Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
LÜT

LÜT – Pandion

Nach dem Album ist das Album vor dem Album – nein, das ist nicht etwa das Tic Tac Toe-Follow-up zu „Morgen ist heute schon gestern“, sondern die Release-Politik von LÜT. Erst im Februar veröffentlichten die Norweger ihren bärenstarken Zweitling „Mersmak“, schon jetzt eine der besten Platten des Jahres. Im Zuge dessen werfen sie nun einen Blick zurück auf den Einstand, der nie offiziell außerhalb der Heimat erschien. Mit „Pandion“ ging es 2017 los, Nominierung für den norwegischen Grammy und manch ein Festival-Auftritt inklusive. Diesen Auftakt gibt es nun überall inklusive Bonus-Track.

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Lehnen

Lehnen – Negative Space

Vor einigen Jahren schrieben Die Ärzte ein Lied vom Scheitern. Lehnen machen ein ganzes Album daraus. Die drei Wiener klopfen nach gut sechs Jahren endlich wieder an und betrachten, wie sich die Angst vorm Scheitern in der heutigen Gesellschaft gestaltet, wie man im Konflikt mit sozialen Konstrukten und Erwartungen einen Platz sucht, ob und wie man das eigene Schicksal ändern kann und will. Dabei verbleibt stets etwas leerer Raum, ein „Negative Space“, der gefüllt werden will. Und genau das tun Lehnen mit ihren zehn neuen Tracks.

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José González

José González – Local Valley

Endlich ist es wieder an der Zeit für ein neues Soloalbum von José González – ein Satz, der gefühlt jede Besprechung seines Werks einleiten kann, vergeht doch stets einiges an Zeit zwischen seinen Platten. „Vestiges & Claws“ hat bereits sechseinhalb Jahre auf dem Buckel, klingt aber nach wie vor zeitlos. Das ist die Kunst eines Musikers, der die legendäre Londoner Royal Albert Hall ausverkaufen konnte, drei komplette Jahre nach seinem letzten Release. „Local Valley“ widmet sich abermals großen Themen im akustischen Gewand, wird zur wichtigen Stimme für Hoffnung und Gerechtigkeit in schwierigen Tagen.

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Sonny Vincent

Sonny Vincent – Snake Pit Therapy

Schon in den 70ern spielte Sonny Vincent mit den Testors im legendären CBGB. Seither ackerte sich der New-York-Punk-Veteran durch diverse Band- und Soloplatten, zuletzt im Frühjahr mit The Limit um die legendäre Pentagram-Stimme Bobby Liebling. Nahezu zeitgleich erschien Vincents Buch „Snake Pit Therapy“, das sich mit seiner bewegten Kindheit und Jugend zwischen Heimen, Psychiatrie und Kriegsdienst in Vietnam befasst. Das liefert selbstverständlich starkes Material für packende Songs, und so steht nun eine neue Soloplatte in den Startlöchern. Diese heißt – natürlich – ebenfalls „Snake Pit Therapy“ und zelebriert Proto-Punk der kurzweiligen Art.

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Lurk

Lurk – Around The Sun

Das Leben ist an sich bereits stressig und zäh genug, also warum nicht einfach einmal etwas locker machen? Lurk vertreten die absurde Seite des Punk und sind, so die eigene Auffassung, einzigartig in ihrer Chicagoer Heimat. Zwischen kernigen Akkorden, tanzbarem New Wave und beißendem Post-Hardcore verpacken sie skurrile Ideen in griffige Hooks und kernigen Drive. „Around The Sun“, so der Titel des Debütalbums, probt den Ausbruch aus dem Alltag und versucht sich gleichzeitig in einer neuen, sich stetig verändernden Welt irgendwie zurechtzufinden.

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Iron Lizards

Iron Lizards – Hungry For Action

Einfach mal auf die Kacke hauen und Dampf machen: So oder so ähnlich starten Iron Lizards durch. Das französische Power Trio mag es gerne laut und schnell, lose zwischen Garage Rock, 90s-Alternative-Klängen und ruppigem Punk mit Hardcore-Einschlag angesiedelt. Eine erste EP erschien 2016, später spielte man unter anderem mit Zeke und Mammoth Mammoth. Bei The Sign Records, ohnehin ausgewiesene Retro-Feinschmecker, finden die eisernen Echsen nun ein neues Zuhause und veröffentlichen ihr Debütalbum. Der Titel „Hungry For Action“ ist Programm.

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The Vaccines

The Vaccines – Back In Love City

Der Urknall aus der Garage hat bereits knapp elf Jahre auf dem Buckel. Mit „Wreckin‘ Bar (Ra Ra Ra)“ begann der unvermeidliche Aufstieg von The Vaccines, vier vielschichtige Alben sollten folgen. Nach „Combat Sports“ musste man sich erst einmal neu orientieren, die Aufnahmen gestalteten sich besonders mühevoll. Sänger Justin Young und Multi-Instrumentalist Timothy Lanham fanden im Nebenprojekt Halloween frische Energie, dann zog Young für das Songwriting nach Los Angeles. In El Paso stieß der Rest der Band dazu, bereits Anfang 2020 war „Back In Love City“ fertiggestellt. Und das zeigt die Vaccines eine kräftige Portion poppiger und lebenslustiger.

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Please Madame

Please Madame – Angry Boys, Angry Girls

Ein neues Album von Please Madame ist stets ein Grund zum Feiern, selbst wenn dieses von Wut unterspült wird. Wobei, so ganz kann man das nicht stehen lassen, denn das Salzburger Quartett verschreiben sich dem schöpferischen Charakter dieser Emotion, die – richtig kanalisiert und bewusst eingesetzt – zum Motor für Veränderungen werden kann. Musikalisch blieben sich die Salzburger treu und bemühen sich um poppigen Indie Rock, der noch vielfältiger strahlt. Seit 2019 arbeiteten sie an ihrem dritten Album „Angry Boys, Angry Girls“, nun ist die Zeit dafür endlich gekommen.

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We Were Promised Jetpacks

We Were Promised Jetpacks – Enjoy The View

Geschwindigkeit war nie die Sache von We Were Promised Jetpacks. Dieses Mal liegt allerdings ein kleiner Umbruch zwischen den beiden Alben. Nach dem Release von „The More I Sleep The Less I Dream“ erfolgte die freundschaftliche Trennung von Gitarrist Michael Palmer, seither machen die Schotten zu dritt weiter. Die erzwungene Pandemie-Pause entpuppte sich die Band letztlich als eine Art Glück im Unglück, denn man konnte in Ruhe an neuen Songs schreiben, was über die Distanz zu einem deutilch gemeinschaftlicheren Werk führte. „Enjoy The View“ bringt Aufbruchsstimmung mit und rückte den Fokus ausnahmsweise auf die Studioarbeit, anstatt gleich über die Live-Umsetzung nachzudenken.

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I Feel Fine

I Feel Fine – The Cold In Every Shelter

I Feel Fine richten den Blick nach innen und tragen das Er- sowie Gelebte nach außen. Das Quartett aus Brighton macht seinem mehrdeutigen Namen, der sowohl Zufriedenheit ausdrücken, aber auch zwischen Sarkasmus und Abtun des aufgewühlten Gemütszustands pendeln kann, alle Ehre. Und genau das spiegelt sich in den Lyrics von Gitarrist Nathan Tompkins widerspiegeln. Entsprechend fragil und kraftvoll zeigt sich der Sound, der Alternative Rock, Emo, Math, Post Rock und neuerdings sogar ein wenig Alternative Country mitbringt. Nach einer kurzweiligen EP ist „The Cold In Every Shelter“ das Debütalbum der vier Briten.

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