Kicker Dibs

Kicker Dibs – Vagabund

Seit geraumer Zeit geistert der Name Kicker Dibs umher, begleitet von mehreren tollen Singles mit sympathischen Texten. Die Berliner setzen auf Wohlfühl-Indie-Klänge zwischen Pop und Rock mit verschmitztem Lokalkolorit und globaler Klasse. Ihr erstes Album nahmen sie im ehemaligen WG-Bungalow auf, ein Wohnzimmer mit 60s-Flair wurde kurzum zum Studio umfunktioniert. Nun steht „Vagabund“ in den Startlöchern, kurz und bündig. Denn: 23 Minuten sind wirklich kurz, reichen aber vollkommen, um alles zu sagen.

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Morcheeba

Morcheeba – Blackest Blue

Ein komplettes Jahr ohne Tour, das erlebte Ross Godfrey zuletzt in seiner Jugend. Der Klangschmied von Morcheeba musste sich ebenso wie Sängerin Skye Edwards etwas umstellen, und doch kam diese Live-Pause dem Duo zugute. Tatsächlich konnte man sich Zeit nehmen, um die zehn neuen Songs so richtig wachsen und gedeihen lassen. Auf ihrem zehnten Studioalbum „Blackest Blue“ zeigen sich Morcheeba vielfältiger und abwechslungsreicher denn je, eine Art Bestandsaufnahme mit einer kräftigen Portion Selbstreflexion und erfrischender Verachtung für Scheuklappen.

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Current Joys

Current Joys – Voyager

Nick Rattigan geht auf große Reise. Der amerikanische Endzwanziger steuert aber nicht etwa fremde Länder an, sondern das Selbst. Eine Odyssee der Selbstfindung landet in den gewohnt brüchigen Konventionen des Rock’n’Roll. Als Current Joys bricht Rattigan so und so mit den Erwartungen, bringt klassischen Indie-Charme mit, der schon mal in Bedroom-Pop und Wave-Exkurse umschlagen kann, zudem ein wenig Singer/Songwriter-Elan mitbringt. „Voyager“ wendet sich bewusst vom bisherigen Lo-Fi-Ansatz ab und wirkt in seiner Gesamtheit größer, kompletter. Die erhoffte Kraft der Musik wird tatsächlich greifbar gemacht.

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Liar Thief Bandit

Liar Thief Bandit – Deadlights

Drei Schweden und eine Garage, mehr braucht es nicht für ein richtig gutes Gitarrenalbum. So oder so ähnlich begab es sich auch bei Liar Thief Bandit, die nun zum bereits dritten Mal versuchen, ihre Live-Energie einzufangen. Irgendwo zwischen Garage Rock und typisch skandnavischem Punk angesiedelt, geht es um Riffs, Hooks und gute Laune. „Deadlights“ wurde in jenem Studio aufgenommen, wo einst die legendären Alben der Cardigans entstanden. Liar Thief Bandit bringen einen ähnlichen Elan mit, wenngleich sie musikalisch etwas anders unterwegs sind.

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Die Buben im Pelz

Die Buben im Pelz – Geisterbahn

Von der Neigungsgruppe zum Pelz: Die beiden FM4-Moderatoren David Pfister und Christian Fuchs suchten und fanden 2014 ein neues Vehikel für ihren Wiener Dialekt-Ansatz und coverten als Die Buben im Pelz das legendäre Velvet Underground-Debüt. Später folgte noch eine Platte mit eigenem Material, das Line-up wurde weiter ausgebaut und schließlich nahm man im Herbst 2019 eine neue Platte auf, unter anderem mit Alexander Hacke von Einstürzende Neubauten. Bestens bekannten Umständen ist die um ein Jahr verschobene Veröffentlichung des Drittlings „Geisterbahn“ geschuldet, die Wartezeit lohnt sich allerdings.

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The Steel Woods

The Steel Woods – All Of Your Stones

Am 16. Januar 2021 verstarb Gitarrist und Songwriter Jason „Rowdy“ Cope aus ungeklärter Ursache im Schlaf, er wurde nur 42 Jahre alt. Seine Band The Steel Woods entschloss sich, in Abstimmung mit Copes Familie, weiterzumachen und das gemeinsam erarbeitete Album zu veröffentlichen. „All Of Your Stones“ zeigt eine Band, die stets Negatives in Positives umzuwandeln versuchte, und mit ihrem Mix aus Country, Americana, Southern Rock und Blues für Großes bestimmt war. Und nun vielleicht endlich genau das erreicht.

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Squid

Squid – Bright Green Field

Schon wieder eine neue Post-Punk-Band? Schon wieder ein Lockdown-Album? Ja, ja, und eigentlich nein. Für Squid klingt das eigentlich viel zu konventionell. Das Quintett lernte sich in Brighton beim Studieren kennen, sorgte mit diversen Singles und EPs für Furore, und packt nun einen ersten Longplayer aus. Dieser entstand unter einem gewissen Zeitdruck, da man nie mit Sicherheit wusste, welche Verschärfungen und Lockerungen wann durch den kreativen Prozess fahren würden. Somit entstand eine getriebene, aber zu keiner Zeit hektische Platte, die zugleich von Widersprüchen und paradoxen Konzepten lebt. „Bright Green Field“ klingt keinesfalls nach landschaftlicher Idylle, so viel sollte klar sein.

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Man On Man

Man On Man – Man On Man

Liebe ist alles, sangen einst Rosenstolz, und damit wäre dieser Text bereits mit dem ersten Satz an die Wand gefahren. Auch das ist Kunst. Man On Man sind hingegen einfach nur toll, denn das wunderbare Paar spricht sich für die Schönheit der Liebe aus, für Body Positivity und für die Kraft, die nur aus dem Gemeinsamen entstehen kann. Joey Holman (Holman) und Roddy Bottum (Faith No More, Imperial Teen) überlebten das vergangene Jahr gemeinsam, verloren ihre Mütter, verloren Jobs und saßen auf gepackten Umzugskartons. Als sympathisches Doppel verpassen sie archetypischer Queer- und Gay Music mit dem schlicht „Man On Man“ betitelten Album eine Frischzellenkur.

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Shevils

Shevils – Miracle Of The Sun

Ruhepausen werden überbewertet. Zumindest im Studio ließen sich Shevils zuletzt kaum blicken. Das norwegische Quartett veröffentlichte zwischen 2011 und 2015 gleich drei Alben, dann war erst einmal das Tempo raus. Vergangenen Sommer schloss die Post-Hardcore-Band endlich die Aufnahmen zu einem Nachfolger ab, nach diversen Einheizern im Single-Format, die in der Heimat bereits durch die Radio- und Streaming-Decke gingen, steht nun der neue Longplayer „Miracle Of The Sun“ in den Startlöchern. Und der zeigt Shevils in Bestform, als wären sie nie weg gewesen.

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Manchester Orchestra

Manchester Orchestra – The Million Masks Of God

Bei Manchester Orchestra lag etwas in der Luft, das zeigten unter anderem Andy Hulls Gastauftritte bei diversen von Bands und Musikern in den vergangenen Monaten. Tatsächlich ist die Hauptband wieder da mit dem ersten Album seit vergleichsweise langen vier Jahren. Hull und Co-Songwriter Robert McDowell verarbeiten ein einschneidendes Erlebnis, begleitet von tiefer Trauer und der Erkenntnis, das man sich mit dieser intensiv und konzentriert auseinandersetzen müsse, um wieder nach vorne blicken zu können. „The Millions Masks Of God“ zeigt das Indie-Orchester so druckvoll und feinsinnig wie schon lange nicht mehr.

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