Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
Refused

Refused – War Music

In den 90er Jahren revolutionierten Refused Gevatter Hardcore und brachen am Höhepunkt in sich zusammen. Seit 2012 spielen sie wieder Konzerte, kurz darauf folgte das Comeback-Album „Freedom“ – kurzweilig, durchaus experimentell, eigentlich eine runde Sache. Die Schweden um Dennis Lyxzén beweisen weiterhin Haltung von Kapitalismuskritik bis zur Unterstützung von Hilfsprojekten, beschreiten aber auch neue Wege. So steuern sie unter dem Alter Ego Samurai den Soundtrack zu einem Game, das kommendes Frühjahr in den Läden stehen soll, bei. Eine neue Refused-Platte kam dabei auch die Ecke, und „War Music“ erfüllt die Erwartungen.

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Baldabiou

Baldabiou – Hélène

Gute Musik ist ohne gute Texte undenkbar, auch wenn man noch so gerne daran vorbeihören möchte und das bei manchen Künstlern auch gerne täte. Baldabiou verschreiben sich dem Crossover zwischen Ton und literarischem Anspruch. Sänger Sebastian van Vugt stellt den Alben seiner Band Kurzromane zur Seite – so geschehen beim Debüt „1861“, und auch für den Nachfolger steht geschriebene Kunst in streng limitierter Auflage bereit. „Hélène“ wagt sich einmal mehr auf den schmalen Grat zwischen Singer/Songwriter, Folk und Indie, ohne auch nur annähernd gen Kitsch zu taumeln. Ach, und Tausendsassa Jan Frisch gibt sich ebenfalls die Ehre.

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Dirty Sound Magnet

Dirty Sound Magnet – Transgenic

Vor zweieinhalb Jahren drehten Dirty Sound Magnet ihren Sound auf links. Vorbei waren die klassischen Rock-Tage, seither geht es deutlich verkopfter und psychedelischer vor sich. Der Neustart „Western Lies“ war sicherlich nicht unproblematisch, letztlich aber über jeden Zweifel erhaben. Mittlerweile hat das Schweizer Trio einen Labelwechsel hinter sich und wirft sich weiter hinter den Psych-Ballon. „Transgenic“ beleuchtet das innere Selbst in einer von Spitzentechnologie und Hyperkonsum geprägten Welt.

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Breather

Breather – The Blue EP

Anfang des Jahres tauchten erste Songschnipsel einer damals frisch gegründeten britischen Band auf. Breather sind allerdings alles andere als Newcomer, denn die vier Mitglieder konnten einiges an Band-Erfahrung sammeln (Casey McHale trommelte unter anderem für The Amity Affliction und Funeral For A Friend). Musikalisch bewegt man sich irgendwo zwischen Post-Hardcore und Emo mit Fokus auf Atmosphäre. „The Blue EP“ ist der erste gemeinsame Release.

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Life Of Agony

Life Of Agony – The Sound Of Scars

Ein großer personeller Umbruch führt bei Life Of Agony zur Rückbesinnung auf die Anfänge. Drummer und Urgestein Sal Abruscato ist von Bord gegangen und mit ihm verschwinden die düsteren, zwischen Gothic und Grunge pendelnden Einflüsse, die „A Place Where There’s No More Pain“ vor zwei Jahren beflügelten. Mit Neuzugang Veronica Bellino an den Fellen denken Mina Caputo und Mannschaft ihr bahnbrechendes Debütalbum „River Runs Red“ weiter. „The Sound Of Scars“ knüpft musikalisch und lyrisch an das bahnbrechende Werk aus dem Jahr 1993 an.

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Cursive

Cursive – Get Fixed

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr veröffentlichten Cursive „Vitriola“, ihr erstes Album seit sechs Jahren und zugleich die verdientermaßen gefeierte Rückkehr von Gründungsmitglied Clint Schnase. Dessen Comeback am Schlagzeug sowie der weltweite Anstieg von toxischem Nationalismus beflügelten Tim Kasher. Eigentlich wäre genug Material für ein Doppelalbum vorhanden gewesen, stattdessen blieb die Band etwas länger auf den Tracks sitzen. Nun landet „Get Fixed“ urplötzlich – als Schwesteralbum und doch so viel mehr.

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Sights & Sounds

Sights & Sounds – No Virtue

Es ist mittlerweile ein seltenes Glück, neue Musik von Sights & Sounds genießen zu dürfen. Frontmann Andrew Neufeld ist vornehmlich mit den Hardcore-Punk-Veteranen Comeback Kid beschäftigt, entsprechend liegt die letzte EP bereits über sechs Jahre, das Debütalbum sogar ein ganzes Jahrzehnt zurück. Das gemeinsame Nebenprojekt mit Bruder Joel am Schlagzeug, Matt Howes am Bass und Dave Grabowski an den Tasten- und Effektgeräten setzt bewusste musikalische Gegenentwürfe und sorgt zudem dafür, dass keine zwei Releases gleich klingen. Auch „No Virtue“, das ersehnte zweite Album, schlägt neue Töne an.

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Babymetal

Babymetal – Metal Galaxy

Was vor einigen Jahren – zumindest außerhalb Japans – als kultiges YouTube-Phänomen begann, ist mittlerweile zum metallischen Crossover-Fixstern gereift. Viel muss man über Babymetal nicht sagen, die Mischung aus J-Pop und verschiedensten Metal-Spielarten nach dem Idol-Prinzip ist weithin bekannt, konnte weltweit Erfolge feiern und eroberte auch die deutschen Charts. Yuimetal verabschiedete sich im vergangenen Jahr, man ist sich weiterhin freundschaftlich verbunden. Live wird das verbliebene Duo seither von rotierenden Tänzerinnen, den Avengers, unterstützt. Auf dem neuen Album „Metal Galaxy“ setzt es hingegen vertraute Kost und prominente Gäste.

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The Pool

The Pool – Smokescreen

Seit Jahren touren The Pool durch die nord- und mitteleuropäische Clubszene. Das Trio um den gebürtigen Dänen Martin Bernt fühlt sich vor allem in Berlin recht wohl, wo die Mischung aus Electro, Pop, Dub und ein wenig Rock bestens angekommt. Schubladen gibt es für die Band keine, die Musik spricht für sich. Vier Jahre nach ihrem Debütalbum steht nun der Nachfolger „Smokescreen“ in den Läden. Dieser klingt, um im Norden zu bleiben, wie finstere Dúné.

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Chris Farren

Chris Farren – Born Hot

Die schmale Gratwanderung zwischen Selbstfindung, Selbsthass und (vorgetäuschtem) Selbstbewusstsein beschäftigt Chris Farren aktuell mehr denn je. Nach dem kurzen Ausflug zu Antarctico Vespucci, dem gemeinsamen Indie-Rock-Projekt mit Jeff Rosenstock, ging es wieder zurück in Solo-Gefilde. „Born Hot“ wurde komplett in Farrens eigener Wohnung in Los Angeles aufgenommen und vermischt einmal mehr Power-Pop und Indie-Exkurse mit sympathischen Experimenten.

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