Kategorie: Alben

Ian Miles

Ian Miles – Degradation, Death, Decay

Es dauerte ein wenig, bis sich Ian Miles durchringen konnte, sein Solomaterial zu veröffentlichen. Dabei schreibt der Creeper-Songwriter bereits seit seinem 15. Lebensjahr eigene Songs, die er immer wieder einmal aus dem Ärmel schüttelt. Nun setzt es für Miles also gleich ein komplettes Album, das bereits 2018 aufgenommen wurde, doch letztlich fand er genug Selbstbewusstsein, um das alleine im eiskalten Gästezimmer eingespielte Material – gesungen wurde beispielsweise nur, wenn seine Frau außer Haus war – zu veröffentlichen. „Degradation, Death, Decay“ verpackt kunstvolle Horror-Texte in ruhige, bewegende Arrangements.

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The Hawkins

The Hawkins – Aftermath

The Hawkins sind aktuell so etwas wie Output-Monster und nützen die Tour-Auszeit perfekt. Vergangenen Herbst erschien das grandiose Album „Silence Is A Bomb“, wenig später von einer eigenen Live-Platte kongenial begleitet. Nun haben die schwedischen Garagen-Rocker erneut Nachschub am Start in Form eines Mini-Albums. „Aftermath“ setzt sich mit den fünf Phasen der Trauer anhand einer zerbrochenen Beziehung auseinander. Entsprechend klingt das neue Material etwas anders.

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Kælan Mikla

Kælan Mikla – Undir Köldum Norðurljósum

Hinter Kælan Mikla liegt ein hochspannender Weg. Ursprünglich 2013 im Rahmen eines Poesie-Wettbewerbs in Reykjavik gegründet, erforscht das Trio eine Welt isländischer Kultur und Geschichte mit veränderbaren Vorzeichen. Aus der einstigen DIY-Punk-Band wurde auf den bisherigen drei Album eine eigentümliche Entität zwischen Post Punk, Synthie-Pop, Folklore und pulsierenden Beats. Man tourte mit Alcest und Drab Majesty, zählt zudem zu den Favoriten von The Cure-Legende Robert Smith. Artoffact packt nun die Gelegenheit beim Schopf und verleiht der neuen Platte „Undir Köldum Norðurljósum“ eine gebührende Plattform.

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Isolation Berlin

Isolation Berlin – Geheimnis

Vertraute narrative Fäden wollen neu miteinander verflochten werden, zumindest scheinen Isolation Berlin genau das in den dreieinhalb Jahren seit „Vergifte dich“ beschlossen zu haben. Ein neuer Minimalismus hält Einzug und bemüht Reduktion auf ein absolutes Minimum, möglichst weit weg von gängigen Rockriffs und zugleich geheimnisvoll. So passt es gewissermaßen, die neue Platte „Geheimnis“ zu nennen … und auch nicht, denn Tobias Bamborschkes Texte bleiben deutlich und konkret, erhalten einzig mehr Luft zum Atmen, zum Wachsen und Gedeihen. Also alles anders und doch irgendwie gleich.

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Noah Gundersen

Noah Gundersen – A Pillar Of Salt

2009 zog Noah Gundersen, gerade einmal 20 Jahre alt, aus der Kleinstadt nach Seattle. In der damaligen Künstlerstadt, wo immer noch ein Hauch von Grunge durch die Luft wehte, hatte er das Gefühl, alles erreichen zu können. Nach und nach verschwand die Kultur der Stadt, wurde von großen Tech-Konzernen verdrängt. Als Corona schließlich alles Bars schließen ließ, verabschiedete sich auch der Singer/Songwriter aus seiner einstigen kreativen Heimat. Und doch vermisst er Seattle bzw. die Erinnerung an die einstige Größe. „A Pillar Of Salt“ blickt mit einer gewissen Wehmut zurück.

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JOHN

JOHN – Nocturnal Manoeuvres

Ein kryptischer, unsuchbarer Bandname legt den Fokus auf Musik und Kreativität: Das Duo JOHN heißt nicht nur aufgrund der Vornamen der beiden Musiker (John Newton und Johnny Healey) so, sondern versucht damit das eigentliche Spiel, das Momentum des gemeinsamen Erschaffens neuer Ideen in den Mittelpunkt zu rücken. Falls das nicht reicht, nennen sie sich auch JOHN (TIMESTWO), um es den Suchmaschinen einfacher zu machen. Wie dem auch sei, „Noctural Manoeuvres“ ist bereits das dritte Album der Londoner, das sich abermals durch brachiale Lautstärke, komplexe Strukturen und anspruchsvolle Lyrics auszeichnet.

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We Are Scientists

We Are Scientists – Huffy

„It’s A Hit“, deklarierten We Are Scientists vor mittlerweile 16 Jahren, und nahmen ihren kometenhaften Aufstieg zwischen Festival-Bühne und Indie-Disco quasi vorweg. Songs wie „After Hours“ und „Nobody Move, Nobody Get Hurt“ gehören auch heute noch zum Standardrepertoire. Keith Murray und Chris Cain veröffentlichten seither viele weitere kurzweilige Platten mit packenden Indie-Songs und kleinen Ohrwürmern. „Huffy“ ist bereits ihre siebte Platte und besinnt sich auf das, was die Beiden am besten können: noch mehr richtig gute, mitreißende Lieder an den Start bringen.

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Catalyst

Cataylst – A Normal Day

Die Zeiten, als eine Duo-Besetzung alleine bereits für Rock-Schlagzeilen reichte, sind längst vorbei. Von The White Stripes über Royal Blood bis zu The Picturebooks gibt es mittlerweile prominente Beispiele wie Sand am Meer. Für Catalyst ist das kein Thema, denn die Schweizer überzeugen durch ihre Musik doppelt und drei- bzw. zweifach. Dominic Curseri und Ramon Wehrle aus St. Gallen mögen es bevorzugt laut und deftig, irgendwo zwischen Alternative, Blues und der Garage angesiedelt. Und doch hat der Einstand „A Normal Day“ noch so viel mehr zu bieten.

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Nightwatchers

Nightwatchers – Common Crusades

Französischer Kolonialismus ist gewiss kein typisches Punk-Thema. Für Nightwatchers spielen politische Texte eine zentrale Rolle, so bereits auf ihren beiden EPs und dem Debütalbum „La paix ou le sable“ geschehen. Mit ihren Lyrics wollen sie auf die Gewalt und die Verbrechen der französischen Kolonialzeit hinweisen und ziehen zugleich Parallelen zur Art und Weise, wie Frankreich heute mit dem Islam umgeht. Diesen durchaus starken Tobak kleiden die vier Herren aus Toulouse in schroffe, scharfkantige Tracks, die zwischen Uptempo-Hooks und ein wenig Post-Düsternis pendeln. „Common Crusades“ setzt die Reise fort.

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Strand Of Oaks

Strand Of Oaks – In Heaven

Eine Zeit der Trauer und des Aufbruchs legte den Grundstein für die neue Strand Of Oaks-Platte. Ende 2018 verstarb Tim Showalters Schwiegermutter bei einem Autounfall, kurze Zeit später wurde bei der geliebten Katze Stan unheilbarer Krebs diagnostiziert. Showalter schwor dem Alkohol ab, um sich besser um seine Frau zu kümmern und das gemeinsame Leben wiederaufzubauen. Spontan zog man nach Texas – eine irrationale Entscheidung, die letztlich den Grundstein für „In Heaven“ legte. Es ist ein Album über Liebe, Tod und Erleuchtung geworden, das zugleich musikalisch frische Wege beschreitet.

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