Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Scraps Of Tape – The Will To Burn

Die schönsten musikalischen Momente tauchen oft aus dem kompletten Nichts auf. Wobei, ganz unbekannt sind Scraps Of Tape nun auch nicht. Seit 2000 veröffentlichen die Schweden in schöner Regelmäßigkeit süßlich-sperrigen Post Rock mit Alternative-, Math- und sogar Post-Hardcore-Einschlag. Für das mittlerweile sechste Studioalbum „The Will To Burn“ verbarrikadierte sich das Quintett in einer alten Schule auf dem Land und nahm ihr bislang stärkstes Werk auf.

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Isolation Berlin – Vergifte dich

Was ist eigentlich wirklich, was noch echt? Lügen, Fake News und Alltagsentfremdung sind stete Begleiter für Isolation Berlin. Ihr „Und aus den Wolken tropft die Zeit“ war vor zwei Jahren entscheidender Impuls für die stagnierende deutsche Alternative-Gitarrenrock-Szene, die gemeinsame Platte mit Der Ringer ein kurioses Experiment zwischen Freundschaft und Verweigerungshaltung. 2018 wirft das Quartett einen ungefilterten Blick auf Liebe und Verzweiflung, und tauft diesen auf den angenehm bissigen Namen „Vergifte dich“.

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Templeton Pek – Watching The World Come Undone

Während den Aufnahmen zu ihrem neuen Album schwirrte ein Begriff immer und immer wieder über den Köpfen Templeton Peks: Brexit. Die Abschottung ihrer britischen Heimat vom Rest Europas ist für die Melodic-Hardcore-Veteranen aus Birmingham immer noch ein Rätsel. Auf „Watching The World Come Undone“ beobachten und analysieren sie nun auf globaler Ebene, wie ein Teil der Bevölkerung ihre eigene Zukunft sabotiert, und wie ein anderer Teil entschieden dagegen rebelliert.

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We Were Sharks – Lost Touch

Seit 2011 touren die Kanadier We Were Sharks mit wachsender Begeisterung durch Nordamerika im Namen von Gevatter Pop-Punk – ein alter Bekannter, der sich einfach nicht unterkriegen lassen will. Getragen von mächtigen Hooklines und scharfen Kanten, landete das Sextett nach einem Album und einer EP beim Branchenkrösus Victory Records. Hinter dem Label-Debüt „Lost Touch“ steckt eine Abhandlung über die zunehmende Entfremdung vom alltäglichen Umfeld, von Freunden und Beziehungen.

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Dead Kittens – Pet Obituaries

Mit einem Fuck-Finger für Konventionen tankt sich ein holländisch-israelisches Duo durch unorthodxoen Crossover-Wahnsinn. Hinter Dead Kittens stecken ein Comic-Künstler und ein Multi-Instrumentalist, die den Dino Punk von möglichst allen Seiten aufzäumen und Dekonstruktion zur großen Kunst erheben. Verschiedenste Genres und Instrumente, begleitet von grellen Videos und Animationen, rennen Sturm gegen jegliche Erwartungshaltung. „Pet Obituaries“ ist wahrlich, wie es im englischen Sprachraum heißt, ‚an acquired taste‘.

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Loma – Loma

Loma lernten sich auf Tour kennen, als das Ehepaar Emily Cross und Dan Duszynski aka Cross Record 2016 Shearwater supportete. Deren Sänger Jonathan Meiburg war ungemein angetan vom Sound der beiden, eine Session in einem Haus in Austin sollte folgen. Über die nächsten Monate setzten sich die Arbeiten fort, obwohl Cross‘ und Duszynskis Ehe zwischenzeitlich zerbrach. Beflügelt von dieser ungewissen Atmosphäre, entstand das schlicht „Loma“ betitelte Debüt.

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Belle Adair – Tuscumbia

Belle Adair mussten gleich mehrfach Anlauf nehmen, um ihr zweites Album einzuspielen. Das Americana-Quartett aus Florence, Alabama begaben sich bereits im Februar 2015 in Studio, nur um zunächst von Donnie Fritts als Studio- und Live-Band, später von John Paul White als Tour-Begleitung verpflichtet zu werden. Mit hörbar mehr Erfahrung und Finesse unterwegs, erinnert das nunmehr erscheinende „Tuscumbia“ an die ruhige, ur-amerikanische Seite von Wilco und Beck.

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The Hydden – Anthems For The Wild And Hungry

Ein Hoch auf Power-Duos: The Hydden aus der Schweiz reduzieren ihren bluesigen Garagen-Punk auf das personelle und instrumentale Minimum, ohne dabei jedoch an der Qualität ihrer Musik einzusparen. Dicke Gitarren hier, mächtige Drums da, dazu zwei Sänger, ein Hauch von Grunge und ganz viel Rock: „Anthems For The Wild And Hungry“ wurde unter der Regie von Mike Philips (u.a. Stone Sour) in Toronto aufgenommen und schwappt nun wieder zurück aufs europäische Festland.

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Poliça And s t a r g a z e – Music For The Long Emergency

Gesucht und gefunden: Die Zusammenkunft der US-Electro-Pop-Revoluzzer Poliça und des Berliner Chamber-Avantgarde-Kollektivs s t a r g a z e basiert auf Improvisationen, Jam-Sessions und, angesichts der stattlichen Mitgliederzahl, etwas ungewöhnlichen Songwriting-Sessions. Bereits vergangenes Jahr entstanden Neuinterpretationen von Steve Reichs Album „Music For Pieces Of Wood“, nun gibt es mit „Music For The Long Emergency“ sogar komplett eigenes Material, das bereits 2016 unter den Eindrücken der US-Präsidentschaftswahl entstanden war.

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Ducking Punches – Alamort

Dass Ducking Punches einst ihre ersten Gehversuche als Solo-Acoustic-Projekt unternahmen, scheint angesichts des heutigen musikalischen Dickichts kaum vorstellbar. Frontmann Dan Allen erweiterte seine Spielwiese um ein komplettes Band-Line-up und widmet sich einem Mix aus Punk, Rock und Folk. Auf „Alamort“ verarbeitet er nun überaus persönliche Themen und steigt schon mal in seelische Abgründe hinab. Entsprechend wuchtig und emotional aufgeladen präsentieren sich die neuen Songs.

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