Wu-Lu

Wu-Lu – LOGGERHEAD

In seinen jungen Jahren stand Miles Romans-Hopcraft zwischen zwei Welten: Er wollte Grunger und Chili Pepper sein, stand aber auf Grime- und Jungle-Platten. Irgendwann schloss sich der Kreis der Identitätskrise: Romans-Hopcraft wurde zu Wu-Lu (eine Abwandlung des amharischen Wortes für Wasser) und öffnete seinen ureigenen HipHop-Ansatz für allerlei Einflüsse von Post Punk über Industrial bis Screamo. Das klappte vor sieben Jahren auf „Ginga“ bereits prima und erfährt nun weitere Verfeinerung. „LOGGERHEAD“ – die Unechte Karettschildkröte – wurde zum Spirit Animal und zugleich zum Titel der neuen Platte.

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Tedeschi Trucks Band

Tedeschi Trucks Band – I Am The Moon: II. Ascension

Der Mond geht auf: Nach einem starken Auftakt treiben Tedeschi Trucks Band ihr ambitioniertes, vierteiliges Konzeptalbum voran. „I Am The Moon“ denkt ein faszinierendes episches Gedicht aus dem 12. Jahrhundert, das unter anderem bereits Eric Clapton inspirierte, in die Moderne und zieht den Mondzyklus als Leitmotiv für den vertrauten, leidenschaftlichen Mix aus Blues-, Americana- und Jam-Rock heran. „II. Ascension“ lässt besagten Himmelskörper nun aufgehen, wie auch die Musik des Kollektivs so richtig zu strahlen weiß.

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Greg Puciato

Greg Puciato – Mirrorcell

Seit dem Ende der legendären Mathcore-Pioniere The Dillinger Escape Plan zeigt sich Greg Puciato schwer beschäftigt. Neben den Supergroups The Black Queen und Killer Be Killed begleitet er aktuell Jerry Cantrell (Alice In Chains) auf Tour, nachdem er bereits auf dessen Soloalbum mitwirken durfte. Zudem nimmt der Charakterkopf selbst Musik auf. Auf das vielschichtige wie unvorhersehbare „Child Soldier: Creator Of God“ folgt nun „Mirrorcell“, das den eingeschlagenen Weg – vertrautes Chaos trifft auf dicken Rock, elektronisch befeuerten Pop und kauzige Auslotung der eigenen Grenzen – mit wachsender Begeisterung fortsetzt.

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Blood Command

Blood Command – Praise Armageddonism

Im Frühjahr 2020 befanden sich Blood Command einmal mehr auf der Suche nach einer neuen Sängerin, nachdem Karina Ljone die Band aufgrund ihrer Schwangerschaft verlassen hatte. Fündig wurde man ausgerechnet in Australien, rund 15.000 km von der norwegischen Heimat entfernt. Die ehemalige Pagan-Stimme Nikki Brumen erhielt das mit Ljone bereits komplett eingespielte Album und fand sich in den Texten sofort wieder. Logistischer Albtraum hin oder her, Brumen heuerte an, zog sogar in den hohen Norden und verpasste den Tracks ihre eigene Würze. „Praise Armageddonism“ setzt die ureigene Death-Pop-Vision konsequent fort.

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Pleil

Pleil – Keine Zeit

Unorthodoxe Faszination begleitete „Die Spur des Kalenders“, das erste Solowerk des Veteranen Marco Pleil. Der Lo-Fi-Ansatz – E-Gitarre, Stimme und Distortion allein im weiten Raum – schlug im Frühjahr 2020 ein, passte zu den damals noch neuen Umständen einer isolierten Welt. Live bleibt Pleil diesem Konzept treu, will auf Platte allerdings nun sämtliche Grenzen einreißen. Experimente sind willkommen, Elektronik erhält eine prominente Rolle, ohne dabei den ursprünglichen Sound ad acta zu legen. Der Musiker hat „Keine Zeit“ und tankt sich durch zwölf Songs in unter einer halben Stunde.

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Ghost Woman

Ghost Woman – Ghost Woman

Als Teil von Michael Raults Tross tourte Evan John Uschenko mit allerlei Granden, darunter Jacco Gardner und King Gizzard & The Lizard Wizard. Irgendwann reifte der Wunsch, selbst etwas zu basteln, und Ghost Woman waren geboren. Herzschmerz und falsche Erwartungen begleitet seine Band, die sich nach einigen Rückschlagen – ein Proberaumfeuer zerstörte einen Teil des Equipments, andere Gitarren und Verstärker wurden aus dem verschlossenen Van geklaut – nun musikalischen Schlagzeilen widmen. Auf die ausverkaufte 7″-Single „Lost Echo“ folgt das erste Album, schlicht „Ghost Woman“ betitelt.

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Alexisonfire

Alexisonfire – Otherness

Ja, sie sind wirklich wieder da. Und nun sogar auf Albumlänge. 2019 und 2020 veröffentlichten Alexisonfire drei Singles als kleines Studio-Lebenszeichen, nachdem man sich zwischenzeitlich aufgelöst hatte und erst einmal für Live-Gigs zurückgekehrt war. Die kanadischen Post-Hardcore-Veteranen machen nun tatsächlich ein neues Album, das sich für die Kanadier wie eine Rückkehr zum bestens gelaunten Esprit der Anfangstage anfühlte. Das Ergebnis, „Otherness“, bemüht sich natürlich um den vertrauten Sound, schreckt aber ebenso wenig vor frischen Einflüssen zurück und hat das Zeug zum modernen Klassiker.

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Petrol Girls

Petrol Girls – Baby

Ren Aldridge möchte sich freischwimmen von den teils selbst auferlegten Zwängen einer politischen Punk-Szene, die zu Moralisierung und Scheinheiligkeit tendieren kann. Kurzum: Die Stimme von Petrol Girls wollte ein gewisses Augenzwinkern in die nach wie vor drastischen Lyrics zurückholen. Ihre kürzlich von London ins steirische Graz gezogene Band nahm dies zum Anlass, den Sound deutlich nuancierter auszulegen. „Baby“, das mittlerweile dritte Album, soll deutlich respektloser ausfallen, weiterhin klare Stellung zu heißen Eisen beziehen und dabei nicht bierernst bleiben.

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Automatic

Automatic – Excess

‚Motorik-Pop‘ – ein spannender Name für den Sound von Automatic, die sich dem Underground-Sound der späten 70er widmen, bevor dieser in den 80ern zum Symbol für kommerziellen Ausverkauf verklärt wurde – Electro, New Wave und Synthie Pop, um ein paar ungefähre Orientierungshilfen zu nennen. Das Trio aus Los Angeles nimmt dies zum Anlass für einen ungeschönten Blick auf die Unternehmenskultur der Gegenwart, auf Maßlosigkeit, Entfremdung und falsche Hoffnung. „Excess“ nennt sich das zweite Album der US-Amerikanerinnen und trifft den sprichwörtlichen Nagel auf den synthetischen Kopf.

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Hollie Cook

Hollie Cook – Happy Hour

Großbritannien liebt ‚Lovers Rock‘, eine besonders eingängige, poppige und harmonische Form von Reggae, die seit den 1970ern die Insel zu begeistern weiß. In diese Kerbe schlägt Hollie Cook. Sie tourte bereits als Teenager mit den Punk-Legenden The Slits, veröffentlichte Dub-Platten und wirft seit 2011 immer wieder sympathische Solowerke ab. Für ihre neuestes Werk brauchte sie etwas mehr Zeit, schrieb trotz erzwungener Distanzierung mit ihrer Band und erfüllte sich endlich den Wunsch gemeinsamer Musik, frei von Produzenteneinflüssen. „Happy Hour“ hat im besten Sinne das Zeug zum ganz großen Wurf.

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