Schlagwort: Hard Rock

Axel Rudi Pell

Axel Rudi Pell – Ghost Town

Manche Dinge im Leben sind so beständig wie die Gezeiten – und im deutschen Heavy Rock gehören Axel Rudi Pell definitiv dazu. Wer eine Platte des Wattenscheider Quintetts um den namensgebenden Saitenhexer kauft, weiß exakt, was er bekommt: klassischen Hard Rock mit epischen Melodien und einer ordentlichen Prise Ritchie-Blackmore-Gedächtnis-Vibes. Man könnte es als unerschütterliche Treue zum eigenen Stil bezeichnen oder nicht ganz zu Unrecht kritisieren, dass sich die Diskografie seit der Jahrtausendwende so nahtlos aneinanderfügt, dass man so einige Songs beliebig austauschen könnte. Mit „Ghost Town“ bringt Pell nun bereits sein 23. Studioalbum an den Start und beweist einmal mehr, dass er von seinem bewährten Rezept auch im Jahr 2026 keinen Millimeter abweicht.

Weiterlesen
Motorpsycho

Motorpsycho – The Gaia II Space Corps

Das Unerwartete hat bei Motorpsycho einmal mehr Hochkonjunktur. Wohin sie die kreative Reise mal eben zieht, weiß man vorher nur selten – mal akustisch und verspielt, dann psychedelisch, krautig und möglichst ausladend. Eine relativ direkte, trocken rockende Platte servieren die Veteranen aus dem hohen Norden aber selten. Allerdings gefielen ihnen Tracks wie „Stanley (Tonight’s The Night)“ und „The Comeback“ von ihrem jüngsten Album so gut, dass diese direkt als Vorlage des Nachfolgers dienen durften. „The Gaia II Space Corps“ wirkt so unmittelbar und gitarrenlastig wie lange nicht, ohne jedoch komplett aus dem Rahmen zu fallen.

Weiterlesen
Weedpecker

Weedpecker – V

Eine Zeit starker, einschneidender Veränderungen liegt hinter Piotr Dobry. Der Mastermind von Weedpecker erkannte, dass nichts für die Ewigkeit bestimmt ist, dass selbst die schönsten Dinge ganz plötzlich und unerwartet verschwinden können. Dobry konnte und kann dieses Gefühl selbst nicht so richtig beschreiben und versucht es auf dem neuesten Album seiner Band zu verarbeiten. Die gut fünf Jahre Wartezeit auf „V“ zogen sich vielleicht, dafür machten sich die sehr detailorientierten Arbeiten über mehrere Monate und in mehreren Studios nach einem kompletten Jahr Songwriting und Demo-Aufnahmen hörbar bezahlt.

Weiterlesen
Wicked Smile

Wicked Smile – When Night Falls

Harte Klänge aus Down Under – wer bei diesem Stichwort immer noch ausschließlich an AC/DC oder Airbourne denkt, hat die Entwicklung der letzten Jahre schlichtweg verschlafen. Längst haben Metalcore-Größen wie Parkway Drive und Northlane die internationale Bühne erobert, während Formationen wie Be’lakor im Death Metal- oder The Butterfly Effect und Ne Obliviscaris im Progressive-Bereich weltweit für Aufsehen sorgen. Doch auch im klassischen Heavy Metal-Sektor liefert Australien regelmäßig hochkarätige Exporte. Aktuellstes Beispiel: Wicked Smile. Markierte ihr Debüt „Wait For The Night“ bereits ein beachtliches Ausrufezeichen, geht die Truppe aus Melbourne mit ihrem neuen Werk „When Night Falls“ nun endgültig in die Vollen.

Weiterlesen
Gluecifer

Gluecifer – Same Drug New High

Riffs galore mit Ankündigung: 2005 verabschiedeten sich die norwegischen Rocker Gluecifer nach einer ausgedehnten Abschiedstournee, mit einem stattlichen Vermächtnis an Musik und dem einen oder anderen Nachfolgeprojekt im direkten Anschluss. 2018 feierte das Quintett ein Comeback in Fast-Kernbesetzung (einzig Peter Larsson am Tieftöner ist neu dabei), nun gibt es tatsächlich noch einmal neues Material. „Same Drug New High“, das erste komplette Studioalbum seit über 21 Jahren, zeigt eindrucksvoll, warum Gluecifer zu den wichtigsten Scandi-Rock-Vertretern Ende der 90er und Anfang der 2000er zählten, und weiterhin verdammt relevant bleiben.

Weiterlesen
Drink The Sea

Drink The Sea – Drink The Sea I & II

Ein guter Geist schwebt über dem Doppel-Einstand einer prominent besetzten Band, und ist doch leider nicht mehr her: Hinter Drink The Sea stecken verschiedene Musiker, die unter anderem mit Mark Lanegan zusammengearbeitet hatten. Am Start sind Duke Garwood, Alain Johannes (u. a. Queens Of The Stone Age), Peter Buck (R.E.M.), Barrett Martin (u. a. Screaming Trees) sowie Multi-Instrumentalistin Lisette Garcia. Musikalisch bewegt man sich durchaus im Geiste der legendären Reibeisen-Stimme, von transzendentalen und angenehm globalen Einflüssen begleitet – bluesig, wüst, mit Alternative- und sogar Folk-Chic ausgestattet. Zu Beginn gibt es gleich ein Doppelalbum, „Drink The Sea I“ und „Drink The Sea II“, innerhalb 14 Tagen separat erschienen.

Weiterlesen
Mirador

Mirador – Mirador

Gesucht und gefunden, so könnte man die Freundschaft von Jake Kiszka und Chris Turpin nennen. Die beiden Herren lernten sich kennen, als Turpins Band Ida Mae für Kiszkas Greta Van Fleet 2018 den Support gab, bereits im Folgejahr begann man Backstage zu jammen. Mit Mikey Sorbello an den Drums und Nick Pini am Bass und am Keyboard – zwei ehemalige musikalische Partner Turpins – war schnell eine komplette Band gefunden, die als Mirador im Vorjahr fleißig tourte. Wenig überraschend klingt das erste Album, schlicht „Mirador“ genannt, wie die Schnittmenge beider Bands.

Weiterlesen
Laura Cox

Laura Cox – Trouble Coming

Wo Laura Cox draufsteht, ist Qualität drin. Was einst als YouTube-Sensation begann, brachte seither zwei kurzweilige Album zwischen Hard Rock, Blues, etwas Country, Americana und Southern Rock hervor, von unzähligen Konzerten und Festivalauftritten ganz zu schweigen. Die Mittdreißigerin zeigt sich davon unbeeindruckt und zieht ihren Stiefel weiterhin durch, schreibt richtig gute Songs und verbindet die alte Schule mit einem beherzten Statement für modernen Charme. „Trouble Coming“ setzt den vertrauten Weg souverän und konzentriert fort, begleitet von durch die Bank richtig guten Songs.

Weiterlesen
Money & The Man

Money & The Man – Mammon

Neuer Name und doch nicht gänzlich unbekannt: Hinter Money & The Man stecken unter anderem das Rock-Duo Overijssels, das nach zehn gemeinsamen Jahren Sound und Besetzung änderte und nun zu dritt ordentlich Lärm macht. Blues Rock aus der Garage mit Heavyness und Desert-Schlagseite trägt die Niederländer durch herrlich abgehangene und zugleich energiegeladende Songs, zuletzt auf diversen Festivals gesehen. „Mammon“ ist das erste Album als Dreiergespann und räumt mit dicken Riffs, bleierner Schwere und packendem Drive ab – ein Gemisch, das der Heimat noch vor der ersten Note längst entwachsen war.

Weiterlesen
Spidergawd

Spidergawd – From Eight To Infinity

Die Abstände wachsen etwas, doch die Musik bleibt über jeden Zweifel erhaben. Einmal mehr dauerte es bei Spidergawd fast zwei Jahre, für Band-Verhältnisse eine halbe Ewigkeit. Unter anderem hatte Hauptsongwriter Per Borten vergangenen Winter mit verschiedenen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, was die Musik deutlich persönlicher und intimer gestaltete. Zudem kehrt die Band zurück zum vergleichsweise klassischen, direkten Mix aus Hard Rock und NWOBHM, im besten Sinne auf das Wesentliche reduziert. Auch die römischen Zahlen bekommen eine Pause, denn das achte Album trägt den vielsagenden Titel „From Eight To Infinity“.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?