Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
Suntitle

Suntitle – In A Dream

Weich, verwaschen, scharfkantig und unvorhersehbar: Suntitle firmieren unter dem Alternative-Emo-Banner, was zugleich alles und nichts heißt. Das US-Quintett, dessen Mitglieder sich auf New Jersey, Pennsylvania und Massachusetts verteilen, tourte zunächst mehrere Jahre, bevor 2020 eine erste EP erschien und nun das Debütalbum vorbereitet wird. „In A Dream“ macht seinem Namen tatsächlich Ehre, denn die unwirkliche Präsentation zwischen beißender Härte, poppigen Hooks und dichter, surrealer Atmosphäre spielt sich geschickt jenseits jeglicher Erwartungen ab.

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Kills Birds

Kills Birds – Married

Eine Band als Zeichen von Freundschaft, so begingen Nina Ljeti und Jacob Loeb vor vier Jahren Kills Birds. Gemeinsam mit Fielder Thomas verteilten sie auf ihrem Debütalbum Arschtritte zwischen Grunge, Punk, New Wave und Alternative, was unter anderem prominente Fans wie Kim Gordon und Dave Grohl begeisterte. Letzterer lud das Trio sogar in sein eigenes Studio ein, um den Nachfolger aufzunehmen. Es war, nach ein paar Proben, für die drei Musiker*innen ein wichtiger Schritt aus der Pandemie-bedingten Isolation. „Married“ gibt sich in jeder Hinsicht vielschichtiger, dringlicher und persönlicher.

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Palila

Palila – Rock’n’Roll Sadness

Zwei erdige EPs voller kompetenter Gitarrenmusik zwischen 90s-Retro-Charme, post-modernem Nostalgiegefühl und kerniger DIY-Attitüde katapultierten Palila in den letzten beiden Jahren direkt in den verdienten Fokus. Das Hamburger Trio mag es vergleichsweise schlicht, direkt und schnörkellos, aber auch eine Spur schroff und ungeschliffen, wie sich das nun mal für echte Rohdiamanten gehört. Solche gab es auf den beiden Kleinformaten zuhauf, nun folgt die Kür auf Albumlänge. Mit dem treffend betitelten „Rock’n’Roll Sadness“ werden sämtliche Erwartungen vollends erfüllt. And then some.

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Spectres

Spectres – Hindsight

Raus aus dem Schatten, rein in … noch mehr Schatten: Mit ihrem Artoffact-Deal und dem Album „Nostalgia“ konnten sich Spectres endlich ein größeres Publikum für ihren unterhaltsamen Mix aus Post Punk und Death Rock erspielen. Ihre bisherigen Platten wurden inzwischen ebenfalls neu aufgelegt, doch gibt es noch so viel Material von Kleinformaten und Live-Sessions, das seit geraumer Zeit vergriffen ist. Damit soll nun aber Schluss sein, denn „Hindsight“ vereint Rohdiamanten aus der Frühphase mit ein paar neueren Tracks.

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Kinnship & Pablo Nouvelle

Kinnship & Pablo Nouvelle – Stones & Geysers

Gesucht und gefunden, so oder so ähnlich lässt sich die musikalische Zusammenarbeit von Kinnship und Pablo Nouvelle zusammenfassen. Der britische Sänger und Produzent sowie der Schweizer Klangschmied und klassische Pianist erkundeten im Laufe von vier Studio-Sessions an verschiedenen Orten ihre Liebe für warmherzige Elektronik und die Kraft der Natur. Volle kreative Freiheit – Kinnship jammte und befeuerte Nouvelle mit Ideen, der aus diesen Klangcollagen bastelte – und stets neue, frische Energie dank wechselnder Szenerie treiben das wunderbar lässige „Stones & Geysers“ an.

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Admiral Fallow

Admiral Fallow – The Idea Of You

Fast wollte man meinen, Admiral Fallow wären in den letzten Jahren ein wenig von der Bildfläche verschwunden gewesen. Ihr letztes reguläres Studioalbum erschien 2015, zuletzt gab es unter anderem Nebenprojekte sowie den Soundtrack zu Gareth Williams‘ Oper „Navigate The Blood“, die im November 2018 durch Schottland tourte. Kurz danach entstanden weite Teile von „The Idea Of You“, eine Platte über Wachstum und Aufblühen, fast schon sorglos und euphorisch wirkend, bevor alles den sprichwörtlichen Bach runterging. Eine andere Zeit scheint zu grüßen.

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Natalia M. King

Natalia M. King – Woman Mind Of My Own

Es ist nie zu spät für frische Impulse. Das dachte sich wohl auch Natalia M. King und wagt sich auf ihrem sechsten Album in neue Gefilde vor. Rock- und Alternative-Ansätze gehören der Vergangenheit an, langweilten die Künstlerin inzwischen, und werden gegen Blues, RnB, Soul und Roots eingetauscht. Ein Film von Wim Wenders, „The Soul Of A Man“, der sich unter anderem Skip James‘ Lebensgeschichte widmete, brachte King langsam, aber sicher auf Blues-Kurs. Nun gibt es diese neue Ära auf einer kompletten Platte, selbstbewusst „Woman Mind Of My Own“ betitelt.

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Lygo

Lygo – Lygophobie

Nach dem Abschluss ihrer letzten Tour zu „Schwerkraft“ planten Lygo eine Pause auf unbestimmte Zeit, um sich einfach mal anderweitig auszutoben. Als die Welt stillstand, kam die Lust aufs Songwriting schneller zurück, als man erwartet hatte. Zudem konnte die Band nun selbst Musik im Proberaum aufnehmen – Drummer Daniel hatte sich in der Auszeit mit Musikproduktion beschäftigt. Und dann gab es noch einen angenehmen Zufall: Das Trio entdeckte den Begriff „Lygophobie“. Diese übermäßige Angst vor der Dunkelheit, so die Bedeutung, wird auf der gleichnamigen neuen Platte durch den Weg zurück ins Licht konterkariert.

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Save Face

Save Face – Another Kill For The Highlight Reel

Was, wenn My Chemical Romance „The Black Parade“ auf Kollisionskurs mit „A Fever You Can’t Sweat Out“ von Panic! At The Disco geschickt hätten? Möglicherweise wären dabei Save Face herausgekommen. Das US-Quartett vereint Emo, Screamo und Post-Hardcore mit der Broadway-Musical-Vorliebe von Mastermind Tyler Povanda. Entsprechend dramatisch, abgefahren und unvorhersehbar klingt die Truppe aus New Jersey, die mit „Another Kill For The Highlight Reel“ nun ihr zweites Album präsentiert. Und das geht im besten Sinne an die Substanz.

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The Wolf Howls When I Scream Your Name

The Wolf Howls When I Scream Your Name – Grief Songs

Wenn eine Band mehr Wörter im Namen trägt, als sie über fixe Mitglieder verfügt, darf man hellhörig werden. In schöner Regelmäßigkeit veröffentlichen The Wolf Howls When I Scream Your Name neue Kleinformate, die Alternative Rock, Grunge und etwas Mut zum Experiment in sich tragen. Zudem hatte das Trio immer schon ein gewisses Faible für Midwest-Emo, das nun deutlicher denn je an die Oberfläche tritt. Zwar nennt sich „Grief Songs“ offiziell ebenfalls eine EP, bei acht Tracks und 39 Minuten Spielzeit würden andere schon von einem vollwertigen Album sprechen.

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