Schlagwort: Indie Pop

The Reds, Pinks And Purples

The Reds, Pinks And Purples – Acknowledge Kindness

Ein gewisses Maß an Melancholie ist für The Reds, Pinks And Purples keinesfalls neu, doch kleidete der nach wie vor überaus eifrige Glenn Donaldson diese bislang gerne in funkelnde Arrangements, wieder und wieder von kantigen Gitarren und feinen Melodien begleitet. Das ist dieses Mal nicht so. Ein bewusster Blick zurück, mehr Selbstbewusstsein und Nostalgie lassen die Songs reduzierter und schwerer erscheinen. Es geht um das Hervorholen schmerzhafter Gefühle und Erlebnisse, ohne dabei auf sympathische Warmherzigkeit zu vergessen. „Acknowledge Kindness“ unterstreicht einmal mehr Donaldsons Qualitäten als Songwriter.

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deary

deary – Birding

Zu Lockdown-Zeiten regte sich bei Ben Easton der Wunsch, der eher auf Style fokussierten Szene Südost-Londons zu entkommen und introspektive, emotional aufgeladene Musik zu schreiben. Ein gemeinsamer Bekannter brachte ihn mit Dottie Cockram zusammen, schnell wurde eine gemeinsame Liebe zu Cocteau Twins, Slowdive und My Blood Valentine entdeckt. Später stieß Drummer Harry Catchpole dazu, deary waren gegründet und bewegen sich seither in einem sehr eigenen, zeitlosen Sound zwischen Shoegaze, Dream-Pop und Indie. Das erste Album „Birding“ befasst sich mit den mal unsichtbaren, mal sehr deutlichen Auswirkungen des menschlichen Handels auf andere Menschen und die Umwelt.

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The Sophs

The Sophs – GOLDSTAR

Sechs junge Menschen aus Los Angeles und ein Demotape – so oder so ähnlich begann es einst für The Sophs, die ihre ersten Songs direkt an diverse Lieblingslabels schickten. Bereits am nächsten Tag bekamen sie Antwort von Rough Trade Records, der Rest ist sympathische Geschichte. Seit letztem Sommer erscheinen bereits ein paar Songs hier und da, nun steht das vielschichtige erste Album in den Startlöchern. „GOLDSTAR“ sehnt sich nach Anerkennung und fragt sich zugleich, ob man denn das Richtige tatsächlich aus den richtigen Gründen tut.

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War Child Records

War Child Records – HELP(2)

1995 taten sich Größen der britischen Musikszene für einen Benefizsampler zusammen, um mit „The Help Album“ der gemeinnützigen Organisation War Child und somit Kindern in Kriegsgebieten zu helfen. Seither erschienen mehrere Compilations, die globale Lage wurde jedoch kaum besser. Heute lebt fast jedes fünfte Kind in einem Kriegsgebiet; Schutz und schnelle Nothilfe sowie psychosoziale Unterstützung sind wichtiger denn je. „HELP(2)“ ist die leider dringende, notwendige Fortsetzung, appelliert an Solidarität und trommelte dafür einmal mehr große musikalische Prominenz zusammen, die neues Material und exklusive Cover-Versionen beisteuert.

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Hater

Hater – Mosquito

Plötzlich hielten Hater einen Strauß Liebeslieder in der Hand. Warum gleich so viele davon entstanden waren, können sich die Schweden im Nachhinein nicht erklären. Und doch geht es Sängerin Caroline Landahl darum, dass nichts an ihrer neuen Platte, am Nachfolger von „Sincere“, soft und kuschelig ist. Denn, ja, Schmetterlinge im Bauch gibt es durchaus, aber eben auch gebrochene Herzen, komplette Leere, ein stetes emotionales Auf und Ab. All das kleidet das Quartett aus Malmö in den nunmehr vertrauten Mix aus Indie Pop, Indie Rock und Shoegaze. „Mosquito“ sucht nach der wahren Liebe, oft traurig und sehnsüchtig, und kleidet dies in durchaus mythische Geschichten.

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Exsonvaldes

Exsonvaldes – Ninety Seconds To Midnight

Mit ihrem Überraschungs-Comeback 2023 etablierten sich Exsonvaldes sofort wieder an der Speerspitze der französischen Indie- und Alternative-Landschaft. Und doch soll dies für das Trio aus Paris nur der Anfang sein. Mit dem Nachfolger wollen sie ein paar Schritte zurückgehen und an die Dringlichkeit ihrer Anfangstage vor mittlerweile einem Vierteljahrhundert anknüpfen. „Ninety Seconds To Midnight“ (ein Verweis auf die Weltuntergangsuhr) kramt wieder deutlich mehr Gitarren hervor und ignoriert doch keinesfalls die Entwicklungen späterer Jahre, als die Band zu Alternative-Pop-Meistern gereift war.

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Die weiteren Aussichten

Die weiteren Aussichten – Das alles hier ist Liebe

Wie man Negatives spielerisch leicht in Positives verkehrt, zeigt Patrick Scheuermann. 100 % im Burnout-Test und frisch arbeitslos – beste weitere Aussichten, wenn man Mitte 20 ist, so die pointierte Reaktion. Daraus entstand Die weiteren Aussichten, erst als Singer/Songwriter-artiges Projekt im Alleingang, das 2024 mit der EP „Heiter bis wolkig“ Sympathisches fürs Herz vermittelte. Im Popkurs Hamburg fand er seine Live-Band, seither geht es deutlich lauter, energischer und beherzter ans Werk. „Das alles hier ist Liebe“ beeindruckt durch musikalische Evolution und hat verdammt gute Songs mit pochendem Indie-Herz im Gepäck.

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Lukas Oscar

Lukas Oscar – Everything’s Built To Last

Mit gerade einmal 23 Jahren hat Lukas Oscar gefühlt bereits mehrere Musikerleben hinter sich. 2016 gewann er The Voice Kids, vier Jahre später schrieb er am bulgarischen Beitrag für den abgesagten Eurovision Song Contest, bevor 2022 die Solokarriere mit der ersten EP „Colors Of A Void“ langsam Fahrt aufnahm. Seither erschienen ein Album, zwei weitere EPs und diverse Songs, zudem supportete in Wien wohnende Fürstenfelder mit philippinischen Wurzeln so unterschiedliche Künstler wie Mark Forster, Khruangbin und L’Impératrice. Mit „Everything’s Built To Last“, seinem neuen Album, kündigt Oscar einen deutlich mutigeren, vielschichtigeren Pop-Ansatz an, der Normen hinterfragt, gerade mit unterstützendem Blick auf die LGBTQIA+ Community, und den Lärm im Kopf zur Ordnung ruft.

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GUV

GUV – Warmer Than Gold

Erst war er Young Governor, dann Young Guv, jetzt nur noch GUV: Ben Cook verkürzt seinen Namen ein weiteres Mal, bleibt seinem Faible für feine, unwiderstehliche Popsongs mit Ecken und Kanten jedoch treu. Dieses Mal begegnet er den großen Fragen und Themen des Lebens mit ebenso großen Beats und Hooks. Mehr Britpop, mehr Madchester und mehr Psychedelia halten Einzug in den Sound, abermals mit Dauer-Songwriting-Partner James Matthew Seven (No Warning) erarbeitet. Zwar hatte man bei den gemeinsamen Sessions in Portugal am Ende mehr Spaß als fertige Songs, doch war das Fundament für die verfeinerte Ausrichtung von „Warmer Than Gold“ gelegt.

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Melody's Echo Chamber

Melody’s Echo Chamber – Unclouded

Ihre Musik, so Melody Prochet, bewegt sich stetig in einer Art Schwellenzone zwischen Realismus und Fabeln. Es ist diese unwirkliche Unmittelbarkeit, die ihre Releases als Melody’s Echo Chamber seit dem Einstand 2012 auszeichnen. Die französische Musikerin vertritt eine ganz eigene, im besten Sinne unnachahmliche Art von Psychedelic Pop, verträumt und doch konkret, die zu schier endlosen Gedankenreisen einlädt. Für ihr erstes Album seit dreieinhalb Jahren holte sie sich unter anderem Mitglieder von Wunder und Dina Ögon als Session-Musiker und Co-Songwriter an Bord sowie Malcom Cotto, der unter anderem bereits für DJ Shadow und Madlib zu den Drumsticks griff. „Unclouded“ schwebt über den Wolken.

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