Kategorie: Reviews & Previews

Rustin Man

Rustin Man – Clockdust

Erst lässt er 17 Jahre warten, dann dauert es plötzlich nur 13 Monate: Ex-Talk Talk-Bassist Paul Webb scheint sich mittlerweile in seiner Solo-Persona Rustin Man wohlzufühlen. Das Debüt „Drift Code“, eine Art inoffizielles Follow-Up zur mittlerweile legendären Kollaboration mit Portishead-Frontfrau Beth Gibbons, überraschte mit kunstvollen, gitarrenbasierten Tracks. Webb merkte jedoch schnell, ausreichend Material für zwei Platten fertiggestellt zu haben, und bemüht auf dem Nachfolger noch feinmaschigere Strukturen mit offenen Klangflächen. Was sich wie ein kleiner Widerspruch liest, funktioniert auf „Clockdust“ hervorragend.

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Disq

Disq – Collector

Zu Beginn des neuen Jahrtausends war Saddle Creek DIE ultimative Talenteschmiede für die lokale Szene von Omaha, Nebraska. Hier machten Conor Oberst (Bright Eyes, Desaparecidos) und Tim Kasher (Cursive, The Good Life) ihre ersten Schritte, später öffnete man sich für Bands außerhalb der Heimatstadt (Two Gallants, Rilo Kiley, The Thermals). Disq haben das Potenzial, sich in diese illustre Riege einzureihen. Das Quintett aus Madison, Wisconsin, allesamt zwischen dem Ende der Teens und den frühen Zwanzigern angesiedelt, veröffentlichte vor vier Jahren bereits ein Kleinod in Eigenregie. Dem Schülerband-Status entwachsen, widmet sich das Debütalbum „Collector“ einem überaus bunten musikalischen Mix.

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March

March – Set Loose

Das gegenwärtige System funktioniert einfach nicht mehr, finden March, und stemmen sich dagegen. Wie sie zu diesem Schluss kommen und warum sie sich laut und deutlich zu intersektionalem Feminismus bekennen? Alleine schon ein Blick in den Social-Media-Alltag sollte als Antwort reichen. Die vier Niederländer*innen zelebrieren forschen, hymnischen Hardcore Punk, der gerne auch mal ins Rockige ausschlägt und Vergleiche mit The Distillers oder The Pearl Harts nahelegt. „Set Loose“, der Titel ihres zweiten Albums, hat was von einem Mission Statement.

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The Slow Readers Club

The Slow Readers Club – The Joy Of The Return

The Smiths. Oasis. The Stone Roses. Manchester kann auf eine gewaltige Musiktradition und unzählige Bands sowie Künstler von Weltformat zurückblicken. The Slow Readers Club wollen in diese Fußstapfen treten. Sie schafften es bereits vor einigen Jahren, ohne Plattenvertrag, einige der größten Venues der Stadt auszuverkaufen und stiegen mit ihrer letzten Platte sogar in die britischen Top 20 ein. Der hymnische Indie-Sound, irgendwo zwischen Pop und Alternative angesiedelt, findet sich auch auf dem vierten Studioalbum „The Joy Of The Return“ wieder.

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Petra und der Wolf

Petra und der Wolf – Surface!

Vor geraumer Zeit waren Petra und der Wolf als Trio unterwegs. Ihr Debütalbum hieß „Chlorine“ und bestach mit eigentümlichem Sound – Alternative Rock, Grunge-Riffs, ein wenig Prog und Singer/Songwriter zum Drüberstreuen. Mittlerweile machen Petra Schrenzer (Gitarre, Gesang) und Aurora Hackl Timón (Schlagzeug, Saxofon) zu zweit weiter, ihr Sound ist noch eine Spur knackiger und doch verschrobener geworden. Knapp sechs Jahre nach dem Einstand tauchen sie wieder auf – „Surface!“ nennen sie das und bringen gar Spannendes aufs Tableau.

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The Animen

The Animen – Same Sun / Different Light

Nach zwei Alben und einem etablierten Sound wollten The Animen raus aus ihrer Haut. Erste Songs für einen Nachfolger zu „Are We There Yet?“ standen bereits nach der anschließenden XXL-Tour, wiederholen wollten sich die Schweizer allerdings nichts. Neue Regel: Jeder muss jeden Track gleichermaßen mögen. Bei der Gelegenheit wurden alte Aufnahmemuster aufgebrochen und neue Einflüsse zugelassen. Entsprechend bunt und doch fokussiert präsentiert sich „Same Sun / Different Light“.

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Hilary Woods

Hilary Woods – Birthmarks

Vor 20 Jahren stand Hilary Woods in den Top 20 der britischen Albumcharts und hatte drei weitere Singles in den Top 30. Damals war sie Bassistin der irischen Alternative-Rock-Hoffnungsträger JJ72, legte zwei Alben hin, stieg 2003 aus und widmete sich ihren Studien der feinen Künste. Nach einer langen Auszeit mittlerweile als Solokünstlerin unterwegs, widmet sich Woods nun Wave-, Electro- und Drone-Sounds, die mit den Klängen ihrer Jugend nichts zu tun haben. Ihr aktuelles Album „Birthmarks“ nahm sie hochschwanger auf, zwischen Galway und Oslo pendelnd, das eigene Selbst und das Konzept des Wachstums erkundend.

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Spectres

Spectres – Nostalgia

Während der Frühling ins Land zieht, kehrt karge Finsternis zurück. Über drei Alben tankten sich Spectres durch den überwiegend kanadischen Untergrund und galten lange Zeit als Post-Punk- und Death-Rock-Geheimtipp. Nach dem Re-Release ihrer bisherigen Platten über Artoffact, die neue Label-Heimat, versucht sich das Quintett aus Vancouver nun am großen Wurf. Ihr „Nostalgia“ wagen den Deep Dive zu den Wurzeln des Genres in den 1980er Jahren und flirtet kräftig mit bekömmlichem Fatalismus.

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Heen

Heen – Steppin‘ Up

Wenn er nicht gerade Flo Mega und Max Herre supportet oder als Gast bei den Heavytones mitwirkt, feilt Heen an seinen eigenen Songs. Der lässige Kölner mit omnipräsenter Kopfbedeckung hat den Soul gepachtet, rappt ab und an schon mal und verschließt sich ebenso wenig vor Gevatter Funk. Nach über 100 Auftritten im vergangenen Jahr und sorgfältiger Ausarbeitung der Solo-Tracks landet nun das Debütalbum „Steppin‘ Up“. Der Name ist Programm, denn Heen erhöht die Schlagzahl und widmet sich neuen Herausforderungen.

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Orchards

Orchards – Lovecore

Sam Rushton und Dan Fane kennen sich schon ewig. Man wuchs zusammen auf und studierte später gemeinsam in Brighton. Innerhalb weniger Wochen lernten die beiden Will Lee-Lewis und Lucy Evers kennen, Orchards waren geboren. Bereits mit ihren ersten Singles und Kleinformaten erregte das britische Quartett ordentlich Aufmerksamkeit. Kunststück, schließlich ist der Mix aus Indie Pop und vertrackt rockenden Math-Gitarren so simpel wie eingängig. Die Songs ihres Debütalbums „Lovecore“ schrieben Orchards nach neunstündigen Arbeitstagen, in Mittagspausen und auf Tour – das Ergebnis purer Liebe zur Musik.

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