Swingfly – Singing That Melody

Swingfly

Egal, ob großes Kino oder namhafte Musik – oft stammen die großen Produktionen aus den USA. Dass man auch aus Schweden europaweit Karriere machen kann, zeigt der gebürtige New Yorker Ricardo DaSilva II. Als er sich 1991 in Stockholm niederließ, war davon zwar noch nichts zu ahnen, doch konnte er sich als Swing schnell im Rap-Bizz etablieren.

Gemeinsam mit dem bestens bekannten Eurodancer Dr. Alban rotierte vier Jahre später das Cover von „Sweet Dreams“ in den Discos und ein gemeinsames Album scheiterte alleine daran, dass dem damaligen Produzenten Swings gleichzeitiges Engagement bei den Souljazzern Blacknuss nicht passte. Dem Rapper selbst aber gefiel dieser kommerzielle Weg. Es kam zu weiteren Gastauftritten, unter anderem mit Lutricia McNeal und Schwedens Sahnestück des Electropop, Robyn. Seine größten Erfolge hatte Swingfly allerdings zusammen mit dem Electro-Dub-Trio Teddybears STHLM. Ihr Song „Hey Boy“ wurde 2004 einer der Hits in Schweden.

Bei dem eher rockig angehauchten Label Dolores Recordings konnte bereits The Soundtrack of Our Lives und Caesars zu einer international erfolgreichen Karriere verholfen werden – ähnliches soll nun auch mit Swingfly klappen. Dieser lässt sich dazu gut als bunter Vogel verkaufen, der zwar rappt, doch deutlich auf die vokale Bühne drängt. Als Kostprobe des geplanten Albums liefert uns „Singing That Melody“ eine ambitionierte Mixtur mit Indie, Pop und einer Prise Elektro. Aus Synthie-Sounds des Tonwahlverfahrens erbaut sich die Melodie des Stücks. Tanzbare, gute Laune strömt einem entgegen. Dazu hüpft Swingfly kurz zurück in die Neunziger, um seinen Teil am Mikrophon beizusteuern: Fast schon vergessener Euro-Rap, der im gesungenen Refrain an eine weibliche Stimme übergibt. Vom Kontrast her ist das gelungen und trotz des ungewöhnlichen Konzepts keinesfalls unsympathisch. Dank seiner Eingängigkeit könnte es für „Singing That Melody“ durchaus zu einem kleinen Indiepop-Erfolg langen, denn klingeltonkompatibel wäre es allemal. Passenderweise trägt Swingfly im Video dort, wo bei anderen Rappern pseudoreiche Klunker schlabbern, ganz lässig ein Handy um den Hals. Also, viel Erfolg für die Solokarriere!

3/5 Punkte | Single
VÖ: 24.10.2008
Dolores Recordings (EMI Sweden)

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