Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

The Hydden – Anthems For The Wild And Hungry

Ein Hoch auf Power-Duos: The Hydden aus der Schweiz reduzieren ihren bluesigen Garagen-Punk auf das personelle und instrumentale Minimum, ohne dabei jedoch an der Qualität ihrer Musik einzusparen. Dicke Gitarren hier, mächtige Drums da, dazu zwei Sänger, ein Hauch von Grunge und ganz viel Rock: „Anthems For The Wild And Hungry“ wurde unter der Regie von Mike Philips (u.a. Stone Sour) in Toronto aufgenommen und schwappt nun wieder zurück aufs europäische Festland.

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Poliça And s t a r g a z e – Music For The Long Emergency

Gesucht und gefunden: Die Zusammenkunft der US-Electro-Pop-Revoluzzer Poliça und des Berliner Chamber-Avantgarde-Kollektivs s t a r g a z e basiert auf Improvisationen, Jam-Sessions und, angesichts der stattlichen Mitgliederzahl, etwas ungewöhnlichen Songwriting-Sessions. Bereits vergangenes Jahr entstanden Neuinterpretationen von Steve Reichs Album „Music For Pieces Of Wood“, nun gibt es mit „Music For The Long Emergency“ sogar komplett eigenes Material, das bereits 2016 unter den Eindrücken der US-Präsidentschaftswahl entstanden war.

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Ducking Punches – Alamort

Dass Ducking Punches einst ihre ersten Gehversuche als Solo-Acoustic-Projekt unternahmen, scheint angesichts des heutigen musikalischen Dickichts kaum vorstellbar. Frontmann Dan Allen erweiterte seine Spielwiese um ein komplettes Band-Line-up und widmet sich einem Mix aus Punk, Rock und Folk. Auf „Alamort“ verarbeitet er nun überaus persönliche Themen und steigt schon mal in seelische Abgründe hinab. Entsprechend wuchtig und emotional aufgeladen präsentieren sich die neuen Songs.

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Ghostmaker – Buzz

Das Mini-Album nach dem Mini-Album ist zugleich das Mini-Album vor dem Mini-Album. Was nach einem Albtraum aus den Untiefen des Konfuzianismus klingt, umschreibt die Release-Politik von Ghostmaker. Als vergangenen Juni ihr erstes Halb-Album „Aloha From The Dark Shore“ erschien, wurde eine volle Platte, die eigentlich zuvor aufgenommen wurde, für die zweite Jahreshälfte ankündigt. Letztlich ist es Februar 2018 geworden, und dann ist „Buzz“ auch noch das zweite Kapitel einer Mini-Album-Serie. Klingt verwirrend? Eine bärenstarke halbe Stunde Rock mit Ecken und Kanten entschädigt für den Gehirnschwurbel.

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Franz Ferdinand – Always Ascending

Linear? Gibt es bei Franz Ferdinand schon lange nicht mehr, und Stress hat sowieso keinen Platz. Abgesehen von FFS, dem gemeinsamen Projekt mit Sparks, hat das letzte reguläre Album der Schotten bereits viereinhalb Jahre auf dem Buckel. Gründungsmitglied Nick McCarthy ging von Bord, gleich zwei neue Musiker sind nun Teil der Band und hinter den Reglern sitzt dieses Mal Cassius-Mastermind Philippe Zdar. Entsprechend anders und doch vertraut präsentiert sich „Always Ascending“.

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Ezra Furman – Transangelic Exodus

Wo Ezra Furman aufschlägt, wird es spannend. In den letzten Jahren konsequent in die Retro-Schublade gesteckt, versucht der US-Amerikaner nun auszubrechen und mit seiner als The Visions reformierten Backing-Band neue musikalische Ufer zu erobern. Auf „Transangelic Exodus“ entwirft er einen kuriosen narrativen Faden, den er rund um seine Erfahrungen mit non-binärer Geschlechtsidentität, seinen jüdischen Glauben und das aktuelle politische Klima gesammelt hat.

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Orph – The Pryamid Tears Of Simba

Gäbe es Orph nicht, man müsste eine Band wie sie erst erfinden. Kunstprojekt und Dream-Pop-Bombasten zugleich, debütierte die Quintett aus Leipzig bereits 2012 mit „Poems For Kui“ und supporte im Anschluss unter anderem Phillip Boa und Casper. Mit „The Pyramid Tears Of Simba“ steht nun eine neue Großtat in den Startlöchern. Die poppig-fantasievolle Science-Fiction-Reise knüpft nahtlos und unwahrscheinlich bezaubernd an das Debüt an.

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And The Golden Choir – Breaking With Habits

Nach einem überaus produktiven Jahr mit Klez.e widmet sich Tobias Siebert nun wieder And The Golden Choir, seiner zweiten großen musikalischen Liebe. Hier trifft Pop auf verschiedenste avantgardistisch angehauchte Indie- und Art-Zustände, die schon mal an Radiohead oder Everything Everything erinnern. Klingt kauzig, weiß aber zu funktionieren: Auf „Breaking With Habits“ ist der Name Programm und das Überschreiten von Grenzen willkommene Begleiterscheinung.

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Turbonegro – RockNRoll Machine

Kultig und zotig – nur wenige Bands vereinen diese beiden Begriffe so sehr wie Turbonegro. Happy-Tom und Konsorten rocken seit 1989 durch den Death-Punk-Zirkus, ihre großen Hits schreien nach Blut und stattlichen Seemännern. Mit dem Einstieg von Tony Sylvester wurde man ein wenig ruhiger, seit „Sexual Harassment“ sind knapp sechs Jahre vergangen. Auf „RockNRoll Machine“ wollen die Norweger alles anders machen und interpretieren alte Themen mit neuem Elan und deutlichem 80s-Faible.

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Hookworms – Microshift

Wenn eine Band, die selbst bevorzugt mit Konventionen bricht, urplötzlich gegen zuvor etablierte eigene Konventionen verstößt, beißt sich die Psych-Katze dann in den eigenen Schwanz? Hookworms stellen keine abstrusen Fragen, liefern aber auch keine Antworten. Das Quintett aus Leeds erklärte das Aufnahmestudio kurzerhand zum zusätzlichen Instrument und konzentrierte sich auf experimentelle musikalische Küche. „Microshift“ ist Psych und Pop, Kraut und Indie zu gleichen Teilen.

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