Kategorie: Reviews & Previews

LNZNDRF

LNZNDRF – II

So etwas wie Stress kennen LNZNDRF nicht, obwohl sie recht spontan arbeiten. Das Quartett um Mitglieder von The National, Beirut und Grizzly Bear traf sich bereits im September 2019 zu Jam-Sessions für ein zweites Album, die in der Folgezeit bearbeitet und in kurzweilige Form gebracht wurden. Bis zum Release sollte es aber dauern, nicht zuletzt aufgrund mehrerer Verschiebungen aus bekanntem Anlass. Diese widrigen Umstände konnten „II“ allerdings nichts anhaben, denn auch fast eineinhalb Jahre nach den ursprünglichen Sessions klingt die Platte voll und ganz im Hier und Jetzt verankert.

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Alabama Slim

Alabama Slim – The Parlor

Alabama Slim singt seit seiner Kindheit den Blues. Der Gigant aus New Orleans spielte bereits in den 50ern und 60ern mit seinem Cousin Little Freddie King in diversen Bands. Zwischendurch verlor man sich aus den Augen, musiziert aber mittlerweile fast jeden Tag gemeinsam, und das hört man auch. 2007 und 2010 nahmen die beiden zwei Alben auf und tourten für die Music Maker Relief Foundation rund um den Globus. Nun ist der mittlerweile 81jährige Alabama Slim zurück und präsentiert das gemeinsam mit Cousin King und Drummer Ardie Dean aufgenommene „The Parlor“.

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Typhoon

Typhoon – Sympathetic Magic

Pandemie und Lockdown lassen viel Freiraum für Kreativität, doch wer kein eigenes Studio besitzt, muss für die dazugehörigen Aufnahmen zusätzliche Hürde überspringen. Bei Typhoon mit bis zu elf Mitgliedern je nach Lust, Laune und Bühne wurde die Angelegenheit ungleich komplexer. Und dann erscheint aus dem Nirgendwo und ohne Ankündigung ein brandneues Album, eine echte Überraschung. Über die letzten Monate geschrieben, teils in Kyle Mortons Keller improvisiert oder als Voice-Memo übermittelt, landet nun das betont politische Collagenwerk „Sympathetic Magic“, dem man seine fragmentierte Entstehung zu keiner Zeit anhört. Und das, obwohl einige Demo-Schnippsel eingebunden worden sein sollen.

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My Little White Rabbit

My Little White Rabbit – Lowest Heights

Anstatt sich vom Lockdown irre machen zu lassen, schrieben My Little White Rabbit ihr zweites Album. Das Hamburger Quintett um Sängerin Rike Pfeiffer ist nie um eine spitze Pointe verlegen und verpackt Feminismus, Kapitalismuskritik und Surrealismus in poppige Garage-Tracks mit gelegentlichen Psychedelic-Ausflügen. Bauchgefühl trifft Message mit einer gewissen Vintage-Note, ist zugleich stets fest im Hier und Jetzt verankert. Was sich unnötig kompliziert liest, lässt sich einfach zusammenfassen: „Lowest Heights“ tritt ordentlich Hinterschinken.

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Sperling

Sperling – Zweifel

Die Band gibt es bereits seit einigen Jahren, der neue und aktuelle Name folgte allerdings erst im Mai: Sperling aus dem Hunsrück signalisierten mit der Umbenennung einen Neustart auf allen Ebenen, und der schlägt sich vor allem musikalisch nieder: Rock, Post-Hardcore und Rap gehen eine emotionale, spannungsgeladene Symbiose ein, die seit der ersten Single Vergleiche mit Casper und Fjørt aufs Tableau brachte. Warum das wie Arsch auf Eimer passt, und warum das Quintett trotzdem sein eigenes Ding durchzieht, zeigt das Debütalbum „Zweifel“ sehr eindrucksvoll.

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Kiwi Jr.

Kiwi Jr. – Cooler Returns

Wie der Name bereits keinesfalls vermuten lässt, kommen Kiwi Jr. aus Kanada und haben mit Neuseeland herzlich wenig am Hut. Macht aber nichts, denn die Musik des Quartetts aus Toronto ist dafür gleichermaßen schmissig und bezaubernd – Indie durch und durch am Scheitelpunkt zwischen vorwitzigem Pop und Rock mit Retro-Attitüde. Nach dem Einstand „Football Money“ griff Sub Pop zu und gab der Band eine Bühne für ihre schroffe und zugleich unverschämt eingängige Auseinandersetzung mit Zeitgeschichte. „Cooler Returns“ kehrt tatsächlich lässig zurück.

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Billy Zach

Billy Zach – Struggle On

„Shallow“ – ein Begriff, der mit der Musik von Billy Zach nichts zu tun hat, dennoch die perfekte Überschrift für ihr Debütalbum war. Die schrubbende Düsternis ihrer Post Punk-Visionen, gepaart mit Garage-Gitarren und finsteren Wave-Exkursen, erzeugte direkt einen Sturm im Wasserglas. Nun wird nachgelegt, und zwar in besonders ausladender Form. 73 Minuten Musik bäumen sich auf, wenn „Struggle On“ landet. Ist es tatsächlich ein Kampf, mit dieser Unmenge an neuem Material zu Rande zu kommen? Ja, aber eigentlich nein, so die etatmäßig uneindeutige Antwort.

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You Me At Six

You Me At Six – Suckapunch

Seit einem Jahrzehnt sind You Me At Six Dauergäste in den britischen Album-Top-10. Freilich hat sich der Sound des Quintetts mittlerweile deutlich gewandelt. Von den Anfängen zwischen Pop-Punk und Emo blieb wenig übrig, man experimentierte immer mehr und tauchte verstärkt in tanzbare Gefilde ab, ohne dabei auf Gitarren zu verzichten. Den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung bildet das siebte Album der Band. „Suckapunch“ ist noch elektronischer, spielt zugleich mit HipHop und RnB, bleibt dabei aber stets eine Rock-Platte. Mehr oder minder.

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Shame

Shame – Drunk Tank Pink

Vor ziemlich exakt drei Jahren schlugen Shame erstmals auf mit ihrem kurzweiligen Mix aus kauziger Aggression und tanzbarem Fatalismus. Der Einstand „Songs Of Praise“ bediente sich großzügig bei allerlei Post-Punk-Pionieren und kreierte dabei dennoch etwas komplett Eigenständiges. Seit ihrer Gründung tourten die Briten beinahe ununterbrochen, wurden im Frühjahr 2020 allerdings aus pandemischen Gründen jäh ausgebremst. Diese neue Realität, gepaart mit Frontmann Charlie Steens Psychose, drückte Shame zunächst an den Rand des Erträglichen, nur um schließlich eine kreative Explosion auszulösen. Das Ergebnis hört auf den Namen „Drunk Tank Pink“ und wagt sich weiter hinaus als sein Vorgänger.

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Everything In Boxes

Everything In Boxes – Heather

Erst seit wenigen Jahren dabei und doch schon so energisch: Vor drei Jahren erschien die erste EP des Karlsruher Trios Everything In Boxes. Auf „Merciless Weather“ stützte man sich auf einen kurzweiligen Mix aus Emo, Indie und Punk – melodisch und zugleich mitreißend. Danach ging es unter anderem mit For Them All, Nervus, Hippie Trim und Elm Tree Circle auf Tour. Zuletzt sah es mit Auftrittsmöglichkeiten natürlich eher suboptimal aus, also konzentrierte man sich aufs Songwriting. „Heather“ vereint vier brandneue Tracks in unter zehn Minuten.

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