Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
Jakob Mind

Jakob Mind – The One Who Got Away

Kurz nach den Aufnahmen zu „Rat City Dog Boy“, dem Anfang 2020 erschienenen Album von Rotten Mind, zog es Gitarrist und Sänger Jakob Arvidsson wieder ins Studio. Dort nahm er ein paar Songs auf, ohne ein konkretes Ziel oder Projekt im Sinn zu haben. Ein erstes gepostetes Demostück heimste euphorische Reaktionen ein, und schon lief der kreative Motor heiß. Als Jakob Mind präsentiert Arvidsson nun seine Solo-Spielwiese, die natürlich an die Hauptband erinnert und doch weit über diese hinausgehen. Zwischen den Buzzcocks und Velvet Underground breitet sich „The One Who Got Away“ aus.

Weiterlesen
Out Of Love

Out Of Love – Funny Feeling EP

Out Of Love fanden sich 2019 vornehmlich als Live-Spielplatz für fünf Musiker, die seit ihrer Jugend in diversen Bands spiel(t)en und tour(t)en. Ein Jahr später kam die Pandemie, also gingen die Londoner ins Studio und nahmen eine erste EP mit schmissigen Punk-Songs auf – mal poppig, mal brachial, mal mit Indie-Schlagseite. An Konzerte ist weiterhin nicht zu denken, also gibt es einfach einen Nachfolger. Das beim Gallows-Label Venn Records erscheinende „Funny Feeling EP“ wurde im Herbst 2020 in Stoke aufgenommen und ist bis zum Rand mit Hits vollgepackt.

Weiterlesen
Low Island

Low Island – If You Could Have It All Again

Was tun, wenn man gute Ideen hat, aber keine anständige Plattenfirma findet? Man nimmt die Dinge einfach selbst in die Hand! Low Island veröffentlichten seit ihrer Gründung im Jahr 2016 mehrere spannende EPs, vielseitig wie eingängig. Für den nächsten großen Schritt setzte die Band aus Oxford auf ihre Macher-Qualitäten und gründete einfach ein eigenes Label. Komplette kreative Freiheit führte in ein kleines Studio im ländlichen Frankreich, wo „If You Could Have It All Again“ eingespielt wurde. Das erste Album der Briten wirkt nach den sehr abwechslungsreichen Kleinformaten angenehm homogen und fokussiert, ohne dabei an Eingängigkeit einzubüßen.

Weiterlesen
Flyte

Flyte – This Is Really Going To Hurt

Liebeslieder und Trennungsalben sind das Yin und Yang der populärmusikalischen Welt. Flyte aus London widmen sich aktuell zweiterem Bereich. Die Indie-Band dokumentiert Will Taylors prägende Trennung durch Trauer und Akzeptanz. Große, charmante Popmelodien und gekonnt eingesetzte Gitarren, dazu drei butterweiche Stimmen und ein Händchen für Radioperlen, die sich einfach nicht abnutzen wollen – „This Is Really Going To Hurt“ tut nur im Titel und den Lyrics weh, ist ansonsten jedoch Balsam für geschundene Airplay-Seelen.

Weiterlesen
The Limit

The Limit – Caveman Logic

Supergroups scheint es mittlerweile wie Sand am Meer zu geben, und doch sind The Limit irgendwie anders. Hier trifft Bobby Liebling, Frontmann der Doom-Rock-Legenden Pentagram, auf die Punk-Urväter Sonny Vincent (Testors) und Jimmy Recca (The Stooges) sowie Hugo Conim und João Pedro Ventura von den portugiesischen Doom-Metal-Veteranen Dawnrider – sicher kein vorhersehbares Line-up. Und doch passt diese auf den ersten Blick ungewöhnliche Kombination prima zusammen mit einem Sound zwischen Rock, Punk und ein wenig Finsternis. „Caveman Logic“ klingt wie der x-te Frühling für die beteiligten Musiker und hat viel mehr als nur bekannte Namen zu bieten.

Weiterlesen
Benny Sings

Benny Sings – Music

Tim van Berkestijn ist wohl einer der bekanntesten Unbekannten im weiten Alternative-Pop-Feld. 1999 nahm der Niederländer den Bühnennamen Benny Sings an, damals noch als Bassist von Abstract Dialect. Seit 2003 veröffentlicht van Berkestijn Soloalben und gilt zudem als beliebter Songwriter, Produzent und Kollaborateur für so unterschiedlische Musiker wie Mayer Hawthorne, Mac DeMarco und Rex Orange County, an dessen Platin-Single „Love Is Easy“ er mitwirkte. Davon komplett unbeeindruckt, landet nun bereits das achte Studiowerk, schlicht und ergreifend „Music“ genannt.

Weiterlesen
The Reds, Pinks And Purples

The Reds, Pinks And Purples – Uncommon Weather

Der überaus umtriebige Glenn Donaldson präsentiert neue Musik seines aktuell umtriebigsten Projektes – das passt wie Arsch auf Pop-Weisheit. The Reds, Pinks And Purples ist der Name der aktuellen DIY-Spielwiese des Bay-Area-Rock-Veteranen, der in so illustren Bands wie The Art Museums und The Skygreen Leopards spielte. Mit seinem neuesten Schauplatz nimmt er eigene Pop-Weisheiten fast komplett in Eigenregie auf und spielt nahezu alle Instrumente selbst ein. „Uncommon Weather“ ist bereits das dritte Studioalbum, nur ein halbes Jahr nach „You Might Be Happy Someday“ landend.

Weiterlesen
Heavy Feather

Heavy Feather – Mountain Of Sugar

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren landeten Heavy Feather mit ihrem Debütalbum „Débris & Rubble“ einen Volltreffer. Die Mischung aus 60s-Rock und mächtiger Blues-Stimme wurde für die Schweden zum vollen Erfolg. Darauf will sich das Quartett aus Stockholm aber keineswegs ausrasten, zumal die geplante Tour deutlich abgekürzt werden musste. Für den Nachfolger „Mountain Of Sugar“ bemüht man sich um noch rohere Energie mit mehr Heavyness und einem etwas ausgeprägteren Faible für dies 70s. So sollen unter anderem Bands wie Free, Cream und Lynyrd Skynyrd Pate gestanden haben.

Weiterlesen
Major Murphy

Major Murphy – Access

Der Weg gabelt sich und führt das Leben in unterschiedliche Richtungen. Welchen Pfad soll man ergreifen? Solch existenzielle Fragen vertonen Major Murphy aus Grand Rapids, Michigan. Das zweite Album des US-Quartetts verarbeitet eine Geschichte von frischgebackenen Eltern, sicherlich von ‚Bandpaar‘ Jacob Bullard und Jacki Warren inspiriert. „Access“ befasst sich mit Unsicherheiten, mit Sehnsüchen, mit der erzwungenen Trennung von den Liebsten auf Tour und im Studio. Begleitet wird diese introspektive Schwere von einem eng verwobenen Gitarrenteppich zwischen Alternative Rock, Indie und ein wenig Art-Pop.

Weiterlesen
The Fratellis

The Fratellis – Half Drunk Under A Full Moon

Mit ihrem ersten Album und Songs wie „Chelsea Dagger“, „Flathead“ und „Whistle For The Choir“ gingen The Fratellis durch die Decke. Das ist mittlerweile 15 Jahre her. Nach kurzer Katerstimmung etablierte sich das Trio aus Glasgow zumindest in der Heimat als echte Albumband und erreichte zuletzt sogar die britischen Top 5. Nun kommt eine Platte hinterher, die in düsteren Zeiten wie ein kämpferisches Statement wirkt, die auf die Rückkehr von Live-Musik vorbereitet und zugleich die Energie und Macht von gutem Pop betont. „Half Drunk Under A Full Moon“ zeigt die Fratellis vielschichtiger denn je.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?