Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
The Fame

The Fame – Maybe, Tomorrow

Eine Online-Anzeige brachte The Fame zusammen. Das Quartett aus Toronto veröffentlichte im vergangenen Jahr seine Debütsingle und wagt nun den nächsten Schritt. Musikalisch irgendwo im Indie Rock um den Jahrtausendwechsel mit dezenten Britpop- und Garage-Untertönen angesiedelt, vereint die EP „Maybe, Tomorrow“ die ersten vier Tracks der noch jungen Karriere der Kanadier. Die Vorbilder sind greifbar, und doch lässt sich ein eigener Stil bereits erkennen.

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Brother Grimm

Brother Grimm – On Flatland, On Sand

Der brüderliche Märchenerzähler lädt zur nächsten Audienz. Vor knapp zwei Jahren versperrte sich „Home Today, Gone Tomorrow“ jeglichen Kategorisierungsversuchen. Die ruppigen, experimentellen Blues-Exkurse, von x Untertönen gekonnt entstellt, tauchten Brother Grimm in gleißendes Licht als neuer Stern am Noir-Storytelling-Himmel, von schummrigem Nebel begleitet. Für den Nachfolger „On Flatland, On Sand“ kündigen sich Veränderungen an. Der Sound wirkt eine Spur bunter und lichter, wagt noch mehr, wird lauter und kauziger. Und über allem thront der sympathische Quasi-Outlaw.

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Villagers

Villagers – The Sunday Walker EP

Selten landet jeder für ein Album geschriebener Song auch tatsächlich auf dem fertigen Longplayer. Ausschussware ist Alltag, wird gerne als B-Seite oder Bonus-Material verbraten, verschimmelt vielleicht sogar komplett im Archiv. Nach den Aufnahmen zu „The Art Of Pretending To Swim“ blieb Conor O’Brien auf vier Villagers-Tracks sitzen, welche ihre eigene Geschichte zwischen Verlust, Erkenntnis, Empathie und Isolierung erzählten. Etwas über ein Jahr später sind diese nun als „The Sunday Walker EP“ erhältlich.

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Laura Cox

Laura Cox – Burning Bright

Natürlich könnte man über Frauen an der Gitarre sprechen, über die nach wie vor bestenfalls stiefmütterliche Repräsentation in der Rockmusik und über Schönheitsideale, die an allen Ecken und Enden das Gespräch dominieren. Laura Cox lässt jedoch die Musik für sich sprechen, und das ist die richtige Herangehensweise. Ihr Debütalbum „Hard Blues Shot“ knackte in Frankreich die 10.000er Marke, ihr überaus erfolgreicher YouTube-Kanal kann über 90 Millionen Views aufweisen. Nun startet die Gitarristin und Sängerin ein weiteres Mal durch. Auf „Burning Bright“ packt sie abermals ordentlich Blues, Southern und Hard Rock in den leidenschaftlich groovenden Mixer.

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City At Dark

City At Dark – City At Dark

Vor zwei Jahren verbreiteten City At Dark erstmals ihre düstere Vision von zeitgemäßiger Populärmusik. Damals nannten sich die Wiener Künstlerin Laura Landergott und der israelische Gitarrist Yair Karelic noch RÁN. Unter aktuellem Namen ließ man sich in der Hauptstadt Berlin nieder, spielte auf diversen Festivals und vertiefte den eigenen Entwurf von Raum und Klang durch Psychedelic, Indie, Wave und sogar ein wenig Post Punk. Das Debütalbum heißt wie die Band und geht im besten Sinne an die Substanz.

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Turnover

Turnover – Altogether

Sie mussten erst auseinandergehen, um besser und enger denn je zusammenarbeiten zu können. Nein, Turnover hatten sich nicht zwischenzeitlich aufgelöst, doch wohnt das ursprünglich aus Virginia Beach stammende Trio mittlerweile an drei verschiedenen Küsten. Dennoch erwies sich das Songwriting als deutlich vernetzter, frei von Zeitplänen und Limitationen. Jede Idee erhielt ihren eigenen, individuellen Stempel, dann wurde mit Bandintimus Will Yip eine magische Platte zwischen Veränderungen und Gemeinschaftsgefühl geschrieben. „Altogether“ packt noch mehr Pop in den ohnehin bereits vielschichtigen Ansatz zwischen Indie, Rock, Jazz, Folk und Disco.

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Like Torches

Like Torches – Loves And Losses

Für Like Torches geht es immer weiter nach oben. Der charmante Mix aus Pop Punk und melodischem Rock brachte die Schweden von einem Stockholmer Indie-Label zu den italienischen Gitarren-Fetischisten Rude Records, bevor nun Victory ausnahmsweise in Europa zuschlug. Die hymnischen und doch druckvollen Songs des Quintetts ließen aber auch keine andere Wahl. Zehn neue Stücke – abermals von Yellowcard-Frontmann Ryan Key produziert – finden sich nun auf dem packenden „Loves And Losses“ wieder.

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Surf Curse

Surf Curse – Heaven Surrounds You

Lieder über Herzschmerz und Entfremdung, direkt aus dem jugendlichen Leben gegriffen, beschäftigten Surf Curse zu Beginn ihrer Karriere. Das ist bald zehn Jahre her, damals spielten Nick Rattigan und Jacob Rubeck noch punkigen Rock. Kürzlich zog das Duo von Reno nach Los Angeles, zugleich wurde der Sound eine Spur sonniger und verträumter. Indie Rock, Post Punk und ein wenig Dream-Pop geben sich auf dem mittlerweile dritten Studioalbum „Heaven Surrounds You“ die sprichwörtliche Klinke in die Hand.

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Julian Nantes

Julian Nantes – Now

Nach einer kleinen Überraschungssingle im Frühjahr 2018 greift Julian Nantes wieder zur Gitarre. Der Salzburger Singer/Songwriter veröffentlicht seit gut fünf Jahren immer wieder kleine Songperlen im klassischen One-Man-Band-Gewand. Die Vorbilder sind klar umrissen – britisches Understatement kollidiert bevorzugt mit amerikanischer Breitbeinigkeit – der feinsinnige und doch so treibende Sound etabliert. Auf der neuen EP „Now“ geht es um Reduktion und Herzblut.

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Haystack

Haystack – The Sacrifice

Entombed-Gitarrist Ulf Cederlund war begeistert, als er 1994 Unsane lauschte. Die ungekrönten Noise-Rock-Könige begleiteten damals die schwedischen Death’n’Roll-Urgesteine auf Tour, Cederlund wollte unbedingt selbst ähnliche Musik spielen und gründete Haystack, die zwei Alben veröffentlichten. Nach Johan Blomqvists Ausstieg in Richtung Backyard Babies lag das Projekt jedoch brach. 2017 traf sich Cederlund seinen damaligen Mitstreiter Jonas Lundberg wieder… bei einer Unsane-Show. Der Wunsch nach einem Haystack-Comeback schweißte zusammen, mit Neuzugang Patrik Thorngren am Bass wurde „The Sacrifice“ an drei Tagen aufgenommen und an eineinhalb weiteren Tagen gemixt. Wohl bekomms!

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