Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Sons Of Morpheus – Nemesis

Gevatter Rock gibt sich ein mächtiges Stelldichein und Sons Of Morpheus sind seine willfährigen Sklaven. Das Power-Trio verbindet Psych, Stoner, Blues und Hard Rock mit der nötigen Portion Freigeistigkeit und Spielfreude. Zweieinhalb Jahre nach ihrem eponymen Debüt melden sich die Schweizer endlich wieder auf Platte zurück und zeigen sich energischer denn je. Zugleich tritt „Nemesis“ den Beweis an, dass man an reihenweise vertraute Bands und Sounds erinnern kann, deswegen aber noch lange kein müder Abklatsch sein muss.

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Arbouretum – Song Of The Rose

Kaum jemand spielt so gut mit Emotionen und philosophisch-esoterischer Mystik wie Dave Heumann. Als Sänger und Gitarrist von Arbouretum ist er Vordenker einer der rustikalsten und zugleich verträumtesten Formationen Baltimores. Doomige Schwere, Drone-Intensität, folkige Verletzlichkeit und das zeitlose Gefühl nativer Americana-Klänge tragen das Quartett seit jeher durch die Lande. Für „Song Of The Rose“ nahmen sich Arbouretum ungewöhnlich viel Zeit – beim Songwriting wie auch im Studio.

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Pontiak – Dialectic Of Ignorance

Im Vergleich zu ihren ersten, äußerst umtriebigen Jahren ließen es Pontiak zuletzt vergleichsweise ruhig angehen. Die drei Carney-Brüder Van, Jennings und Lain gingen unter die Bierbrauer und richteten sich während den Arbeiten an ihrer neuen Platte sogar eine eigene Brauerei auf ihrer Farm in den Blue Ridge Mountains ein. Für Van Carney sind Musik und Brauerei gleichermaßen kreative Prozesse, die einen überallhin tragen können. Zu „Dialectic Of Ignorance“, dem neuen Studioalbum, gibt es nun also ein herzhaftes Prost mit auf den Weg.

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We Were Strangers – Beneath A Broken Sky

Inspiriert durch die facettenreiche musikalische Szene seiner Heimat Manchester, rief Stefan Melbourne 2015 das Singer/Songwriter-Bandprojekt We Were Strangers ins Leben. Den Namen borgte er sich vom gleichnamigen Film aus dem 40er Jahren, in dem, so die geflunkerte Behauptung Melbournes Mutter, sein Großvater mitgespielt hatte. Ohne Opa – und wohl auch Mama – ging es vergangenes Jahr erstmals für ein paar Konzerte nach Deutschland. Nun steht das Debütalbum „Beneath A Broken Sky“ in den Läden.

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Milky Chance – Blossom

Der Erfolg von „Stolen Dance“ kam für Milky Chance so plötzlich wie überraschend. Top-Platzierungen und Edelmetall rund um die Welt, Major-Vertrag, ein Jahr auf Tour und Auftritte im amerikanischen Fernsehen sollten folgen. Clemens Rehbein und Philipp Dausch lassen sich vom explodierenden Interesse an ihrem Folktronica-Projekt aber nicht beeindrucken und nutzten die letzten Monate stattdessen zur Reflexion. So entstand „Blossom“, das Album nach dem Album, das jedoch nichts an musikalischer Unbekümmertheit eingebüßt hat.

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Pulled Apart By Horses – The Haze

Frei nach „The IT Crowd“, haben sich Pulled Apart By Horses nach dem Release von „Blood“ heruntergefahren und neugestartet. Das 2014er Album der Mannen aus Leeds war ungewohnt durchdacht und filigran – ein spannender Ansatz, der nun allerdings wieder verworfen wurde. Um Neu-Schlagzeuger Tommy Davidson verstärkt, zogen sich die Briten für zehn Tage in eine kleine Hütte in Wales zurück und rockten wieder frei von der Leber weg. Der bissige, hymnische Garagen-Sound bekommt „The Haze“ hörbar gut.

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Spoon – Hot Thoughts

Wenn Spoon ein neues Album ankündigen, sind Erwartungen hinfällig – Britt Daniel machen sowieso alles anders. In ihrer amerikanischen Heimat landeten die letzten drei Platten der Indie-Institution durchwegs in den Top 10, in Deutschland bleiben sie wohl ein ewiger Geheimtipp, warum auch immer. Für „Hot Thoughts“ kehren sie nach zwei Jahrzehnten zu Matador Records zurück, wo einst ihr Debüt erschien, und machen es sich so pointiert wie nie zwischen den Stühlen bequem.

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Real Estate – In Mind

Werden Real Estate erwachsen? Interviews und PR-Texte lassen entsprechende Entwicklungsschritte vermuten. Der leicht verträumte, sehnsüchtige Indie-Sound des Quintetts aus Ridgewood, New Jersey klang immer schon wie von einer anderen Welt, irgendwo in Suburbia zwischen Kindheit und Auszug aus dem Elternhaus gestrandet. Während die Musiker nach und nach heiraten und Eltern werden, deuten sich, parallel dazu, thematische Änderungen an. Eines bleibt jedoch gleich: Auch „In Mind“ verspricht hohe Qualität zwischen Kuschelkurs und schwerer Melancholie.

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The Devil And The Almighty Blues – II

Ihr erstes, selbstbetiteltes Album war vor knapp zwei Jahren eine kleine Sensation. The Devil And The Almighty Blues sind freilich nicht die erste – und keineswegs letzte – norwegische Band, die sich der zeitlosen, beseelten Mischung aus Blues und Stoner Rock verschrieben hat. Und doch ist kaum ein zweiter skandinavischer Act so heavy, finster und doch eingängig zugleich. Einige umjubelte Festival-Auftritte und intensive Songwriting-Sessions später, steht nun „II“ in den Startlöchern.

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The Shins – Heartworms

Neben Soundtrack-Arbeiten, Schauspielerei und den Broken Bells fand der äußerst umtriebige James Mercer endlich wieder Zeit für The Shins. Vom Lineup des bis dato letzten Band-Albums „Port Of Morrow“ (2012) ist einzig er übrig geblieben. Musikalisch fühlt sich der Mittvierziger nun wieder stärker mit den Anfangstagen der Indie-Institution verbunden und trat bei der Gelegenheit auch erstmals als Produzent in Erscheinung. Mit einem Ego-Trip hat „Heartworms“ aber herzlich wenig zu tun.

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