Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Mt. Wolf – Aetherlight

Gäbe es eine Band wie Mt. Wolf nicht, man müsste sie erfinden. Die schroffe Hibbeligkeit von Holy Esque trifft auf die verklärte Elektronik von Bon Iver und M83, die wiederum mit charmantem Indie-Pathos Marke Elbow kollidiert. Klingt komisch, funktioniert aber. Elektronisch behafteter, zuweilen dezent avantgardistisch angehauchter Folk-Sound mit glockenhellem Gesang wagt schwierige Experimente. Auf „Aetherlight“ trifft viel Licht auf so manchen Schatten.

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The Deslondes – Hurry Home

Vor ziemlich genau zwei Jahren machten The Deslondes mit ihrem charmanten Mix aus Country, Bluegrass und RnB erstmals auf sich aufmerksam. Das selbstbetitelte Debütalbum entpuppte sich als charmantes Kleinod zwischen der Tradition des Great American Songbook und etwas moderneren Einflüssen. Für den Nachfolger kündigt sich nun mehr davon an. „Hurry Home“ setzt zwischendurch dezent psychedelische Elemente ein und bleibt dem eingeschlagenen Kurs ansonsten treu.

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Captain, We’re Sinking – The King Of No Man

In Zeiten wie diesen kann man nicht genug aufmunternde Songs hören. Wer unbedingt positive Vibes braucht, sollte sich jetzt besser die Ohren zuhalten. Captain, We’re Sinking behandeln seit über einem Jahrzehnten die Probleme des Alltags, und diese Probleme sind, gemeinsam mit der Band, erwachsen geworden. „The King Of No Man“ geht auf Sinnsuche zwischen Punk und Emo, und packt Singalongs neben manische Dissonanzen.

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Ghostmaker – Aloha From The Dark Shores

Dicke Gitarren, Alternative-Hymnen und ein wenig Weirdness zwischen Noise, Blues und Post Punk – Ghostmaker sind alles, nur nicht leicht greifbar. Der Sound der 2015 gegründeten Berliner Newcomer gibt sich bewusst breit gefächert, überrascht mit zahlreichen feinen Details und Wendungen, und wurde nicht zuletzt auf das Live-Erlebnis ausgerichtet. Nun erscheint „Aloha From The Dark Shores“, ein erstes Mini-Album der Band, das übrigens nach dem eigentlichen, für die zweite Jahreshälfte angekündigten Full-Length-Debüt aufgenommen wurde.

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Trevor Sensor – Andy Warhol’s Dream

Die Stimme. Diese unfassbar eigentümliche Stimme. Schräg, schrill und schroff, zugleich aber tief und weise. Und das von diesem Babyface. Wenn Trevor Sensor den Mund aufmacht, kollidieren ganze Planeten. Der 23jährige wollte sich eigentlich seinem Literatur- und Philosophie-Studium widmen, als er bei einem Bar-Gig von Killers-Gitarrist Dave Keuning entdeckt wurde. Eine Sache führte zur nächsten, und nun steht Sensors Debütalbum „Andy Warhol’s Dream“ in den Läden.

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Lea Porcelain – Hymns To The Night

Raus aus dem Club, rein in den Sommer: Seit geraumer Zeit arbeiten Julien Bracht und Markus Nikolaus an ihrem gemeinsamen Sound zwischen Dancefloor-Afterhour und 80s-Düsternis-Revival. Mit ihren bisherigen Kleinformaten sorgten Lea Porcelain für verdiente Aufmerksamkeit im Kleinen, doch jetzt geht es erst so richtig los. Als sympathische und grundehrliche Antithese zum Sommer entwickelt sich „Hymns To The Night“ zur Hitfabrik.

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Kevin Morby – City Music

Seine Woods-Vergangenheit hat Kevin Morby längst hinter sich gelassen. Aktuell agiert er als Suchender zwischen eigener Vergangenheit und dem Erbe seiner musikalischen Vorbilder. Wanderlust und urbane Grenzerfahrungen dienen als Ankerpunkt für „City Music“. Morbys viertes Album bewegt sich eine Spur weg von dessen autobiographischem Vorgänger. Vor dem inneren Auge des Singer/Songwriters starren die musikalischen Genies der 70er Jahre auf ihr Publikum und verarbeiten diese ungewöhnlichen Eindrücke in Form eines Mixtapes.

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Dead Heavens – Whatever Witch You Are

Die äußerst umtriebige Hardcore-, Rock- und Alternative-Ikone Walter Schreifels hat – wieder einmal – ein neues Projekt am Start. Dead Heavens nahmen ihren Ursprung als Schreifels‘ Backing-Band auf Solo-Tour, äußerst namhaft mit aktuellen und ehemaligen Mitgliedern von Cults, Walking Concert und White Zombie besetzt. Nach mehreren Kleinformaten setzt es nun das Debütalbum „Whatever Witch You Are“ – eine komplexe Auseinandersetzung mit Blues, Stoner, Rock’n’Roll und Psychedelic.

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Fyfe – The Space Between

Eigentlich wollte Paul Dixon kein neues Album schreiben, sondern sich bloß sein Gefühlschaos von der Seele schreiben. In den beiden Jahren nach seinem starken Debüt „Control“ waren die Großmutter und mehrere enge Freunde verstorben. Auch wurde der Brite in dieser Zeit gleich dreimal Onkel. Von Geburt und Tod gezeichnet, nahm er Songs zwischen diesen beiden Extremen des Lebens auf. Herausgekommen ist dabei „The Space Between“, trotz allem weder Trauer- noch Jubelalbum.

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Ant Antic – Wealth

Club, Pop und RnB – eine Kombination, die sich vor allem in Großbritannien besonderer Beliebtheit erfreut. Auch das oberösterreichische Duo Ant Antic um den mittlerweile in Berlin ansässigen Tobias Koett und den mit Leyya aktiven Marco Kleebauer bemüht sich um ähnliche Klänge zwischen Eingängigkeit und beatesker Präsentation. Auf ein paar Singles folgt nun das Debütalbum „Wealth“, das tatsächlich mit reichhaltigen Melodie-Konstruktionen punktet.

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