Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
Musa Dagh

Musa Dagh – Musa Dagh

Lange Jahre wurde der Begriff ‚Supergroup‘ geradezu inflationär gebraucht, schien sich aber zuletzt ein Stück weit zurückzuziehen. Und tauchen einige Herren auf, die diesen Namen wirklich verdient haben. Hinter Musa Dagh – benannt nach einem Zufluchtsort für 4.000 Armenier während des Völkermords im Jahr 1915 – stecken Charakterstimme Aydo Abay (ABAY, Ken, ehem. Blackmail) Noise-Rock-Großmeister Aren Emirze (Harmful, Taskete! und Emirsian), Schlagzeug-Powerhouse Thomas Götz (Beatsteaks) und Rock-Superproduzent Moses Schneider. Das erste Album heißt wie die Band und der Sound ist von impulsiver Wucht.

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Albert Luxus

Albert Luxus – YinYin

Ist es nun vorbei mit der Leichtigkeit? Eine solche trug „Diebe“, das Debütalbum von Albert Luxus, über weite Strecken in sich. Das Indie-Pop-Kunsthandwerk nimmt nun das Thema Gleichgewicht in den Blick, sowohl auf innerer als auch auf globaler Ebene. Matthias Albert Sänger, zuletzt unter anderem als Teil des prominent besetzten Projektes Freindz in Erscheinung getreten, und Andreas Kiwitt bemühen sich um neue Wärme, holen einen 70s-Synthesizer an Bord und lassen etwas Melancholie über das Weltgeschehen einkehren. „YinYin“ trägt die fehlende Balance bereits im Titel.

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Shun

Shun – Songs From The Centrifuge

Ein einziges Tape mit gerade einmal vier Songs reichte, um Shun auf Kurs zu bringen. Schnell durfte sich das Quartett aus Münster die Bühne unter anderem mit den legendären The Psychedelic Furs und den belgischen Upstarts Slow Crush teilen. Der erfrischende Shoegaze-Ansatz, der unterem mit Dream-Pop- und Post-Punk-Ideen flirtet, wird nun endlich auf Albumlänge ausgedehnt. Bei This Charming Man Records erscheint „Songs From The Centrifuge“, ein kurzes, aber durchschlagendes Werk zwischen Sorglosigkeit und lässiger Nachdenklichkeit.

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Elbow

Elbow – Flying Dream 1

Außergewöhnliche Zeiten fördern außergewöhnliche Alben zutage. Elbow – vier Musiker, die sich eigentlich nur während des Band-Alltags unterhalten – schrieben ihre neuen Songs distanziert. Das passt zum Ethos, das passt zur komplizierten Zeit. Für die Aufnahmen mietete man hingegen ein Theater in Brighton, das damals erzwungenermaßen leerstand, und nutze den erhabenen, weit offenen und zugleich so stillen Raum für eine Platte, die sich ebenfalls den etwas leiseren Momenten widmet. „Flying Dream 1“ befreite sich von etwaigen Erwartungen an ein Elbow-Album und bemühte sich stattdessen um Ruhe.

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Maybeshewill

Maybeshewill – No Feeling Is Final

Eigentlich hatten sich Maybeshewill 2016 nach einer kurzen Tour verabschiedet, von einem kleinen One-Off-Konzert abgesehen. Was aber bewog das britische Instrumental-Rock-Quintett zum echten Comeback und zum ersten Album seit „Fair Youth“ vor über sieben Jahren? Die einzelnen Musiker hatten immer wieder an ein paar Ideen gearbeitet, die letztlich dasselbe Thema behandeln: Frust und Verzweiflung über eine Welt, die sehenden Auges die Selbstzerstörung vorantreibt. „No Feeling Is Final“ holt den cineastischen Post-Rock-Ansatz zurück.

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The Darkness

The Darkness – Motorheart

Sie gingen mit ihrem Debütalbum durch die Decke, implodierten wenig später und kehrten mehr als souverän zurück: Längst konnten The Darkness die Achterbahnfahrt der Gefühle hinter sich lassen. Seit ihrem Comeback 2011 veröffentlichen die Briten durch die Bank gutklassige Alben zwischen Hard- und Glam Rock, eingängig, übertrieben und zugleich richtig gut gemacht. Ein solches landet auch jetzt, insgesamt zum siebten Mal. „Motorheart“ ist einem hingebungsvollen Sexroboter gewidmet, und damit sollte eigentlich schon alles zu dieser Platte gesagt sein.

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White Trash Blues Band

White Trash Blues Band – We Got Time To Waste

Hauptsache Musik, ohne große Pläne oder Visionen: Die Mitglieder der White Trash Blues Band wollten einfach nur gemeinsam Bier trinken, Spaß haben und ein paar Songs schreiben. Und Konzerte spielen, doch das klappte auf gesperrten Bühnen nicht so richtig. Also konzentrierten sich die Norweger auf ihr erstes Album, das beim ansonsten eher für Stoner- und Doom-Klänge bekannten Label Blues For The Red Sun erscheint. Damit hat „We Got Time To Waste“ allerdings herzlich wenigen zu tun und transportiert stattdessen Blues-Rock-Ideen in eine versiffte Garage.

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Oasis

Oasis – Knebworth 1996

Mitte der 90er ging der kometenhafte Stern von Oasis auf. Gemeinsam mit Blur wurden sie zu den Gesichtern des Britpop, kurz darauf erfasste die Cool-Britannia-Welle die Welt. Mittendrin fanden zwei ikonische Gigs statt, die auch ein Vierteljahrhundert später noch nachhallen: Knebworth Park in Hertfordshire am 10. und 11. August 1996. Über eine Viertelmillion Fans sahen die Gallagher-Brüder und Konsorten an diesen beiden Nächten. Passend zum Dokumentarfilm über das monumentale Ereignis erscheint nun „Knebworth 1996“, das begleitende Live-Album, natürlich auch als Bewegtbild-Format erhältlich.

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Courtney Barnett

Courtney Barnett – Things Take Time, Take Time

Nach dem Ende der letzten Tour zu „Tell Me How You Really Feel“ schrieb Courtney Barnett eine Zeit lang nur wütende Songs. Sie war sauer, mit sich selbst nicht im Reinen, musste sich erst wieder durch ein paar Solo-Shows freispielen. Plötzlich kam die positive Energie zurück, auch in der langen Periode des Alleinseins in den eigenen vier Wänden, und legte den Grundstein für eine deutlich offenere Platte. „Things Take Time, Take Time“ bemüht sich um noch mehr Ehrlichkeit und entfernt sich zugleich musikalisch vom Vorgänger, zurück zu den lockeren Strukturen ihrer ersten Alben.

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Lionlimb

Lionlimb – Spiral Groove

Von der Backing-Band zum Hauptact: Lionlimb begannen als Unterstützung von Angel Olsen und sind mittlerweile eine komplett eigenständige Entität, im Grunde das Baby von Singer/Songwriter Stewart Bronaugh. Dieser schrieb seine neuen Songs vor dem Ausbruch der einschneidenden Pandemie, als er sich von einer Nackenoperation erholte. Geschichten von Sucht und Nüchternheit, von Sterblichkeit und der großen Liebe begleiten ein herrlich organisch instrumentiertes Werk, so kunterbunt und nostalgisch wie es kraftvoll im Hier und Jetzt verankert ist. „Spiral Groove“ hievt Lionlimb auf ein neues Level.

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