Mono Inc. – Darkness

Die eigene Stärke und das innere Licht auf einem Album namens „Darkness“ feiern – solche Gegensätze sind kein Problem für Mono Inc. Vor 25 Jahren in Hamburg gegründet, schaffte das Dark-Rock-Quartett 2011 den Durchbruch dank einer gemeinsamen Tour mit Unheilig. Seitdem ging es für die Band stetig bergauf, die letzten beiden Alben „The Book Of Fire“ und „Ravenblack“ erreichten gar beide den Spitzenplatz in den deutschen Albencharts. Und es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn sich dieser Trend mit dem bereits dreizehnten Mono Inc.-Studioalbum „Darkness“ nicht fortsetzen wird.
Musikalisch bekommen Fans auf der Scheibe größtenteils genau das geboten, was sie von ihrer Band sehnlichst erwarten. Der gut nach vorne rockende, leicht melancholische, aber doch sehr kraftvolle Opener „In My Darkness“ stellt sich gleich als erstes Highlight heraus. „Lost In Pain“ rückt anschließend die Melancholie deutlicher in den Vordergrund, der Midtempo-Song geht dabei aber ebenfalls sehr gut ins Ohr. Mit der Ballade „Fly“ ist leider ein erster Ausfall zu verzeichnen, denn der Song schallt deutlich zu substanzlos aus den Boxen. Glücklicherweise folgt mit „Dein Anker“ der nächste Volltreffer des Albums. Die deutschsprachigen Songs der Band sind ja mitunter etwas umstritten, aber hier machen Mono Inc. alles richtig: Kraftvolle Gitarrenriffs und packende Synthie-Sounds treffen auf einen echten Ohrwurmrefrain. Martin Englers Gesang klingt hier wie eine Mischung aus Joachim Witt und dem Grafen von Unheilig.
Auch im weiteren Verlauf des Albums sind die ordentlichen bis sehr guten Songs glücklicherweise in der Überzahl. Zu den weiteren Highlights zählen beispielsweise das kraftvolle „The Dark Side Of The Sun“, die orchestrale Ballade „Ravenheart“ und „Sea Of Love“, der schnellste Song des Albums. Mit dem etwas zu sehr an die seichtere Phase von Unheilig erinnernden „Abendrot“ und der laschen Ballade „Nothing I Regret“ gibt es aber leider auch noch zwei weitere Skip-Kandidaten, während das abschließende elektronische „Ray Of Light“ die Geschmäcker spalten dürfte – immerhin beweisen Mono Inc. hier aber wenigstens etwas Experimentierfreudigkeit, die davor doch etwas zu kurz kam.
Summa summarum ist „Darkness“ somit ein gutes, aber kein sehr gutes Albums, das Fans der Band vollauf zufriedenstellen dürfte, die Fanbasis aber auch nicht sonderlich vergrößern wird. Auf kompletter Albenlänge ist hier nämlich leider eine gewisse Gleichförmigkeit zu bemängeln, wobei sich Mono Inc. durchaus Mühe geben, zumindest tempomäßig für Variation zwischen den Songs zu sorgen. Doch etwas mehr Mut, die eigene Komfortzone auch mal zu verlassen, hätte hier wahre Wunder bewirkt. Einige der Songs sind glücklicherweise aber so stark ausgefallen, dass sie auf der kommenden Deutschland-Tour, die am 02.10.2025 in Hannover beginnt, ordentlich abgefeiert werden dürften.
Wertung: 3,5/5
Erhältlich ab: 15.08.2025
Erhältlich über: NoCut (SPV)
Website: www.mono-inc.com
Facebook: www.facebook.com/monoinc
