Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Turbowolf – The Free Life

Dicke Gitarren, mächtige Drums und der omnipräsente Schalk im Nacken: Turbowolf befinden sich seit jeher auf dem Sprung und sind zu höheren Weihen berufen. Ihr letztes Album „Two Hands“ donnerte vor drei Jahren durch sämtliche Rock- und Punk-Spielarten, von präzisem Synthi-Einsatz begleitet. Davon gibt es nun mehr, wobei die Briten bei den Aufnahmen zu „The Free Life“ fast wahnsinnig wurden. Sich komplett von der Außenwelt abzuschotten, mag vielleicht keine allzu gute Idee gewesen sein, das Ergebnis spricht allerdings für sich.

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Suuns – Felt

Was ist eigentlich Musik? Und warum muss über dieses Thema immer wieder debattiert werden? Grenzgänger stoßen Diskussionen an und sind längst drei Türen weiter, während sich Fans und Experten den Kopf zerbrechen. Case and point Suuns, deren krautig-psychedlischer Art-Sound die Grenzen zwischen Rock und Electro regelmäßig verwischt. „Felt“ ist bereits das vierte Studioalbum der Kanadier, mit dem sie noch tiefer in den musikalischen Wahnsinn einer längst vergangen scheinenden Zukunft eintauchen.

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Moaning – Moaning

Die schiere Frequenz und Wucht, mit der neue Rock-Hoffnungsträger aktuell aus dem Boden schießen, macht beinahe Angst. Fast monatlich schlägt ein weiteres Powerhouse auf und verlangt volle Aufmerksamkeit. Dieses Mal sind Moaning aus Los Angeles dran. Das US-Trio versteht sich auf eine schrammelige, bissige und doch eingängige Mischung aus Post Punk und Indie Rock. Harmonien treffen auf gelebte Dissonanz und pointierte Selbstaufgabe, auf ihrem eponymen Debütalbum in zehn Kapiteln vertont.

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Beesus – Sgt. Beesus… And The Lonely Ass Gangbang!

Ein bisschen Wahnsinn kommt immer gut – dachten sich wohl auch Beesus, schnallten ihre Gitarren an und stürzten sich auf eines der wildesten und zugleich wirrsten Alben der letzten Monate. Die Herren aus der ewigen Stadt Rom halten herzlich wenig von Amore, das bleibt wohl Wanda vorbehalten. Stattdessen treffen sich Punk, Stoner, Doom, Garage Rock und Psychedelia zu einem ausgeflippten Mix mit starker 90s-Schlagseite. An „Sgt. Beesus… And The Lonely Ass Gangbang!“ ist nicht nur der Titel schräg.

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Scraps Of Tape – The Will To Burn

Die schönsten musikalischen Momente tauchen oft aus dem kompletten Nichts auf. Wobei, ganz unbekannt sind Scraps Of Tape nun auch nicht. Seit 2000 veröffentlichen die Schweden in schöner Regelmäßigkeit süßlich-sperrigen Post Rock mit Alternative-, Math- und sogar Post-Hardcore-Einschlag. Für das mittlerweile sechste Studioalbum „The Will To Burn“ verbarrikadierte sich das Quintett in einer alten Schule auf dem Land und nahm ihr bislang stärkstes Werk auf.

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Isolation Berlin – Vergifte dich

Was ist eigentlich wirklich, was noch echt? Lügen, Fake News und Alltagsentfremdung sind stete Begleiter für Isolation Berlin. Ihr „Und aus den Wolken tropft die Zeit“ war vor zwei Jahren entscheidender Impuls für die stagnierende deutsche Alternative-Gitarrenrock-Szene, die gemeinsame Platte mit Der Ringer ein kurioses Experiment zwischen Freundschaft und Verweigerungshaltung. 2018 wirft das Quartett einen ungefilterten Blick auf Liebe und Verzweiflung, und tauft diesen auf den angenehm bissigen Namen „Vergifte dich“.

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Templeton Pek – Watching The World Come Undone

Während den Aufnahmen zu ihrem neuen Album schwirrte ein Begriff immer und immer wieder über den Köpfen Templeton Peks: Brexit. Die Abschottung ihrer britischen Heimat vom Rest Europas ist für die Melodic-Hardcore-Veteranen aus Birmingham immer noch ein Rätsel. Auf „Watching The World Come Undone“ beobachten und analysieren sie nun auf globaler Ebene, wie ein Teil der Bevölkerung ihre eigene Zukunft sabotiert, und wie ein anderer Teil entschieden dagegen rebelliert.

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We Were Sharks – Lost Touch

Seit 2011 touren die Kanadier We Were Sharks mit wachsender Begeisterung durch Nordamerika im Namen von Gevatter Pop-Punk – ein alter Bekannter, der sich einfach nicht unterkriegen lassen will. Getragen von mächtigen Hooklines und scharfen Kanten, landete das Sextett nach einem Album und einer EP beim Branchenkrösus Victory Records. Hinter dem Label-Debüt „Lost Touch“ steckt eine Abhandlung über die zunehmende Entfremdung vom alltäglichen Umfeld, von Freunden und Beziehungen.

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Dead Kittens – Pet Obituaries

Mit einem Fuck-Finger für Konventionen tankt sich ein holländisch-israelisches Duo durch unorthodxoen Crossover-Wahnsinn. Hinter Dead Kittens stecken ein Comic-Künstler und ein Multi-Instrumentalist, die den Dino Punk von möglichst allen Seiten aufzäumen und Dekonstruktion zur großen Kunst erheben. Verschiedenste Genres und Instrumente, begleitet von grellen Videos und Animationen, rennen Sturm gegen jegliche Erwartungshaltung. „Pet Obituaries“ ist wahrlich, wie es im englischen Sprachraum heißt, ‚an acquired taste‘.

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Loma – Loma

Loma lernten sich auf Tour kennen, als das Ehepaar Emily Cross und Dan Duszynski aka Cross Record 2016 Shearwater supportete. Deren Sänger Jonathan Meiburg war ungemein angetan vom Sound der beiden, eine Session in einem Haus in Austin sollte folgen. Über die nächsten Monate setzten sich die Arbeiten fort, obwohl Cross‘ und Duszynskis Ehe zwischenzeitlich zerbrach. Beflügelt von dieser ungewissen Atmosphäre, entstand das schlicht „Loma“ betitelte Debüt.

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