Schlagwort: Grunge

Together Pangea

Together Pangea – Eat Myself

Schon wieder viel zu viel Zeit vergangen, möchte man meinen: Together Pangea präsentieren ihr erstes post-pandemisches Album, zugleich ihre erste reguläre Platte seit über vier Jahren. Zwar war das Trio aus Kalifornien alles andere als untätig, tourte immer wieder und veröffentlichte akustische Kleinformate, doch gab es eben auch andere Dinge zu tun. Zwei der drei Musiker heirateten und wurden Väter, die Prioritäten verschoben sich ein wenig. Zugleich konnte man im Vorjahr erstmals beim Coachella auftreten und ein sich damit einen großen Wunsch erfüllen. „Eat Myself“ ist nun ihr sechstes Studioalbum, klingt stellenweise ein wenig düsterer und zugleich ruhiger, ja sogar etwas hoffnungsvoll.

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White Reaper

White Reaper – Only Slightly Empty

Plötzlich waren es nur noch drei. Im Vorjahr gingen White Reaper die Wilkerson-Zwillinge und damit die komplette Rhythmusabteilung verloren. Es war der Schlusspunkt einer schwierigen Phase, denn nach dem Major-Einstand 2019 folgte eine lange Pause mit der erhofften Auszeit, doch fand man sich nach eigenen Angaben vier Jahre später auf „Asking For A Ride“ in einer Identitätskrise wieder. Nun ist man bei Blue Grape Music, klein und mehr als fein, arbeitet erstmals als Trio und transportiert den etatmäßigen Power-Pop-Sound in eine neue, gerne mal sympathisch schwerfällige Richtung. „Only Slightly Empty“ hat aber weiterhin Hooks in rauen Mengen zu bieten.

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Pabst

Pabst – This Is Normal Now

Der Abriss nimmt weiter Form an: Seit ihrer ersten EP vor nunmehr stolzen neun Jahren zählen Pabst zu den absoluten Meistern schrammelnder Gitarren und kantiger Hooks. Gleichzeitig ringen sie mit den Schattenseiten der Gegenwart. Bereits „Crushed By The Weight Of The World“ wusste vor gut drei Jahren, dass es wohl keinen Weg zurück aus der gesellschaftlichen und globalen Sackgasse gibt. Somit bleiben zwei Optionen: Spätkapitalismus zerstören oder in die Musik flüchten. Das Trio hat sich für beides entschieden und dreht mit wachsender Begeisterung am Rad. „This Is Normal Now“ sitzt im brennenden Zimmer und richtet den Blick langsam von innen nach außen.

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Wednesday

Wednesday – Bleeds

Eine gewisse Unvorhersehbarkeit begleitet Wednesday seit ihrem ersten, Anfang 2018 erschienenen Album. Wohin die Reise geht, ist nie so ganz eindeutig, aber immer hochgradig spannend. Zuletzt ließ das US-Quintett auf „Rat Saw God“ vermehrt Alternative, Gaze und sogar ein bisschen Noise in den Vordergrund rücken. Davon verabschiedet man sich nur bedingt, holt aber wieder vertraute Country-, Americana- und Slacker-Ansätze hinzu. „Bleeds“ entstand unter besonderen Vorzeichen: Bereits vor den ersten Sessions hatten sich Sängerin/Gitarristin Karly Hartzman und Gitarrist MJ Lenderman nach sechs gemeinsamen Jahren getrennt. Das verschwiegen sie der Band jedoch bis zum Ende der Aufnahmen, um die gemeinsame Chemie nicht zu stören.

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The Great Machine

The Great Machine – Working Class Anarchist

Eine der am härtesten arbeitenden Bands der letzten Jahre meldet sich wieder aus dem Studio zurück, mit dem bereits sechsten Album binnen neun Jahren. Einfach war die jüngere Vergangenheit für The Great Machine nun wirklich nicht, gerade als israelische Band, die das Gemeinsame und Verbindende der Musik betont, weit über hässliche und zehrende Politik hinwegen. Zugleich ist es die letzte Platte, auf der Drummer Michael Izaky zumindest stellenweise zu hören ist, bevor Band-Kumpel, -Grafiker und -Merchandiser Dan Deutsch einstieg. Am herrlich wilden, abgefuckten und energischen Sound des Trios ändert das aber rein gar nichts: Auch „Working Class Anarchist“ ist so wütend und ungezügelt wie immer.

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Die Spitz

Die Spitz – Something To Consume

Der Mötley Crüe-Streifen „The Dirt“ inspirierte vier Texanerinnen 2022 dazu, eine Band zu gründen. Die Spitz – der bestimmte feminine deutsche Artikel wurde bewusst gewählt – aus Austin mögen es laut, drückend und rifflastig, aber auch melodisch und gefühlvoll. Ihre Einflüsse beziehen sie unter anderem aus Punk, Metal, Hardcore und Alternative Rock, angetrieben durch Freundschaft und Zusammenleben, pointierte Texte und dem steten Spannungsverhältnis zwischen Politischem und Persönlichem. „Something To Consume“ ist ihr wuchtiges, intensives und mitreißendes erstes Album.

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Red Mess

Red Mess – Hi-Tech Starvation

Berlin. Berlin. Sie fuhren nach Berlin. 2013 im brasilianischen Londrina gegründet, veröffentlichten Red Mess ein Album und mehrere Kleinformate, bevor sie nach Corona eine Europatour spielten und gleich den großen Sprung in die deutsche Hauptstadt wagten. Eine weitere Platte folgte, die Zahl der Konzerte nahm zu, der Sound reifte. Inzwischen haben die Noisolution-Feinschmecker zugeschlagen und gewähren dem fieberhaften wie abgehangenen Sound des Trios eine starke, verdiente Bühne. „Hi-Tech Starvation“ räumt in aller Kürze ab und verpasst den drückenden Wüstenklängen frische Akzente.

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Swain

Swain – Infinite Child

Geduld ist eine Tugend, mit der Fans von Swain mittlerweile bestens vertraut sein sollten. Gut, gleich sechs Jahre seit „Negative Space“ sind natürlich eine ganze Menge Holz. Die Welt veränderte sich schnell, und auch bei den Niederländern ist einiges anders. Einerseits kommt man aktuell nur noch in Trio-Besetzung ins Eck, andererseits setzt sich die musikalische Weiterentwicklung fort. Ihr nunmehr viertes Album könnte kaum weiter von den lärmenden Anfangstagen entfernt sein, gibt sich deutlich emotionaler und introvertierter, ohne dabei auf die vertraute Intensität zu vergessen. Unter der Ägide von Szene-Produzentenlegende J. Robbins entstand mit „Infinite Child“ ein bewegendes Happening.

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Superheaven

Superheaven – Superheaven

Nach dem Release von „Ours Is Chrome“ vor zehn Jahren kündigten Superheaven eine Auszeit auf unbestimmte Zeit an, am vorläufigen kreativen Höhepunkt. Zwei packende Platten, über 100 Millionen Streams und unzählige Konzerte gehörten erst einmal der Vergangenheit an. Zwar spielte das US-Quartett in den letzten Jahren die eine oder andere Benefiz- und Festival-Show, ein tatsächliches Comeback findet aber erst jetzt statt. Und wie, denn freudestrahlend erklärt man, endlich wieder eine Vollzeit-Band sein zu können, menschlich habe man sich so und so immer gut verstanden. Ein neues Album gibt es gleich dazu, schlicht und ergreifend „Superheaven“ betitelt.

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Marathon

Marathon – Fading Image

Eine Jam-Session unter Freunden in Amsterdam brachte einer der interessantesten neuen Bands hervor. Kay Koopmans, Lennart van Hulst, und Nina Lijzenga kennen sich bereits seit Schultagen und fanden schließlich einen Sound, der intensive Düsternis und noch intensivere Hoffnung vereint. Als Marathon, live als Quintett unterwegs, vermengen sie unter anderem Post Punk, Grunge, Shoegaze und Indie Rock. Diverse Konzerte und Festival-Auftritte brachten ihnen verdiente Aufmerksamkeit und den Geheimtipp-Status ein. Ihr erstes komplettes Album „Fading Image“ lüftet nun den Schleier des Geheimen mit zehn knackigen Tracks.

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