Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Mongol Horde – Mongol Horde

Frank Turner ist vor allem als Folkpunk mit durchaus erfolgreicher Solokarriere bekannt. Bevor der Brite zur Akustik-Gitarre griff, war er Sänger in der Hardcore-Punk-Band Million Dead. Gemeinsam mit seinem damaligen Mitstreiter Ben Dawson sowie Matt Nasir seiner Solo-Backing-Band The Sleeping Souls gründete er das Hardcore-Spaßprojekt Mongol Horde, mal mit, mal ohne Metal-Umlaute geschrieben. Auf dem eponymen Debütalbum geht das Trio nicht nur in die Vollen, es hat auch hörbar Spaß.

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Clap Your Hands Say Yeah – Only Run

Clap Your Hands Say Yeah – war das nicht die Band mit der raspeligen Fistelstimme? „In This Home On Ice“, „The Skin Of My Yellow Country Teeth“ und „Satan Said Dance“; Alec Ounsworth lebt die Zukunft jetzt – und das ohne Band. Die Brüder Lee und Tyler Sargent sowie Robbie Guertin stiegen 2012 aus, womit dem 36jährigen aus Philadelphia nur noch Schlagzeuger Sean Greenhalgh zur Seite steht. Für Ounsworth ist das kein Problem, er nimmt auch weitestgehend autark spannende Platten auf. Album Nummer Vier, „Only Run“, wehrt sich einmal mehr gegen sämtliche Kategorisierungsversuche.

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Cold Specks – Absisto

Düster, beseelt, bedrückend und bewegend – was Al Spx mit ihrer Band als Cold Specks anpackt, löst Emotionen aus, die man zu fühlen sich nicht in der Lage glaubte. Als ‚Doom Soul‘ bezeichnet die 26jährige Kanadierin ihren Sound und könnte damit kaum richtiger liegen. „I Predict A Graceful Expulsion“ war eines der großen Überraschungsalben 2012, der beinahe perfekt Hybrid aus Soul, Gospel, Gothic und Doom. Der heiß herbeigesehnte Nachfolger „Neuroplasticity“ soll am 22. August erscheinen und noch mehr Unübliches zu bieten haben. Einer eben jener unorthodoxen Tracks ist die erste Hörprobe „Absisto“.

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The Fog Joggers – From Heart To Toe

Durch den Nebel ins Studio und zurück: The Fog Joggers aus Krefeld debütierten 2011 mit dem grundsympathischen Album „Let’s Call It A Day“ und entspanntem Indie Pop/Rock, der sich selbst nie genug war und das auch nach wie vor nicht ist. Das Quartett bricht musikalisch aus gängigen Genre-Schemata aus und schreibt dabei, sozusagen im Vorbeigehen, eine Hymne nach der anderen. Elf neue potentielle Lieblinge vereint nun das in den Düsseldorfer ?-Studios aufgenommene „From Heart To Toe“.

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Röyksopp & Robyn – Do It Again

Röyksopp und Robyn sind einander nicht fremd. Das norwegische Produzentenduo und die schwedische Electro-Pop-Veteranin unterstützten sich bereits 2009 gegenseitig auf „The Girl And The Robot“ und ein Jahr später auf „None Of Dem“. Nun erscheint ein Mini-Album, das gemeinsam erarbeitet wurde – nicht etwa Künstler A feat. Künstler B, sondern eine Art Band-Platte, der eine gemeinsame Tour folgen wird. „Do It Again“ erinnert in zahlreichen Momenten an das jeweilige Wirken der beteiligten Musiker und überrascht doch immer wieder.

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Super Duper Alice Cooper

1964 wollte der 16jährige Schüler und Läufer Vincent Furnier am Talentwettbewerb seiner Schule teilnehmen. Gemeinsam mit Teamkollegen gründete er The Earwigs, aus denen The Spiders und schließlich Alice Cooper werden sollten. Der Bandname sollte später zu Furniers bürgerlichem Namen werden, er verkörperte die Kunstfigur beinahe zwei Jahrzehnte lang Tag und Nacht mit allen Highlights und Abgründen. „Super Duper Alice Cooper“ wagt einen Blick zurück auf die ersten beiden Jahrzehnte Furniers und Coopers in einer ganz eigenen Dokumentationsform, die man so wohl noch nie gesehen hat.

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Sivert Høyem – Endless Love

Erneut wird die Karriere Sivert Høyems durch einen Todesfall erschüttert. Vor sechs Jahren setzen das Ableben seines Bandkollegen Robert Burås einen Schlusspunkt hinter Madrugada, nun ist es der langjährige Manager und Freund Per Eirik Johansen, den der Norweger während der Fertigstellung seines neuen Soloalbums verlor. Der Trauerfall hatte zwar keine direkte musikalische Auswirkung auf „Endless Love“, das Album wurde dafür ihm gewidmet. Es ist Høyems bislang bunteste Soloplatte, sofern man verschiedene Schwarz-Schattierungen als ‚bunt‘ bezeichnen möchte.

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Newmen – Rush Hush

Die fünf Herren hinter Newmen kennen sich bereits seit mehreren Jahren, fanden sich aber erst 2012 in Frankfurt am Main zusammen, um gemeinsam Musik zu machen – und die ist, wie man im Englischen so schön sagt, ‚all over the place‘. Auf „Rush Hush“ treffen Synthesizer, 60s-Rock-Gitarren, semi-elektronische Klangflächen und technoide Drumpattern aufeinander für eine Platte, die den klassischen Indie Pop/Rock-Duktus mit schelmisch-anzüglichem Funk und ausladenden, geradezu krautig-poppigen Instrumentals vermengt.

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School Of Language – Old Fears

Neben seinen extensiven Field Music-Aktivitäten fand David Brewis zwischendurch Zeit, sein Nebenprojekt School Of Language zu reaktivieren und einen Nachfolger für das 2008 erschienene „Sea From Shore“ zu schreiben. „Old Fears“ wurde zwischenzeitlich um ein Monat verschoben, vollbringt aber auch mit Verspätung eine Punktlandung zwischen obskurem Indie Pop/Rock mit elektronischer Schlagseite und einem Händchen für an Math-Patterns orientierten Gitarren.

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Douglas Dare – Whelm

Ein faszinierender Künstler wagt sich an das Albumformat. Singer/Songwriter Douglas Dare ließ im vergangenen Jahr mit der EP „Seven Hours“ aufhorchen. Gemeinsam mit Produzent und Perkussionist Fabian Prynn begab sich der in London lebende Musiker im November des vergangenen Jahres in die Studios von Klangschmied Flood, wo schon PJ Harvey und Depeche Mode aufnahmen. Binnen kürzester Zeit enstand eine Platte, die neoklassische Klaviermusik-Ansätze mit Elektronik und alten Synthesizern vermischt. Das Ergebnis: „Whelm“, weder over noch under.

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