Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Michael Kiwanuka – Love & Hate

Stolze vier Jahre ließ sich Michael Kiwanuka nach dem Release seines Debütalbums „Home Again“ bitten. Nach einer bewegten Zeit, in der ihn die BBC-Fachjury zum musikalischen Hoffnungsträger für das Jahr 2012 kürte, sein Einstand in UK Gold ging und er schließlich durch die Welt tourte, wollte der mittlerweile 29jährige einfach nur durchatmen. Auch sein Sound hat sich etwas geändert. Soul trifft, nunmehr ohne Folk, auf Blues und sogar Pop. „Love & Hate“ ist dennoch alles, nur keine Pop-Platte geworden.

Weiterlesen

Yucatan – Uwch Gopa’r Mynydd

Neben Island war Halbfinalist Wales DIE Sensation der Fußball-Europameisterschaft 2016. Aber wie steht es eigentlich um die Musikszene im Westen des Brexit-gebeutelten Vereinigten Königreichs? Neben diversen Granden drängen nun Yucatan nach vorne, die fast ausschließlich auf Walisisch singen und dabei – der Kreis schließt sich – wie Isländer klingen. Ihr zweites Album „Uwch Gopa’r Mynydd“ („Oberhalb des Berggipfels“) brachte ihnen unter anderem eine gemeinsame Tour mit den Charlatans ein und nun, endlich, auch einen Release in Deutschland.

Weiterlesen

Darlingside – Birds Say

Bands mit mehr als einem Sänger sind eher selten, aber gleich vier Stimmen? Tatsächlich singt bei Darlingside jeder – in eigenen Passagen, in eigenen Tracks, aber gerne auch gemeinsam. Das US-Quartett vermischt Folk mit Chamber-Pop und sympathischem Indie-Flair, gemütlich fließenden Arrangements und leicht nachdenklicher Emotionalität. Süßlich und doch erdig: „Birds Say“, das zweite Album, ist eine Grenzerfahrung im positiven Sinn.

Weiterlesen

Trade Wind – You Make Everything Disappear

Ab und an lassen Trade Wind, deren Mitglieder sich normalerweise mit so illustren Bands with Stick To Your Guns, Structures und Stray From The Path durch die Gegend ballern, den guten, alten Gevatter Hardcore auch mal Hardcore sein. Ihr Nebenschauplatz packt das Präfix Post- hinzu, kreist um Alternative Rock und erinnert damit schon mal an Thrice oder den Major-Ausflug von Cave In. Nach einer guten ersten EP emanzipiert sich das Quartett mit seinem Debütalbum „You Make Everything Disappear“ nun endgültig vom vermeintlichen Tagesgeschäft.

Weiterlesen

Bosco Rogers – Post Exotic

Wer nach wie vor auf der Suche nach dem etwas anderen Sommer-Soundtrack ist, könnte jetzt fündig werden. Bosco Rogers, ein französisch-britisches Duo, wie es nur eine Prä-Brexit-Gesellschaft gestatten würde, mischt trendige Sounds der letzten 50 Jahre. Psychedelia trifft auf Flower Power, Funk kollidert mit Punk, Surf-Pop läuft auf Indie auf. Das hört sich ziemlich wirr an, klingt über weite Strecken auch so. Und doch, oder gerade deswegen, macht das Debütalbum „Post Exotic“ richtig viel Spaß.

Weiterlesen

Júníus Meyvant – Floating Harmonies

Lange Jahre war Unnar Gísli Sigurmundsson ein Suchender. Sein Freiheitsdrang kostete ihm einst seinen Platz an der Musikschule. Fortan wurden Skateboarden und Malen zu seinen einzigen Zeitvertreiben, bis er mit Anfang 20 schließlich eine abgehalfterte Gitarre entdeckte. Nun sorgt er als Júníus Meyvant in seiner isländischen Heimat für Furore. Irgendwo zwischen Folk, Pop und Wellness rotiert er längst über die nationalen Radiogrenzen hinaus und packt nun zwölf schlagkräftige, musikalische Argumente auf sein Debütalbum „Floating Harmonies“.

Weiterlesen

Bantam Lyons – Melatonin Spree

Weltschmerz trifft auf Spielfreude, wenn sich Bantam Lyons ihre Gitarren umschnallen. Das junge bretonische Quartett versteht sich auf Indie Rock, Post Punk und einen nicht zu verhehlenden Hauch von trister Emotionalität, der schon mal an The Smiths oder Joy Division erinnert, gleichzeitig aber auch die mitreißende Kühle von The Twilight Sad oder den frühen Editors in sich trägt. Das liest sich speziell und abwechslungsreich, trifft aber vor allem mitten ins Herz: „Melatonin Spree“ wird zum Aufgalopp nach Maß.

Weiterlesen

Spring King – Tell Me If You Like To

Als Teenager veranstaltete Tarek Musa Partys in seinem Elternhaus, teils ohne Gäste, und spielte Gitarrensongs, die er aus vorbeifahrenden Autos hörte. Heute ist er als Produzent und Frontmann von Spring King endlich mit einer Hörerschaft gesegnet. Das US-Quartett versteht sich auf durchaus feiertaugliche Rockmusik mit Garage- und Pop-Elementen, bleibt textlich aber eher düster. Auf „Tell Me If You Like To“ setzt es gleich zehn solcher kleiner Kunstwerke.

Weiterlesen

Conner Youngblood – The Generation Of Lift

Ohne Musik wäre Conner Youngbloods Leben nur halb so schön. Seine ersten Songs schrieb der US-Amerikaner im College, inspiriert durch so komplexe wie vielschichtige Künstler wie Gorillaz, Sufjan Stevens und Elliott Smith. Bereits im vergangenen Jahr sorgte er mit seiner in Eigenregie veröffentlichten EP „The Generation Of Lift“ für Aufsehen, nun folgt endlich ein weltweiter Release via Counter Records – digital sowie als 12″ Special Edition.

Weiterlesen

The Frank And Walters – Songs For The Walking Wounded

Nach ersten Charterfolgen in Großbritannien und ihrer irischen Heimat 1992 verschwanden The Frank And Walters für mehrere Jahre von der Bildfläche. Der frühe Erfolg und damit verbundene Stress resultierte in einer regelrechen „Angst“ vor der Musik. Zwar bäckt das Quartett seither deutlich kleinere Brötchen, ihren Alternative-Perlen sind sie allerdings treu geblieben. Mit dem nunmehr siebten Studioalbum „Songs For The Walking Wounded“ behandeln sie nun Ängste und Nöte aus dem Alltag, sozusagen ein Blick hinter die Fassade der seelischen Gemütswelt.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?