Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
Mieke Miami

Mieke Miami – Montecarlo Magic

Als Sabine Mieke Wenzl in der elterlichen Plattensammlung auf „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ stieß, war es um sie geschehen. Sie studierte später Saxophon, Klavier und Querflöte in Berlin, wohnt inzwischen in Luckenwalde, arbeitet aber nach wie vor in der Hauptstadt als Lehrerin und Komponistin. Und eben als Musikerin, denn unter dem Pseudoynm Mieke Miami schreibt sie herrlich eigenwillige, kunstvolle Songs mit poppigem und elektronischem Einschlag. Das Faible für die Beatles ist ihr geblieben, doch „Montecarlo Magic“, so der Titel von Miamis zweitem Album, hat damit wenig zu tun.

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Desperate Journalist

Desperate Journalist – Maximum Sorrow!

Desperate Journalist sind so etwas wie Produktivitätsmonster. Aktuell steht bereits ihr viertes Album seit 2015 an, von diversen EPs und Kleinformaten ganz zu schweigen. Musikalisch hat sich das Quartett aus London komplett der eingängigen Düsternis verschrieben. Post Punk spielt natürlich ganz vorne mit, dazu gesellen sich diverse Rock-Spielarten von Indie über Alternative bis hin zu Gothic. Als Sahnehäubchen zerlegt Jo Bevan ihre Stimmbänder mit wachsender Begeisterung. All das findet nun auf dem wütenden und zugleich harmonisch fragilen „Maximum Sorrow!“ zusammen.

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Trunky Juno

Trunky Juno – Good Dog

Aktuell scheint der Trend junger Sänger zu Lo-Fi- und Soft-Pop-Klängen zu gehen. Neben Los Retros, boy pablo und Dayglow bewegt sich nun Trunky Juno in diesem Feld. Zu den Einflüssen des Sängers und Songwriters aus dem Nordosten Englands zählen unter anderem die Flaming Lips und Father John Misty, der Sound ist euphorisch und verschmitzt. Dahinter verbirgt sich gutes Storytelling, gepaart mit gefühlsbetonten Texten, die nicht selten nostalgische Bereiche ansprechen. Genau das schafft Junos neueste EP „Good Dog“ hervorragend.

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Duvel

Duvel – Duvel

Beklemmende Düsternis wird jetzt ein Stück poppiger: Drei Jahre nach ihrem kurzweiligen Debüt wollen Duvel mehr von allem. Die Norweger sind um einen Keyboarder reicher und somit nunmehr als Quartett unterwegs, zudem wollte man die Mischung aus Post Punk und 80s-Goth-Rock, die „Attempts At Speech“ säumte, etwas auffrischen. Und so betritt Gevatter New Wave das Parkett – ähnliche Ursprungszeit, deutlich eingängiger und hooklastiger arrangiert. Der Zweitling heißt einfach nur „Duvel“, so wie die Band, und geht direkt ins Ohr.

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Suspectre

Suspectre – Suspectre

Drei Freunde fanden sich, spielten ein paar Konzerte und mussten plötzlich eine Live-Pause einlegen: So erging es den 2018 in Frankfurt gegründeten Suspectre, die gerade erst in Schwung gekommen waren, als die Pandemie den Mittelfinger entgegenstreckte. Anstatt jedoch selbst die Waffen zu strecken, ging man vergangenen Sommer ins Studio und nahm einfach ein erstes Album auf. Herausgekommen ist eine Mischung aus Post Punk, Garage Punk, Indie- und Pop-Hooks, die auf einen so einfachen wie passenden Titel hören: „Suspectre“.

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Peter Muffin Trio

Peter Muffin Trio – Stuttgart 21

Die Nerven sind nicht nur eine tolle Band, ihre Nebenschauplätze lassen häufig mit der Zunge schnalzen. Julian Knoth baut seinen nun aus. Im Spätherbst 2017 veröffentlichte er als Peter Muffin eine kleine Soloplatte, nun gibt es den Zweitexkurs sogar in Bandbesetzung. Der Sänger und Gitarrist unterhält Unterstützung von Caroline d’Orville von Zirkel sowie von seinem Bruder Philipp, der unter anderem bei den Nerven sowie Karies spielte. Als Peter Muffin Trio bringt man gleich zu Beginn den großen Gag: „Stuttgart 21“ ist fertig, denn so heißt das Debütalbum.

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Hysterese

Hysterese – Hysterese

Hysterese verschwenden keinerlei Energie, um ihren Alben Namen zu verpassen. Stattdessen stecken sie jegliche Kreativität ins Songwriting, und das macht sich bezahlt. Im Vergleich zum letzten Werk aus dem Jahr 2018 hat sich jedoch einiges getan. Neben einer neuen Bassistin gibt es statt einer Doppel-Lead nun nur noch eine wirkliche Hauptsängerin. Zudem verschwindet die alte Kopf-durch-die-Wand-Taktik zugunsten mehr Düsternis und Eingängigkeit. Ja, auch diese Platte heißt „Hysterese“, bewegt sich allerdings in ganz anderen Sphären.

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Cautious Clay

Cautious Clay – Deadpan Love

Endlich, möchte man sagen, tritt Cautious Clay seinen mehr als verdienten Siegeszug an. Mit seinen ersten drei EPs entwickelte sich der 28jährige US-Amerikaner zum Liebling von Fans und Kritikern. Seine Songs waren unter anderem in Folgen von „Insecure“ und „13 Reasons Why“ zu hören, zudem, wirkt er vor der Kamera und im Tonstudio der zweiten Staffel von „Godfather Of Harlem“ mit. Irgendwo fand der Sänger, Songwriter, Produzent und Multi-Instrumentalist noch Zeit, sein erstes Album einzuspielen. Er nennt es „Deadpan Love“, bezogen auf seine rauere äußere Schale und seinen weichen Kern des Mitgefühls.

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Island

Island – Yesterday Park

Irgendwann (hoffentlich bald) kommt er, der nächste Festivalsommer. Und dann werden Island gute Laune mit einem Hauch Nostalgie verbreiten. Vor drei Jahren gelang den Briten mit „Feels Like Air“ ein kurzweiliges Debüt, gewiss nicht perfekt, aber von gleich mehreren kleinen Hits begleitet. Dieses besondere Gefühl will das Quartett nun abermals einfangen und reist dafür in die Vergangenheit. Man bedient sich aber nicht etwa bei alten Größen, sondern widmet sich Geschichten aus der Jugend, als alles noch eine Spur sorgloser und unbeschwerter wirkte. „Yesterday Park“ erkundet die damit verbundenen Gefühlslandschaften ohne unnötige Verklärung.

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Lyvten

Lyvten – Prebeast

Die Schweizer Lyvten sind wieder da und haben gleich vier gute Nachrichten am Start. Zunächst die erste, sozusagen die große Titelstory: Im Dezember erscheint wohl ein Nachfolger des wundervollen „Bausatzkummer“. Die anderen drei News-Bulletins sind brandneue Songs, die es ab sofort auf die Lauscher gibt. „Prebeast“, eine rein digitale EP, setzt ein kräftiges Lebenszeichen mit vertrautem Nachdruck. Und das macht schon jetzt kräftig Bock auf den Winter.

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