Spring King – Tell Me If You Like To

Spring King

Als Teenager veranstaltete Tarek Musa Partys in seinem Elternhaus, teils ohne Gäste, und spielte Gitarrensongs, die er aus vorbeifahrenden Autos hörte. Heute ist er als Produzent und Frontmann von Spring King endlich mit einer Hörerschaft gesegnet. Das US-Quartett versteht sich auf durchaus feiertaugliche Rockmusik mit Garage- und Pop-Elementen, bleibt textlich aber eher düster. Auf „Tell Me If You Like To“ setzt es gleich zehn solcher kleiner Kunstwerke.

Ihren kleinen Single-Hit haben Spring King ans Ende der Platte verbannt. „The Summer“ fällt vielleicht sogar etwas aus dem Rahmen mit seinem leichtfüßigen Auftreten und immer wieder aufkeimendem Synthi-Teppich. Zwischen den Beach Boys und The Drums schleichen sich dezente Surf-Elemente ein, während der Refrain überraschend schwermütige Seiten aufzieht. Natürlich geht es auch härter und frontaler, unter anderem im bissigen, zuweilen sogar leicht punkigen „Rectifier“ mit dominanter Gitarrenbreitseite.

Ausgelassen und doch nachdenklich, das macht den unverkennbaren Reiz dieses Debüts aus. „City“ rollt als Opener nur langsam los mit seinen Kasabian-Gitarren, explodiert aber im Refrain förmlich gen britische Indie-Party. Bei „It’s So Dark“ ist der Name durchaus Programm. Leicht psychedelisch und doch fordernd, entfaltet der Song seine düstere und doch verhalten tanzbare Wirkung in mehreren kleinen Wellen. Und dann ist da noch „Heaven“, eine Art Dream-Rock-Song, herrlich nüchtern und verhalten, dabei aber von einem steten, leicht verschmitzten Lächeln gezeichnet – kurios und durchaus charmant.

Zugegeben, gerade der Mittelteil des Albums zieht sich ein wenig, denn manche Muster scheinen sich betont zu wiederholen. Dennoch unterhält „Tell Me If You Like To“ mit seiner leicht verdaulichen Mischung aus unterhaltsamer, zuweilen partytauglicher Musik, gelegentlichen melancholischen Anflügen und schwerfälligen Lyrics. Simpel aber effektiv, gelegentlich sogar richtig hitverdächtig und perfekt für den Indie-Sommer – die Zeiten, in denen Tarek Musa alleine feiern musste, sind nun endgültig vorbei.

Spring King - Tell Me If You Like To

Tell Me If You Like To
VÖ: 01.07.2016
Island Records (Universal Music)

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