Schlagwort: Indie Pop

The Wow! Scenario

The Wow! Scenario – Stand In The Star. A Verse And A Chorus

Aller guten Dinge sind drei – ein Sinnspruch, der perfekt zum Einstand von The Wow! Scenario passt. Denn tatsächlich brauchte es drei Anläufe, bis der Erstling des bereits 2004 im englischen Kettering gegründeten Duos erscheinen konnte. Hinter diesem Projekt stecken Graeme Wicks und Stand-up / Podcaster / Musiker James Acaster, die bereits Anfang 2008 eine fertig gemischte Platte in den Händen hielten, sich jedoch direkt danach auflösten. Zehn Jahre später ging es erneut ins Studio, bloß war man mit den eigenen Vocals nicht zufrieden. Eine rein instrumentale Version wurde erneut fertig gemischt … und letztlich fehlte doch der Gesang. Den steuerten schließlich Emma Darman und BC Camplight bei, nun erscheint die dritte, finale Version in Form von „Stand In The Star. A Verse And A Chorus“.

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Vacations

Vacations – Pursuit Of Anything

Vacations brauchten etwas Urlaub, nicht nur des Wortspiels wegen. Nach dem Release von „No Place Like Home“ tourten die Australier erst einmal ausgiebig, bevor man zumindest eine Bühnenpause einlegte. Privat tat sich aber einiges bei der Band aus Newcastle. Sowohl Bassist Jack Johnson als auch der Vater gewordene Drummer Joseph Van Lier heirateten, Gitarrit Nate Delizzotti zog es nach Melbourne, während Frontmann Campbell Burns erst in Los Angeles und schließlich in Brooklyn landete. Die Arbeiten und Aufnahmen erfolgten über zwei Kontinente, teils mit Session-Musikern komplettiert, und ergeben nun das verspielte, erwachsene „Pursuit Of Anything“.

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Interpol

Interpol – This Mirror Weighs A Ton

Eine zarte Erweiterung der Klangpalette 2022, zwei Jahre später der bislang größte Auftritt vor über 200.000 Menschen in Mexiko, jetzt fortschreitende Revolution: Interpol schicken sich einmal mehr an, die scheinbar permanente Nacht, die ihren Sound begleitet, zumindest stellenweise hinter sich zu lassen. Dafür arbeiteten sie mit Produzent Andrew Wyatt, der sich unter anderem durch seine Arbeit mit Rosalía und Charli XCX einen Namen gemacht hat. Ganz so weit lehnt man sich zwar nicht aus dem imaginären Fenster, traut sich aber ein paar Experimente zu – neue Harmonien, Streicher, akustische Gitarren und durchaus unorthodoxe Songstrukturen. „This Mirror Weighs A Ton“ winkt erstaunlich freundlich.

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Hi! Spencer

Hi! Spencer – immernie

Das Leben ist voller kleiner und großer Widersprüche. Hi! Spencer haben ein komplettes Album darüber geschrieben. Es geht um all die Dinge, die nicht für die Ewigkeit sind, die vielleicht gerade deshalb so viel bedeuten. Um Gegensätze, die bewusst nebeneinanderstehen können, sollen, unter Umständen sogar müssen. Zwischen Yin und Yang bekommen zugleich jene Entwicklungen, die sich zuletzt auf „oben“ bereits abzeichneten, noch mehr Raum. Ein Tacken mehr Pop und Alternative hält Einzug in den vertrauten Mix aus Indie Rock und Punk, begleitet von typischen Bandhymnen. Anders gesagt: „immernie“ könnte Hi! Spencer in verdiente neue Sphären hieven.

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Citizen

Citizen – Halcyon Blues

Zarte Veränderungen und konstante Bewegung begleiten Citizen seit ihrem ersten, vor 13 Jahren veröffentlichten Album. Das Quintett aus Toledo im US-Bundesstaat Ohio entfernte sich zuletzt noch weiter von Emo und Post-Hardcore, gestaltete den Rock auf „Calling The Dogs“ zuletzt immer wieder angenehm und sympathisch poppig. Ihr mittlerweile sechstes Studioalbum, das sich unter anderem mit den bittersüßen Aspekten des Erwachsenwerdens befasst, verzichtet auf eine direkte musikalische Antwort auf den Vorgänger und macht stattdessen einfach. „Halcyon Blues“ klingt über weite Strecken wie ein kleiner Streifzug durch das bisherige Schaffen.

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Meltt

Meltt – Pathways

Nach einer längeren Tour und einer Platte, die zwischen Konzerten entstand, brauchten Meltt eine kleinere Pause. Mit etwas kreativer Distanz ergaben sich letztlich über 100 Ideen, die von den vier Herren aus Vancouver nach und nach in Songs verwandelt wurden. Ihrem bestens gelaunten Indie Pop mit schillernden Gitarren und psychedelischen Ausritten blieben sie treu, produzierten zudem alles selbst und holten sich einzig für den Mix mit Chris Coady (u. a. Beach House, TV On The Radio) etwas Unterstützung. Das dritte Studioalbum „Pathways“ setzt sich mit dem Älterwerden – die Kanadier werden demnächst 30 – und dem eigenen Lebensweg auseinander.

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Death Cab For Cutie

Death Cab For Cutie – I Built You A Tower

Die Vorzeichen für das mittlerweile elfte Studioalbum von Death Cab For Cutie könnten kaum spannender sein. Nach über 20 Jahren ist man nicht mehr bei einem Major unter Vertrag, nach der Pandemie-Platte „Asphalt Meadows“ war man endlich wieder gemeinsam im Studio – mit einem mittlerweile eingespielten, nicht mehr ganz so neuen Line-up – und zudem galt es, die wieder leicht aufsteigende Form zu konservieren. „I Built You A Tower“ überrascht zudem als sehr intensive, konzentrierte Auseinandersetzung mit Trauer und Verlust – Gefühle, die Frontmann Ben Gibbard jahrelang erfolglos in einem steinernen Grabmal zu verbergen versuchte.

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Bye Parula

Bye Parula – Something Out Of Nothing

Ausgerechnet ein Ausreißer ihres ansonsten proggig-poppigen Einstands brachte Bye Parula kräftig Aufmerksamkeit: Eine renommierte Kunst- und Kultur-Talk-Show machte „Still Got The Spirit“ zu ihrem Titelsong und holte den feinsinnigen, charmanten Groove ins Rampenlicht. Für die Band aus Montreal war das zwar kein Grund, mal eben alles umzuwerfen, dennoch entschied man sich für Veränderungen. Man schrumpfte vom Quintett zum Trio, erhöhte die Schlagzahl nach einem – wie es die Kanadier nennen – live etwas langweilig zu spielenden Debüt und konzentrierte sich darauf, den eigenen musikalischen Horizont zu erweitern. Wenig überraschend ist aus „Something Out Of Nothing“ eine sympathische kleine Wundertüte geworden.

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Get Well Soon

Get Well Soon – Minus The Magic

Ein neues Album von Get Well Soon ist immer ein Grund zur Freude, wenngleich die vier Jahre Wartezeit doch wieder sehr lange waren. Unter anderem produzierte Konstantin Gropper fleißig für diverse Film- und Fernsehproduktionen (zuletzt „How To Sell Drugs Online (Fast)“ und „Achtsam morden“), außerdem sollten nach 20 Jahren ein paar Dinge etwas anders laufen. So wurde das siebte reguläre Studioalbum erstmals komplett in Bandbesetzung eingespielt, dazu auf die eine oder andere ältere Nummer zurückgegriffen. „Minus The Magic“ ist ein Werk über die Lebensmitte, irgendwo zwischen Bestandsaufnahme, Selbstreflexion und Blick nach vorne unterwegs.

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Zoomies

Zoomies – Zoomies

Obwohl er in den verschiedensten Bands spielt – bevorzugt Punk und vor allem an den Drums – wollte Max Tschernych solo in eine komplett andere Richtung gehen. Der bekennende Autodidakt brachte sich so ziemlich alles via YouTube bei und sieht seine Einflüsse neben Folk-Klängen beim Pop-Ansatz der Prinzen, die er liebevoll – und mehr als nachvollziehbar – als ‚ostdeutsche Beach Boys‘ bezeichnet. Als Zoomies ist Tschernych bevorzugt tiefenentspannt unterwegs, ein wenig verwaschen, doch stets charmant und einprägsam. Das erste Album heißt ebenfalls „Zoomies“ und wärmt das Herz.

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