Kategorie: Alben

Island

Island – Yesterday Park

Irgendwann (hoffentlich bald) kommt er, der nächste Festivalsommer. Und dann werden Island gute Laune mit einem Hauch Nostalgie verbreiten. Vor drei Jahren gelang den Briten mit „Feels Like Air“ ein kurzweiliges Debüt, gewiss nicht perfekt, aber von gleich mehreren kleinen Hits begleitet. Dieses besondere Gefühl will das Quartett nun abermals einfangen und reist dafür in die Vergangenheit. Man bedient sich aber nicht etwa bei alten Größen, sondern widmet sich Geschichten aus der Jugend, als alles noch eine Spur sorgloser und unbeschwerter wirkte. „Yesterday Park“ erkundet die damit verbundenen Gefühlslandschaften ohne unnötige Verklärung.

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Helloween

Helloween – Helloween

Die Rückkehr von Gründungsmitglied Kai Hansen und Goldkehlchen Michael Kiske zu den Melodic Power Metal-Urvätern Helloween dürfte eines der größten Ereignisse innerhalb der deutschen Heavy Metal-Szene der letzten fünf Jahre gewesen sein. Nach wie vor überstrahlen die 80er-Scheiben „Walls Of Jericho“ und die beiden Keeper-Alben alles, was die Band ab den 90er Jahren aufgenommen hat. Umso größer sind natürlich die Fan-Erwartungen, wie das erste Album der Band mit gleich drei Sängern (denn Andi Deris ist natürlich auch weiterhin an Bord) wohl ausfallen könnte. Dass es sich beim selbstbetitelten „Helloween“ angesichts dieser Hoffnungen NICHT um eine Enttäuschung handelt, sagt somit schon mal viel über das neue Werk des Hamburger Septetts aus.

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/A\

/A\ – /A\

Das Schweizer Festival „Les Transphoniques“ brachte Wunderstimme Emilie Zoé, (Post-)Industrial-Urgestein Franz Teichler und Schlagzeug-Tausendsassa Nicolas Pittet für eine Auftragsarbeit zusammen. Zwar kam die Pandemie der angedachten Residency in die Quere, die ausgearbeiteten Jams durften dennoch keinesfalls in einer Schublade versauern. Also rief das Trio kurzfristig /A\ ins Leben, um die verschiedenen Klangästhetiken der beteiligten Musiker*innen zu einem neuen Ganzen zu verbinden. Genau ist das ist gelungen: Schlicht „/A\“ betitelt, spottet das gemeinsame Album jeder Beschreibung und gibt einen feuchten Kehricht auf Schubladen.

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Slut

Slut – Talks Of Paradise

Geduld ist eine Tugend, welche Slut-Fans zur Genüge kennen. Die Indie-Urgesteine aus Ingolstadt brechen nichts übers Knie, doch sind fast acht rekordverdächtige Jahre seit „Alienation“ vergangen. Tatsächlich ging man nach der Konzertreihe im Sommer 2014 auseinander, ohne fixe Vereinbarung für Zukunftspläne. Erst 2017 trafen sich Rainer Schaller und Chris Neuburger wieder, gingen später eine Woche lang nach Athen, um Songs zu schreiben, und lieferten die Basis für „Talks Of Paradise“. Das mittlerweile neunte Album der Bayern klingt allerdings anders als erwartet.

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Amythyst Kiah

Amythyst Kiah – Wary + Strange

Ihr Leben ist ein offenes Buch: Nach einem Grammy-nominierten Album mit der Supergroup Our Native Daughters meldet sich Amythyst Kiah mit einem neuen Solowerk zurück. Und dieses könnte kaum roher ausfallen. Der Selbstmord der Mutter, das Leben mit Trauer, Alkoholprobleme, das Aufwachsen als schwarze LGBTQI+ Frau im Bible Belt und der harte Kampf um Selbstakzeptanz treffen auf einen Sound, der mehr denn je die klassischen Grenzen des Roots-Genres durchbricht. „Wary + Strange“ schlägt ein neues Kapitel für Kiah auf.

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Twisk

Twisk – Intimate Polity

Minimalismus kann ganze Räume füllen. Anders lässt sich der eigentümliche, faszinierende Sound von Twisk nicht erklären. Das Hamburger Trio bewegt sich mit seiner Interpretation von Gitarrenmusik unter anderem zwischen den Eckpfeilern Math, Psychedelic, Indie und Art, um das Klangbild ungefähr zu umreißen. Ihr erstes Album nahmen sie an einem Wochenende live im Studio ein, einzig der Gesang wurde durch Overdubs nachgereicht. Entsprechend spontan wirkt „Intimate Polity“ bei aller Präzision.

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Garbage

Garbage – No Gods No Masters

So etwas wie Stress oder unnötige Eile kennen Garbage nicht. Shirley Manson, Butch Vig und Konsorten lassen ordentlich Zeit zwischen ihren Platten vergehen, „Strange Little Birds“ hat fast auf den Tag genau fünf Jahre auf dem Buckel. Jetzt ist das Alternative-Quartett doch wieder da und kann nach mehr als einem Vierteljahrhundert im Geschäft tatsächlich noch überraschen. „No Gods No Masters“ ist ein Werk, das auf musikalischer sowie textlicher Ebene teils unerwartete Wege geht und damit alles richtig macht.

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Jim Ward

Jim Ward – Daggers

Jim Ward hat sich erneut verliebt; und zwar in die Musik, denn das Verhältnis der Beiden war zuletzt etwas angespannt, um es höflich auszudrücken. Das Comeback von Sparta aus dem Vorjahr setzte mit einem neuen Songwriting- und Recording-Ansatz frische Energien frei, und motivierte Ward, eine neue Soloplatte aufzunehmen. Anstatt jedoch den erwarteten Singer/Songwriter-Weg weiterzugehen, wollte der Protagonist endlich wieder lauter unterwegs sein. Von seinen guten Freunden Tucker Rule (Schlagzeuger bei Thursday) und Ben Kinney (Bassist bei Incubus) unterstützt, entstand das herrlich launische und harmonische „Daggers“.

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Sinoptik

Sinoptik – The Calling

Sinoptik sind Fremde im eigenen Land. Die drei ukrainischen Musiker stammen aus der Region Donetsk und mussten aus Sicherheitsgründen nach Kiev ziehen. Dort werden sie, wie auch andere Mitbürger*innen aus dem konfliktreichen Gebiet, für den Ausbruch des Kriegs mit Russland beschuldigt. „The Calling“, das bereits fünfte Album der Band, thematisiert dieses paradoxe Gefühl und versucht Eskapismus durch die Musik zu schaffen. Rock-Sounds mit deutlichem 70s-Einschlag zwischen Progressive, Alternative und semi-okkulter Finsternis begleiten dieses Unterfangen.

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AFI

AFI – Bodies

Gefühlt häuten sich AFI mit jedem Album ein wenig. Zwar stehen sich manche Platten näher als andere, wie Gitarrist Jade Puget zu Protokoll gibt, doch das ist schon alles. Und so lauert bereits seit 30 Jahren a fire inside, denn Frontmann Davey Havok gründete die Band in ihrer Urform 1991 in der High School. Seither ist viel passiert, der Stil ändere sich gleich mehrmals, man hatte einen Major-Vertrag und ging in den USA sogar auf Platz 1. Das nunmehr elfte Studioalbum „Bodies“ bestätigt den auf dem eponymen Blutalbum eingeschlagenen Weg: Gothic Rock, New Wave, Post- und anderer Punk geben sich die retrolastige Kajalklinke in die hitverdächtige Hand.

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