Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
Skinny Lister

Skinny Lister – A Matter Of Life & Love

Gemeinsam ist man stärker, das ist nach den letzten eineinhalb Jahren klarer denn je. Skinny Lister besannen sich schon immer auf ihre Beobachtungen aus dem Alltag, ihre Lieder über die bzw. von der Straße, von Solidarity, Spaß und beseelter Euphorie. Und so braucht es nun eine Platte, die Energie spendet, die Bock auf bessere Zeiten macht und alles vereint, was das Sextett zum Kultact reifen ließ. Das mittlerweile fünfte Album „A Matter Of Life & Love“ orientiert sich an den Anfangstagen zwischen Folk und Shanty, und setzt zugleich die Evolution zwischen Indie Pop, Ska und Folk Punk gekonnt fort.

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Good Morning

Good Morning – Barnyard

Von vermeintlichen Konventionen des Musikgeschäfts wollen Good Morning eigentlich nichts wissen. Implizierte Regeln werden gerne gebrochen: Das australische Pop-Duo nimmt seine Alben fast immer sehr spontan an einem Ort auf, das Ergebnis ist in der Regel kurz und auf den Punkt. Selbst als man sich 2018 für „Prize // Reward“ einmal ordentlich Zeit nahm, mussten es im Folgejahr gleich zwei rausgeklopfte Nachfolger sein. Nun holt man sich immerhin einen externen Produzenten an Bord. „Barnyard“ war bereits vor der Pandemie fertig aufgenommen, ruhte dann ein wenig, und erscheint nun schließlich so, wie es bereits vor knapp zwei Jahren klang.

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Together Pangea

Together Pangea – DYE

Sozial distanziertes Songwriting und Aufnehmen von Demos stellte Together Pangea vor eine neue Herausforderung. Man konnte für den Feinschliff nicht ins Studio gehen, also schickte man die ersten acht Demos dem A&R-Mitarbeiter ihres Labels … der sie herausforderte, komplett neue Songs zu schreiben. Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, beflügelte diese Ansage die Band. Zehn weitere Tracks entstanden, der Großteil von ihnen landete tatsächlich auch auf der neuen Platte. „DYE“ zeigt ein Trio, das deutliche mehr Zeit für Songwriting, Proben und Aufnahmen hatte, das zugleich aber keinen Hehl darum macht, sich ohne Tour-Aktivitäten eingesperrt zu fühlen.

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Circle Of Mud

Circle Of Mud – Circle Of Mud

Nichts weniger als Blues für eine neue Generation wollen Circle Of Mud spielen, so zumindest heißt es vorab. Das Quartett aus Frankreich bemüht sich um eine frische Interpretation unter modernen Gesichtspunkten, die allerdings doch nahe an den Originalen bleibt – ein schwieriger Spagat zwischen Traditionalismus und Roots auf der einen sowie zeitgemäßer Rock-Generalüberholung auf der anderen Seite. Und so rockt das erste Album, schlicht und ergreifend „Circle Of Mud“ betitelt, mit voller Kraft dem vermeintlichen Abgrund entgegen, der letztlich bestimmt keiner ist.

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Slow Crush

Slow Crush – Hush

Hektische Zeiten sind offenbar der ideale Nährboden für oberflächlich entspannte Klänge. Tatsächlich brodelt es bei Slow Crush nahezu durchgehend. Von Ende 2018 bis Januar 2020 tourten die Belgier fast durchgehend und schrieben nebenbei neues Material, dann sorgten die unfreiwilligen Absagen tatsächlich für ein wenig Ordnung im Chaos. Das Privatleben war vernachlässigt worden, zwei Bandmitglieder waren von Bord gegangen und die bisherige Plattenfirma löste sich in Rauch auf. Gewissermaßen funktioniert der Zweitling „Hush“ nun wie ein Mini-Neustart und zeigt gewohnte Stärken mit frischen Perspektiven.

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Frank Carter & The Rattlesnakes

Frank Carter & The Rattlesnakes – Sticky

Frank Carter und Dean Richardson sehnen sich danach, unbeschwert durch die Straßen streifen zu können. Das ist aktuell aus verständlichen Gründen nicht so einfach, und so schrieb das Duo ein Freiheitsalbum – es sollte tunlichst keine weitere Lockdown-Platte werden. Aus dieser Hoffnung auf bessere, gesündere Tage entsprang „Sticky“, das sich mit den Aufs und Abs, der Schönheit und dem Frust des städtischen Lebens auseinandersetzt. Und ganz nebenbei, wie schon zuletzt, sezieren Frank Carter & The Rattlesnakes Ungerechtigkeit, Rechtspopulismus sowie toxische Männlichkeit und das Patriarchat mit gewohnt präziser Klinge.

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Ian Miles

Ian Miles – Degradation, Death, Decay

Es dauerte ein wenig, bis sich Ian Miles durchringen konnte, sein Solomaterial zu veröffentlichen. Dabei schreibt der Creeper-Songwriter bereits seit seinem 15. Lebensjahr eigene Songs, die er immer wieder einmal aus dem Ärmel schüttelt. Nun setzt es für Miles also gleich ein komplettes Album, das bereits 2018 aufgenommen wurde, doch letztlich fand er genug Selbstbewusstsein, um das alleine im eiskalten Gästezimmer eingespielte Material – gesungen wurde beispielsweise nur, wenn seine Frau außer Haus war – zu veröffentlichen. „Degradation, Death, Decay“ verpackt kunstvolle Horror-Texte in ruhige, bewegende Arrangements.

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The Hawkins

The Hawkins – Aftermath

The Hawkins sind aktuell so etwas wie Output-Monster und nützen die Tour-Auszeit perfekt. Vergangenen Herbst erschien das grandiose Album „Silence Is A Bomb“, wenig später von einer eigenen Live-Platte kongenial begleitet. Nun haben die schwedischen Garagen-Rocker erneut Nachschub am Start in Form eines Mini-Albums. „Aftermath“ setzt sich mit den fünf Phasen der Trauer anhand einer zerbrochenen Beziehung auseinander. Entsprechend klingt das neue Material etwas anders.

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Kælan Mikla

Kælan Mikla – Undir Köldum Norðurljósum

Hinter Kælan Mikla liegt ein hochspannender Weg. Ursprünglich 2013 im Rahmen eines Poesie-Wettbewerbs in Reykjavik gegründet, erforscht das Trio eine Welt isländischer Kultur und Geschichte mit veränderbaren Vorzeichen. Aus der einstigen DIY-Punk-Band wurde auf den bisherigen drei Album eine eigentümliche Entität zwischen Post Punk, Synthie-Pop, Folklore und pulsierenden Beats. Man tourte mit Alcest und Drab Majesty, zählt zudem zu den Favoriten von The Cure-Legende Robert Smith. Artoffact packt nun die Gelegenheit beim Schopf und verleiht der neuen Platte „Undir Köldum Norðurljósum“ eine gebührende Plattform.

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OGMH

OGMH – Die Or Die

Die Schweizer Reise in Richtung idealer Sound hat sich ein wenig verfinstert. Einst begannen OGMH – der Name ist auf das Ocean Grove Memorial Home in New Jersey zurückzuführen – im Garage-Rock-Sektor, mittlerweile dominieren New Wave, Gothic Rock, Post Punk und Melancholie das Geschehen. Panik und Hilflosigkeit kleiden die Welt in Gewandungen purer Enttäuschung, weil … warum auch nicht? Eine gewisse Aussichtslosigkeit steckt auch im Titel ihrer neuen EP. „Die Or Die“ lässt keine Alternative und gestaltet den Weg gen Untergang gar bezaubernd.

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