Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
Black Orchid Empire

Black Orchid Empire – Semaphore

Dicke Gitarren und noch dickere Emotionen begleiteten „Yugen“, das zweite Album von Black Orchid Empire. Das ist mittlerweile zwei Jahre her. In der Zwischenzeit tourten die Briten fleißig – unter anderem mit InMe, Black Map und Skunk Anansie – und traten auf zahlreichen Festivals in ganz Europa auf. Irgendwo und irgendwann fand das Trio noch die Zeit, neue Musik zu schreiben. „Sempahore“ ist ein Konzeptalbum mit Science-Fiction-Thema und lässt den Alternative-Rock-Sound der Herren weiter reifen. Gerade die progressiven Anteile verdichten sich enorm.

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Sammy Brue

Sammy Brue – Crash Test Kid

Darf man einen 19jährigen ungestraft als Wunderkind bezeichnen oder gibt das Aua? Sammy Brue dürfte das ziemlich egal sein. Der junge Amerikaner veröffentlichte sein Debütalbum, als er noch zur High School ging, und tourte zuletzt mit Michael Kiwanuka und der Marcus King Band um die Welt. Nun landet der Americana-, Folk- und Alternative-Hoffnungsträger mit seiner zweiten Platte. „Crash Test Kid“ befasst sich mit der, wie Brue es nennt, „Scheiße“, die alle weltweit durchmachen müssen, und plädiert für die Übernahme durch eine neue, junge Generation.

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Mt. Joy

Mt. Joy – Rearrange Us

Nach einem Berg im Valley Forge National Historical Park in Pennsylvania benannt, landeten Mt. Joy vor zwei Jahren mit einem Paukenschlag. Ihr selbstbenanntes Debütalbum entpuppte sich als charmante Wundertüte zwischen Indie, Alternative, Folk und Americana, zwei US-Radio-Hits und über zwei Millionen Hörer auf Spotify waren die Folge. Seit vergangenem Oktober veröffentlicht das Quintett aus Los Angeles bereits fleißig neue Songs, die nun in „Rearrange Us“ münden.

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Blanco White

Blanco White – On The Other Side

Als Josh Edwards zehn Jahre alt war, nahmen seine Eltern ihn und seine beiden kleinen Schwestern aus der Schule für eine Rundreise durch Lateinamerika. Für Edwards, zwischen West-London und den Black Mountains in Südwales aufgewachsen, war dies die Initialzündung für eine bis heute andaudernde Liebe für alles Spanische, vor allem die Musik. Als Blanco White bringt er nun die Klänge seiner britischen Heimat mit jenen Lateinamerikas zusammen. Nach mehreren EPs ist „On The Other Side“ das Debütalbum.

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Rolling Blackouts Coastal Fever

Rolling Blackouts Coastal Fever – Sideways To New Italy

Nach ihrem starken Debütalbum melden sich Rolling Blackouts Coastal Fever – fast auf den Tag genau zwei Jahre später – wieder zurück. Zwar war es prima, im Rahmen ausgiebiger Tour-Aktivitäten die Welt zu sehen, doch fühlten sich die Australier verloren. Anstatt daran zu verzweifeln, schrieb das Quintett hoffnungsvolle Songs, auf die man sich stützen kann, die wieder aufrichten und zugleich das Idyll der Heimat und der Liebe suchen. „Sideways To New Italy“ – inspiriert von einem australischen Dorf, das im späten 19. Jahrhundert von venezianischen Einwanderern errichtet wurde – befasst sich mit der Suche nach dem eigenen Platz in der Welt.

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Friends Of Gas

Friends Of Gas – Kein Wetter

Intensiv, schroff, ein rauschendes musikalisches Erlebnis zwischen Schein und Sein: Wo Friends Of Gas hintreten, wächst kein Gras mehr. Der finstere, karge Sound des Münchner Quintetts glänzt durch abstoßende Schönheit und bizarr-paradoxe Aufbauten, irgendwo zwischen Post Punk, Noise und Kraut firmierend. Für „Kein Wetter“ erheben sie sich ein zweites Mal aus dem Düster-Keller und starten einen Angriff auf sämtliche Sinne, in beklemmende Arrangements gekleidet.

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Hinds

Hinds – The Prettiest Curse

Bislang waren Hinds eine sympathische, kleine Lo-Fi-Band mit Händchen für kurzweilige Melodien und selbstbewusste Indie-Breitseiten. Davon rücken die vier Spanierinnen nun zumindest ein klein wenig ab. Man wollte die musikalischen Schwingen ausbreiten und hörte vor sowie nach jeder Sessions zur neuen Platte ein anderes Album. „The Prettiest Curse“ zeigt sich eine Spur poppiger, vielschichtiger und größer, mit greifbarem Mut zu instrumentalem Tiefgang. Schließlich, so Ana Perrote, habe man bereits zwei reduzierte Werke mit Bühnen-ähnlichem Sound eingespielt, also warum sich abermals wiederholen?

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The Howl & The Hum

The Howl & The Hum – Human Contact

Aus heutiger Sicht wirkt es unglücklich, das Debütalbum „Human Contact“ zu nennen. The Howl & The Hum nahmen die Platte vergangenen September auf, als die Welt noch eine andere wahr, und hielten eisern an ihren Plänen fest – keine Verschiebung, keine Umbenennung. Das Quartett aus York in Großbritannien sorgt seit geraumer Zeit für ein Rauschen im Indie-Blätterwelt mit poppigen U2-Anleihen, majestätischer Elektronik und gelegentlichen Ausflügen in unterkühlte Post-Punk-Gefilde. Aber nun kommt es erst einmal zur Kontaktaufnahme.

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Sébastien Tellier

Sébastien Tellier – Domesticated

Seit knapp 20 Jahren veröffentlicht der etwas andere französischer Chanteur Sébastien Tellier Musik. Er trat mit Air auf, wurde von The Weeknd gesampelt und enterte die Eurovision-Bühne in einem Golfmobil mit einem Song, der aufgrund überwiegend englischer Sprache politisch heiß diskutiert wurde. Sein sechstes Studioalbum „Domesticated“ ist davon jedoch weit entfernt. Tellier liebt sein domestiziertes Leben und entdecke die Magie der Alltagsgegenstände um sich herum. Acht luftige Lo-Fi-Synthie-Tracks begleiten die Beobachtungen des bärtigen Mannes mit der Sonnenbrille.

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XTR Human

XTR Human – Interior

Eile wird überbewertet, und so ließen sich XTR Human nach ihrem Debütalbum „Atavism“ ordentlich Zeit. Die drei Wahl-Berliner tourten in den sechs Jahren seither fleißig und veröffentlichten eine packende EP, ansonsten hielt man sich mit Grüßen aus dem Studio zurück. Neue Ideen, neue Songs mussten erst reifen, und genau das ist jetzt passiert. „Interior“ dreht sich um Reflektion, um Zerrissenheit und Entfremdung. Dem düster-euphorischen Sound zwischen Post Punk, Indie Rock, Wave und Shoegaze bekommt das prima.

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