Schlagwort: Indie Pop

Man On Man

Man On Man – Man On Man

Liebe ist alles, sangen einst Rosenstolz, und damit wäre dieser Text bereits mit dem ersten Satz an die Wand gefahren. Auch das ist Kunst. Man On Man sind hingegen einfach nur toll, denn das wunderbare Paar spricht sich für die Schönheit der Liebe aus, für Body Positivity und für die Kraft, die nur aus dem Gemeinsamen entstehen kann. Joey Holman (Holman) und Roddy Bottum (Faith No More, Imperial Teen) überlebten das vergangene Jahr gemeinsam, verloren ihre Mütter, verloren Jobs und saßen auf gepackten Umzugskartons. Als sympathisches Doppel verpassen sie archetypischer Queer- und Gay Music mit dem schlicht „Man On Man“ betitelten Album eine Frischzellenkur.

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Low Island

Low Island – If You Could Have It All Again

Was tun, wenn man gute Ideen hat, aber keine anständige Plattenfirma findet? Man nimmt die Dinge einfach selbst in die Hand! Low Island veröffentlichten seit ihrer Gründung im Jahr 2016 mehrere spannende EPs, vielseitig wie eingängig. Für den nächsten großen Schritt setzte die Band aus Oxford auf ihre Macher-Qualitäten und gründete einfach ein eigenes Label. Komplette kreative Freiheit führte in ein kleines Studio im ländlichen Frankreich, wo „If You Could Have It All Again“ eingespielt wurde. Das erste Album der Briten wirkt nach den sehr abwechslungsreichen Kleinformaten angenehm homogen und fokussiert, ohne dabei an Eingängigkeit einzubüßen.

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Benny Sings

Benny Sings – Music

Tim van Berkestijn ist wohl einer der bekanntesten Unbekannten im weiten Alternative-Pop-Feld. 1999 nahm der Niederländer den Bühnennamen Benny Sings an, damals noch als Bassist von Abstract Dialect. Seit 2003 veröffentlicht van Berkestijn Soloalben und gilt zudem als beliebter Songwriter, Produzent und Kollaborateur für so unterschiedlische Musiker wie Mayer Hawthorne, Mac DeMarco und Rex Orange County, an dessen Platin-Single „Love Is Easy“ er mitwirkte. Davon komplett unbeeindruckt, landet nun bereits das achte Studiowerk, schlicht und ergreifend „Music“ genannt.

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The Reds, Pinks And Purples

The Reds, Pinks And Purples – Uncommon Weather

Der überaus umtriebige Glenn Donaldson präsentiert neue Musik seines aktuell umtriebigsten Projektes – das passt wie Arsch auf Pop-Weisheit. The Reds, Pinks And Purples ist der Name der aktuellen DIY-Spielwiese des Bay-Area-Rock-Veteranen, der in so illustren Bands wie The Art Museums und The Skygreen Leopards spielte. Mit seinem neuesten Schauplatz nimmt er eigene Pop-Weisheiten fast komplett in Eigenregie auf und spielt nahezu alle Instrumente selbst ein. „Uncommon Weather“ ist bereits das dritte Studioalbum, nur ein halbes Jahr nach „You Might Be Happy Someday“ landend.

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Oxford Drama

Oxford Drama – What’s The Deal With Time?

In ihrer polnischen Heimat konnten sich Oxford Drama bereits einen Namen machen. Das Duo um Małgorzata Dryjańska und Marcin Mrówka versteht sich auf ein breites Pop-Spektrum, das von Indie und Dream bis zu Electro und Synthie sowie einer dezenten Portion Rock reicht. Zwei Alben erschienen bereits, zudem spielte man auf diversen Festivals. Der dritte Longplayer „What’s The Deal With Time?“ lädt nun auf eine Reise ein, wo die Dinge zugleich neu und vertraut erscheinen. Genau das trifft auch auf den Sound des Duos zu.

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Schorl3

Schorl3 – Sprudelpop

Spritzig, erfrischend, Schorl3: Wortspiele sind bei diesem Bandnamen, der natürlich selbst ein solches ist, vorprogrammiert. Die drei Hamburger gibt’s erst seit vergangenem Jahr, seither erschienen gleich mehrere tolle Singles. Für die beiden Produzenten Hans & Hans und Singer/Songwriter LMO geht es um ein komplett eigenes Ding, dass sich sowohl von gängigem Indie Pop als auch von Mainstream-Ansätzen abgrenzt. So halten Funk, RnB und etwas Disco Einzug in den bekömmlichen, zumeist überaus tanzbaren Mix. Die bisherigen Releases und ein wenig neues Material finden nun auf der EP „Sprudelpop“ – zugleich Überschrift für den Schorl3-Sound – zusammen.

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Tim Hart

Tim Hart – Winning Hand

Als die Welt im vergangenen Jahr stillstand, hatte Tim Hart endlich Zeit, etwas innezuhalten. Im Herbst 2019 meldeten sich Boy & Bear nach mehreren Rückschlägen erfolgreich zurück, zu ausgedehnten Tour-Aktivitäten kam es allerdings nicht mehr. Hart lebt mittlerweile in Brisbane, zwölf Stunden von seiner Heimatstadt Sydney entfernt, ist kürzlich Vater geworden und schreibt nebenher auch noch Soloalben. Für ein solches hatte er dann doch unerwartet Zeit gefunden und tritt mit „Winning Hand“ in den direkten Dialog mit seinem Publikum.

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Masha Qrella

Masha Qrella – Woanders

Der Roman „Ab jetzt ist Ruhe“ ließ Masha Qrella den 2001 verstorbenen Schrifsteller, Dramatiker und Regisseur Thomas Brasch entdecken. Die Auseinandersetzung mit seinen Gedichten brachte gebannte Inspiration mit sich, die in besagtem Buch geschilderte persönliche Sicht Braschs Schwester Marion schaffte frische Perspektiven und ermutigte Qrella zur Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Ostidentität. Bereits im Dezember 2019 führte sie gemeinsam mit Schlagzeug-Veteran Chris Imler und Multi-Instrumentalist Andreas Bonkowski sowie einigen ausgewählten Gästen 17 Songs auf, nun gibt es die passende Studioversion als „Woanders“.

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Clap Your Hands Say Yeah

Clap Your Hands Say Yeah – New Fragility

Desperate times und so: Seit „Upon This Tidal Wave Of Young Blood“ auf dem selbstbetitelten Debütalbum aus dem Jahr 2005 hat Alec Ounsworth keinen politisch motivierten Song mehr geschrieben. Bis jetzt, denn die düstere Gegenwart – besonders in seiner amerikanischen Heimat – wirkte sich auch auf die neue Clap Your Hands Say Yeah-Platte aus. Längst ist der Mastermind zum Solo-Künstler geworden und münzt diese nun uneingeschränkte kreative Freiheit in grandiose Songs um. „New Fragility“ zeigt CYHSY abermals in bestechender Form.

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Die Regierung

Die Regierung – Da

Kaum ist der Motor ins Laufen gekommen, können sie nicht mehr stoppen: Die Regierung werfen momentan Platten ab wie andere Schuppen, bloß ist der musikalische Output ohne Frage um Welten bekömmlicher. Seitdem Tilman Rossmy die Reunion mit neuer Besetzung von der Bühne ins Studio transportierte, geht es im besten Sinne rund. „Da“ trägt psychedelische Züge in sich, vor allem auf textlicher Ebene, und musste erzwungenerweise durch Home-Recordings fertiggestellt werden. Das tut der Musik aber sehr gut, wie Rossmy findet. Und: stimmt auch.

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