Schlagwort: Folk Pop

Jonathan Jeremiah

Jonathan Jeremiah – We Come Alive

Einer der besten Songwriter dieser Zeit fliegt weiterhin komplett unverdient unter dem Radar. Die Rede ist von Jonathan Jeremiah, dessen butterweiche und gefühlvolle Musik erneut komplett eigene Schubladenkästen bastelt und großartige Geschichten erzählt. Auch sein neuester Streich bringt alles mit, was man gemeinhin im weiten Kopfkino-Sektor verortet. Mit dem gängigen Optimismus war es dieses Mal gar nicht so einfach, denn „We Come Alive“ verarbeitet unter anderem den Tod des Vaters, setzt sich mit zentralen Fragen rund um Zugehörigkeit, Identität und Herkunft auseinander, und lässt zugleich zunehmend unbequeme globale Geschehnisse nie komplett aus den Augen.

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Foxwarren

Foxwarren – 2

Bevor sich Andy Shauf in jüngerer Vergangenheit als Solokünstler und Songwriter etablierte, war er Teil von Foxwarren. Das ist er auch weiterhin, bloß mahlen die Mühlen bei den Kanadiern etwas langsamer. Ihr erstes Album erschien 2018, fast zehn Jahre nach der Gründung, weitere sechseinhalb Jahre später landet nun der – erstmals im Quartett aufgenommene – Nachfolger. Hier rückt Indie-Folk ein klein wenig in den Hintergrund, auch der Aufnahmetechnik geschuldet. Alle Musiker sammelten Ideen in den Heimstudios, luden diese in einen Ordner hoch und ließen sie von Shauf via Sampler zu Collagen verarbeiten, in wöchentlichen Online-Meetings diskutiert und weiterentwickelt. „2“ klingt im besten Sinne anders und frisch.

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Anna Hauss

Anna Hauss – Unknown Waters

Die Ungewissheit ist ein spannender, reizvoller Ort für Anna Hauss. Folk, Pop, Jazz und von Soul unterstützter Singer/Songwriter-Sound stattete bereits ihren starken Einstand „How Long Is Now“ aus, der sich mit Bedächtigkeit auseinandersetzte. In seiner Fortsetzung thematisiert die in Berlin geborene Musikerin den Rückzug ins Private sowie die Neugier auf Neues, von turbulenten Zeiten begleitet und beeinflusst. „Unknown Waters“ ist ein Konzeptalbum über das Unbekannte, das zugleich die musikalischen Möglichkeiten und das Songwriting Hauss‘ genauestens und konzentriert auslotet.

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Mount Jacinto

Mount Jacinto – Silver Lining

Unwirklich, mystisch und doch so eindringlich, das umschreibt den angenehm eigenwilligen Sound von Mount Jacinto zumindest einigermaßen. Die kreative Spielwiese der Costa Ricanerin Sonya Carmona ließ sich vom gleichnamigen Berg in Palm Springs inspirieren und soll einem Gefühl von Freiheit und Weite Ausdruck verleihen. Exakt das zeigt sich anhand der Musik, die mit Pop und Rock, mit Psychedelic, mit Folk und mit Alternative spielt, Chamber-Charme mitbringt und sich dabei ganz lässig auf unwirklichen Schwingen tragen lässt. „Silver Lining“ ist das erste Album dieses spannenden Projektes.

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Market

Market – Well I Asked You A Question

Songwriter, Produzent und Multi-Instrumentalist Nate Mendelsohn hält von Stillstand herzlich wenig. Zuletzt arbeitete er unter anderem für und mit Sam Evian, Vagabon und JW Francis, hat aber ebenso einen eigenen Solo-Schauplatz mit Band am Start. Als Market realisiert er verschiedenste Ideen, meist irgendwo zwischen Folk, Dream-Pop und etwas Singer/Songwriter angesiedelt. Für den Nachfolger von „The Constant Brutal Bullshit Gong“ wurden einfach bisher eingesetzte Klänge betont erweitert und in neue Richtungen gedrängt, ohne auch nur annähernd mit dem eigenen Schaffen zu brechen. Entsprechend groß und doch intim zeigt sich „Well I Asked You A Question“.

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Alex Izenberg

Alex Izenberg – Alex Izenberg & The Exiles

Neues Album, Neustart oder das im besten Sinne vorhersehbare Ergebnis jahrelanger Arbeit? Alex Izenberg öffnet seine fluffige und zugleich melancholische 70s-Welt für eine komplette Band, die sich The Exiles nennt. Folk, psychedelisch, poppig, verträumt und klassisch, mystisch und konkret zugleich – diese vertrauten Widersprüche retteten sich auch in das neue Umfeld. Zudem gab Izenberg den finalen Mix erstmals ab, was sich letztlich als Glücksgriff erweisen sollte. Schlicht „Alex Izenberg & The Exiles“ betitelt, zeigt sich diese neue Platte deutlich bunter, intensiver und kraftvoller als bisher.

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Máni Orrason

Máni Orrason – Blue Skies Motel

In den vergangenen Jahren wuchs Máni Orrasons Sound gefühlt weiter. Der in Island geborene und in Berlin ansässige Musiker entwickelte sich vom Folker zum Pop-Musiker mit Electro-Einschlag, nahm gemeinsam mit Drangsal auf, spielte mit Indie Pop und sogar einer feinen Prise Punk. Davon ist aktuell jedoch herzlich wenig zu hören. Mit dem kurzen und bündigen „Blue Skies Motel“ besinnt sich Orrason auf das Wesentliche – Gesang, Akustik-Gitarre und vielleicht eine Handvoll weiterer Zutaten. Dieser bewusste Schritt zurück zu den Wurzeln, benannt nach einem Gedicht von Robert Creeley, wirkt wie eine musikalische Reise, geprägt von Erinnerungen und etwas Melancholie.

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Michael Lane

Michael Lane – Memories

Seit Herbst 2022 veröffentlicht Michael Lane immer wieder sympathische Songs, die sich mit einer Fülle an Themen – vor allem Liebe, Natur und Wiedergeburt – befassen. Dabei kultivierte er jenen Indie-Folk-Charme, der bereits auf seinem letzten Werk „Take It Slow“ das Geschehen diktierte. Nun kommen alle Releases der jüngeren Vergangenheit erneut auf einem Album zusammen. „Memories“ befasst sich, ganz dem Titel entsprechend, mit schönen Erinnerungen und rückt vor allem die besonderen Momente des Alltags in den Mittelpunkt.

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Motorpsycho

Motorpsycho – Yay!

Eine gewisse Unvorhersehbarkeit gehört bei Motorpsycho zum guten Ton. Die Psych- und Prog-Großmeister überraschen mit wachsender Begeisterung. Selten weiß man vorher, was passieren wird, und dennoch kommt der neueste Streich immer unerwartet. In klassischer Duo-Nukleus-Formation mit gelegentlicher rhythmischer Unterstützung wirft man jeglichen Ballast von Bord und legt zehn poppige Folk-Perlen mit etwas psychedelischem Unterbau vor. Man wollte etwas zulassen, hieß es vorab, sich ausnahmsweise vergleichsweise konventionellen Mustern widmen. Und doch klingt „Yay!“ alles andere als abgeschmackt oder gar anbiedernd.

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Júníus Meyvant

Júníus Meyvant – Guru

Moderne Popmusik mit Retro-Präsentation, so oder so ähnlich lässt sich der Sound von Júníus Meyvant zusammenfassen. Der 1982 als Unnar Gisli Sigmundsson geborene Isländer nennt seine Musik „Freaky Folk Pop“ und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Seine beiden bisherigen Alben waren wunderbar aus der Zeit gefallen, reich an dichten Texturen und warmen, wohligen Melodien. Und doch bezeichnet er „Guru“ als sein persönlichstes Werk – im Heimstudio entstanden und nur mit kleiner Band-Besetzung eingespielt. Hält die Reduktion Einzug auf den Vestmannaeyjar?

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