Go Mahhh

Go Mahhh – Doppelgänger

Berlins Bühnen sind bereits fest in ihrer Hand, nun folgt der nächste Schritt: Go Mahhh zählen zu den interessantesten Psych-Bands der Hauptstadt. Das Quartett liebt seine verwegene Reise durch Space und Zeit, irgendwie retro und doch fest im Hier und Jetzt verankert, wie eine Art imaginärer Missing Link zwischen Motorpsycho und den Crumpets. Eine erste EP spülte sie unter anderem auf die große Desertfest-Bühne, nun folgt der sprichwörtliche nächste Schritt. Auf „Doppelgänger“ loten die Musiker aus Peru, Deutschland und Irland ihren eigentümlichen Psych-Ansatz mit Fuzz-, Alternative- und Gaze-Note ein weiteres Mal konzentriert aus.

Weiterlesen
Iceage

Iceage – For Love Of Grace & The Hereafter

Der konstante Zusammenbruch begleitet Iceage seit jeher. Die Dänen scheinen diesen permanenten Ausnahmezustand regelrecht zu brauchen, um tatsächlich funktionieren zu können, auch wenn es zuletzt etwas ruhiger um das Quintett geworden war. Sänger Elias Rønnenfelt kümmerte sich unter anderem um seine Solokarriere, erste Songs ergaben sich vor etwa zwei Jahren. Aufgenommen wurde vergangenen November in jenem Studio, wo bereits das dritte Album „Plowing Into The Field Of Love“ entstanden war. Für „For Love Of Grace & The Hereafter“ soll jede Form von romantischer Liebe und Leidenschaft, die das Werk von Iceage schon immer begleitet, mit neuer Klarheit fließen.

Weiterlesen
POM

POM – Enlightened, baby

Ein starker Einstand, eine kurzweilige EP als Nachschlag … und jetzt? Wird einfach lautstark die nächste Runde eingeläutet. POM aus Amsterdam verwandeln emotionale Schwere in überdrehte Pop-Klänge. Persönlicher Verlust sollte bewusst zu Bewegung werden, anstatt im Schmerz festzustecken. Das niederländische Quartett erweitert seinen gitarrenlastigen Sound um Elektronik, Synthetik, Drum-Computer und mehrstimmige Harmonien, ohne dabei auf das kantige Fundament zu verzichten. All das und noch viel mehr steckt in „Enlightened, baby“, einem gewiss alles andere als schweren zweiten Album.

Weiterlesen
Get Well Soon

Get Well Soon – Minus The Magic

Ein neues Album von Get Well Soon ist immer ein Grund zur Freude, wenngleich die vier Jahre Wartezeit doch wieder sehr lange waren. Unter anderem produzierte Konstantin Gröpper fleißig für diverse Film- und Fernsehproduktionen (zuletzt „How To Sell Drugs Online (Fast)“ und „Achtsam morden“), außerdem sollten nach 20 Jahren ein paar Dinge etwas anders laufen. So wurde das siebte reguläre Studioalbum erstmals komplett in Bandbesetzung eingespielt, dazu auf die eine oder andere ältere Nummer zurückgegriffen. „Minus The Magic“ ist ein Werk über die Lebensmitte, irgendwo zwischen Bestandsaufnahme, Selbstreflexion und Blick nach vorne unterwegs.

Weiterlesen
Paul Holland

Paul Holland – SUNFLOWER

Die Mutter aus München, der Vater aus London, aufgewachsen in Ulm, später als Straßenmusiker tätig und schließlich mit eigenen Songs positiv aufgefallen: Paul Holland ist gerade mal 27 Jahre alt und konnte sich als Singer/Songwriter mit Herz für 70s- und Westcoast-Rock bereits einen Namen machen. 2023 erschien eine erste EP, in weiterer Folge ging es für den deutsch-britischen Musiker ins Vorprogramm von The White Buffalo, King Hannah und Jesper Munk. Gemeinsam mit Produzent Raiv Milberg (Die Nerven) sowie in Bandbesetzung landet nun „SUNFLOWER“, das erste komplette, wunderbar zeitlose Album.

Weiterlesen
Abramowicz

Abramowicz – Joy Of Missing Out

Das Heartland-Herz schlägt endlich wieder in Hamburg, und das lauter denn je: Abramowicz haben nach über sechs Jahren wieder neue Musik im Gepäck. Nach der Tour zum 2019 erschienen „The Modern Times“ war erst einmal Ruhe. Für einen Nachfolger ließ man sich bewusst Zeit, erarbeitete alles nach und nach im Proberaum und integrierte mit Nico Thiel einen dritten Gitarristen, der den Sound noch größer klingen lässt. Von Dankbarkeit ist die Rede, vom Blick zurück auf die Reise der Jugend zur erwachsenen Gegenwart, vom Gemeinsamen und von Tiefgang in einer Welt voller Oberflächlichkeiten. „Joy Of Missing Out“ lehnt sich zurück und lässt doch nie locker.

Weiterlesen
Marmozets

Marmozets – CO.WAR.DICE

Nach der ausgedehnten Tourphase zu ihrem Anfang 2018 erschienenen zweiten Album „Knowing What You Know Now“ ging es für Marmozets in eine Pause auf unbestimmte Zeit. Nur ein Jahr später wurden Sängerin Becca Macintyre und Gitarrist Jack Bottomley erstmals Eltern, 2022 heirateten die beiden. Weitere Neuigkeiten – ein Deal mit Nettwerk, eine fertige Platte, die erste Single, neue Tourdaten – kamen nach und nach hinzu. Nun steht „CO.WAR.DICE“ in den Startlöchern und beschwört vertraute Qualitäten mit ebenso vertrauter Intensität, neue Perspektiven hin oder her, und klingt trotz langer Unterbrechung so kraftvoll wie eh und je.

Weiterlesen
Hysterese

Hysterese – Hysterese

Understatement bleibt das Motto von Hysterese. Keine großen Worte, keine Werbung, wenig Social-Media-Aktivität und Minimalismus bei der Benennung ihrer Alben zeichnen das Quartett aus Tübingen seit seienr Gründung 2009 aus. Ihre letzte Platte hat mittlerweile knapp fünf Jahre auf dem Buckel, auch der Nachfolger verzichtet auf einen Titel. Die Musik soll für sich sprechen, und das gelingt einmal mehr. „Hysterese“ (das fünfte Album, das den Namen der Band trägt) erweitert den Sound ein weiteres Mal, spielt mehr und mehr mit klassischeren Alternative- und Hard-Rock-Mustern, bleibt dem Punk in verschiedenen Spielarten treu und schielt gerne mal in Richtung Heavyness.

Weiterlesen
Annie Taylor

Annie Taylor – Out Of Scale

Der kantige, treibende und vielschichtige Sound von Annie Taylor trifft einen Nerv. Bereits mit dem Einstand wurde die Band aus Zürich international bekannt. Eine weitere Platte folgte, man tourte durch Großbritannien und die USA, spielte eine legendäre KEXP-Session, trat beim SXSW und beim Reeperbahn Festival auf. Neuer Stoff entstand vor allem im vergangenen Sommer, als die Heimatstadt fast leer gefegt war, als man einfach machen und fühlen konnte. „Out Of Scale“ entwickelt den Sound geschickt weiter, kann gleichzeitig roh und hart, aber auch reduziert und intim klingen, begleitet von Liedern über Freundschaften und Liebesbeziehungen.

Weiterlesen
Kevin Morby

Kevin Morby – Little Wide Open

Die bislang längste Albumpause seiner Solokarriere liegt hinter Kevin Morby. Wobei, untätig war er nach dem Release von „This Is A Photograph“ vor fast auf den Tag genau vier Jahren keinesfalls. Es gab eine kleine Compilation-Fortsetzung, eine Soundtrack-Arbeit, zudem kam die Einladung, The National in London zu supporten. Deren Gitarrist Aaron Dessner meldete sich nach seinen Arbeiten mit Taylor Swift, Ed Sheeran und Gracie Abrams kurze Zeit später bei Morby, um dessen neue Platte zu produzieren. Gesagt getan: Mit „Little Wide Open“ findet eine eher zufällig entstandene Trilogie, die die eigene Zeit im Mittleren Westen dokumentiert, ihren Abschluss.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?