Kategorie: Alben

Symphonity – King Of Persia

Metal aus Osteuropa – die meisten denken bei diesem Stichwort vermutlich zuerst an russische Bands wie Mechanical Poet und Arkona oder, wenn der Extrem-Metal-Bereich bevorzugt wird, an Polen mit seinen Szenegößen wie Vader und Behemoth. Tschechien ist auf der metallischen Landkarte noch weitestgehend ein weißer Fleck. Das allerdings könnte sich nun ändern, denn das aus Brünn stammende Sextett Symphonity, das bereits auf dem unter dem Bandnamen Nemesis veröffentlichte Debüt „Goddess Of Revenge“ und dem 2008 veröffentlichten Zweitwerk „Voice From The Silence“ zu überzeugen wusste, liefert anno 2016 mit seiner neuen Scheibe „King Of Persia“ ein Meisterwerk des symphonisch angehauchten Power Metals ab!

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Oddjobmen – Urban Focus

Schräg, schräger, Oddjobmen. Bei den fünf Berlinern passt der Bandname wie Arsch auf Eimer. Ihr wilder, rockiger Stilmix klingt wie der Soundtrack zu einem abgefahrenen, leicht kaputten Hollywood-Streifen, der Schock, Schwulst und Sex miteinander vermischt. Auf dem nunmehr zweiten Album „Urban Focus“ passiert verdammt viel, denn die Herren aus der Hauptstadt schütteln ihre Groove-, Desert- und Radio-Rock-Granaten in zackiger, schräger Abfolge aus dem Ärmel und schrecken keineswegs vor Ausflügen in besonders entlegene Soundscapes zurück.

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Chain Wallet – Chain Wallet

Der Soundtrack zur Traumwelt der 1980er Jahre stammt aus Bergen. Chain Wallet verstehen sich auf einen charmant poppigen Mix aus New Wave, Synth und Shoegaze – entspannt und doch treibend. Zwischen Verletzlichkeit und eitel Sonnenschein malen sie faszinierende Bilder – mal schroff und abstrakt, mal mit Weichzeichner und Pastellfarben. Existentielle Krisen und zerbrochene Träume begleiten das schlicht „Chain Wallet“ betitelte Debütalbum.

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Nightstalker – As Above, So Below

Seit fast einem Vierteljahrzehnt veröffentlichen die Griechen Nightstalker regelmäßig neue Alben und bedienen sich Retro-Riffs, die sich bis auf die 60s und 70s zurückverfolgen lassen. Von musikalischen Schubladen hält das Quartett jedoch nichts, gerade mit dem in jüngerer Vergangenheit bemühten Stoner-Vergleich kann man nichts anfangen. Und doch lassen die zwischen Black Sabbath und Kyuss verorteten Riffs auf „As Above, So Below“ kaum anderweitig zuordnen.

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Ray Wilson – Makes Me Think Of Home

Zwei Alben innerhalb eines halben Jahres – Ray Wilson legt derzeit ein wahrhaft üppiges Arbeitspensum vor. Und während manche Künstler mit einem deutlich niedrigeren Veröffentlichungslevel bestenfalls mittelklassiges Material raushauen, kann man sich bei dem 48-jährigen Schotten und Wahlpolen sicher sein, dass das Ergebnis von mindestens guter Qualität sein wird – war unter den bisher veröffentlichten Soloalben doch nicht ein Schwaches dabei. Und tatsächlich kann auch Ray Wilsons sechste Soloscheibe wieder in vielerlei Hinsicht überzeugen. Textlich widmet er sich auf „Makes Me Think Of Home“, ganz dem Titel entsprechend, seiner alten Heimat Schottland.

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Matt Boroff – Grand Delusion

Seine Wahlheimat mag mittlerweile Österreich sein, doch musikalisch ist Matt Boroff nach wie vor tief in den Vereinigten Staaten verhaftet. Auf seinem dritten Soloalbum versucht er sich ein wenig von Desert-Rock-Klängen zu lösen, was zumindest bedingt gelingt. Mehr Americana, mehr Singer/Songwriter – und Wüstenprominenz hinter den Kulissen. Kein Geringerer als Josh Homme-Intimus Alain Johannes produzierte „Grande Delusion“, während Jack Irons (Red Hot Chili Peppers, Pearl Jam) am Drumhocker Platz nahm.

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Airbourne – Breakin‘ Outta Hell

Keine Airbourne-Rezension ohne AC/DC-Vergleich – bringen wir diese lästige Pflicht somit am besten gleich zu Beginn dieses Textes hinter uns. Natürlich erinnert die Musik der genau wie die großen Vorbilder aus Australien stammenden Hard Rock-Band rund um die Brüder Joel und Ryan O’Keeffe auch im Jahr 2016 stark an eben jene Rock-Giganten, hier und da garniert mit dezenten Anleihen bei anderen Bands aus dem hart rockenden Blues Rock-Spektrum wie z.B. Whitesnake. Will man als Gruppe jedoch auf lange Sicht bestehen, ist auch das Entwickeln einer eigenen Identität von Nöten. Mit „Breakin‘ Outta Hell“ ist dieser Tage das vierte Airbourne-Album in die Läden gekommen. Grund genug also, einmal abzuchecken, wie gut es um die Identität des Quartetts bestellt ist.

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Apothek – Apothek

Morten Myklebust und Nils Martin Larsen würden jeweils für sich nicht funktionieren. Also musikalisch. Als Apothek verbinden Popmusik mit Elektronik und ein wenig Avantgarde. Quasi James Blake auf Kollisionskurs mit Everything Everything, wenn man so will. Die Songs auf ihrem eponymen Album vermengen poetische Texte – Myklebusts Domäne – mit Larsens Hang zur Soundtüftlerei. Beide setzen auf komplett konträre musikalische Ansätze und kollidieren herrlich kurios miteinander.

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Deacon Blue – Believers

Hoffnung in einer unsicheren Zukunft. Zwei Seiten – und die stetige Problematik, sich für eine von beiden zu entscheiden. Deacon Blue, die schottische Band, die nun auch schon seit 30 Jahren als ein Garant für eingängige Popmusik mit Botschaft gilt, beschäftigt sich auf ihrem neuem Album mit den ganz großen Themen, die derzeit die Welt bewegen. Dabei beziehen sie klar Position, auf welcher Seite sie stehen wollen – und das ist nicht jene Seite, auf der die besorgten Bürger mit ihrer egozentrischen Weltsicht und Angst vor Veränderungen stehen, sondern jene, auf der man an eine bessere Zukunft glaubt und sich für diese auch stark macht. So hat das neue Werk, das nach „The Hipsters“ und „A New House“ den dritten Teil einer Trilogie darstellt, dann auch prompt den passenden Namen „Believers“ erhalten.

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The T.S. Eliot Appreciation Society – Turn It Golden!

Tom Gerritsen wuchst auf einem Jahrmarkt auf und kam früh mit den mythischen Geschichten von Künstlern und Predigern in Berührung. Ihre fantastischen Ausführungen beeinflussen ihn bis heute. Mittlerweile im niederländischen Utrecht heimisch, gibt er unter dem Pseudonym The T.S. Eliot Appreciation Society einen Singer/Songwriter mit Faible für ausgefallene Arrangements und Texte. Mit dem Zweitling „Turn It Golden!“ entfernt er sich zwar ein wenig vom rohen Sound des Debüts, denkt sich dafür umso faszinierender in seine Kindheit zurück.

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