Teen Suicide

Teen Suicide – Nude descending staircase headless

Raus aus dem kleinen Zimmer und rein ins ordentliche Studio: Jahrelang veröffentlichte Sam Ray mit verschiedenen Mitstreitern als Teen Suicide sympathische, energische, aber auch verträumte Lo-Fi-Songs. Seit bald acht Jahren gibt es ein fixes Line-up als Duo mit Ehefrau Kitty Pryde, Rays schwere gesundheitliche Probleme der letzten Jahre scheinen überwunden, zudem besteht nun eine etablierte Tour-Besetzung für ordentlich Live-Präsenz. „Nude descending staircase headless“ weicht dennoch vom vertrauten Homerecording-Prozess ab und wurde erstmals mit umfassender Instrumentierung und ordentlicher Produktion aufgenommen. Das steht der Band erstaunlich gut zu Gesicht.

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Sean Solomon

Sean Solomon – The World Is Not Good Enough

Zwei Alben lang unterstrichen Moaning ihre Ambitionen, im Post-Punk- und Indie-Rock-Sektor steil zu gehen, bevor die Band 2023 eine Pause auf unbestimmte Zeit bekannt gab. Sänger und Gitarrist Sean Solomon begann daraufhin, Solosongs zu schreiben und zu sammeln, stolze zwei Jahre lang, und verband diese mit kreativen Ideen von seinem zweiten Standbein als Animator. In Jarvis Taveniere (u. a. Whitney, Purple Mountain, Waxahatchee) fand er einen Gleichgesinnten, der die Produktion, den Bass und etwas Percussion übernahm. „The World Is Not Good Enough“ ist Solomons Versuch, die Welt um ihn herum zu begreifen, und sich eine Gemeinschaft aufzubauen.

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They Might Be Giants

They Might Be Giants – The World Is To Dig

Ein Hoch auf Parallelismus: Vor wenigen Tagen erschien eine Forsetzung von ‚Malcolm mittendrin‘ in Form einer Miniserie. Fast zeitgleich melden sich die Herren hinter der Titelmusik zurück: They Might Be Giants sind selbstverständlich viel mehr als „Boss Of Me“, können auf über 40 Jahre gemeinsame Geschichte zurückblicken, zwei Grammys, eine Tony-Nominierung, mehr als 20 Studioalben sowie diverse gefeierte Platten für Kinder. „The World Is To Dig“ ist ihr erstes neues Werk seit viereinhalb Jahren, erzählt einmal mehr viele spannende Geschichten und stellt sich musikalisch gewohnt breit, kunterbunt auf.

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The Props

The Props – Arrow

Eine The-Band spielt zeitlosen, leicht rückwärtsgewandten Rock, der auch vor 20 Jahren mehr als prima funktioniert hätte: Irgendwo zwischen Indie Rock, Alternative, Post Punk und Pop platzieren sich The Props. Das erst Ende 2023 in Los Angeles gegründete Quartett machte mit ersten Singles, zahlreichen Konzerten und DIY-Ethos auf sich aufmerksam. Blue Grape Music ist nun ihre Heimat und brachte sie mit dem Grammy-prämierten Produzenten Carlos de la Garza zusammen, der bereits mit Paramore und Best Coast arbeitete – das ‚fehlende Puzzlestück‘, wie ihn Sänger Nick Ruiz nennt. Auf der ersten EP „Arrow“ finden sich fünf sympathische Hits.

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My New Band Believe

My New Band Believe – My New Band Believe

Der Abschied von black midi wurde zugleich zum kreativen Neustart für die beteiligten Musiker. Morgan Simpson nahm die Drumsticks unter anderem für Rapperin Little Simz und Jazz-Musikerin Nala Sinephro in die Hand, Gitarrist und Sänger Geordie Greep veröffentliche im Herbst 2024 ein wildes, tanzbares, erwartungsgemäß unvorhersehbares Soloalbum. Etwas ruhiger ging es Bassist Cameron Picton an, arbeitete hier und da an einzelnen Songs. Durch ein krankheitsartiges Delirium in einem chinesischen Hotel kam er zu Bildern, zu Textfragmenten und zum etwas seltsamen Namen My New Band Believe. Das erste Album heißt ebenfalls „My New Band Believe“ und erinnert im besten Sinne an eine semi-akustische Antwort auf die frühere Band, die letztlich doch komplett anders klingt.

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van Kraut

van Kraut – Atmen

Das Private und das Politische werden weiterhin möglichst eng verschränkt – eine Entwicklung, die aktuell viele Musiker:innen aus gesellschaftlichen und geopolitischen Gründen fast notgedrungen vorantreiben. Christoph Kohlhöfer ist da keine Ausnahme, bloß hat das bei ihm Methode. Als van Kraut setzt er seit über einem Jahrzehnt seine rasiermesserscharfte Beobachtungsgabe ein und beglückt mit doppelten Böden der unvermittelt zupackenden Art. „Atmen“ ist – je nach Zählweise – das dritte oder vierte Album der Ein-Mann-Band und verbindet angenehm Vertrautes mit Magie auf den zweiten bis dritten Blick.

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Hawel/McPhail

Hawel/McPhail – Sorrow Wonderland

Alles kommt anders und doch so gut – die letzten Jahre brachten für Frehn Hawel (Tigerbeat) und Rick McPhail (Mint Mind, Tocotronic) einige Veränderungen mit sich. Die Musik rückte erst einmal in den Hintergrund, weswegen McPhail bei Tocotronic aktuell eine Pause auf unbestimmte Zeit aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen einlegen muss. Entsprechend richtig und wichtig war es, einfach mal wieder die Fuzz-Pedale anzuwerfen und einfach zu machen. Zwölf Songs sind es geworden, die sich mit dem Hier und Jetzt, mit dem Älterwerden und mit Beziehungen, aber auch mit dem Zeitgeschehen und der Leistungsgesellschaft auseinandersetzen. Im „Sorrow Wonderland“ geht es aber stets gefällig vor sich.

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Melechesh

Melechesh – Sentinels Of Shamash

Nach fast einem Jahrzehnt der Funkstille melden sich Melechesh endlich aus der Versenkung zurück. Das ursprünglich in Israel von Bandkopf Ashmedi gegründete und heute in den Niederlanden ansässige Quartett gilt als Pionier des Sumerian Black Metal. Während ihr 2006er Meilenstein „Emissaries“ bis heute als unerreichtes Karriere-Highlight thront, markierte das letzte Lebenszeichen im Jahr 2015 den Beginn einer quälend langen Pause. Mit der neuen EP „Sentinels Of Shamash“ bricht die Band nun das Schweigen und beweist, dass ihr markanter Mix aus okkulter Raserei und nahöstlicher Mystik nichts von seiner Faszination verloren hat.

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Wesley Joseph

Wesley Joseph – Forever Ends Someday

Seit seiner Single „Ghostin’“ sorgt Wesley Joseph für Furore. Der in Walsall geborene und später für ein Filmstudium nach London gegangene Musiker, Songwriter und Regisseur heimste gleich mit seiner ersten EP über 100 Millionen Streams ein, machte auf dem Nachfolger gleich einen mächtigen kreativen Sprung nach vorne und arbeitete unter anderem mit Loyle Carner, Jorja Smith und Joy Orbison. Nun kommt also ein erstes komplettes Album, aufgenommen zwischen London, Walsall, Los Angeles und in den Schweizer Bergen, und natürlich von einem ganzheitlichen audiovisuellen Konzept begleitet. „Forever Ends Someday“ erreicht das erhoffte nächste Level.

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SALÒ

SALÒ – Hardcore

Eine Welt, die längst endgültig desensibilisiert sind, braucht Musik, die keinerlei Rücksicht auf etwaige Befindlichkeiten nimmt. SALÒ legt die Antithese zu Wohlfühlmusik vor. Auf seinen bisherigen Alben und EPs vermischte der mittlerweile in Wien ansässige Steirer Punk, Rock, Electro, Pop, Alternative und bewusst deutliche, knackige Texte. Die permanente Eskalation der Gegenwart, das Doomscrollen als Freizeitvertreib und fast omnipräsente Aussichtslosigkeit begleiten auch den neuesten Streich. „Hardcore“ zerlegt den Status Quo mit ausgesuchter Präzision und reißt dabei in aufgehende Gräben hinab.

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