Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
Dead Kittens

Dead Kittens – I Am Not A Ghost

„Pet Obituaries“ als schwierige Platte zu bezeichnen, wäre wohl dezent untertrieben. Für ihr Debütalbum nahmen Dead Kittens einfach alles auf, unabhängig von Genre und Konzept. Seither stand das niederländisch-israelische, in Berlin ansässige Duo häufig auf der Bühne, man stimmte sich besser aufeinander ab und fand endgültig so etwas wie einen gemeinsamen Sound. Der Zweitling „I Am Not A Ghost“ gibt sich eine Spur geordneter, ohne jedoch den Wahnsinn des Einstands hinter sich zu lassen.

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Justin Townes Earle

Justin Townes Earle – The Saint Of Lost Causes

Nach langen Jahren mit konstantem Blick in den Rückspiegel, seine Vergangenheit aufarbeitend, versucht ein verheirateter, nüchterner Justin Townes Earle nun den Perspektivenwechsel. Der junge Vater zeigt sich von den USA der Gegenwart geplättet und erkennt ein geschwächtes, entfremdetes Land. „The Saint Of Lost Causes“ widmet sich dem Alltag, den Unterdrückten und ihren Unterdrückern, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit.

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The Head And The Heart

The Head And The Heart – Living Mirage

Als The Head And The Heart-Sänger Jonathan Russell vor zehn Jahren seine Freundin bei einer Open-Mic-Nacht in Seattle kennenlernte, fragte er sich, ob diese Beziehung funktionieren könne. Diese Prämisse, begleitet von kleinen Exkursen aus dem Alltag und der Vergangenheit der Musiker, legt den Grundstein für das vierte Studioalbum von The Head And The Heart. Nach zwei Top-10-Platten in ihrer amerikanischen Heimat will „Living Mirage“ nun an diesen Erfolg anknüpfen.

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Alex Lahey

Alex Lahey – The Best Of Luck Club

„I Love You Like A Brother“ mischte im Herbst 2017 zumindest die Musikszene Down Under auf. Alex Lahey landete mit einer herrlich scharfsinnigen, humorvollen und eingängigen Platte zwischen Alternative Rock, Indie und ein wenig Singer/Songwriter einen Volltreffer, der hierzulande allerdings nicht annähernd ausreichend Aufmerksamkeit erreichte. Ob es jetzt besser klappt? Lahey widmet sich Selbstzweifeln, mentaler Gesundheit, Trennungen und neuen Beziehungen sowie der Gelangweiltheit ihrer Generation. „The Best Of Luck Club“ entpuppt sich als kleine Offenbarung.

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Papir

Papir – VI

Nur wenige Bands verstehen es, ihre leicht entrückte Musik so homogen zu gestalten wie Papir. Seit 2010 veröffentlichen die Dänen regelmäßig Musik, tief in Psychedelic, Kraut und sogar Jazz verhaftet. Auch wenn sich der Schwerpunkt gerne mal verschiebt, der melodisch-rhythmische Kern bleibt bis heute Fixpunkt in den spannenden Klangforschungen des Trios aus Kopenhagen. Auf das spannende Doppelalbum „V“ folgt, man wird es bereits erraten haben, „VI“.

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Burning Alms

Burning Alms – Afternoon Sass

Burning Alms lassen nicht sonderlich viele Informationen über sich aus und rücken stattdessen die Musik in den Mittelpunkt. Macht auch Sinn, denn was das mittlerweile in London ansässige Trio auf Platte bannt, weiß zu faszinieren. Schrammeliger Rock mit Noise-, Punk- und sogar Jazz-Einschlag experimentiert mit wachsender Begeisterung und findet doch immer wieder zu unerwartet eingängigen Sounds Marke Trail Of Dead oder Sebadoh zurück. „Afternoon Sass“ ist ihr neuester Nackenschlag.

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The Heavy

The Heavy – Sons

Kaum eine Band sorgt live für derart elektrisierende Stimmung wie The Heavy – der legendäre Auftritt in der Late-Night-Show von David Letterman, der die Briten zu einer Zugabe aufforderte, spricht Bände. Diese Energie auf Platte zu bannen, ist nicht immer ganz einfach, wird aber dennoch mit wachsender Begeisterung in Angriff genommen. „Sons“, das mittlerweile fünfte Studioalbum, ist wie ein Mixtape zu verstehen, das wirklich alles, wofür The Heavy stehen, vereinen soll. Und genau das ist unverschämt gut gelungen.

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Tourette Boys

Tourette Boys – Zorn

Psychedelische Gitarrenmusik ist wie eine Traumreise ohne Anfang und ohne Ende. Scheinbar von jeglichen zeitlichen und räumlichen Sphären losgelöst, treibt sie durch die Suche nach dem ultimativen Crescendo mit großen Gefühlen und noch besseren Arrangements. Hier treten Tourette Boys auf den Plan. Das Trio aus Dresden und Berlin lässt sich musikalisch im besten Sinne treiben, geht dabei aber alles andere als planlos vor. Ihr Blues-getränktes neues Album „Zorn“ erweist sich als kleine Offenbarung.

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Charly Bliss

Charly Bliss – Young Enough

Vor zwei Jahren schlugen Charly Bliss, scheins aus dem Nirgendwo, mit dem poppig-punkigen Nackenschlag „Guppy“ auf und setzten Stoßwellen frei. Eva Hendricks‘ glockenheller Gesang, von scharfkantigen Gitarren umgarnt, war ein Happening für sich. Auf dem Zweitling „Young Enough“ schwimmen sich die New Yorker mehrfach frei. Einerseits setzen sie neue musikalische Akzente, andererseits rechnet Hendricks mit einer missbrauchenden Beziehung ab, richtet ein überdimensionales ‚Fuck you!‘ an den Ex und richtet sich in einem Kraftakt wieder auf.

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Zig Zags

Zig Zags – They’ll Never Take Us Alive

Jahrelang auf Tour, viel Blut, Schweiß und Bier, dazu mehrfache Line-up-Wechsel – und doch sind die Zig Zags aus Los Angeles hierzulande bestenfalls ein Randnotiz. In ihrer neuesten Inkarnation übernimmt Toningenieur Sean Hoffman den Bass, während Alkohol und Tabak gegen Sport und Fitness eingetauscht wurden. Ihre bissige Gefährlichkeit haben die US-Amerikaner deswegen aber noch lange nicht verloren. „They’ll Never Take Us Alive“ serviert den bewährten Cocktail aus Proto-Punk, Heavy Metal und Garage Rock.

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