Autor: Verena Riedl

Vicious Rain

Vicious Rain – The Anatomy Of Surviving

Die Schweiz verfügt über eine kleine aber feine Metalcore-Szene. Bei den bekannteren Namen wie Breakdown Of Sanity, My Last Hour oder Expellow können sich spätestens seit ihrem mehr als ordentlichen Debütalbum „There Is Beauty In Letting Go“ aus dem Jahr 2024 auch Vicious Rain einordnen. Das Quintett aus Baden um den Leadsänger David Häusermann hatte darauf den typischen Mix aus brachialen Riffs, atmosphärischem Post-Hardcore und hoffnungsvollen Singalongs perfektioniert. Anno 2026 will die Truppe mit ihrem Zweitwerk „The Anatomy Of Surviving“ nun die nächste Sprosse auf der Karriereleiter erklimmen.

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Lone Assembly

Lone Assembly – Knots & Chains

In den vergangenen Monaten sah es doch sehr danach aus, dass die große Retrowelle des 80er-Jahre-New Wave- und -Synthpop-Sounds ihren Zenit überschritten hätte. Doch wie so oft bei musikalischen Revivals gilt: Wenn der erste Hype abebbt, trennt sich die Spreu vom Weizen – und genau hier betreten Lone Assembly die Bühne. Das Quartett aus der Schweiz liefert den Beweis, dass man das Rad musikalisch nicht neu erfinden muss, sofern man Gespür für Stil und Atmosphäre besitzt. Ihr Sound ist eine tiefe Verbeugung vor den großen Ikonen der melancholischen Elektronik: Wer bei den ersten Takten an die kühle Eleganz von Camouflage, die dunkle Erhabenheit von Depeche Mode oder die düstere Atmosphäre der Sisters Of Mercy denkt, liegt goldrichtig. Nach einigen Singles erscheint dieser Tage endlich das Debütalbum „Knots & Chains“, welches die zeitlosen Einflüsse der Band zu einem beeindruckenden Gesamtwerk bündelt.

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Clawfinger

Clawfinger – Before We All Die

Rap Metal und Nu Metal sind zurück – nachdem diese Stilrichtungen in den vergangenen Jahren ein ziemliches Schattendasein fristeten, sorgt aktuell vor allem eine junge Generation für ein massives Revival des Crossover-Sounds. Der ideale Zeitpunkt also für die Pioniere von damals, wieder aus dem Schatten zu treten – und genau das tun Clawfinger. Ihr Debütalbum „Deaf Dumb Blind“ sorgte 1993 für ordentlich Aufsehen und auch der Nachfolger „Use Your Brain“ mit dem Hit „Do What I Say“ war ein Abräumer, während das 2001 erschienene „A Whole Lot Of Nothing“ für ein kleineres erstes Comeback der Stockholmer sorgte. Danach erschienen jedoch ausschließlich mäßige Alben, die nur wenig erfolgreich waren, seit 19 Jahren herrschte gar komplette Funkstille. Bis jetzt: Das Quintett um Frontmann Zak Tell meldet sich mit „Before We All Die“ zurück und beweist, dass Clawfinger auch 2026 noch ordentlich für Aufregung sorgen können.

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Wicked Smile

Wicked Smile – When Night Falls

Harte Klänge aus Down Under – wer bei diesem Stichwort immer noch ausschließlich an AC/DC oder Airbourne denkt, hat die Entwicklung der letzten Jahre schlichtweg verschlafen. Längst haben Metalcore-Größen wie Parkway Drive und Northlane die internationale Bühne erobert, während Formationen wie Be’lakor im Death Metal- oder The Butterfly Effect und Ne Obliviscaris im Progressive-Bereich weltweit für Aufsehen sorgen. Doch auch im klassischen Heavy Metal-Sektor liefert Australien regelmäßig hochkarätige Exporte. Aktuellstes Beispiel: Wicked Smile. Markierte ihr Debüt „Wait For The Night“ bereits ein beachtliches Ausrufezeichen, geht die Truppe aus Melbourne mit ihrem neuen Werk „When Night Falls“ nun endgültig in die Vollen.

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Marianas Rest

Marianas Rest – The Bereaved

Finnland, das ist neben Sauna, der Sisu-Mentalität und der Hauptstadt Helsinki vor allem auch lange Winter, endlose Landschaften und wilde, karge Moore – ungefähr die Stimmung also, die auch auf dem Cover des neuen Marianas Rest-Albums „The Bereaved“ abgelichtet ist. Die Musik der Band klingt dementsprechend: schwerer, aber doch erhabener Death Doom Metal mit gelegentlichen Post Rock-Einschüben bestimmt den Sound des finnischen Sextetts. 2013 in Kotka im Südosten des Landes gegründet, erschien das Debütalbum „Horror Vacui“ im Jahr 2016. „The Bereaved“ ist bereits Marianas Rests fünfte Scheibe und setzt ihren musikalischen Pfad konsequent fort – will heißen: Der Sound bleibt wuchtig und schwer, die emotionale Intensität hat sich aber noch deutlich gesteigert.

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Like We Are

Like We Are – Your Diary

Metalcore ohne Metal? Klingt erst mal schräg, doch grundsätzlich könnte man den Stil der Österreicher von Like We Are durchaus so beschreiben. Treffender wäre aber wohl noch die Betitelung ‚Rockcore‘. Typische Metalcore-Elemente wie Breakdowns, der Wechsel zwischen harten Strophen und melodischen Refrains sowie auch vereinzelte Shouts lassen sich zwar durchaus im Sound der Band finden, darüber hinaus aber eben auch massive Anleihen aus dem Alternative Rock und teils auch aus der Popmusik. Das Quintett um Sänger Andreas Schmid veröffentlichte bereits 2022 die Debüt-EP „Elevate“ und wollte das erste Album – produziert von Annisokay-Sänger Christoph Wieczorek – bereits ein Jahr später herausbringen. Letztlich hat sich die Band aber doch mehr Zeit gelassen und nun, Ende 2025, erblickt „Your Diary“ endlich das Licht der Öffentlichkeit.

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Annisokay

Annisokay – Abyss – The Final Chapter

Im modernen Metal scheint es derzeit einen neuen Trend zu geben. Statt gleich ein ganzes Album zu veröffentlichen, erscheinen erst mal einige EPs, ehe diese gesammelt und, ergänzt um weitere Titel, dann doch noch in LP-Form das Licht der Welt erblicken. Of Mice & Men hatten es 2021 bei „Echo“ vorgemacht, die britischen Nu-Metal-Newcomer Blackgold hauen gerade auch eine EP nach der anderen raus und die Metalcoreler von Annisokay beschreiten ebenfalls diesen Weg. Das Hallenser Quartett sorgte in den letzten zwei Jahren mit den beiden EPs „Abyss Pt I“ und „Abyss Pt II“ für ordentlich Aufmerksamkeit in der Szene, nur um mit „Abyss – The Final Chapter“ auch noch ein ganzes Album hinterherzuschieben.

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Of Mice & Men

Of Mice & Men – Another Miracle

Im Post-Hardcore- und Metalcore-Bereich sind in den letzten Jahren derart viele Alben veröffentlicht worden, dass es mitunter schwer fällt, noch den Überblick zu behalten. Unzählige neue Bands schießen wie Pilze aus dem Boden, die musikalischen Grenzen zu Nu Metal und Alternative Metal wurden eingerissen und verdammt viele neue Bands klingen wie die x-te Kopie etablierter Truppen. Schön aber, wenn sich in all dem Wust auch alte Hasen wie Of Mice & Men weiterhin behaupten können. Aktiv ist das Quintett schon seit 2009, in den Anfangstagen allerdings noch mit Austin Carlile am Mikro, ehe ab 2017 Bassist Aaron Pauley Screams wie auch Klargesang übernommen hatte. Die Vorgängerscheibe „Tether“ haben die Kalifornier komplett im Alleingang produziert und das gilt auch für das dieser Tage erscheinende neunte Album „Another Miracle“.

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The Devil Wears Prada

The Devil Wears Prada – Flowers

Und wieder ein Bandjubiläum – The Devil Wears Prada existieren nun auch schon satte 20 Jahre. Damit ist die Metalcore-Truppe sogar ein Jahr älter als der gleichnamige Film und nur 2 Jahre jünger als das namensgebende Buch. Innerhalb dieser zwei Jahrzehnte hat sich die Band stark entwickelt, die reine Metalcore-Schule der ersten Alben wurde schon früh durch elektronische Spielereien und eine Zuwendung zum Post-Hardcore erweitert, ehe die Band in den letzten Jahren gar vor Experimenten mit Popmusik-Klängen nicht zurückschreckte. So bunt wie auf dem neuen, bereits neunten Album „Flowers“ hat es der Fünfer aus Dayton, Ohio aber noch nie getrieben: Metalcore, Elektropop, Punk und sogar Synthwave – hier kommt zusammen, was in dieser Form bisher nicht zusammengehörte.

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Caskets

Caskets – The Only Heaven You’ll Know

Musikalben als therapeutische Aufarbeitung gibt es vermutlich mehr als man denkt, manches Mal gehen die Künstler aber auch offen mit den emotionalenen Hintergründen um. Oft geht es dann um die Aufarbeitung zerbrochener Liebesbeziehungen oder um Trauerbewältigung nach dem Tod eines nahestehenden Menschen. Das Musterbeispiel für die zweite Variante ist „Holy Hell“, mit dem die britische Core-Band Architects den Tod ihres langjährigen Gitarristen verarbeiteten. Einen ähnlichen Weg gehen nun die musikalisch wie auch von der Herkunft ähnlich gelagerten Caskets. Wobei das Post Hardcore-Quartett aus Leeds auf ihrem dritten Album „The Only Heaven You’ll Know“ zwar keinen Todesfall zu verarbeiten hat, den Hörer aber dennoch in die tiefen Abgründe des eigenen Daseins entführt.

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