügt sich doch perfekt in den schrägen, doch stets sympathischen Reigen des bisherigen Schaffens ein.

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Death Lens

Death Lens – What’s Left Now?

Death Lens haben aktuell einen Lauf. Zwei Jahre nach ihrem Epitaph-Einstand „Cold World“ meldet sich das Quartett aus Südkalifornien zurück und beweist weiterhin viel Herz. Seit ihren Garage-Punk-Anfängen hat sich die Band in verschiedenste Richtungen entwickelt, schreibt weiterhin grandiose Hooks und Texte, die gegen Unterdrückung ankämpfen, Außenseiter unterstützen und dabei stets das Gemeinsame betonen. „What’s Left Now?“ gibt all jenen eine Stimme, die glauben, keine zu haben, und setzt zugleich den kreativen Höhenflug der US-Band mehr als deutlich und spektakulär fort.

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Tomor

Tomora – Come Closer

Zwei im Grunde nur auf den ersten Blick unterschiedliche Welten finden zusammen. Auf der einen Seite steht Tom Rowlands, der seit bald 35 Jahren mit The Chemical Brothers elektronische Musik revolutioniert und einst half, Big Beat zu popularisieren. Auf der anderen platziert sich Aurora, die norwegische Art- und Avantgarde-Singer/Songwriterin, deren Pop-Ansatz längst auch international für Furore sorgt. 2019 gastierte sie auf dem Chemical Brothers-Album „No Geography“, fünf Jahre später revanchierte sich Rowlands mit einem Beitrag für „What Happened To The Heart?“. Aus dieser Verbindung wurde letztlich das gemeinsame Projekt Tomora. „Come Closer“ ist das erste Album.

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