Kategorie: Alben

Ash

Ash – Ad Astra

Nur wenige Bands schaffen es, über einen derart langen Zeitraum so spannend, relevant und zugleich zuverlässig zu bleiben, wie das Ash scheinbar mit Leichtigkeit tun. Seit über drei Jahrzehnten setzt es Power Pop, Alternative Rock und mehr von den Nordiren, die sich im Laufe der Zeit gerne mal häuteten, sich auf Raten neu erfanden und doch immer ablieferten. Die Pläne, eine Synth-Pop-Platte abzuliefern, verwarf das Trio allerdings (vorerst), gestärkt durch den Erfolg und die Beliebtheit von „Race The Night“ vor zwei Jahren. Das könnte immer noch kommen, doch brauchte es zunächst ein relativ ‚klassisches‘ Ash-Album. Und „Ad Astra“ könnte letztlich exakt das sein.

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Zhaat

Zhaat – Other Prophets

Bei Zhaat finden die Puzzleteile automatisch zusammen. Das Quartett aus Leipzig wählte ein vermeintliches Fantasiewort, das mystisch, wertfrei und ohne jegliche Einschränkungen sein sollte. Letztlich handelte es sich doch um einen Begriff aus dem Arabischen, der so viel wie „Essenz“ oder „das Innerste“ bedeutet – mehr als passend. Man gönnte sich erst einmal Zeit, um den eigenen Sound zu kultivieren, ohne etwas übers Knie zu brechen. Ihr erstes komplettes Album nahmen sie in Eigenregie auf, den Mix übernahm Coogans Bluff-Drummer Charlie Paschen, bevor Noisolution zugriff, als die Platte schon im Presswerk war. „Other Prophets“ ist aber so viel mehr als ’nur‘ das Produkt glücklicher Fügungen.

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Idlewild

Idlewild – Idlewild

Anfang der 2000er hatten sich Idlewild dem verdienten Durchbruch angenähert, als es „The Remote Part“ in die Top 3 schaffte, mit Gold ausgezeichnet wurde und die einzige UK-Top-10-Single abwarf. Zwar schafften es die Schotten, was die Verkaufszahlen betrifft, nie ganz in die erste Liga, konnten mit ihrem vielschichtigen Indie-Sound dennoch anhaltend begeistern. Selbst eine längere Pause zwischendurch konnte dem Quintett nichts anhaben. Auch auf ihrem zehnten Album ziehen sie ihren Stiefel durch. „Idlewild“ entstand im Studio von Gitarrist Rod Jones, der sich auch um den Mix kümmerte, und konzentriert sich auf altbewährte Qualitäten.

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Pain Magazine

Pain Magazine – Violent God

Mitten im Winter gingen das französische Post-Hardcore-Trio Birds In Row sowie das französisch-amerikanische Industrial-Techno-Duo Maelstorm & Lousiahhh gemeinsam ins Studio. Einfach mal machen und schauen, was dabei rauskommt, das war der ursprüngliche Plan. Aus einem ersten Track wurde schnell ein gemeinsames Album. Pain Magazine klingen in etwa so, wie man sich das ob der beteiligten Musiker erwartet – laut, aufbrausend, heavy, aber auch unterkühlt und synthetisch. All das wird schon bald auf die Bühne gebracht. Bis dahin hält der Einstand „Violent God“ bei Laune.

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From Fall To Spring

From Fall To Spring – Entry Wounds

Jede Musikrichtung hat ihre Zeit – und ihr Revival. So lässt sich die Hochphase des Nu Metal zeitlich in den späten 90er Jahren verorten, während zu Beginn dieses Jahrtausends sämtliche Core-Richtungen angesagt waren – von Metalcore über Post-Hardcore bis hin zu Trancecore. Während Metalcore eigentlich nie so ganz weg war, gewann der zwischenzeitlich ziemlich tote NumMetal-Sound in den letzten Jahren wieder an Beliebtheit. Was das alles mit From Fall To Spring zu tun hat? Nun, die Saarländer vermengen die beiden Musikrichtungen zu ihrem ureigenen Sound und das seit 2017 zunehmend erfolgreicher – der diesjährige ESC-Vorentscheid, bei dem es das Sextett ins Halbfinale schaffte, dürfte da auch noch seinen Teil zu beigetragen haben. Ihr neues Album „Entry Wounds“ sollte somit eine nicht gerade kleine Hörerschaft erreichen können.

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Robert Plant

Robert Plant – Saving Grace

Eine musikalische Reise mit Robert Plant ist immer ein Grund zur Freude. Von seinen großen Hard-Rock-Stadion-Tagen ist er inzwischen weit entfernt, erforscht mit seinen Alben und wechselnden Begleitungen sämtliche Ecken des Erdballs und findet doch immer wieder zurück zu seiner alten Liebe für Blues, Folk, Country und Gospel. Exakt das sind die Eckpfeiler für das neueste Werk seiner Band Saving Grace, mit der er inzwischen seit sechs Jahren zusammenspielt, die er in seiner walisischen Heimat fand. Gemeinsam widmet man sich einer Serie an Cover-Versionen, unter dem Titel „Saving Grace“, das Plant und die fantastische Sängerin Suzi Dian nebeneinanderstellt.

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ClickClickDecker

ClickClickDecker – Wir waren immer schon da

Kurze Pause, langer Seufzer, Beinahe-Auflösung und triumphale Rückkehr: Die Jahre seit dem Release vom „Am Arsch der kleinen Aufmerksamkeiten“ waren für ClickClickDecker spannend, um es höflich auszudrücken. Verluste und Lebensumbrüche sorgten zudem für Veränderungen in der Musik, denn Kevin Hamann geht seine Texte weniger zynisch an und gibt sich fast schon sanft, altersmilde. Diese Klarheit bringt das Trio in eine halbe Stunde „Wir waren immer schon da“ ein, das gleichermaßen Platz für das Gemeinsame im Leben findet und doch immer wieder unterstreicht, dass der Status Quo dieser Welt eigentlich nicht in Ordnung ist.

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Sprints

Sprints – All That Is Over

Eines der ersten Alben des Vorjahres war auch eines der besten: „Letter To Self“ erschien direkt zu Jahresbeginn 2024 und machte Sprints aus dem Stand zu einer der Bands to watch, was die Touren und Festival-Auftritte der Folgezeit bestätigten. Gitarrist Colm O’Reilly zog sich früh zurück, weil die öffentliche Aufmerksamkeit nichts für ihn war, mit Zac Stephenson wurde ein mehr als adäquater Ersatz gefunden. Gemeinsam wollte man den eigenen Sound weiter ausreizen und neue Extreme finden, zudem den großen Graben zwischen einer Zeit voller Erfolge und Veränderungen sowie der immer hässlicher werdenden Welt ringsum entsprechend ausleuchten und verarbeiten. „All That Is Over“ versucht sich daran.

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Automatic

Automatic – Is It Now?

Erst sorgten sie mit ihrem Motorik-Pop für Bewegung, nun soll Deviant-Pop dem Brainrot im Hier und Jetzt entgegenwirken: Automatic mögen es gerne ungewöhnlich und doch eingängig, das zeigten sie zuletzt vor gut drei Jahren auf „Excess“. In der Zwischenzeit haben sie ihren synthetischen Ansatz noch weiter auf ein absolutes Minimum heruntergebrochen, zynisch und schwarzhumorig, betont respektlos. „Is It Now?“ will Unterdrückungsstrukturen durch neue Dringlichkeit aufbrechen und ruft zu einer Art kleinen Revolution gegen Konsum und zerstörerische Strukturen auf, begleitet von minimalistischer Eingängigkeit.

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Rage

Rage – A New World Rising

Peavy Wagner ist ein echtes Arbeitstier. Anders ist es nicht zu erklären, dass der Rage-Vokalist mit seiner Band in 40 Jahren bereits 27 Alben rausgehauen hat – und das trotz einer phasenweise sehr wechselhafter Bandbesetzung. Auch wenn die Hochphase des Herner Trios ganz klar in den 90er und 00er Jahren zu verorten ist, steht die Band auch heute noch voll im Saft – immerhin haben Rage im letzten Jahr mit dem sehr abwechslungsreichen „Afterlifelines“ ein spätes Karrierehighlight abgeliefert. Und jetzt, nur ein Jahr später, kommt mit „A New World Rising“, dem 28. Studiowerk, schon der Nachfolger in die Läden.

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