Kategorie: Alben

Rolling Blackouts Coastal Fever

Rolling Blackouts Coastal Fever – Endless Rooms

In einem kurzen Zeitfenster der Freiheit zogen sich Rolling Blackouts Coastal Fever in ein kleines Haus nördlich von Melbourne zurück, das in den 70er Jahren von der Großfamilie der Russo-Brüder Tom (Gesang, Gitarre) und Joe (Bass) erbaut worden war. Die zwölf Tracks für das neue Album nahmen den Esprit dieses Orts an und so entschied sich das Quartett, dort gleich aufzunehmen, erstmals sogar komplett selbst zu produzieren. „Endless Rooms“ beschreibt nich nur die Gegebenheiten des Hauses, sondern zeugt zugleich vom vielfältigsten Werk der Australier bis dato.

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Vague

Vague – Out Soon

Zwischen Wien und Berlin entstehen zeitlose, schwebende Songs, die Genregrenzen bestenfalls vage definieren. Vague haben den passenden Bandnamen für ihren Sound. Das Quintett mit gleich drei Songwritern und Sängern tankt sich durch die Jahrzehnte mit Anleihen von Shoegaze, New Wave, Psychedelic, Kraut und Pop, vornehmlich in gemächlicheren, Collagen-artigen Gefilden angesiedelt. Entsprechendes gilt auch für ihr mittlerweile drittes Album. „Out Soon“ vereint gleich 15 Songs auf 57 Minuten und nähert sich der gefühlvollen, zumindest oberflächlich tiefenentspannten Überforderung.

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Hook, Line And Sinker

Hook, Line And Sinker – (Smooth Jazz Implies The Existence Of) Rough Jazz

Müssen sich Schweizer Riffs zwangsläufig in Zeitlupe abspielen? Die Quote des furchtbaren Witzes wäre somit erreicht, die Aufmerksamkeit gilt von nun an Hook, Line And Sinker. Tatsächlich spielen Riffs eine wichtige Rolle im Sound des Trios aus Freiburg im Üechtland, das musikalisch weitestgehend in der Wüste beheimatet ist. Stoner, Desert, Fuzz und Psych, aber auch verwaschene Pop-Ideen finden sich auf ihrem ersten Album wieder. Das trägt den wunderbar ausladenden Titel „(Smooth Jazz Implies The Existence Of) Rough Jazz“, wobei eine Sache festgehalten werden möchte: Jazz findet sich auf dieser Platte nicht. Muss ja auch nicht sein.

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Bloc Party

Bloc Party – Alpha Games

Back and to the left: Das letzte Bloc Party-Album hat tatsächlich über sechs Jahre auf dem Buckel. „Hymns“ zeigte eine Band auf dem Scheideweg, noch ohne die damals recht frischen Neuzugänge Louise Bartle und Justin Harris geschrieben, nach einer musikalischen Identität suchend. Auf Tour und bei Live-Performances des legendären Debüts „Silent Alarm“ fand man sich und den eigenen Sound (wieder). „Alpha Games“ ist bereits seit 2018 in Arbeit, wurde in Etappen geschrieben und aufgenommen, entstand im Kollektiv und distanziert sich ein wenig von der jüngsten Sinnkrise.

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Jono McCleery

Jono McCleery – Moonlit Parade

Nach „Pagodes“ bog Jono McCleery vom vermeintlichen Highway des Erfolgs ab, so will es zumindest seine aktuelle Bio wissen. Auf seine von der Kritik gefeierten Werke folgte ein Labelwechsel sowie der Drang, in Eigenregie und nach eigenem Gutdünken aufzunehmen und zu produzieren. „Here I Am And There You Are“ war ein kleiner, wenngleich höchst gelungener Bruch. Elektronische Spuren sind mittlerweile weitestgehend verschwunden: Das neue Werk „Moonlit Parade“ entstand im Band-Line-up und trägt eine wunderbar blues-jazzige Retro-Note in sich.

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Arionce

Arionce – Calls From Afar Shores

Das stete, häufig widersprüchliche Verhältnis zwischen Spannung und Entspannung begleitet Arionce seit ihrer ersten EP. Das Berliner Quartett tummelt sich im weiten Alternative-Rock-Mikrokosmos, begleitet von Prog- und Indie-Einflüssen, zwischen Atmosphäre, Hymne und Nachdruck pendelnd. Ihr Debütalbum nahmen sie im eigenen kleinen, frisch ausgebauten Studio auf, wo sie alle Zeit der Welt hatten, mit Sounds und Stimmungen zu experimentieren. „Calls From Afar Shores“ befasst sich mit der Suche nach Kraft in Zeiten sozialer Isolation, nach dem Verlust eines geliebten Verwandten, im Umgang mit der Demenzerkrankung des eigenen Vaters.

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Nichtseattle

Nichtseattle – Kommunistenlibido

Eine energisch angeschlagene Gitarre, eindringlicher Gesang, gelegentlich etwas Flügelhorn und/oder Schlagzeug – mehr braucht es nicht zum großen Glück, das Katharina Kollmann als Nichtseattle vorlebt. Hier bemüht die ansonsten als Lake Felix tätige Musikerin deutschsprachige Texte, so pointiert wie mitreißend und vornehmlich im XXL-Format vorgetragen. „Kommunistenlibido“, so der fantastische Titel ihres zweiten Albums, landet bei Staatsakt und wird in der ohnehin bereits opulenten Doppel-Vinyl-Ausgabe von einem Songbook mit Illustrationen von Fania Jacob begleitet.

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Deaf Lingo

Deaf Lingo – Lingonberry

Im Herbst 2015 hatte Sandro Specchia Bock, ein paar Tracks in seiner Wohnung am Stadtrand von Mailand auf einem 4-Track-Recorder aufzunehmen. Eine Band war schnell gefunden, ein Jahr später hatten Deaf Lingo ein fixes Line-up, das bis heute hält. Das italienische Quartett steht auf dickes Schrammeln, auf Garagen-Charme, auf punkige Attitüde, auf Indie Rock und Power Pop. Mit etwas Verzögerung konnten sie im Vorjahr endlich ins Studio gehen, um ihren Zweitling einzuspielen, der erwachsener klingen und sich zugleich vom Lo-Fi-Debüt entfernen soll. „Lingonberry“ gibt sich tatsächlich angenehm lebhaft.

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Cold Years

Cold Years – Goodbye To Misery

Längst kein wohlgehütetes Geheimnis mehr, sondern womöglich nächste große schottische Band: Vor eineinhalb Jahren legten Cold Years nach zwei kurzweiligen EPs ein nicht minder starkes Debütalbum nach, das die Brücke zwischen Punk und Alternative Rock schlagen wollte – quasi ein Stück Heartland unweit der Highlands. Frontmann Ross Gordon fühlte sich von seiner Heimat erstickt, zog fort aus Aberdeen und ging nach Glasgow. Die Ideen wurden zunächst distanziert ausgetauscht, man holte sich einen Gastdrummer ins Boot, versuchte die goldene Mitte zwischen rebellischer Wut und optimistischer Hoffnung zu finden. Das Ergebnis: „Goodbye To Misery“.

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Psychedelic Porn Crumpets

Psychedelic Porn Crumpets – Night Gnomes

Über weite Strecken hatten Psychedelic Porn Crumpets keinen Plan und keine Ahnung, was sie da gerade taten. Es gab keine große Mission, kein knackiges Statement, als es recht schnell an die Arbeiten zu einem Nachfolger von „SHYGA! The Sunlight Mound“ ging, außer ein wenig Variation. So wollte man, angelehnt an „Helplessness Blues“ von Fleet Foxes, jeden Track gegen Ende mit einem kleinen (Stil-)Bruch versehen, um das Geschehen spannend zu halten. „Night Gnomes“ zeigt die Australier so abwechslungsreich und abgedreht wie eh und je, natürlich wieder überfordernd und doch irgendwie charmant.

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