Schlagwort: Indie Pop

FredAtLast

FredAtLast – Banner Of A Lost Belief

1996 rief Fredrik Wallin gemeinsam mit seinen Schulfreund*innen Yukimi Nagano und Erik Bodin eine erste Band ins Leben, Little Dragon. Was als Jam-Session nach Unterrichtsende gedacht war, hat tatsächlich bis heute Bestand. Wallin sammelte im Laufe der Zeit jedoch alle möglichen eigenen Ideen für ein Solowerk, überwiegend zuhause in Improvisationssitzungen erdacht und in einer alten, angemieteten Holzwerkstatt geschrieben. Fünf Jahre ließ er sich dafür Zeit, nun bemüht er unter dem Pseudonym FredAtLast erstmals eigene Wege. Die EP „Banner Of A Lost Belief“ konzentriert sich auf einfühlsame Songs, die möglichst weit weg von Little Dragon entfernt sein sollten.

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Hater

Hater – Sincere

Zwei Alben, großes Halleluja: Hater aus Malmö sind so etwas wie ein Geheimtipp. Der Indie-Ansatz des südschwedischen Quartetts spielt sich irgendwo zwischen Rock, Pop und Shoegaze ab, die Mischung aus Hooks und Entfremdung brachte sie auf Festivals in ganz Europa und sogar bis in die USA. Zwischenzeitlich begrüßte man gleich zwei neue Bandmitglieder, die Chemie stimmte allerdings sofort. Erste Demos waren schnell entstanden, die Veredelung zu düsteren, bittersüßen Perlen ein Leichtes. „Sincere“ ist nach kleiner Studiopause eine Rückkehr und Bestätigung vertrauter Form.

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Vague

Vague – Out Soon

Zwischen Wien und Berlin entstehen zeitlose, schwebende Songs, die Genregrenzen bestenfalls vage definieren. Vague haben den passenden Bandnamen für ihren Sound. Das Quintett mit gleich drei Songwritern und Sängern tankt sich durch die Jahrzehnte mit Anleihen von Shoegaze, New Wave, Psychedelic, Kraut und Pop, vornehmlich in gemächlicheren, Collagen-artigen Gefilden angesiedelt. Entsprechendes gilt auch für ihr mittlerweile drittes Album. „Out Soon“ vereint gleich 15 Songs auf 57 Minuten und nähert sich der gefühlvollen, zumindest oberflächlich tiefenentspannten Überforderung.

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Michael Lane

Michael Lane – Take It Slow

Michael Lane scheint zurück zu den schönen Dingen des Lebens zu finden. Die ersten vier Alben des Deutsch-Amerikaners lasen sich wie Tagebucheinträge seiner Zeit im Irak und in Afghanistan, wo der damals junge US-Soldat stationiert war. Nach der Verarbeitung der Grausamkeiten und hässlichen Eindrücke scheint nun tatsächlich die Sonne etwas zu lachen. Lane, Ende 2021 als Drittplatzierter der zweiten Staffel von „The Voice of Germany“ erstmals in Erscheinung getreten und mit zwei Singles in den Top 50 platziert gewesen, verpasst er seinem folkigen Indie-Pop-Sound erfrischende Leichtigkeit, die einen gewissen Eskapismus in sich trägt. Und doch befindet Lane: „Take It Slow“.

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Velvet Volume

Velvet Volume – Nest

Jene drei Schwestern, die einst auszogen, um mit kantigen Riffs für Furore zu sorgen, gibt es nicht mehr. Wobei, so ganz stimmt das nicht: Velvet Volume gibt es weiterhin, die drei Schwestern Noa, Naomi und Nataja Lachmi gibt es weiterhin. Bloß der Sound, der bemüht sich nun um weitestgehend ruhigere Klänge. Die Däninnen wollten sich mit deutlich persönlicheren Themen auseinandersetzen, mit dem Heranwachsen zwischen Kulturen, mit Natur, mit Mystik, mit Melancholie und Angst. Entsprechend zeigt sich „Nest“ von einer insgesamt deutlich poppigeren Seite, und das ist nur einer von vielen Ankerpunkten.

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The Reds, Pinks And Purples

The Reds, Pinks And Purples – Summer At Land’s End

Wie nur wenige andere Künstler schafft es Glenn Donaldson, das Niveau seines Outputs bei aller Fülle verdammt hoch zu halten. Die Indie-Pop-Weisheiten aus dem eigenen Schlafzimmer erscheinen in schöner Regelmäßigkeit und wissen stets zu bewegen. Nur zehn Monate nach „Uncommon Weather“ wartet bereits der Nachschlag. Für „Summer At Land’s End“ ließ er sich vom Film „Summer Of ’42“ sowie den klassischen 4AD-Releases der 90er inspirieren. Entsprechend kniet er sich noch tiefer in seine Indie-Pop-Konzepte rein, die zugleich eine deutlichere Soundtrack-Schlagseite erhalten – passenderweise ist der Vinyl-Ausgabe eine zweite Platte mit Instrumentalstücken beigelegt.

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Aeon Station

Aeon Station – Observatory

Nach 18 langen Jahren erscheint tatsächlich ein neues Wrens-Albums. Es heißt bloß anders und die Band gibt es offenkundig nicht mehr. Scheinbar fertige Platten wurden zurückgezogen, überarbeitet und wieder auf Eis gelegt, bis ein Disput um die finanziellen Anteile bei den Songwriting-Credits endgültig den Stecker zog. Kevin Whelan hat zumindest genug und macht nun solo weiter. Als Aeon Station präsentiert er eine Fülle an Songs, die er in den letzten 14 Jahren schrieb – teils für The Wrens, teils für sich selbst. Der Titel „Observatory“ lehnt sich an Whelans autistischen Sohn an, der zwar kaum mit seiner Umwelt kommuniziert, diese dafür eingehend beobachtet.

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Albert Luxus

Albert Luxus – YinYin

Ist es nun vorbei mit der Leichtigkeit? Eine solche trug „Diebe“, das Debütalbum von Albert Luxus, über weite Strecken in sich. Das Indie-Pop-Kunsthandwerk nimmt nun das Thema Gleichgewicht in den Blick, sowohl auf innerer als auch auf globaler Ebene. Matthias Albert Sänger, zuletzt unter anderem als Teil des prominent besetzten Projektes Freindz in Erscheinung getreten, und Andreas Kiwitt bemühen sich um neue Wärme, holen einen 70s-Synthesizer an Bord und lassen etwas Melancholie über das Weltgeschehen einkehren. „YinYin“ trägt die fehlende Balance bereits im Titel.

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Lionlimb

Lionlimb – Spiral Groove

Von der Backing-Band zum Hauptact: Lionlimb begannen als Unterstützung von Angel Olsen und sind mittlerweile eine komplett eigenständige Entität, im Grunde das Baby von Singer/Songwriter Stewart Bronaugh. Dieser schrieb seine neuen Songs vor dem Ausbruch der einschneidenden Pandemie, als er sich von einer Nackenoperation erholte. Geschichten von Sucht und Nüchternheit, von Sterblichkeit und der großen Liebe begleiten ein herrlich organisch instrumentiertes Werk, so kunterbunt und nostalgisch wie es kraftvoll im Hier und Jetzt verankert ist. „Spiral Groove“ hievt Lionlimb auf ein neues Level.

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Sam Evian

Sam Evian – Time To Melt

Nachdem Sam Evian mit seiner Partnerin Hannah Cohen aus New York City weggezogen war, wurde das neue Heim in der Kleinstadt zu einer Art Gasthaus für jene Bands und Musiker*innen, die er gerade produzierte – ob Big Thief, Cass McCombs oder Widowspeak. Mit Corona war das Paar jedoch von heute auf morgen mehr oder minder von ihrer bisherigen Umwelt abgeschottet. Evian versuchte etwas Neues, schreib an die 60 rein instrumentale Demos und formte diese – gemeinsam mit Cohen sowie, digital, verschiedenen Freunden – langsam zu Songs. „Time To Melt“ gibt sich noch eine Spur psychedelischer als zuletzt.

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