Schlagwort: Indie Pop

James Yorkston, Nina Persson And The Second Hand Orchestra

James Yorkston, Nina Persson And The Second Hand Orchestra – The Great White Sea Eagle

Vor zwei Jahren bemühte James Yorkston einen frischen musikalischen Ansatz. Gemeinsam mit dem schwedischen Kollektiv The Second Hand Orchestra spielte er „The Wide, Wide River“ ein. Die Idee dahinter: Nur Yorkston sowie Bandleader Karl-Jonas Winqvist kannten die Tracks vor dem Studio, die Arrangements wurden dann im Kollektiv aufgenommen. Für den Nachfolger stieg der Schotte von der Gitarre aufs Klavier um. Winqvist schlug eine weitere Stimme vor – plötzlich war die legendäre Nina Persson von The Cardigans im Boot. Am Aufnahmeprozess änderte sich jedoch herzlich wenig, und das hört man dem funkelnden „The Great White Sea Eagle“ auch im besten Sinne an.

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Eese

Eese – This All Will Fade

Anspruchsvolle, gehaltvolle, experimentelle und stets unterhaltsame Popmusik, dafür stehen Eese. Das Kölner Trio geht gerne den synthetisch-elektronischen Weg und ist um Alternativen bemüht, die jedoch niemals zulasten der Eingängigkeit gehen dürfen – siehe und höre unter anderem Foals, Everything Everything oder alt-J. Nach mehreren spannenden Singles landet nun ihr erstes Album „This All Will Fade“, das sich gerne weit hinauswagt und doch immer wieder gekonnt zurück in sichere, stets aufregende Gefilde findet.

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Pale

Pale – The Night, The Dawn And What Remains

Zehn Jahre nach ihrem letzten Auftritt und 16 Jahre nach ihrer letzten Platte kehren Pale mit einem neuen Studioalbum zurück, und das sollte eigentlich ein Grund für absolute Euphorie sein. Dass dem nicht so ist, liegt an der Geschichte dahinter: Im November 2019 erhielten Gitarrist Christian Dang-anh und Schlagzeuger Stephan Kochs am selben Tag niederschmetternde medizinische Diagnosen. Der Schock über die Plötzlichkeit der Vergänglichkeit wurde zum Motor, eine letzte Pale-Platte aufzunehmen. Kochs konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht aktiv teilnehmen, Dang-anh erlag im Mai 2021 dem Krebs. Die Band stellte, gemeinsam mit alten und neuen Wegbegleitern, „The Night, The Dawn And What Remains“ fertig, das drei Jahre nach dem einschneidenden Tag erscheint.

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Hayden Arp

Hayden Arp – With Eliza

Auf dem Weg von ersten Ideen bis zur Fertigstellung seines Debütalbums durchreiste Hayden Arp zahlreiche Städte, mehrere Länder und überquerte sogar einen Ozean. Erste Spuren entstanden bereits 2018, als er in Richmond mit den Musiker*innen Lucy Dacus und Ali Thibodeau (Deau Eyes) lebte. Die Schlagzeugspuren folgten 2019 in Nashville durch Jake Finch, weitere E-Gitarren kamen 2020 in Los Angeles hinzu. Gesang und Mixing schlossen die Angelegenheit schließlich im eigenen Homestudio in der neuen Heimat Wien ab. Entsprechend bemüht „With Eliza“ etwas Vergängliches und Vergangenes, vermengt Indie, Folk und Pop mit Nostalgie.

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Low Island

Low Island – Life In Miniature

Gut eineinhalb Jahre nach der poppigen Punktlandung legen Low Island nach. Lauscht man dem Sound des Quartetts aus Oxford, so will man kaum glauben, dass sie erst eine eigene Plattenfirma gründen mussten, um gehört zu werden. „If You Could Have It All Again“ versprühte gute Laune mit ernsten Untertönen und schimmerte geschickt auf mannigfaltige, elektronische Weise. Die nunmehr bewährte Mischung aus Optimismus und Melancholie setzt auch auf dem hörbar alles andere als schweren zweiten Album fort: „Life In Miniature“ liefert erneut den einen oder anderen bittersüßen bis hoffnungsvollen Schwank aus dem Leben.

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Júníus Meyvant

Júníus Meyvant – Guru

Moderne Popmusik mit Retro-Präsentation, so oder so ähnlich lässt sich der Sound von Júníus Meyvant zusammenfassen. Der 1982 als Unnar Gisli Sigmundsson geborene Isländer nennt seine Musik „Freaky Folk Pop“ und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Seine beiden bisherigen Alben waren wunderbar aus der Zeit gefallen, reich an dichten Texturen und warmen, wohligen Melodien. Und doch bezeichnet er „Guru“ als sein persönlichstes Werk – im Heimstudio entstanden und nur mit kleiner Band-Besetzung eingespielt. Hält die Reduktion Einzug auf den Vestmannaeyjar?

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Dayglow

Dayglow – People In Motion

Die kleinen und definitiv mehr als feinen Indie- und Pop-Perlen von Sloan Struble ziehen weiterhin sympathische Kreise. „Harmony House“ holte vergangenes Jahr Freundlichkeit und Charme in eine zermürbende Welt, führte Dayglow auf Festival-Bühnen und zu Late-Night-Auftritten. Auch seine neue Platte schlägt in eine ähnlich positive Kerbe, will Konflikte und Dramen vermeiden, erkennt aber zugleich, dass nicht alles eitel Sonnenschein sein kann. „People In Motion“ strahlt Fröhlichkeit aus und erkennt dennoch Hindernisse hinter dem Regenbogen.

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Totally Enormous Extinct Dinosaurs

Totally Enormous Extinct Dinosaurs – When The Lights Go

Zurück aus der Versenkung? Zehn Jahre nach seinem ersten Album „Trouble“ meldet sich Orlando Higginbottom zurück. Eigentlich war der als Totally Enormous Extinct Dinosaurs auftretende Elektronik-Experte nie weg, bloß ignorierte er das Longplayer-Format. Der Brite produzierte freilich, tourte um die Welt, legte auf und gründete ein eigenes Label. Zudem erschienen immer wieder einzelne Songs und EPs. Nun ist also „When The Light Go“, eine Art Bestandsaufnahme, endlich da. In diesen 17 Tracks findet sich alles, was Higginbottom erlebte, von zerbrochenen Beziehungen über Mental Health bis zum persönlichen Glück.

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Art Moore

Art Moore – Art Moore

Nach der Arbeit an Ezra Furmans Soundtrack-Platte zum Netflix-Hit „Sex Education“ wollte Sam Durkes mehr. Gemeinsam mit Trevor Brooks, mit dem er ebenfalls bereits für Furman aufnahm, sowie Taylor Vick aka Boy Scouts rief Durkes ein Soundtrack-Projekt ins Leben. Schon bei den ersten Sessions zeigte sich ein blindes Verständnis, die ersten Pläne führten zu einer Band. Art Moore bemühen sich um verträumte, poppige Indie-Klänge, die – wenig überraschend – wie ein Soundtrack ohne Film klingen. Exakt dieses Konzept verfolgt das erste Album, schlicht „Art Moore“ betitelt.

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Alex The Astronaut

Alex The Astronaut – How To Grow A Sunflower Underwater

Das Leben ist furchtbar genug – wie soll man da bloß glücklich sein? Diese Frage stellte sich die australische Singer/Songwriterin Alex The Astronaut gerade zu Lockdown-Zeiten wiederholt. Die Sonnenblume wurde zum Symbol für das Streben nach besseren Tagen. Und solche hätte sie sich definitiv verdient angesichts verschiedener Traumata und Rückschläge, die auf ihrem zweiten Album ebenso verarbeitet werden wie kuriose Alltagsbeobachtungen und humorvolle Euphorie. „How To Grow A Sunflower Underwater“ setzt sich offensiv mit posttraumatischem Wachstum auseinander und bemüht Blickwinkel, die das Hier und Jetzt glücklicher gestalten können.

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