Nneka – My Fairy Tales

Das weltweit bekannte und vielfach gesamplete „Heartbeat“ mag zwar eine andere Sprache sprechen, doch Nneka ist mehr als „bloß“ Musik. In den dreieinhalb Jahren seit der Veröffentlichung ihres letzten Albums „Soul Is Heavy“ war die 33jährige kreuz und quer über den Globus unterwegs – musikalisch wie karikativ. Zu den Highlights zählen ebenso ein Auftritt im legendären New Yorker Apollo Theater sowie ein Jury-Platz bei „Nigerian Idol“ wie auch Arbeiten mit verschiedenen, vornehmlich in Afrika operierenden Wohltätigkeitsorganisationen. Nnekas erste Independent-Platte „My Fairy Tales“ wurde hörbar von letzterem Faktor beeinflusst.

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Dutch Uncles – O Shudder

Die richtige musikalische Schublade für die britischen Indie-Popper Dutch Uncles zu finden, ist gar nicht so einfach, wenn man sich eben nicht ausschließlich auf Allgemeinposten wie Indie-Pop beschränken möchte. Manche sprechen von Math Rock, andere von Prog Pop und wieder andere von Art Rock. Recht haben wohl alle ein bisschen, wenn man das bisherige Œuvre des Quintetts aus Marple mal genauer betrachtet. So lassen sich in ihrer Musik Einflüsse von den Talking Heads über XTC bis hin zu King Crimson finden. Noch komplizierter wird die Einordnung allerdings, wenn man auch noch ihr neuestes, nunmehr viertes Album mit einbezieht, denn die Band um Sänger Duncan Wallis scheint sich neuerdings eine intensive Vorliebe für New Wave-Musik angeeignet zu haben. Ein genauerer Blick auf „O Shudder“ sollte somit einige Überraschungen bereithalten.

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DAWA – Psithurisma

Der Eurovision Song Contest wirft seinen Schatten voraus – nicht nur, aber insbesondere in Österreich, dass nach Conchita Wursts Triumph erstmals seit 48 Jahren wieder als Veranstalter auftreten darf. DAWA aus Wien sind Teil jenes Sextetts, das es ins Finale geschafft hat. Das Quartett aus Wien versteht sich als Brückenschlag zwischen Singer/Songwriter und Folk, arbeitet mit zwei Stimmen, Cajon, Gitarre und Cello als reguläre ‚Besetzung‘. Mit dem zweiten Album „Psithurisma“ (griech. für „Blätterrauschen“) werden neue Facetten präsentiert.

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Eivør – Bridges

Als musikalische Festung sind die Färöer Inseln hierzulande nun wirklich nicht bekannt. Dabei hat die Inselgruppe eine überaus lebhafte Musikszene, die von feinsinnigem Pop bis hin zu finsterem Metal sämtliche Bereiche abdeckt. Aus ersterer Abteilung kommt Eivør Pálsdóttir, die in ihrer Heimat längst ein Star ist und vor drei Jahren mit ihrem Album „Room“ auch in Deutschland erstmals auf sich aufmerksam machte. „Bridges“ wurde nun komplett auf Tour geschrieben und steht unter dem Eindruck einer bewegten Zeit im Leben der 31jährige Musikerin.

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Black Rivers – Black Rivers

Während sich die Doves weiterhin eine Auszeit bis irgendwann nehmen, hat es zwei Drittel des Trios, die Brüder Andy und Jez Williams, wieder zusammengetrieben. Black Rivers ist ihre mittlerweile dritte Band, die natürlich gewisse Parallelen zu den ehemaligen Post-Britpop-Protagonisten aufweist, insgesamt aber psychedelischer und elektronischer unterwegs ist. Das selbstbetitelte Debütalbum konzentriert sich in knapp 40 Minuten auf das Wesentliche.

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Kejnu – Centillion

Kejnu, das ist vor allem ein Mann: Nuél Schoch. Der Schweizer verwirklicht seine Vision, ist „musikalisches Gehirn, Songwriter, Produzent und Frontmann“ in einem. Seit mittlerweile zehn Jahren aktiv, marschieren die Eidgenossen entschieden durch eine schwer greifbare Sammlung an Einflüssen und Schubladen, die von der Band selbst bestenfalls mit launigen Floskeln kommentiert werden. „Centillion“ stellt aber auch abseits jeglicher Kategorisierung vor ausreichend Herausforderungen als Doppelalbum mit 90 Minuten Spielzeit.

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The Avener – The Wanderings Of The Avener

Die rechte Hand des Königs. Das ist die Übersetzung von The Avener, jenes französischen Künstlers, der es 2014 wie kein Zweiter verstand aus dem Nichts einen Nummer-1-Hit aus dem Hut zu zaubern – und das ganz ohne Hut. Und während der besagte Charttopper „Fade Out Lines“ noch immer die Playlists der Radiostationen aufmischt, bahnt sich mit „Hate Street Dialogue“ bereits ein weiterer Hit aus dem Hause Avener an. Der schlägt in die gleiche Kerbe wie der Vorgänger, und erweckt den trügerischen Eindruck, dass es auf dem dazugehörigen Album „The Wanderings Of The Avener“ Ton in Ton so weiter geht.

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José González – Vestiges & Claws

Sein letztes Soloalbum mag zwar mittlerweile sieben Jahre auf dem Buckel haben, untätig war der Schwede José González in der Zwischenzeit aber keineswegs. Der Mann hinter der akustischen Magie von „Heartbeats“ und „Hand On Your Heart“ veröffentlichte zwei Alben mit seiner Band Junip, arbeitete an diversen Soundtracks und Charity-Projekten. Nun ist er wieder da und vollendet seine akustische Trilogie mit „Vestiges & Claws“.

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A Place To Bury Strangers – Transfixiation

Existentielle Ängste bestimmen das Erscheinungsbild von „Transfixiation“. Als sich A Place To Bury Strangers nach knapp zwei Jahren auf Tour für den Nachfolger von „Worship“ im Studio einschlossen, um den Live-Schwung mitzunehmen, scheiterten sie beinahe an sich selbst. Nach einem Monat wurden die Sessions, dem Zusammenbruch nahe, abgebrochen. Die Folge: Communication Breakdown, zwei Monate mit beinahe totaler Funkstille. Schließlich raufte sich das Trio zusammen und stellte „Transfixiation“ fertig, das von der Beinahe-Auflösung der Band hörbar geprägt wurde.

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Jenny Wilson – Demand The Impossible!

Vor ein paar Jahren erhielt die schwedische Pop-Künstlerin Jenny Wilson die Diagnose Brustkrebs. Anstatt sich zurückziehen und in Selbstmitleid zu ertrinken, wurde die zweifache Mutter von Produktivitätsvirus erfasst. Innerhalb von drei Jahren schrieb Wilson zwei Soundtracks, drehte einen Kurzfilm und nahm ein Doppelalbum auf. Für ihr neuestes Werk, „Demand The Impossible!“, erklärt sie den Individualismus zu einem der höchsten Güter dieser Zeit und wagt sich an experimentell-philosophische Pop-Perlen.

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