Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
Timelost

Timelost – Gushing Interest

Ursprünglich schickten sich Shane Handal und Grzesiek Czapla, mit ihren Hauptbands in brachialen Gefilden unterwegs, ein paar Ideen über tausende Kilometer hin und her und machten daraus Songs. Timelost entstanden aus diesem Prozess heraus, veröffentlichten im Oktober 2019 ihr grandioses Debüt „Don’t Remember Me For This“ und wuchsen plötzlich zur Band an, die sogar ein wenig tourte, zumindest bis die Pandemie ihnen ein Strich durch die Rechnung machte. Als ‚Beschäftigungstherapie‘ schrieb man einfach ein neues Album. „Gushing Interest“ ist nun über die neue Heimat Church Road Records erhältlich.

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Black Totem

Black Totem – II: Shapeshifting

Black Totem erheben sich aus den Untiefen des finnischen Underground, nur um gefühlte vier Jahrzehnte zurück in die Vergangenheit zu rattern, als Misfits, Samhain und Konsorten mit ihrem Düster-Punk für wohlige Schauer sorgten. Der Weg dorthin war für die Finnen weit, denn auf dem Einstand aus dem Jahr 2015 war man noch als Duo unterwegs und spielte Garage Rock. Erweitertes Line-up, erweiterter Sound, erweitertes Bewusstsein: Mit „II: Shapeshifting“ landen Black Totem einen Volltreffer.

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Tim Hart

Tim Hart – Winning Hand

Als die Welt im vergangenen Jahr stillstand, hatte Tim Hart endlich Zeit, etwas innezuhalten. Im Herbst 2019 meldeten sich Boy & Bear nach mehreren Rückschlägen erfolgreich zurück, zu ausgedehnten Tour-Aktivitäten kam es allerdings nicht mehr. Hart lebt mittlerweile in Brisbane, zwölf Stunden von seiner Heimatstadt Sydney entfernt, ist kürzlich Vater geworden und schreibt nebenher auch noch Soloalben. Für ein solches hatte er dann doch unerwartet Zeit gefunden und tritt mit „Winning Hand“ in den direkten Dialog mit seinem Publikum.

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XIXA

XIXA – Genesis

Lateinamerikanische Klänge, Gitarren mit Desert-Note und metaphysische bis psychedelische Zwischentöne begleiten den Klangkosmos von XIXA. Das Sextett aus Tucson in Arizona borgt seinen Namen von Chicha, eine peruanische Musikform, die Anden-Rhythmik und kolumbianischen Cumbia mit Rock vermengt. Was für sich bereits spannend anmutet, erhält bei der US-Band noch einen Überzug aus Indie, Psych, Desert, Goth und Western-Soundtrack – wie deutlich kompaktere, direktere Khruangbin, stark vereinfacht gesagt. „Genesis“ befasst sich zudem mit der Mystik ihrer Heimat im amerikanischen Südwesten.

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ParkWalker

ParkWalker – Distant Phenomena

Klingt so etwa ein Spaziergang durch den Park? Die Gemächlichkeit von Momenten der Idylle inmitten der Wirren des Alltags vertonen ParkWalker, ein 2018 gegründetes Quartett aus Stuttgart und Karlsruhe, bei dem unter anderem Mitglieder von The Tidal Sleep beschäftigt sind. Man versteht sich auf Slowcore, eine besonders entspannte und melodische Form von Pop und Rock mit Indie und Emo als übergreifender Bogen, sehr international klingend und sich dennoch seiner Wurzeln bewusst. „Distant Phenomena“ ist das Debütalbum der Band.

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Masha Qrella

Masha Qrella – Woanders

Der Roman „Ab jetzt ist Ruhe“ ließ Masha Qrella den 2001 verstorbenen Schrifsteller, Dramatiker und Regisseur Thomas Brasch entdecken. Die Auseinandersetzung mit seinen Gedichten brachte gebannte Inspiration mit sich, die in besagtem Buch geschilderte persönliche Sicht Braschs Schwester Marion schaffte frische Perspektiven und ermutigte Qrella zur Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Ostidentität. Bereits im Dezember 2019 führte sie gemeinsam mit Schlagzeug-Veteran Chris Imler und Multi-Instrumentalist Andreas Bonkowski sowie einigen ausgewählten Gästen 17 Songs auf, nun gibt es die passende Studioversion als „Woanders“.

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Clap Your Hands Say Yeah

Clap Your Hands Say Yeah – New Fragility

Desperate times und so: Seit „Upon This Tidal Wave Of Young Blood“ auf dem selbstbetitelten Debütalbum aus dem Jahr 2005 hat Alec Ounsworth keinen politisch motivierten Song mehr geschrieben. Bis jetzt, denn die düstere Gegenwart – besonders in seiner amerikanischen Heimat – wirkte sich auch auf die neue Clap Your Hands Say Yeah-Platte aus. Längst ist der Mastermind zum Solo-Künstler geworden und münzt diese nun uneingeschränkte kreative Freiheit in grandiose Songs um. „New Fragility“ zeigt CYHSY abermals in bestechender Form.

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Teenage Wrist

Teenage Wrist – Earth Is A Black Hole

Nach einem guten Debüt verließ Bassist und Sänger Kamtin Mohager Teenage Wrist und machte die Band zum Duo. Marshall Gallagher und Anthony Salazar spielten sich in weiterer Folge vor allem live frei, tourten extensiv mit Thrice und entwickelten ihren Sound weiter. Colin Brittain, der an zwei Tracks mitschrieb, wurde zum Produzenten, zudem hielten ein paar elektronische Elemente Einzug in dem Mix aus Alternative, Grunge und Shoegaze. „Earth Is A Black Hole“ fällt etwas synthetischer aus und unterstreicht zugleich den Wunsch des Duos, wie eine Rock-Band klingen zu wollen.

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LÜT

LÜT – Mersmak

Über LÜT gehen und zehn großartige Songs einziehen, so funktioniert Rock-Monopoly im Jahr 2021. Hinter dem komischen Namen mit Umlaut steckt ein norwegisches Quintett, das in der Heimat bereits für diverse Musik- und Newcomer-Preise nominiert war. Mit dem zweiten Album soll nun auch der Rest Europas erobert werden. „Mersmak“ bringt die verschiedenen Einflüsse der Band – Punk, Garage Rock und sogar ein wenig Post-Hardcore – auf einen gemeinsamen Nenner und stellt zudem einen ungewöhnlichen Sänger vor.

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Mush

Mush – Lines Redacted

Ausnahmesituationen verlangen nach Ausnahmealben. Nur ein Jahr nach dem Release ihres Debüts sind Mush schon wieder da. Das Trio aus Leeds treibt mit seinem kauzigen, direkten und zugleich überschwänglich anstrengenden Art-Rock-Ansatz durchaus kuriose Blüten. „Lines Redacted“ stellt nun den Soundtrack zu den vielen kleinen Weltuntergängen dar, die man täglich durchlebt, und verbindet eindringliche Botschaften mit bitterbösem Sarkasmus.

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