Schlagwort: No Wave

Dry Cleaning

Dry Cleaning – Secret Love

Chicago. Dublin. Das Loiretal. Dry Cleaning kamen bei den Arbeiten an ihrem dritten Album viel herum. Mit den ersten beiden Alben rannte das Londoner Quartett offene Türen ein, zwischen zuweilen stoischen Post-Punk-Arrangements, kauzigem No Wave und bewusstseinserweiternden Spoken-Word-Texten. Sessions wurden bei Jeff Tweedy von Wilco, Alan Duggan und Daniel Fox von Gilla Band sowie in der Black Box von Cate Le Bon abgehalten, die das neue Album schlussendlich produzierte. Im Songwriting rückte die Band enger zusammen, Florence Shaw ließ sich und ihre oft spontan anmutenden Texte gerne mal etwas lenken. „Secret Love“ hievt zwielichtige Gestalten in ungewohnte Umgebungen.

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Trainer

Trainer – Oh, Mandy!

Bass, Bass, wir brauchen … mehr Gitarren. Trainer ringen mit einer ausgeprägten Tieftönerallergie und bringen diese in ihre Musik ein. Das Saarbrückener Quartett, bestehend aus aktuellen und ehemaligen Musikern so illustrer Formationen wie Steakknife, Chandler und Zesura, steht auf bissigen und experimentell veranlagten Noise Rock, der bevorzugt den eigenen Horizont ignoriert und mit kantigen, wüsten Eruptionen versieht. Ob Garagen-Riffs, (Post-)Hardcore, No Wave oder sogar ein wenig Alternative – hier wird mit wachsender Begeisterung dekonstruiert und anti-harmonisiert. Mit etwas Anlauf landet nun ihr zweites Album „Oh, Mandy!“, das für das Quartett ein neues Barry Mani-High darstellt.

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Sam Akpro

Sam Akpro – Evenfall

Warum sollte man Musik in Schubladen drängen, wenn man doch einfach verschiedenste Ideen und Ansätze frei miteinander kombinieren kann? Nach diesem Prinzip arrangiert Sam Akpro seine Songs. Der Südlondoner spielt mit Stimmungen, liebt Noir-Atmosphäre und findet Eingängigkeit selbst in ruppigen Gefilden. Zwischen sonnigen Tagen und kalten Nächten, zwischen Entfremdung und großem Wiedersehen spielt sich das erste komplette Album „Evenfall“ ab – wenig überraschend eine weitere kleine musikalische Häutung mit frischem Wind und alten Wunden, die wieder und wieder gekonnt zusammenfinden.

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Cultdreams

Cultdreams – Things That Hurt

Die Kamikaze Girls sind passé, nun übernehmen Cultdreams das Ruder. Der Bandname mag sich geändert haben, nicht aber der Sound und schon gar nicht die Vision. Es geht um den offenen Umgang mit gesellschaftlichen Problemen, mit Depressionen, PTBS, Frauenfeindlichkeit und Feminismus. In ein durchaus spektakuläres Spannungsverhältnis aus Post Punk, No Wave und Shoegaze gekleidet, bringt „Things That Hurt“ den dramatisch und doch so ehrlich gewählten Albumtitel auf mehreren Ebenen zum Ausdruck.

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Karies – Alice

Mit ihren ersten beiden Alben etablierten sich Karies im Nu als Fixstern am deutschsprachigen Post-Punk-Himmel. Die schroffe, leicht nihilistisch veranlagte Präsentation von „Seid umschlungen, Millionen“ und „Es geht sich aus“ ging im besten Sinne an die Substanz. Die musikgewordene Schwermut scheint nun aber verschwunden zu sein. Erneut von Max Rieger produziert, lässt „Alice“ neue Finesse und beinahe so etwas wie Verspieltheit erkennen.

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Hey Ruin – Poly

Punktlandung mit rohem Biss: Hey Ruin debütierten im März 2016 gar erfolgreich mit „Irgendwas mit Dschungel“ und verpassten der deutschsprachigen No-Wave-Szene einen wichtigen Arschtritt. Nun möchte die Band aus Köln und Trier mehr. Mittlerweile zum Quintett angewachsen, öffnete man den Songwriting-Prozess für alle Musiker und verhandelte gerne auch schon mal über einzelne Wörter. Die Mühe lohnt sich: „Poly“ gibt sich auf allen Ebenen deutlich souveräner, erwachsener und bissiger.

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Karies – Es geht sich aus

Mechanische Kälte und lärmendes Anti-Verständnis umweht den Sound von vier Herren, die auf den schmerzbehafteten Namen Karies hören und gelegentlich ein wenig nach Bohrer klingen. Ihr von Post Punk, Noise und No Wave dominiertes Debüt „Seid umschlungen, Millionen“ ist gerade einmal 13 Monate alt und hallt in seiner konsequenten, kaputten Verweigerungshaltung weiterhin nach. „Es geht sich aus“ schlägt nun ein neues Kapitel auf.

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Messer – Jalousie

Nach zwei unterhaltsamen Platten in schneller Abfolge ließen sich Messer dieses Mal ein wenig Zeit. Das Lineup wurde ein wenig umgebaut, der Sound fokussiert und gebündelt. Als Quintett wühlt die über weite Teile des Landes verteilte Band nun besonders launig durch Post Punk, New- und No Wave, getragen von lakonisch vorgetragenen Kurzgeschichten und einer der ungewöhnlichsten Stimmen der Gegenwart. „Jalousie“ lässt nur wenig Licht durch und spendet durchaus wohligen Schatten.

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Algiers – Algiers

Als Franklin James Fisher zu den von Post-Punk-Idealen beeinflussten Ryan Mahan und Lee Tesche stieß, infizierte er seine Mitstreiter mit dem Gospel-Virus. Aus dem folgenden Dialog entsprang mit Algiers eine Band, die – nicht nur für Atlanta – untypischer kaum sein könnte. Gospel und Soul treffen auf Post Punk, Industrial, No Wave und politisch motivierte Texte. Das Ergebnis: ein gleichermaßen sperriges wie überwältigend faszinierendes, rastloses Debütalbum, schlicht „Algiers“ betitelt.

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