Autor: Verena Riedl

Axel Rudi Pell – Knights Call

Fiktives Gespräch in der U-Bahn: „Der Axel Rudi Pell hat wieder ’ne neue Scheibe veröffentlicht““ „Na und, die gleichen sich doch eh wie ein Ei dem anderen.“ Tatsächlich entspricht dieses oft gehörte Vorurteil aber nicht komplett der Wahrheit, denn waren die ersten Scheiben noch klassische 80er Jahre-Heavy Metal-Alben im Stil von Axels alter Band Steeler, enthielten die Alben mit Jeff Scott Soto und „Oceans Of Time“ deutliche Power Metal-Anleihen. Erst seit dem Meisterwerk „The Masquerade Ball“ frönen Axel und seine Mannen voll und ganz dem klassischen Hard Rock der Rainbow’schen Schule. „Knights Call“, das neueste Werk aus dem Hause Pell, ist dann auch ein ganz typisches Album der neueren Machart geworden.

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Kim Wilde – Here Come The Aliens

Die neben Madonna und Tina Turner hierzulande erfolgreichste englischsprachige Sängerin der 80er Jahre meldet sich zurück! Die Rede ist natürlich von Kim Wilde, der damals das Kunststück glückte, nach ihrer erfolgreichen New Wave-lastigen Frühphase zur Hochzeit des Synthie-Pops Mitte der 80er ein furioses Comeback hinzulegen. Nachdem es in den 90ern ruhiger um die Britin wurde, gab es 2010 und 2011 mit den Alben „Come Out And Play“ und „Snapshots“ die letzten beiden Comeback-Versuche – zumindest mit Ersterem gelang ihr in Deutschland ein Top 10-Erfolg. Jetzt, nach einer weiteren längeren Pause, will sie es noch mal so richtig wissen: „Here Come The Aliens“ ist musikalisch nicht nur eine Rückbesinnung auf ihre Frühphase, sondern auch der Beweis, dass die wilde Kim auch auf rockigem Terrain bestehen kann.

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Erdmöbel – Hinweise zum Gebrauch

„Hinweise zum Gebrauch“ als Name eines neuen Albums? Beim Konsum einer gewöhnlichen CD sollten Selbige wohl kaum nötig sein, doch bei den Kölner Kultbarden Erdmöbel wären sie angesichts der oft einzigartig-verschrobenen, teils ironischen, manchmal aber auch schrecklich verschwurbelten Texten gar nicht mal so fehl am Platze. Schließlich waren die DDR-Särge nur selten so zugänglich wie auf dem 2003 erschienenen, herrlich poppigen und bis heute besten Album „Altes Gasthaus Love“. Stellt sich also hauptsächlich die Frage, ob sich Ermöbel auf „Hinweise zum Gebrauch“ eher an diesem Meilenstein orientieren oder es mehr in Richtung sympathisch-chaotischer Kakophonien der Marke „Das Ende der Diät“ geht.

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Angra – Ømni

Was macht eine Band, wenn sie ihren großartigen Sänger und damit auch ihr Aushängeschild verliert? Aufhören? Manche tun dies, doch im Falle der Brasilianer von Angra lautete die schlichte Antwort auf diese Frage: ‚mit einem neuen großartigen Sänger die nächste Stufe in der Karriere der Band einläuten‘. Zwei Mal hat das schon geklappt: Auf den charismatischen Andre Matos folgte zunächst der markante Edu Falaschi, ehe beim letzten Album der talentierte Rhapsody Of Fire-Sänger Fabio Lione den wieder vakant gewordenen Posten am Angra-Mikro übernommen hatte. Mit ihm und der tollen Scheibe „Secret Garden“ gelang dem Quintett ein erfolgreicher dritter Frühling und jetzt setzen sie mit „Ømni“ noch einen drauf.

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Simple Minds – Walk Between Worlds

Während Schottland heutzutage in populärmusikalischer Hinsicht alles andere als ein unbeschriebenes Blatt ist und viele gute bis großartige Bands, wie Franz Ferdinand, Biffy Clyro, Chvrches, oder Big Country, aus dem britannischen Norden stammen, sah die Lage Ende der 70er wesentlich düsterer aus. Lange Zeit galt Schottland hauptsächlich als Heimat des Dudelsacks – doch 1978 traten die Simple Minds auf die Bildfläche, und mit ihnen unzählige New Wave- und Pop-Hits, wie „Don’t You (Forget About Me)“, „Alive & Kicking“, „Belfast Child“ oder „Let There Be Love“. Auch wenn es um das Sextett um Sänger Jim Kerr zuletzt etwas ruhiger wurde, kann man dem letzten Studioalbum „Big Music“ eine hohe Qualität nicht absprechen und 2018 setzen sie mit „Walk Between Worlds“ noch mal einen drauf.

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Jag Panzer – The Deviant Chord

Es ist gerade mal wenige Jahre her, da waren Jag Panzer eigentlich schon Geschichte. Nach zwei weniger erfolgreichen Alben („The Scourge Of Light“ im Jahr 2011 und „Casting The Stones“ ganze sieben Jahre davor) und internen Bandquerelen gab man vor sechs Jahren die Bandauflösung bekannt. Für viele Fans härterer Klänge kam dies einem schweren Verlust gleich, haben die US-Metaller mit Klassiker-Alben wie „Ample Destruction“ und „Thane To The Throne“ doch gehörig Staub aufgewirbelt. 2017 sieht die Lage zum Glück wieder viel besser aus. Sangesgott Harry ‚The Tyrant‘ Conklin und vier seiner langjährigen Mitstreiter haben sich noch einmal zusammengerauft und mit „The Deviant Chord“ eine Scheibe eingespielt, die ihre direkten Vorgänger in Ehrfurcht erzittern lässt.

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Carrousel – Filigrane

Carrousel? Da war doch was… Wer den Namen schon mal gehört hat und das französisch-schweizerische Duo dabei nicht versehentlich mit der US-Elektropop-Band Carousel verwechselt hat, der hat vermutlich im Jahr 2013 den Schweizer Eurovision Song Contest-Vorentscheid am Rande mitbekommen. Damals schrammten die beiden Gesangstalente Sophie Burande und Léonard Gogniat mit ihrem zweitplatzierten Song „J’Avais Rendez-Vous“ nur knapp an der ESC-Teilnahme vorbei. Auch sonst waren Carrousel in der letzten Zeit alles andere als untätig und bringen nun, im zehnten Jahr ihres Bestehens, mit „Filigrane“ bereits ihr viertes Studioalbum in die Läden.

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Gary Numan – Savage (Songs From A Broken World)

Wer sich mit den Anfängen der New Wave-Musik der 80er Jahre beschäftigen möchte, kommt an dem Namen Gary Numan kaum vorbei. Kein Wunder, hat der 59-jährige Brite mit „Are Friends Electric“ und „Cars“ doch gleich zwei der ersten großen Hits dieser Szene geschaffen. Schon damals ging Gary Numan einen Sonderweg, denn anders als zeitgenössische Prä-New Wave-Interpreten wie The Stranglers, Public Image Ltd oder Ultravox waren er und seine damalige Band Tubeway Army in keiner Weise vom Punk beeinflusst, sondern in erster Linie von Elektronik-Vorreitern wie Kraftwerk. Und dieser Sonderweg setzt sich auch im Jahr 2017 fort, denn anstatt auf den grassierenden 80er-Revival-Trend aufzuspringen, überrascht er die Hörer mit „Savage (Songs From A Broken World)“, einem ziemlich sperrigen, aber nichtsdestotrotz hochklassigem Elektronik-Album.

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OMD – The Punishment Of Luxury

2006, noch relativ zu Beginn des 80er-Revivals, war die Freude über die OMD-Reunion in Originalbesetzung groß. Seitdem sind mit „History Of Modern“ und „English Electric“ zwei überaus gelungene Alben erschienen, die mit ihrer Mischung aus New Wave und Synthiepop mit dezent modernen Elektropop-Anleihen durchweg zu überzeugen wussten. Inzwischen ist der 80er-Boom auf einem neuen Höhepunkt angelangt, wöchentlich erscheinen neue Songs und Alben, die sich an jenem Jahrzehnt orientieren. Es wäre also ein Einfaches für OMD gewesen, einfach ein weiteres Retro-Album zu veröffentlichen. Genau das ist „The Punishment Of Luxury“ aber nicht geworden – stattdessen tendieren die fünf Briten mehr denn je in Richtung modernen Elektropops.

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Burning Witches – Burning Witches

„Die Schweiz, dieses romantische gipfelumrahmte Fleckchen Erde, steht für Alphörner, für Schokolade, Wilhelm Tell und Zürcher Geschnetzeltes – aber doch keinesfalls für Heavy Metal.“ Wer so denkt, kennt sich in der harten Szene nicht wirklich aus, denn aus unserem verhältnismäßig kleinen südlichen Nachbarn stammen nicht nur erfolgreiche Hard Rock-Bands wie Krokus, Gotthard und Shakra, sondern auch Metallegenden wie die Extrem-Metal-Urväter Celtic Frost und die Prog-Thrasher von Coroner. Mit dem Brugger Quintett Burning Witches tritt nun auch eine All-Female-Metal-Band an, um dem guten Ruf der Schweizer Hardwurstszene gerecht zu werden – was angesichts des Debütalbums „Burning Witches“ auch kein Problem darstellen sollte.

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