Kategorie: Alben

Sweatmaster

Sweatmaster – More!

2011 hatten Sweatmaster genug. Nach vier mächtigen Alben verabschiedeten sich die finnischen Garage-Rock-Meister erst einmal, hatten genug von ihrem verschwitzten Sound. Später folgte noch ein kleiner Neustart als Little Boots mit mehr Hard Rock, der sich ebenfalls verlief. Vor ein paar Jahren gab es dann doch wieder erste Konzerte, dann entstanden erste Songs, und nun steht tatsächlich das erste Album seit über 15 Jahren in den Startlöchern. „More!“ klingt letztlich, als hätte es diese Auszeit nie gegeben, und das entpuppt sich als verdammt fantastische Angelegenheit.

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Lucinda Williams

Lucinda Williams – World’s Gone Wrong

Um klare Worte war Lucinda Williams nie verlegen, und die braucht es aktuell mehr denn je. Die mehrfache Grammy-Gewinnerin hat nach diversen Cover- und Jukebox-Platten wieder komplett neues Material im Gepäck und bezieht Stellung als Stimme in einer Welt, die am Abgrund steht, in ihrer Heimat diesen vielleicht bereits längst hinabstürzt. Im vergangenen Frühjahr aufgenommen, trägt „World’s Gone Wrong“ die Kampfansage bereits im Titel und versucht sich als deutlicher Schlachtruf, ohne jedoch die schönen Seiten, die Lichtblicke des Alltags zu ignorieren.

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YIN YIN

YIN YIN – Yatta!

Die kleinen und großen, gerne cineastisch angehauchten Weltreisenden YIN YIN melden sich zurück, fast auf den Tag genau zwei Jahre nach „Mount Matsu“. Auf dem Weg quer über globale Tanzflächen tankt sich der instrumentale Sound des niederländischen Quartetts durch fantasievolle Jams von Nord nach Süd, Ost nach West. Einmal mehr dominierten östliche Stimmungen, auch der Titel ihres neuen Albums kommt eigentlich aus dem Japanischen. „Yatta!“ heißt so viel wie „Wir haben es geschafft!“, und erreicht haben YIN YIN mit dieser Platte richtig viel.

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Gavial

Gavial – Thanks, I Hate It.

Die Namensänderung war wichtig, die Musik blieb stark: Gavial meldeten sich im Mai 2023 erstmals unter dieser Bezeichnung und mit einem ersten Album, „Vor“. Bassist Paul kam erst hinzu, als der Großteil der Songs bereits geschrieben waren. Das ändert sich auf dem Nachfolger, wo der Tieftöner eine aktive Songwriting-Rolle erhielt; die Quartett-Besetzung in der Dreiecksachse zwischen Berlin, Dresden und Leipzig wurde konzentriert ausgereizt. An der rund um Blues und Psychedelic Rock angesiedelten Grundausrichtung änderte sich zwar wenig, doch findet „Thanks, I Hate It.“ neuen Zugang zu noch intensiverem Tiefgang.

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Kind Kaputt

Kind Kaputt – Ins Blau

Einfach machen. Nicht erst auf Morgen warten. Den Tag siezen. Letzterer Punkt sollte anders lauten, ist aber egal. Denn Kind Kaputt regen dazu an, ewiges Grübeln abzulegen und ausnahmsweise im Hier und Jetzt zu leben, ohne stets an die Vergangenheit oder die Zukunft zu denken. Das äußerte sich unter anderem im Songwriting für ihr mittlerweile drittes Album. Anstatt erst instrumental genau auszuarbeiten und danach die Lyrics zu schreiben, entstanden sämtliche Elemente bevorzugt gleichzeitig. Dadurch auf das Wesentliche reduzierte Arrangements und das Bekenntnis zum Leben im Moment lässt „Ins Blau“ gekonnt wachsen und gedeihen.

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New Miserable Experience

New Miserable Experience – Gild The Lily

Aktuelle und ehemalige Mitglieder von Rosetta, Revocation und Rivers Of Nihil beschreiten neue Pfade. Während zumindest die beiden letzteren Bands für anspruchsvolle, technisch versierte Metal-Härte bekannt sind, haben New Miserable Experience damit herzlich wenig zu tun. Das Quintett aus Philadelphia versteht sich auf kunstvolle Alternative-Klänge mit Synth- und Electro-Fokus – beatesk, leicht proggig, poppig und bis obenhin voll mit dichten Texturen. Während man echte Drums und Percussion vergeblich sucht, ist das erste komplette Album „Gild The Lily“ dafür bis obenhin voll mit faszinierenden Klangvisionen.

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Gluecifer

Gluecifer – Same Drug New High

Riffs galore mit Ankündigung: 2005 verabschiedeten sich die norwegischen Rocker Gluecifer nach einer ausgedehnten Abschiedstournee, mit einem stattlichen Vermächtnis an Musik und dem einen oder anderen Nachfolgeprojekt im direkten Anschluss. 2018 feierte das Quintett ein Comeback in Fast-Kernbesetzung (einzig Peter Larsson am Tieftöner ist neu dabei), nun gibt es tatsächlich noch einmal neues Material. „Same Drug New High“, das erste komplette Studioalbum seit über 21 Jahren, zeigt eindrucksvoll, warum Gluecifer zu den wichtigsten Scandi-Rock-Vertretern Ende der 90er und Anfang der 2000er zählten, und weiterhin verdammt relevant bleiben.

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Marianas Rest

Marianas Rest – The Bereaved

Finnland, das ist neben Sauna, der Sisu-Mentalität und der Hauptstadt Helsinki vor allem auch lange Winter, endlose Landschaften und wilde, karge Moore – ungefähr die Stimmung also, die auch auf dem Cover des neuen Marianas Rest-Albums „The Bereaved“ abgelichtet ist. Die Musik der Band klingt dementsprechend: schwerer, aber doch erhabener Death Doom Metal mit gelegentlichen Post Rock-Einschüben bestimmt den Sound des finnischen Sextetts. 2013 in Kotka im Südosten des Landes gegründet, erschien das Debütalbum „Horror Vacui“ im Jahr 2016. „The Bereaved“ ist bereits Marianas Rests fünfte Scheibe und setzt ihren musikalischen Pfad konsequent fort – will heißen: Der Sound bleibt wuchtig und schwer, die emotionale Intensität hat sich aber noch deutlich gesteigert.

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Salvage Art

Salvage Art – konform

Electro-Veteran Roger Van Lunteren, der seit den 1990ern fleißig Songs und Alben veröffentlicht, und Thomas Mersch von Kratzen machen als Salvage Art gemeinsame Sache. Auf ihrem Streifzug durch vergangene Jahrzehnte nehmen sie unter anderem Kraut-Weisheiten, New Wave und Synthie-Pop mit und befeuern damit eine nicht näher genannte Zukunft. Bei allem Bruch mit einigermaßen vermeintlichen Konventionen trägt „konform“ einen angenehm ironischen Titel, und doch macht das zweite Album der beiden Kölner im schönsten Sinne ernst.

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Imarhan

Imarhan – Essam

Imarhan tragen den Klang der Wüste in den Rest der Welt hinaus. Das algerische Quintett verbindet klassische Tuareg-Klänge mit Blues und Desert Rock, mit folkloristischem Charme und gelegentlicher Psychedelia sowie Elektronik versehen. Ihr mittlerweile viertes Album setzt sich mit schweren Themen auseinander. „Essam“ ließ sich unter anderem vom Konflikt an der algerisch-malischen Grenze, von politischer Instabilität in der Sahara, aber auch von den Unruhen im Zuge der letzten Pandemiejahre inspirieren. Zugehörigkeit und Entwurzelung treten in nahezu konstanten Konflikt.

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