Schlagwort: Indie Pop

GUV

GUV – Warmer Than Gold

Erst war er Young Governor, dann Young Guv, jetzt nur noch GUV: Ben Cook verkürzt seinen Namen ein weiteres Mal, bleibt seinem Faible für feine, unwiderstehliche Popsongs mit Ecken und Kanten jedoch treu. Dieses Mal begegnet er den großen Fragen und Themen des Lebens mit ebenso großen Beats und Hooks. Mehr Britpop, mehr Madchester und mehr Psychedelia halten Einzug in den Sound, abermals mit Dauer-Songwriting-Partner James Matthew Seven (No Warning) erarbeitet. Zwar hatte man bei den gemeinsamen Sessions in Portugal am Ende mehr Spaß als fertige Songs, doch war das Fundament für die verfeinerte Ausrichtung von „Warmer Than Gold“ gelegt.

Weiterlesen
Melody's Echo Chamber

Melody’s Echo Chamber – Unclouded

Ihre Musik, so Melody Prochet, bewegt sich stetig in einer Art Schwellenzone zwischen Realismus und Fabeln. Es ist diese unwirkliche Unmittelbarkeit, die ihre Releases als Melody’s Echo Chamber seit dem Einstand 2012 auszeichnen. Die französische Musikerin vertritt eine ganz eigene, im besten Sinne unnachahmliche Art von Psychedelic Pop, verträumt und doch konkret, die zu schier endlosen Gedankenreisen einlädt. Für ihr erstes Album seit dreieinhalb Jahren holte sie sich unter anderem Mitglieder von Wunder und Dina Ögon als Session-Musiker und Co-Songwriter an Bord sowie Malcom Cotto, der unter anderem bereits für DJ Shadow und Madlib zu den Drumsticks griff. „Unclouded“ schwebt über den Wolken.

Weiterlesen
The Mary Onettes

The Mary Onettes – Sworn

Die Rückkehr von alten Bekannten ist immer ein Grund zur Freude. Tatsächlich hat das letzte Album von The Mary Onettes inzwischen über elf Jahre auf dem Buckel. Obwohl in der Zwischenzeit immer wieder einmal hier und da ein paar Singles erschienen war, konzentrierte man sich zuletzt vor allem auf andere Lebensbereiche, vom Privaten bis zum Komponieren von Filmmusik. Und doch entstand mit der Zeit eine gewisse Leere, die nur das Schreiben verträumter Indie-Songs füllen konnte. Ihr Comeback „Sworn“ klingt – um das alte Klischee zu erfüllen – tatsächlich so, als hätte es diese Auszeit nie gegeben.

Weiterlesen
Nusantara Beat

Nusantara Beat – Nusantara Beat

Mitglieder so illustrer Bands wie EUT, Jungle By Night und Altin Gün widmen sich als Nusantara Beat ihren gemeinsamen indonesischen Wurzeln. Bassist Michael Joshua wurde in West-Java geboren, seine vier Mitstreiter in den Niederlanden, jedoch als Kinder indonesischer Familien. Ihre ersten Singles widmeten sich Sunda Pop, einer Musikrichtung aus den 60s und frühen 70s, die modernere bis westlichere Pop-, Psych- und Surf-Klänge mit traditioneller sundaneischer Musik verbindet. Für ihr komplettes Album gibt es eigenes Material – die Texte erst auf Englisch geschrieben und später übersetzt, aber den Sound mit dem obligatorischen Brückenschlag zwischen der alten und der neuen Heimat.

Weiterlesen
Portugal. The Man

Portugal. The Man – SHISH

Plötzlich alles anders: Erstmals seit 15 Jahren sind Portugal. The Man wieder als Indie-Band unterwegs, nachdem ihr Major-Deal ausgelaufen war. Im Vergleich zu „Chris Black Changed My Life“ veränderte sich zudem das Line-up stark, aktuell dürften nur noch John Gourley und Zoe Manville Fixsterne sein, begleitet von diversen Gastmusikern. Nach einer Überraschungs-EP im Sommer gibt es nun ein komplettes Album, das sich musikalisch wieder weiter hinauswagt und insgesamt einen Tacken härter unterwegs ist. „SHISH“ befasst sich mit Unbehagen, Verletzlichkeit und stellt den ureigenen Pop-Entwurf mit Anlauf auf den Kopf.

Weiterlesen
Cubzoa

Cubzoa – Unfold In The Sky

Vor über zehn Jahren tauchten zwei Releases unter dem Namen Cubzoa auf Bandcamp auf, die als Grundlage für den Sound von Penelope Isles dienen sollten, die Band der Geschwister Jack und Lily Wolter. Es war Jack, der mit dem an Cubozoa (eine giftige Würfelqualle) angelehnten Pseudonym erste psychedelische Gehversuche wagte. Während der Lockdowns schrieb er zahlreiche Songs im Haus seiner Eltern, die nicht zur gemeinsamen Band passen. Stattdessen wurde Cubzoa als Wolters Soloprojekt wiederbelebt, verträumt, elektronisch, semi-akustisch und – trotz aller Synthetik – höchst warmherzig. Exakt das zeigt sich im magischen ersten Album „Unfold The Sky“.

Weiterlesen
ClickClickDecker

ClickClickDecker – Wir waren immer schon da

Kurze Pause, langer Seufzer, Beinahe-Auflösung und triumphale Rückkehr: Die Jahre seit dem Release vom „Am Arsch der kleinen Aufmerksamkeiten“ waren für ClickClickDecker spannend, um es höflich auszudrücken. Verluste und Lebensumbrüche sorgten zudem für Veränderungen in der Musik, denn Kevin Hamann geht seine Texte weniger zynisch an und gibt sich fast schon sanft, altersmilde. Diese Klarheit bringt das Trio in eine halbe Stunde „Wir waren immer schon da“ ein, das gleichermaßen Platz für das Gemeinsame im Leben findet und doch immer wieder unterstreicht, dass der Status Quo dieser Welt eigentlich nicht in Ordnung ist.

Weiterlesen
Moscoman

Moscoman – Caviar

Nach diversen recht elektronischen Platten wollte DJ, Produzent und Disco Halal-Labelchef Moscoman etwas anders machen. Organische Klänge mit Bandsound, live reproduzierbar und weit weg von reiner Tanzmusik, wurden zum erklärten Ziel. Über zwei Jahre wurde neues Material geschrieben und aufgenommen, unterstützt durch zahlreiche Partner. Die Mission: Nostalgie trifft moderne Produktion. Ein klassischer, warmherziger Sound sollte eine Frischzellenkur bekommen und sich zugleich wie eine Art musikalischer Roadtrip anfühlen. „Caviar“ sorgt tatsächlich für spannendes und willkommenes Umdenken im Hause Moscoman.

Weiterlesen
Pool Kids

Pool Kids – Easier Said Than Done

Starke Platte sucht(e) Label: Nach ihren ersten beiden Alben zwischen Emo, (Math) Rock und Pop waren Pool Kids erst einmal alleine unterwegs. Das Quartett aus Florida verließ sich auf seine DIY-Stärken und stemmte die Recording-Sessions durch die Ersparnisse ihrer jahrelangen Tourneen. Man wollte die Freiheit der kreativen Selbstbestimmtheit auskosten, probierte mit Mike Vernon Davis (Foxing, Great Grandpa), der bereits den Vorgänger produziert hatte, einiges aus, und überschritt vermeintliche innere Grenzen. Erst nach Abschluss wurde ein Partner gesucht und in Epitaph gefunden. Dem Punk verfällt „Easier Said Than Done“ aber keineswegs, ganz im Gegenteil.

Weiterlesen
The Reds, Pinks And Purples

The Reds, Pinks And Purples – The Past Is A Garden I Never Fed

Über 200 Songs schrieb Glenn Donaldson in den letzten sechs Jahren für sein Soloprojekt The Reds, Pinks And Purples. Nicht alle davon haben es auf seine Platten geschafft. Das soll sich mit dieser Sammlung ändern, denn das ‚jährliche‘ Album widmet sich diversen Tracks, die zuvor nie physisch erschienen waren. „The Past Is A Garden I Never Fed“ is eine Zeitreise durch die eigene Vergangenheit und bezieht aus dieser tatsächlich reiche, gewohnt abwechslungsreiche Ernte in gleich 14 Kapiteln. Wie so oft geht es um kleine Beobachtungen, magische Erlebnisse und die Sorgen des Alltags, die durch allerlei Indie-Gärten traumwandeln.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?