Kategorie: Alben

Brody Dalle – Diploid Love

Musikalisch war es um Brody Dalle im letzten Jahrzehnt relativ ruhig bestellt. Nach dem vorzeitigen Aus der Distillers heiratete sie Josh Homme (Queens Of The Stone Age, Them Crooked Vultures, Desert Sessions), wurde zweifache Mutter und veröffenlichte zwischen den beiden Schwangerschaften das Debütalbum ihres Projektes Spinnerette – eigentlich die perfekte erste Soloplatte, wie sie im Nachhinein festgestellt hat. Die gibt es dafür jetzt in Form von „Diploid Love“, wenig überraschend von Alain Johannes produziert.

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xBOMB FACTORY – No

Kollateralschäden in der britischen Provinz, oder: Diese Band kann nur aus Warboys kommen. Warboys, das ist eine kleine Ortschaft in der Grafschaft Cambridge, bestenfalls für ihren eigenwilligen Namen sowie die Städtefreundschaft mit dem Kreis Viersen bekannt. Aus eben jener Gemeinde kommen xBOMB FACTORY (schon wieder solch ein martialischer Name), die die Schäden der Post Punk-Revivalwelle vor einem Jahrzehnt nun endlich aufräumen und das Genre zu seinem Ursprung zurückführen. Soll im Fall von „No“ heißen: The Fall statt Franz Ferdinand, Crass statt Maximo Park und doch ein wenig Gang Of Four-Ursuppe.

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Spidergawd – Spidergawd

Nur wenige Monate nach der Veröffentlichung des 17. (!) regulären Studioalbums von Motorpsycho gibt es bereits neues Material aus dem Camp der Norweger, genauer gesagt von Bent Sæther und Kenneth Kapstad, die hier die Rhythmusabteilung bilden und ursprünglich dem Frontmann der mittlerweile implodierten Cadillac, Per Borten, die Möglichkeit geben wollten, Songs seiner alten Band zu spielen. Daraus wurde nun Spidergawd, erweitert um Rolf Martin Snustad (Hopalong Knut, Samvirkelaget), die sich in ihrer nordischen Heimat bereits einen Namen gemacht haben und ihr eponymes Debütalbum exklusiv auf Vinyl (plus beigelegter CD) veröffentlichen.

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Sweet Apple – The Golden Age Of Glitter

Der süße Apfel fällt nicht weit vom Stamm: J Mascis (Dinosaur Jr.), Tim Parnin und John Petkovic (Cobra Verde) sowie Dave Sweetapple (Witch) widmen sich einmal mehr ihrer musikalischen Jugendliebe – 70s-Pop/Rock mit Stadionqualitäten. Aufbauend auf ihrem 2010 erschienenen Debüt „Love & Desperation“, hat sich die Supergroup Sweet Apple, quer über die USA verstreut, für einen Nachschlag zusammengefunden. „The Golden Age Of Glitter“ ist genau das, was man sich nach dem Erstling erwartet hat – eine kurzweilige, hochgradig melodische Platte.

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Chet Faker – Built On Glass

2011 nahm Nicholas Murphy aus Jux und Tollerei eine Cover-Version des Blackstreet-Klassikers „No Diggity“ auf, die sich fortan wie ein Lauffeuer durch das Internet verbreiten und den Grundstein für Chet Faker, das Soloprojekt des Australiers, legen sollte. Gefangen zwischen souligem Singer/Songwritertum und einem breiten Disco- / House-Background, entstand nach zwei EPs das unverschämt smoothe Debütalbum „Built On Glass“, auf dem kuscheliger House-Pop und post-urbaner Electro-Soul auf semi-analoge Produzententüfteleien treffen.

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Leif Vollebekk – North Americana

Zwei Jahre lang begab sich Leif Vollebekk auf die Suche – auf die Suche nach dem perfekten Take, der perfekten Aufnahme, die ihn von seiner Heimat im kanadischen Montreal über Manhattan und ein Bauernhaus in Woodstock in ein Anwesen nahe Paris führte. Entsprechend klingt auch sein zweites Album „North Americana“: breit gesteckt, zeitlos, rustikal und doch sauber geschliffen. Die Prämisse: Folk, Singer/Songwriter und Americana im Geiste von Gillian Welch und Ryan Adams.

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Instrument – Read Books

Der Widerspruch in sich ist das Instrument dieses Longplayers, der Schlüssel dieser Platte. Sind Instrument ihr eigenes Instrument? Und was sollen eigentlich diese unnötigen, pseudo-philosophischen Ausführungen, wenn es letztlich nur um die Musik gehen darf und soll? Instrument, um nun wieder auf das Wesentliche zu kommen, bewegen sich auf ihrem dritten Album „Read Books“ abermals in einem musikalischen Spannungsfeld, das weit über die behelfsmäßige Genrebezeichnung ‚Post Rock‘ hinausgeht. Neben Mogwai und Lockerbie ist das Trio mittlerweile mindestens ebenso stark zwischen Crippled Black Phoenix und Motorpsycho verankert.

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Farewell Dear Ghost – We Colour The Night

Tim Bendzko singt nur davon, die Welt zu retten – Philipp Szalay versucht es tatsächlich mit seinem live von drei Mitstreitern unterstützten Projekt Farewell Dear Ghost. Der Grazer bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Gitarrenpop, Pathos, Bombast und britischem Schönklang mit einer Prise Weltschmerz. „We Colour The Night“ heißt sein Debütalbum und bringt tatsächlich Farbe an jeden noch so dunklen Ort mit zehn überlebensgroßen Songs.

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PUP – PUP

Kann man binnen 35 Minuten der internationalen Punk-Prominenz mit wachsender Begeisterung den Allerwertesten versohlen? Noch dazu mit Ferngruß? Die neuen Scenester kommen aus Kanada und wollen alles, nur keine Szene machen. PUP („Pathetic Use of Potential“) aus Toronto als reine Punk-Band zu bezeichnen, wäre allerdings falsch, aber um diese vier Herren zu erklären, muss man sie entweder live erlebt haben oder sich ersatzweise den längst überfälligen Deutschland-Release des eponymen Debütalbums sichern, das mit ein wenig Verzögerung über den großen Teich schwappt.

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Gotthard – Bang!

Was war das für ein Schock, als Gotthard-Sänger Steve Lee 2011 bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Auf einen Schlag hatten die Schweizer nicht nur ihr gesangliches Aushängeschild, sondern auch einen talentierten Songschreiber verloren, der gemeinsam mit Gitarrist Leo Leoni schon solche Hits wie „One Life, One Soul“, „Heaven“ und „Don’t Let Me Down“ verfasst hat. Gotthard aber ließen sich von einem solchen Schicksalsschlag nicht unterkriegen. Mit ihrem neuen Sänger Nic Maeder und dem tollen „Firebirth“-Album haben sie 2012 auch ihre härtesten Kritiker überraschen können. Nic Maeders Gesangsorgan harmonierte ganz hervorragend mit den neuen Songs, die im Vergleich zu den Vorgängeralben überraschend rockig intoniert waren. Ähnlich positiv setzt sich die Geschichte Gotthards auch 2014 fort, denn mit „Bang!“ wird ein weiteres überzeugendes Kapitel geschrieben.

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