Kategorie: Alben

Charles Pasi – Sometimes Awake

Deutsche Fans des französischen Blues- und Jazz-Songwriters Charles Pasi sind Wartezeiten gewöhnt. Zumindest physisch dauert es immer ein wenig, bis seine Alben in die Läden kommen. Im Fall von „Sometimes Awake“ nun sogar über ein Jahr. Wer sich die Platte noch nicht auf dem Import-Weg besorgt hat, sollte nun aber zuschlagen, denn der 31jährige Singer/Songwriter expandiert seinen Sound ein weiteres Mal und lässt nun auch afroamerikanische sowie Klassik-Einflüsse zu.

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Playfellow – Ephraim’s House

In Chemnitz wird eine schmerzliche Lücke geschlossen, deren Existenz wohl vielen gar nicht erst bekannt war. Fünf Jahre nach „Carnival Off“ gibt es endlich das dritte Studioalbum (möglicherweise ist es auch eine EP – die Angaben gehen auseinander) Playfellows. Mittlerweile ist der Sound des Quintetts organisch gewachsen, wird gemeinhin als „Indie Post Rock“ bezeichnet. Mit überlangen Arrangements, behutsamem Aufbau, Existenzängsten und einer der emotionalsten, bewegendsten Stimmen Deutschlands wird „Ephraim’s House“ zum grandiosen Erlebnis.

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Josefin Öhrn + The Liberation – Horse Dance

Josefin Öhrn + The Liberation gehen auf ihrem Debütalbum auf eine musikalische Reise, die sich den heutzutage inflationär verwendeten Begriff „Psychedelia“ tatsächlich auch verdient hat. Die smarte Schwedin und ihr komponierender Mitstreiter Fredrik Joelson befassen sich mit Philosophie und Ästhetik, spannen den Bogen vom Bildersturm bis zu expressionistischen Abstrahierungen. So trocken, wie sich das liest, ist ihr „Horse Dance“ aber nicht geworden.

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Library Voices – Lovish

Die letzten Jahre der kanadischen Indie-Hoffnungsträger Library Voices als ereignisreich zu bezeichnen, wäre untertrieben. Nach ausgiebigen Tour-Aktivitäten und ganz speziellen Erfahrungen mit Ratten stand eine neue Platte aber lange Zeit auf der Kippe. Sänger und Gitarrist Carl Johnson wurde brutal zusammengeschlagen und steckt noch mittem im Genesungsprozess, bedingt durch Hirnblutungen und Schädel-Hirn-Trauma. Dennoch hat er es sich nicht nehmen lassen, gleich sieben Songs zu „Lovish“ beizusteuern, das noch eine Spur poppiger, psychedelischer und größer ausgefallen ist.

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Bill Ryder-Jones – West Kirby County Primary

Seit seinem Ausstieg bei The Coral 2008 widmet sich Bill Ryder-Jones seiner Solo-Karriere. Aus dem Lead-Gitarristen ist ein Singer/Songwriter geworden, der aber keineswegs auf Referenzen zu seiner früheren Band verzichtet. „West Kirby County Primary“, das bereits dritte Studioalbum, wurde im Schlafzimmer seiner Mutter aufgenommen und befasst sich mit verzweifelten, zum Scheitern verurteilten Beziehungen sowie allgegenwärtigem Bedauern.

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Small Time Giants – Stethoscope

Bei einer Besprechung der Small Time Giants kommt man kaum umher über die durchaus exotische Herkunft des Quartetts zu sprechen. Angefangen hat alles als High-School-Band in Grönland. Wenige Jahre später galt man bereits als größte Rockband des Landes. Danach ging es nach Kopenhagen, der neuen Bandheimat, von wo aus nun der Rest Europas erobert werden soll. „Stethoscope“ ist das meistverkaufte englischsprachige Debüt Grönlands, diverse Auszeichnungen sollten folgen. Nun bekommt auch Deutschland diesen rockigen Einstand zu hören.

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Razz – With Your Hands We’ll Conquer

Vor zehn Jahren stellten fünf Wendländer die deutsche Indie-Welt mit jugendlichem Charme und guten Songs auf den Kopf. Ob Razz einmal in die Fußstapfen von Madsen treten können, muss sich erst zeigen. Das junge Quartett aus dem Emsland setzt zwar auf englischsprachige Texte und hat keine Major-Unterstützung im Rücken, in punkto Esprit, Spielfreude und Reife erinnern sie aber durchaus an die Anfangstage der prominenten Kollegen. Nach Auftritten auf einer Reihe von großen Festivals erscheint nun das Debütalbum mit dem sperrigen Titel „With Your Hands We’ll Conquer“ und zwölf unterhaltsamen Liedchen.

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Matthew Halsall & The Gondwana Orchestra – Into Forever

Trompeter, Komponist, Arrangeur – Matthew Halsall ist ein Tausendsassa und gleichzeitig mögliches neues Gesicht des Jazz. Dabei war das alte Gesicht keineswegs abgenutzt, doch ein wenig frisches Blut… – eigentlich egal, denn der Bandleader aus Manchester lässt sowieso die Musik für sich sprechen und hat ein zweites Album mit seinem Gondwana Orchestra, diversen Streichern, Sängern und anderen Gästen aufgenommen. Halsall selbst ist mit seiner Trompete nur zwei Mal auf „Into Forever“; seine Handschrift ist dennoch unverkennbar.

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Motorpsycho – Supersonic Scientists

In gut 25 Jahren sammelt sich einiges an. Das mussten auch die überaus umtriebigen Psych-Progger Motorpsycho feststellen, als sie an ihrer eigenen Ausstellung „Supersonic Scientists“ im norwegischen Rock-Staatsmuseum Rockheim feilten. Die releasefreudigen Veteranen, die neben einer an sich kaum überschaubaren Menge an Studioalben noch zig Kleinformate, Live-Platten und Kollaborationswerke veröffentlicht haben, entschieden sich schließlich für 15 Songs (sowie zwei Bonus-Tracks auf der CD-Version), nannten diese Compilation ebenfalls „Supersonic Scientists“ und bieten damit die erste komplette Rundreise durch das wundersame Werk der Nordlichter.

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Little Comets – Hope Is Just A State Of Mind

Der Weg der musikalischen Selbstbestimmung ist alles, nur nicht risikofrei. Das wissen auch Little Comets und schreiten mutig voran durch die britische Radiolandschaft. Auch ihr drittes Album wurde in Eigenregie aufgenommen und vertrieben, kratzte in UK gar an den Top 30 und erfreute sich steter Radiorotation. Zufall? Mitnichten, denn der smarte Indie-Sound mit Pop- und Rock-Sprengseln ist gleichermaßen eingängig wie clever. Besagte Platte, „Hope Is Just A State Of Mind“, nimmt nun auch Kurs auf den Rest Europas.

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