Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
Fujiya & Miyagi

Fujiya & Miyagi – Slight Variations

Sie sind gefühlt schon immer dabei, haben immer wieder kleine Kulthits und bleiben dennoch ein recht übersichtlich gehaltenes Phänomen: Seit über zwei Jahrzehnten befassen sich Fujiya & Miyagi mit Elektronik, mit Dance, Psychedelia und Kraut, zuweilen eingängig und doch weltoffen für Wahnsinn. Das Gründungsduo David Best und Steve Lewis ist weiterhin an vorderster Front dabei, das Line-up veränderte sich mehrfach, es gab bislang acht Alben sowie diverse Platzierungen in TV-Serien und Videospielen. Mit ihrem neuesten Werk wollen die Briten nun zugleich eine Rückschau und Vorschau bieten: „Slight Variations“ ist das wohl vielfältigste Werk der Elektroniker.

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Kill Strings

Kill Strings – Limbo

Sind sie Deutschlands nächster großer Rock-Export? Zumindest werden Kill Strings entsprechend abgefeiert. Einst als „Hamburgs Foo Fighters“ bezeichnet, hat sich der Sound nach den ersten Singles und EPs, die unter anderem prominent bei Spotify gefeatured wurden, doch weiterentwickelt und diversifiziert. Lee (Gitarre und Gesang) und David (Schlagzeug) kennen sich seit Schulzeiten, spielten in verschiedensten Bands zusammen und bilden im Proberaum das Kreativduo hinter Kill Strings, das mächtige Gitarren ebenso mit auf die Reise nimmt wie zuckende, eingängige Synthies. „Limbo“ ist das erste Album der Nordlichter.

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100blumen

100blumen – Hoffnung, halt’s Maul!

Das einstige Ein-Mann-Industrial-Projekt 100blumen wollte nach „Keine Namen – Keine Strukturen“ aus dem Jahr 2018 eigentlich eine längere Pause einlegen. Mit einem Neuzugang am Bass, der aus dem Trio ein Quartett machte, sowie den Eindrücken einer Pandemie änderte sich dieser Wunsch jedoch und man begab sich ins Studio, um dem Frust freien Lauf zu lassen. Von Altersmilde ist bei den Elektropunk-Veteranen keine Spur, das verrät bereits der knackige Albumtitel „Hoffnung, halt’s Maul!“. Auch so nehmen die Düsseldorfer klar und deutlich kein Blatt vor den Mund.

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Vieux Farka Touré & Khruangbin

Vieux Farka Touré & Khruangbin – Ali

Ali Farka Touré, der „afrikanische John Lee Hooker“, mag vor 16 Jahren verstorben sein, doch ist sein Einfluss auf die kontinentale wie auf die globale Musikwelt weiterhin greifbar. Sein Sohn Vieux Farka Touré führt das Erbe fort und verneigt sich nun auf besondere Weise vor dem Vater. „Ali“ greift zahlreiche bekannte und weniger bekannte Tracks der Legende auf und interpretiert sie neu. Das tut der exzellente Sänger und Gitarrist aus Mali keinesfalls allein, sondern holte sich mit Khruangbin eine mehr als nur grandiose Band ins Boot, die selbst für schier unglaubliche musikalische Vielfalt steht und mit ihren Sounds regelmäßig gefühlt die Welt umrundet.

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Nikki Lane

Nikki Lane – Denim & Diamonds

Nikki Lane hatte genug. Nach drei Alben und unzähligen Konzerten blieb die ‚Highway Queen‘ gerne zuhause. Auf neue Musik hatte sie keine Lust, der Tour-Alltag fehlte ihr ebenso wenig – stattdessen arbeitete sie unter anderem mit Spiritualized und Lana Del Rey. Dann tauchte plötzlich Josh Homme auf. Aus langen Telefonaten in der Isolation entwickelte sich der Drang, gemeinsam Musik zu machen. Lane hatte ein paar Songs auf der hohen Kante, Homme produzierte, die prominente Backing-Band umfasste Mitglieder seiner Queens Of The Stone Age, der Arctic Monkeys und Autolux. „Denim & Diamonds“ schlägt abermals die Brücke zwischen Rock, Country und Americana.

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Turin Brakes

Turin Brakes – Wide-Eyed Nowhere

Nach einer kleinen Kunstpause melden sich die ewigen Turin Brakes zurück. Ruhig war es in den viereinhalb Jahren seit „Invisible Storm“ keineswegs; man tourte bei jeder Gelegenheit, darunter im vergangenen Jahr ein paar Gigs zum 20jährigen ihres Erstlings, und schrieb zudem neues Material. Dabei überraschte sich das britische Quartett nach eigenen Angaben selbst, da man selbst unter widrigsten Umständen eine gewisse bittere Süße beibehalten konnte. Man lud sich Freunde in Studio ein, ab und an singen Kinder mit, die Natur ist zu hören, und doch bleibt eine gewisse Verzweiflung über innere und äußere Umstände omnipräsent. Das zeigt sich auch im Titel des nunmehr neunten Studioalbums: „Wide-Eyed Nowhere“.

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Hippie Trim

Hippie Trim – What Consumes Me

Erst die Explosion, dann der Lagerkoller: Nach nur einer erschienenen Single spielten Hippie Trim ihre erste, gleich ausverkaufte Show, durften kurze Zeit später die famosen Drug Church begleiten und klopften ein packendes Album hinterher. Im pandemischen Koller, der erst einmal den Wind aus den Segeln nahm, traten gute und schlechte Tage auf, die sich auf das neue Material auswirkten. Wenn die Studio- und Aufnahmezeit zum Ausbruch aus dem stagnierenden Alltag für Bands wurde, wenn hinter jeder Ecke eine Polizeikontrolle wegen der Anzahl an Personen im Fahrzeug zu befürchten war … in dieser unruhige, unbeständigen Zeit entstand der Zweitling „What Consumes Me“.

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Liar Thief Bandit

Liar Thief Bandit – Diamonds

Im Mai vergangenen Jahres festigten Liar Thief Bandit ihren Ruf als heiße neue Schweden-Rock-Achse mit „Deadlights“, einem kurzweiligen Album zwischen Garage, Punk und Heavyness, so eingängig wie spielfreudig. Kurz nach dem Release fand man sich schon wieder im Studio, um eine Fortsetzung aufzunehmen, die Geschichte einer Person, die sich nach mehreren Rückschlägen wieder berappelt und wichtige Schritte zur Selbstverwirklichung setzt. „Diamonds“, so der Titel des neuen Mini-Albums, ist tatsächlich voller kleiner Rohdiamanten.

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Totally Enormous Extinct Dinosaurs

Totally Enormous Extinct Dinosaurs – When The Lights Go

Zurück aus der Versenkung? Zehn Jahre nach seinem ersten Album „Trouble“ meldet sich Orlando Higginbottom zurück. Eigentlich war der als Totally Enormous Extinct Dinosaurs auftretende Elektronik-Experte nie weg, bloß ignorierte er das Longplayer-Format. Der Brite produzierte freilich, tourte um die Welt, legte auf und gründete ein eigenes Label. Zudem erschienen immer wieder einzelne Songs und EPs. Nun ist also „When The Light Go“, eine Art Bestandsaufnahme, endlich da. In diesen 17 Tracks findet sich alles, was Higginbottom erlebte, von zerbrochenen Beziehungen über Mental Health bis zum persönlichen Glück.

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Preoccupations

Preoccupations – Arrangements

Wenn man festsitzt und sonst nichts tun kann, dann kommt man schon mal auf ungewöhnliche Ideen. Scott Munro hing während der Pandemie 16 Monate lang in Calgary bei seinen Eltern fest. Um die bereits begonnenen Arbeiten am vierten Album seiner Band Preoccupations fortzusetzen, richtete er sich ein notdürftiges Studio ein, Ideen wurden quer durchs Land verschickt. „Arrangements“, so der mittlerweile etatmäßig schräge Albumtitel, will nach Keyboard-fokussierten Platten endlich wieder die Gitarren in den Mittelpunkt rücken und dem zuweilen düsterpoppigen Post Punk zusätzliche Kanten verleihen.

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