Kategorie: Reviews & Previews

Reverend Stomp

Reverend Stomp – Mescalero Ranger

Vier Herren aus Wien, die Wurzeln in Übersee am Chiemsee, der Sound sumpfig und surfend. Reverend Stomp nennen ihre Musik ‚Swamp Surf‘ und haben damit ein neues Genre erfunden. Blues, Surf, Garage, Alternative und ein wenig Americana stecken unter anderem im wilden, bekömmlichen Mix des Quartetts um Charakterstimme Christoph Mooser, der für zusätzliche Würze sorgt. Live im Studio eingespielt, klingt das zweite Album „Mescalero Ranger“ wie der Soundtrack zu einer Fahrt durch den wüsten Süden Amerikas und ist dabei stets auf hochspannende Weise sein ganz eigenes Ding.

Weiterlesen
Sébastien Tellier

Sébastien Tellier – Kiss The Beast

Seit Jahren und Jahrzehnten schreibt und produziert Sébastien Tellier. Er trat 2008 für Frankreich beim Song Contest an, war 2024 Teil der Paralympics-Eröffnungszeremonie in Paris, in Soundtracks zu hören und schrieb selbige in Hülle und Fülle. Obwohl er zuletzt alles andere als untätig war, ist das letzte Album „Domesticated“ doch schon wieder fünfeinhalb Jahre her. Die Trademarks blieben erhalten – Bart, lange Haare, Sonnenbrille – die Musik erfuhr eine kleine Metamorphose. „Kiss The Beast“ stellt sich noch eine Spur breiter auf und erweitert vertraute Synth- und Electro-Klänge in verschiedenste Richtungen.

Weiterlesen
Joyce Manor

Joyce Manor – I Used To Go To This Bar

Als es nach mehrjähriger Pause endlich wieder auf Tour ging, waren Joyce Manor sofort in ihrem Element. Mit „40 oz. To Fresno“ im Gepäck, ging es in noch größere Venues sowie unter anderem in den Support für Weezer. Die Arbeiten an einem Nachfolger begannen bereits Anfang 2023, sollten sich jedoch ziehen. Gleich mit dem ersten fertigen Demo konnten sie jedoch kein Geringeren als Bad Religion-Legende Brett Gurewitz – ihren Label-Boss – als Produzenten verpflichten. Für das Trio aus Kalifornien erfüllte sich damit ein Traum. Und das hört man dem neuen Longplayer „I Used To Go To This Bar“ selbstverständlich ab der ersten Sekunde an.

Weiterlesen
GUV

GUV – Warmer Than Gold

Erst war er Young Governor, dann Young Guv, jetzt nur noch GUV: Ben Cook verkürzt seinen Namen ein weiteres Mal, bleibt seinem Faible für feine, unwiderstehliche Popsongs mit Ecken und Kanten jedoch treu. Dieses Mal begegnet er den großen Fragen und Themen des Lebens mit ebenso großen Beats und Hooks. Mehr Britpop, mehr Madchester und mehr Psychedelia halten Einzug in den Sound, abermals mit Dauer-Songwriting-Partner James Matthew Seven (No Warning) erarbeitet. Zwar hatte man bei den gemeinsamen Sessions in Portugal am Ende mehr Spaß als fertige Songs, doch war das Fundament für die verfeinerte Ausrichtung von „Warmer Than Gold“ gelegt.

Weiterlesen
Sweatmaster

Sweatmaster – More!

2011 hatten Sweatmaster genug. Nach vier mächtigen Alben verabschiedeten sich die finnischen Garage-Rock-Meister erst einmal, hatten genug von ihrem verschwitzten Sound. Später folgte noch ein kleiner Neustart als Little Boots mit mehr Hard Rock, der sich ebenfalls verlief. Vor ein paar Jahren gab es dann doch wieder erste Konzerte, dann entstanden erste Songs, und nun steht tatsächlich das erste Album seit über 15 Jahren in den Startlöchern. „More!“ klingt letztlich, als hätte es diese Auszeit nie gegeben, und das entpuppt sich als verdammt fantastische Angelegenheit.

Weiterlesen
Lucinda Williams

Lucinda Williams – World’s Gone Wrong

Um klare Worte war Lucinda Williams nie verlegen, und die braucht es aktuell mehr denn je. Die mehrfache Grammy-Gewinnerin hat nach diversen Cover- und Jukebox-Platten wieder komplett neues Material im Gepäck und bezieht Stellung als Stimme in einer Welt, die am Abgrund steht, in ihrer Heimat diesen vielleicht bereits längst hinabstürzt. Im vergangenen Frühjahr aufgenommen, trägt „World’s Gone Wrong“ die Kampfansage bereits im Titel und versucht sich als deutlicher Schlachtruf, ohne jedoch die schönen Seiten, die Lichtblicke des Alltags zu ignorieren.

Weiterlesen
YIN YIN

YIN YIN – Yatta!

Die kleinen und großen, gerne cineastisch angehauchten Weltreisenden YIN YIN melden sich zurück, fast auf den Tag genau zwei Jahre nach „Mount Matsu“. Auf dem Weg quer über globale Tanzflächen tankt sich der instrumentale Sound des niederländischen Quartetts durch fantasievolle Jams von Nord nach Süd, Ost nach West. Einmal mehr dominierten östliche Stimmungen, auch der Titel ihres neuen Albums kommt eigentlich aus dem Japanischen. „Yatta!“ heißt so viel wie „Wir haben es geschafft!“, und erreicht haben YIN YIN mit dieser Platte richtig viel.

Weiterlesen
Gavial

Gavial – Thanks, I Hate It.

Die Namensänderung war wichtig, die Musik blieb stark: Gavial meldeten sich im Mai 2023 erstmals unter dieser Bezeichnung und mit einem ersten Album, „Vor“. Bassist Paul kam erst hinzu, als der Großteil der Songs bereits geschrieben waren. Das ändert sich auf dem Nachfolger, wo der Tieftöner eine aktive Songwriting-Rolle erhielt; die Quartett-Besetzung in der Dreiecksachse zwischen Berlin, Dresden und Leipzig wurde konzentriert ausgereizt. An der rund um Blues und Psychedelic Rock angesiedelten Grundausrichtung änderte sich zwar wenig, doch findet „Thanks, I Hate It.“ neuen Zugang zu noch intensiverem Tiefgang.

Weiterlesen
Kind Kaputt

Kind Kaputt – Ins Blau

Einfach machen. Nicht erst auf Morgen warten. Den Tag siezen. Letzterer Punkt sollte anders lauten, ist aber egal. Denn Kind Kaputt regen dazu an, ewiges Grübeln abzulegen und ausnahmsweise im Hier und Jetzt zu leben, ohne stets an die Vergangenheit oder die Zukunft zu denken. Das äußerte sich unter anderem im Songwriting für ihr mittlerweile drittes Album. Anstatt erst instrumental genau auszuarbeiten und danach die Lyrics zu schreiben, entstanden sämtliche Elemente bevorzugt gleichzeitig. Dadurch auf das Wesentliche reduzierte Arrangements und das Bekenntnis zum Leben im Moment lässt „Ins Blau“ gekonnt wachsen und gedeihen.

Weiterlesen
New Miserable Experience

New Miserable Experience – Gild The Lily

Aktuelle und ehemalige Mitglieder von Rosetta, Revocation und Rivers Of Nihil beschreiten neue Pfade. Während zumindest die beiden letzteren Bands für anspruchsvolle, technisch versierte Metal-Härte bekannt sind, haben New Miserable Experience damit herzlich wenig zu tun. Das Quintett aus Philadelphia versteht sich auf kunstvolle Alternative-Klänge mit Synth- und Electro-Fokus – beatesk, leicht proggig, poppig und bis obenhin voll mit dichten Texturen. Während man echte Drums und Percussion vergeblich sucht, ist das erste komplette Album „Gild The Lily“ dafür bis obenhin voll mit faszinierenden Klangvisionen.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?