Olafur Mowa

Olafur Mowa – Post Internet Era

Ist das Internet tatsächlich tot? Seit geraumer Zeit grassieren Theorien, dass weite Teile des Web und der Diskussionen in sozialen Medien und Kommentarspalten von Bots geführt werden, von Unmengen an Werbung (YouTube ohne entsprechende Block-Technologie ist … eine Erfahrung) und künstlicher Intelligenz ganz zu schweigen. Olafur Mowa befasst sich auf seinem ersten Soloalbum mit der Zeit danach. Neben GiGi Blow hatte er Bock, auch mal den einen oder anderen Track ohne Partybezug zu schreiben, über Coming of Age jenseits der Teenagerzeit. Musikalisch zwischen unzähligen Genres und Epochen angesiedelt, kultiviert „Post Internet Era“ den Charme des Seins im digitalen Zeitalter.

Weiterlesen
Blackbird Mantra

Blackbird Mantra – 2 AM

Ist es noch tief in der Nacht oder ist der nächste Morgen bereits nah? Zwischen ausgeprägter Finsternis und dem anstehenden Tageslicht breiten Blackbird Mantra ihre magischen Schwingen aus. Stolze sechs Jahre sind seit ihrem ersten und – bis jetzt – einzigen Album vergangen, begleitet von privaten und globalen Veränderungen. Irgendwann musste das Quartett aus Hamburg die ewig kreisenden Gedanken zu Papier und Band bringen, nach und nach in ausgedehnten Songwriting-Sessions zusammengebastelt und schließlich in Lissabon nahezu sonnig abgemischt. „2 AM“ lässt den Psych-Sound aus der Garage ein weiteres Mal wachsen.

Weiterlesen
The Tubs

The Tubs – Hard Life

Die ewigen Jangle-Grübler The Tubs klopfen wieder an. Das Quartett aus Wales klingt immer noch ein wenig wie eine Reinkarnation der Spät-80er-R.E.M., begleitet von britischem Folk und einem Sänger, der nur schwer aus seinem eigenen Kopf herauskommt. Für das dritte Album stellt sich Frontmann Owen Williams aber eine zweite Erzählstimme zur Seite, die die Unreife und Genusssucht ersterer aufs Korn nimmt. Das mag nicht immer ganz fair sein, hat aber richtig viel Charme. Einmal mehr von diversen Gästen und Langzeit-Supportern begleitet, befasst sich „Hard Life“ mit streitenden inneren Stimmen und den Widersprüchen des Lebens.

Weiterlesen
Culk

Culk – smogstar

Die Stadt holt alle ein – auch Culk, die ihr mittlerweile viertes Studioalbum dem urbanen Raum widmen, begleitet von permanentem Rauschen, von Neuankömmlingen und Urgesteinen. Für die vier Wiener ist das aber nicht nur ein Heimspiel mit wechselnder Perspektive, sondern eine Neuerfindung auf Raten. Tatsächlich wollte das Quartett wieder zum Ursprungsgedanken zurückkehren, der sie einst zum gemeinsamen Musikmachen brachte, vom eigenen Umfeld geprägt und zugleich wieder deutlich unverkopfter unterwegs. Nach dem beklemmenden, gerne mal düsteren Meisterwerk „Generation Maximum“ geht es „smogstar“ deutlich lockerer und unmittelbarer an.

Weiterlesen
My Ugly Clementine

My Ugly Clementine – Apply Autonomy

Wenn My Ugly Clementine zusammenkommen, entsteht Magie. Sophie Lindinger, Mira Lu Kovcas und Nastasja Ronck (am Schlagzeug von Günther Paulitsch begleitet) haben diverse andere Schauplätze, doch gibt es mittlerweile etwa alle drei Jahre ein neues Album. Nun ist es wieder an der Zeit für ein solches, begleitet von Fragen und Überlegungen über Autonomie, Selbstbestimmung, Gemeinsames und Abhängigkeiten. „Apply Autonomy“ hat ein Herz für schöne, wichtige Verbindungen, teilt beherzt gegen Toxisches aus und tankt sich energisch durch Ablaufdaten und Hoffnungsschimmer.

Weiterlesen
ACUA

ACUA – Flood My Eyes

Das Leben on tour kann eine Band verändern. Nach dem Release von „Is There More Past Or More Future“ spielten ACUA mehr als 50 Konzerte, tourten fleißig – unter anderem in Kanada, Japan und Großbritannien – und gewannen vor allem einiges an Erfahrungen. Keyboarderin und Sängerin Maja machte die Kölner zum Quartett, zudem entstand die neue Platte deutlich kollaborativer. Alle vier Musiker:innen brachten sich ein, singen sogar ab und an Leads, während zugleich dem Pop deutlich mehr Platz eingeräumt wurde. „Flood My Eyes“ traut sich in jeder Hinsicht mehr und lässt frischen Wind wehen.

Weiterlesen
Personal Trainer

Personal Trainer – Human Assholes

Kein Song ist jemals gänzlich fertig geschrieben – eine Erkenntnis zu der Willem Smit während drei Non-Stop-Tour-Jahren gelangte. Mit Personal Trainer ist der konstante Wandel Pflicht, nicht nur beim Line-up, sondern auch bei der Interpretation der eigenen Musik. Ob daher bei diesem mittlerweile dritten Studioalbum tatsächlich von einer fertigen Platte gesprochen werden kann, sei dahingestellt – für jemanden, der sich gerne in Details und Nuancen verliert, eine knifflige Angelegenheit. Bewusst wurde hingegen die Akustik-Gitarre als Startpunkt für viele neue Songs gewählt, ebenso die Arbeit mit der gesamten Band in einem Raum fokussiert. „Human Assholes“ klingt somit größer, verspielter und gemeinschaftlicher denn je.

Weiterlesen
Casafungo

Casafungo – Killing Time Without Injuring Eternity

Die Lübecker Bucht ist unter Wind- und Kitesurfern sowie Stand-up-Paddlern mehr als beliebt. Ob das den Sound von Casafungo beeinflusste, ist allerdings nicht bekannt. Christopher Langkauf und Lucas Weinknecht kennen sich bereits seit mehreren Jahren aus verschiedenen Bands. Eher zufällig trafen sie bei einer Jam-Session auf die vielfach ausgezeichnete Jazz-Sängerin Ella Burkhardt, die Chemie stimmte sofort. Als Casalungo widmet man sich einer poetischen Mischung aus Indie, Dream-Pop und eben Surf Rock. „Killing Time Without Injuring Eternity“ ist das erste komplette Album des Trios aus Lübeck.

Weiterlesen
Interpol

Interpol – This Mirror Weighs A Ton

Eine zarte Erweiterung der Klangpalette 2022, zwei Jahre später der bislang größte Auftritt vor über 200.000 Menschen in Mexiko, jetzt fortschreitende Revolution: Interpol schicken sich einmal mehr an, die scheinbar permanente Nacht, die ihren Sound begleitet, zumindest stellenweise hinter sich zu lassen. Dafür arbeiteten sie mit Produzent Andrew Wyatt, der sich unter anderem durch seine Arbeit mit Rosalía und Charli XCX einen Namen gemacht hat. Ganz so weit lehnt man sich zwar nicht aus dem imaginären Fenster, traut sich aber ein paar Experimente zu – neue Harmonien, Streicher, akustische Gitarren und durchaus unorthodoxe Songstrukturen. „This Mirror Weighs A Ton“ winkt erstaunlich freundlich.

Weiterlesen
Beartooth

Beartooth – Pure Ecstasy

Vom brutalen Seelenstriptease zum kollektiven Befreiungsschlag: Wer den Weg von Beartooth in den letzten zehn Jahren verfolgt hat, weiß, dass diese Band nie bloß Musik gemacht, sondern pure, ungefilterte Psychotherapie betrieben hat. Was 2012 in Columbus, Ohio, als persönliches Soloprojekt von Mastermind Caleb Shomo (ehem. Attack Attack!) begann, mutierte rasant zu einer der absolut prägenden Konstanten im modernen Metalcore. Das Besondere an der Truppe? Shomo schreibt, produziert und instrumentiert die Alben traditionell fast komplett im Alleingang im Studio – Beartooth fungieren erst live als komplette Band. Seit dem Debütalbum haben sich Beartooth deutlich weiterentwickelt hin zu einem Sound, der den Schmerz nicht mehr nur erträgt, sondern ihn in stadiontaugliche Hymnen voller Lebensmut verwandelt. Genau an diesem Wendepunkt zwischen emotionalen Extremen, neuer Härte und unerwartetem Licht setzt das nächste Kapitel an, denn dieser Tage veröffentlichen Beartooth „Pure Ecstasy“, ihr sechstes Studioalbum und gleichzeitig das erste bei Fearless Records.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?