Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
Lathe Of Heaven

Lathe Of Heaven – Aurora

Mit einem echten Rohdiamanten von einem Album legten Lathe Of Heaven vor zwei Jahren einen echten Superstart hin. Ihr bewusst vielschichtig gehaltener Post-Punk-Ansatz, der gerne mit New Wave und Gothic anbandelt, wurde zur hochspannenden und bewusst ungewöhnlichen Rundreise durch die finsteren 80er Jahre. Eben jenen Weg setzen sie nun fort, wollen sich in jeder Hinsicht breiter aufstellen und lassen sich für eine Sammlung von Science-Fiction-Kurzgeschichten von einer Vielzahl an Romanen inspirieren. Lyrisch anspruchsvoll, musikalisch vielschichtig und zugleich auf allen Ebenen faszinierend zeigt sich „Aurora“.

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Spidergawd

Spidergawd – From Eight To Infinity

Die Abstände wachsen etwas, doch die Musik bleibt über jeden Zweifel erhaben. Einmal mehr dauerte es bei Spidergawd fast zwei Jahre, für Band-Verhältnisse eine halbe Ewigkeit. Unter anderem hatte Hauptsongwriter Per Borten vergangenen Winter mit verschiedenen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, was die Musik deutlich persönlicher und intimer gestaltete. Zudem kehrt die Band zurück zum vergleichsweise klassischen, direkten Mix aus Hard Rock und NWOBHM, im besten Sinne auf das Wesentliche reduziert. Auch die römischen Zahlen bekommen eine Pause, denn das achte Album trägt den vielsagenden Titel „From Eight To Infinity“.

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The Great Machine

The Great Machine – Working Class Anarchist

Eine der am härtesten arbeitenden Bands der letzten Jahre meldet sich wieder aus dem Studio zurück, mit dem bereits sechsten Album binnen neun Jahren. Einfach war die jüngere Vergangenheit für The Great Machine nun wirklich nicht, gerade als israelische Band, die das Gemeinsame und Verbindende der Musik betont, weit über hässliche und zehrende Politik hinwegen. Zugleich ist es die letzte Platte, auf der Drummer Michael Izaky zumindest stellenweise zu hören ist, bevor Band-Kumpel, -Grafiker und -Merchandiser Dan Deutsch einstieg. Am herrlich wilden, abgefuckten und energischen Sound des Trios ändert das aber rein gar nichts: Auch „Working Class Anarchist“ ist so wütend und ungezügelt wie immer.

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Maruja

Maruja – Pain To Power

Seit Jahren brodelt es in der Szene Manchesters. Wer Maruja einmal live gesehen hat, ist Fan. Der eigenwillige Sound der Band passt in kleine Schublade – Jazz, Noise, Alternative, Post Punk, Art Rock und zig weitere, gerne Jam-artige verarbeitete Ideen durchzogen diverse EPs. Über ein Jahrzehnt nach Bandgründung gibt es tatsächlich doch noch das erste reguläre Album, und das hinterlässt mächtig Eindruck. „Pain To Power“ ist auf der Suche nach dem Flow-Zustand, den die Band seit Jahren erfolgreich auf der Bühne kultiviert, und zeigt sich hörbar politisch gezeichnet – von den politischen Verhältnissen in den USA, aber auch von der unmenschlichen Situation in Gaza.

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Sydney Minsky Sargeant

Sydney Minsky Sargeant – Lunga

Als Teil von Working Men’s Club tankt er sich seit Jahren durch synthetisch-tanzbare Popmusik mit klarem 80s-Einschlag, doch schlägt das musikalische Herz von Sydney Minsky Sargeant auch für ganz andere Klänge. Seit seiner Jugend schreibt der Mittzwanziger aus dem Nordwesten Englands sehr persönliche, gerne mal romantische Songs, die mit Folk und Singer/Songwriter anbandeln und eine insgesamt ruhigere Seite zeigen. Sich nun als Solokünstler dieser Seite zu widmen, geschieht ganz bewusst, denn Minsky Sargeant befürchtete, nach und nach die Kontrolle über sein Leben zu verlieren. „Lunga“ ist Neuanfang, Aufbruch und elementarer Blick nach innen in einem.

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LÜT

LÜT – LÜT

Zwei starke Alben, mehrere Award-Nominierungen, prominente Fans wie Lars Ulrich und Bela B, dazu Support-Shows für Die Ärzte: LÜT waren binnen kürzester Zeit zu neuen Hoffnungsträgern im Punk- und Rock-verliebten Norden aufgestiegen. Vor drei Jahren verließ jedoch Charakterstimme Markus Danjord die Band, um sich auf seine berufliche Laufbahn zu konzentrieren. Gitarrist Mads Ystmark übernahm, das Quartett begann schnell mit Arbeiten an neuem Material. Dabei wurde schnell klar: die helle bis schrille Stimme des Vorgängers zu kopieren, war kein Muss; Hauptsache songdienlich. Ihr drittes Album heißt „LÜT“, so wie die Band, und findet neue Klangfarben in vertrautem Umfeld.

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Moscoman

Moscoman – Caviar

Nach diversen recht elektronischen Platten wollte DJ, Produzent und Disco Halal-Labelchef Moscoman etwas anders machen. Organische Klänge mit Bandsound, live reproduzierbar und weit weg von reiner Tanzmusik, wurden zum erklärten Ziel. Über zwei Jahre wurde neues Material geschrieben und aufgenommen, unterstützt durch zahlreiche Partner. Die Mission: Nostalgie trifft moderne Produktion. Ein klassischer, warmherziger Sound sollte eine Frischzellenkur bekommen und sich zugleich wie eine Art musikalischer Roadtrip anfühlen. „Caviar“ sorgt tatsächlich für spannendes und willkommenes Umdenken im Hause Moscoman.

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Die Spitz

Die Spitz – Something To Consume

Der Mötley Crüe-Streifen „The Dirt“ inspirierte vier Texanerinnen 2022 dazu, eine Band zu gründen. Die Spitz – der bestimmte feminine deutsche Artikel wurde bewusst gewählt – aus Austin mögen es laut, drückend und rifflastig, aber auch melodisch und gefühlvoll. Ihre Einflüsse beziehen sie unter anderem aus Punk, Metal, Hardcore und Alternative Rock, angetrieben durch Freundschaft und Zusammenleben, pointierte Texte und dem steten Spannungsverhältnis zwischen Politischem und Persönlichem. „Something To Consume“ ist ihr wuchtiges, intensives und mitreißendes erstes Album.

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shame

shame – Cutthroat

Große Themen, große Fragen, wenige Antworten: shame wollen sich mit den großen Themen der Zeit befassen, politischer und gesellschaftlicher Natur, und nehmen dafür kein Blatt vor den Mund. Nach drei starken Alben ging es dem britischen Quintett zudem darum, einerseits die rohe Direktheit ihrer Live-Shows einzufangen und andererseits neue Ufer anzusteuern. In Produzent John Congleton (St. Vincent, Angel Olsen) wurde ein kongenialer Partner gefunden, der ebenso für Unmittelbarkeit steht und den zynisch veranlagten Humor der Band aus South London förderte. „Cutthroat“ ist eine vielschichte No-Bullshit-Platte mit der einen oder anderen Überraschung geworden.

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Curtis Harding

Curtis Harding – Departures & Arrivals: Adventures Of Captain Curt

Curtis Harding bleibt seiner Heimat nur ungern fern. Sehnsucht und Unbehagen begleiten seine (Tour-)Reisen – und das geht sicher nicht nur ihm so. Aus diesen Überlegungen entstand eine Space Opera über eine Figur, die sich im Weltraum verirrt und auf ihren Reisen durch verschiedene Galaxien und Dimensionen den Weg nachhause sucht. Von Ridley Scott konzeptuell inspiriert, übernahm Harding erstmals seit seinem Einstand wieder die Produktion, um sämtliche Ideen nach seinen Vorstellungen umzusetzen, experimentierte mit Sounds und Genres, und spielte den Großteil der Platte live mit Band im Studio ein. „Departures & Arrivals: Adventures Of Captain Curt“ ist ohne Frage sein bisher ambitioniertestes Werk.

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