Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
shatten

shatten – Gegenwart

Es herrscht Aufbruchsstimmung, weil es nicht anders geht, wenn alles den Bach hinuntergeht. shatten haben die Zeichen der Zeit erkannt und brechen ihren Sound auf. Das Quartett aus Hamburg ringt mit einer Welt der verhärteten Fronten und eskalierenden Konflikte und antworten darauf mit nahezu verspielten Klängen – etwas melodischer, getragener und selbst inmitten aller gebotener Fröhlichkeit gerne mal düsterer. „Gegenwart“ verschiebt Perspektiven, ringt mit der Introspektive und sucht nach Wegen, um das Hier und Jetzt ein wenig schöner zu machen. Auch wenn dieses Vorhaben zum Scheitern verurteilt sein mag.

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IST IST

IST IST – Dagger

Harte Arbeit und Mundpropaganda brachten IST IST das verdiente Scheinwerferlicht ein. In den letzten zehn Jahren erschienen vier Alben, fünf EPs und mehr als zehn Live-Platten. Zuletzt gelang mit „Light A Bigger Fire“ sogar erstmals der Einstieg in die britischen Top 40. Und doch widersteht das Quartett aus Manchester weiterhin dem Ruf größerer Labels, veröffentlicht abermals über die eigene Plattenfirma und bleibt komplett selbstbestimmt. Diese kreative Freiheit macht sich auch auf ihrem mittlerweile fünften Studiowerk bezahlt: „Dagger“ bewegt sich einmal mehr in vertrauten Gefilden zwischen düsterem Post Punk, funkelndem Wave-Pop und zügellosen Indie-Gitarrenwänden.

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The Sheepdogs

The Sheepdogs – Keep Out Of The Storm

Vergangenen Herbst verließ Drummer und Gründungsmitglied Sam Corbett The Sheepdogs nach stolzen 21 Jahren, um sich auf seine Familie zu konzentrieren. Die kanadischen Rocker reagieren auf diesen personellen Einschnitt mit einer erstaunlich lauten, selbstbewussten Platte, die einfach macht. Jede Session wurde mit einem anderen Schlagzeuger begangen, zudem ist Gitarrist und Backing-Sänger Ricky Paquette zum ersten Mal seit seinem Einstieg im Herbst 2022 auf einem kompletten Album zu hören. Mit „Keep Out Of The Storm“ erscheint zudem erstmals eine Full-Length-Platte über das eigene Label der Sheepdogs.

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Nothing

Nothing – a short history of decay

Nach dem Release von „The Great Dismal“ 2020 verabschiedeten sich Nothing erst einmal von ihrem Zwei-Jahres-Rhythmus und legten eine kleine Albumpause ein. Untätig war die Shoegaze-Band keinesfalls, unter anderem gab es Live-Material und eine gemeinsame Platte mit Full Of Hell, zudem wurde ein eigenes Festival auf die Beine gestellt. Und doch bot sich für Mastermind und Gründer Domenic „Nicky“ Palermo die Möglichkeit, einen Gang zurückzuschalten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Inzwischen mit essentiellem Tremor, einer nicht-tödlichen Familienkrankheit, ringend, steht „a short history of decay“ unter dem Eindruck der Endlichkeit.

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JeGong

JeGong – Gomi Kuzu Can

Nach zwei hochspannenden, vielschichtigen Alben feierten JeGong beim Roadburn Festival endlich ihre Live-Premiere. Dabei ergaben sich spannende Erkenntnisse für den eigenen Sound. Zum einen rückte der Bass in den Mittelpunkt, zum anderen entdeckte man Vertrauen in das Bandgefüge, in dem man sich aufeinander verlassen konnte. Und dann ist da noch das Faible für Vintage-Equipment aus den 70ern, das sich wesentlich auf den Sound auswirken sollte. „Gomi Kuzu Can“ bleibt den krautig-experimentellen Wurzeln treu und beschreitet zugleich neue, deutlich lebhaftere und hellere Pfade.

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Weedpecker

Weedpecker – V

Eine Zeit starker, einschneidender Veränderungen liegt hinter Piotr Dobry. Der Mastermind von Weedpecker erkannte, dass nichts für die Ewigkeit bestimmt ist, dass selbst die schönsten Dinge ganz plötzlich und unerwartet verschwinden können. Dobry konnte und kann dieses Gefühl selbst nicht so richtig beschreiben und versucht es auf dem neuesten Album seiner Band zu verarbeiten. Die gut fünf Jahre Wartezeit auf „V“ zogen sich vielleicht, dafür machten sich die sehr detailorientierten Arbeiten über mehrere Monate und in mehreren Studios nach einem kompletten Jahr Songwriting und Demo-Aufnahmen hörbar bezahlt.

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Pil & Bue

Pil & Bue – You Have Chosen Darkness

Seit Jahren fristen Pil & Bue zumindest außerhalb der Heimat ihr Quasi-Geheimtipp-Dasein als eines der besten Rock-Duos Europas. Im Gegensatz zu vielen anderen sind die Norweger deutlich härter und kunstvoller unterwegs. Exakt das möchten Petter Carlsen und Gøran Johansen einmal mehr unter Beweis stellen. Dafür gründeten sie ihr eigenes Label, um absolute, uneingeschränkte kreative Freiheit zu genießen. Das hört man dem Nachfolger des für einen norwegischen Grammy nominierten „Special Agents“ auch an: „You Have Chosen Darkness“ lehnt sich in so ziemlich jeder Hinsicht etwas weiter aus dem Kreativ-Fenster.

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Moby

Moby – Future Quiet

Einen idyllischen Zufluchtsort inmitten des Chaos und des lauten alltäglichen Wahnsinns wollte Moby mit seinem neuesten Album schaffen, was nach dem erstaunlich clubtauglichen und düsteren „Always Centered At Night“ durchaus als kleine Überraschung durchgeht. Und so koppelt sich der 60jährige ein wenig von der Dauerbeschallung ab, um Klavier, Ambient und Minimalismus in den Mittelpunkt zu rücken. „Future Quiet“ liebt die stillen, zaghaften Momente, setzt auf bewusste Leerstellen und zelebriert die Schönheit des Moments auf vielfältige wie zurückgenommene Weise.

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Volores

Volores – Shores Of Scorpio

Das Ehepaar Shelby und Nathen Maxwell (Bassist bei Flogging Molly) bemüht sich als Volores um spannende, emotional aufgeladende Indie- und Alternative-Klänge mit einer gesunden Prise Goth, Post Punk und Americana. Nach einem immersiven ersten Album stellte eine kapitale Enthüllung das Leben von Sängerin Shelby auf den Punkt: Ihr leiblicher Vater war nicht der Mann, für den sie ihn gehalten hatte. Daraus ergab sich die Suche nach einem eigentlichen Zuhause für eine Person, die sich stets fehl am Platze gefühlt hatte. „Shores Of Scorpio“ begleitet die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität.

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ZAHN

ZAHN – Purpur

Bunt. Üppig. Unwirklich. Ausdrucksstark. ZAHN planen Großes für ihr drittes Album. Das Trio aus der Hauptstadt zeigte sich auf „Adria“ von seiner vielfältigen, gerne mal unwirklichen und dabei stets spannenden Seite. Urlaubende Getriebenheit transportierte sie durch verschiedenste Kraut-, Noise- und Elektro-Gefilde. Daran soll der Nachfolger anknüpfen und zugleich neue Pfade beschreiten, zugleich rockiger und elektronischer klingen. Mit Gästen wie Kjetil Nernes (Årabrot) und Fabian Bremer (Radare, Aua) sowie Magnus Lindberg (Cult Of Luna) am Mix und Mastering geht „Purpur“ in jeder Hinsicht in die Vollen.

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