April, April?

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Es war einmal… fangen so nicht alle guten Geschichten an? Wir haben heute auch eine Geschichte auf, nämlich die von einem 1. April der ganz besonderen Art. Es ist eine – bei manchen mehr, bei manchen weniger gern – gesehene Tradition Menschen in den April zu schicken, gerne auch auf einer etwas größeren Ebene. Wenn das zahlreiche (Online-)Medien und Konzerne Jahr für Jahr schaffen, warum dann eigentlich nicht auch wir hier bei beatblogger?

Zugegeben, unsere bisherigen Versuche – egal ob unter dem Banner ‚musicbeat‘ oder in jüngerer Vergangenheit – waren nicht gerade von Erfolg gekrönt. Eine Woche vorher waren wir immer noch ratlos. Was tun? Womit können wir punkten? Da der 1. April 2011 auf einen Freitag und damit auch Releasetag fiel, drängte sich die VÖ-Vorschau als Bühne des gewogenen Scherzes auf. Die Idee war schnell geboren: Manipulieren, infiltrieren, verdrehen. Aber bitte nicht zu offensichtlich, ne? Wenn man einem Act wie Cascada einen Songtitel wie „Brother Louie 2011“ verpasst, merkt das ja gleich jeder.

Es ging viel perfider vor sich: Einige bereits bekannte Releases wurden verschoben oder als Download markiert (bspw. „Sun Is Up“ von Inna oder „Mr. Saxobeat“ von Alexandra Stan), andere im Ausland bereits veröffentlichte oder angekündigte Releases (neues Material von Lady Gaga, Rihanna und Jennifer Lopez) mit erfundenen Releasedates bedacht und wiederum andere, durchaus möglich erscheinende Veröffentlichungen komplett erfunden (z.B. Singles der DSDS-Juroren Fernanda Brandao und Patrick Nuo). Zusätzlich erschwerend kam hinzu, dass einige für diese Ausgabe neu hinzugefügte Releases auch real waren, so zum Beispiel die neuen Singles von Herbert Grönemeyer und Sophie Ellis-Bextor (gemeinsam mit Junior Caldera).

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Ein simples Posting zu Freitag Mittag (unter anderem) im beatblogger-Forum mit dem Hinweis auf ein verfrühtes Antreten kurz vor dem Antreten des wohl verdienten Urlaubs (auf den immer noch gewartet wird… leider!) setzte die Angelegenheit in Bewegung und brachte nach einer kurzen, vornehmen Wartezeit auch die gewünschten Reaktionen. Mit der Ausnahme einer einzigen, zweifelnden Stimme (die jedoch von den übrigen Forum-Besuchern komplett ignoriert wurde), wurden sämtliche geposteten Fake-Releases ohne Widerspruch geschluckt, teils sogar heftig diskutiert und für die Konstruktion so mancher Theorie genutzt. Hier einige durchaus imposante Beispiele:

  • Patrick Nuo vs. Fernanda Brandao

Zu jeder neuen Staffel von DSDS veröffentlichen Ex-Kandidaten, Hopefuls und Jurymitglieder neue Songs. Wenn schon gleich zwei Musiker neben Bohlen sitzen, nämlich Ex-Hot Banditoz-Mitglied Fernanda Brandao und der Schweizer Sasha-Verschnitt Patrick Nuo, kann man ja beiden gleich Songs zuteilen, oder? Brandao kriegt „Shake Ya Body“, Nuo „Good Feeling“ („Loving You“ fanden wir dann doch ein wenig zu viel des Guten). Klingt durchaus realistisch, könnte es auch noch werden. Zumindest konnte man – ungehört – bereits darüber prächtig diskutieren:

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  • Wetten, dass… Britney verschoben wird?

Eigentlich sollte es eine simple Verschiebung sein, wie sie bei Britney Spears so häufig scheint – „Till The World Ends“ sollte, im besten 1. April-Style, statt am 15.04. zwei Wochen später erscheinen. Eigentlich simpel, wie gesagt, denn unter den „Femme Fatale“-Fans entwickelte sich, nach einer Aprilschlagzeile einer Fanseite ob Promoterminen in Europa, schnell eine gewisse Eigendynamik, mit der nicht zu rechnen war, die aber wohlwollend aufgenommen wurde:

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  • Ke$ha, die alte Kannibalin

Mal ganz ehrlich, wir waren ja ziemlich fies und haben es drauf ankommen lassen. In Fankreisen werden die Ke$ha-Releases sowie deren oftmals eigenwillig wirkenden Verschiebungen und, nach Ansicht einiger, zu späten Veröffentlichungen heiß diskutiert. Was also, wenn man „Blow“ – seitens Amazon für den 22.04. gelistet, Video-Premiere auf VIVA bereits angekündigt – ‚canceln‘ und durch den propagierten, weniger beliebten US-Nachfolger „Cannibal“ ersetzen? Eine gefährliche Situation – hier war es wohl sehr wahrscheinlich, ‚entlarvt‘ zu werden, aber dem war nicht so. Gewissermaßen ehrt uns das auch wieder, sozusagen als seriöse Quelle wahrgenommen zu werden. Aber dazu ein wenig später:

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24 Stunden später kam schließlich die Auflösung inkl. neuer, tatsächlicher Liste mit folgender Botschaft:

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Mit Spannung wurden nun die Reaktionen erwartet, die unterschiedlicher nicht hätten ausfallen können. Die meisten nahmen es sportlich, hatten sogar Spaß daran:

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Wiederum andere zeigten sich enttäuscht, dass ihre Lieblinge (noch) kein neues Material veröffentlichen. Ihnen sei gesagt: Keine Sorge, mit vielen der ‚gefälschten‘ Releases ist in naher Zukunft zu rechnen, gerade bei Künstlern wie Rihanna, Nicole Scherzinger, Jennifer Lopez und Adele. Wir bleiben natürlich dran. Es sei an dieser Stelle auch angemerkt, dass um keine gezielte Fangruppe-Verarsche ging, sondern um Wahrscheinlichkeit und Plausibilität der Releases – genauso wenig wie dieser Artikel keine Verarsche, sondern mehr oder minder eine Form der Vorgangsbeschreibung darstellt, eine bebilderte Chronik der Ereignisse:

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Eine Handvoll Leute hingegen zeigte sich, nun ja, etwas dünnhäutig:

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Eigentlich könnte man sich den Begriff ‚Beatflopper‘ jetzt markenrechtlich schützen lassen, oder? Genial isset ja. Aber mal ehrlich: Die VÖ-Vorschau, die es als release.beat.preview (damals noch auf musicbeat.de) in Urformen bereits 2005 gab und die seit bald vier Jahren (fast) jede Woche neue Daten sowie eine ausführliche Übersicht über gegenwärtige und (seit 2009) auch vergangene Releases liefert, wird jetzt natürlich jede Woche von Fälschungen durchzogen sein. Is ja klar, oder? Schließlich ist ja ab sofort jeden Tag 1. April, also werden wir uns extra die Arbeit machen regelmäßig Blödsinn in Reinkultur rauszuhauen, wa? Man könnte es auch mit einigen Usern sagen:

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Bleibt zu sagen: beatblogger.de wird auch weiterhin Woche für Woche (Urlaub freilich ausgenommen) die neuesten und wichtigsten Releasedaten für Maxi- und Download-Releases am deutschen Musikmarkt präsentieren und das große Archiv kontinuierlich erweitern. Der 1. April ist nur einmal im Jahr und wird sich hier garantiert nicht mehr auf die VÖ-Vorschau beziehen. Das wäre ja auch zu einfach. Weiterhin viel Spaß mit unserer großen Übersicht – Feedback und Beteiligung im Forum sind natürlich weiterhin zu jeder Zeit erwünscht.

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