Schlagwort: Indie Pop

Meltt

Meltt – Pathways

Nach einer längeren Tour und einer Platte, die zwischen Konzerten entstand, brauchten Meltt eine kleinere Pause. Mit etwas kreativer Distanz ergaben sich letztlich über 100 Ideen, die von den vier Herren aus Vancouver nach und nach in Songs verwandelt wurden. Ihrem bestens gelaunten Indie Pop mit schillernden Gitarren und psychedelischen Ausritten blieben sie treu, produzierten zudem alles selbst und holten sich einzig für den Mix mit Chris Coady (u. a. Beach House, TV On The Radio) etwas Unterstützung. Das dritte Studioalbum „Pathways“ setzt sich mit dem Älterwerden – die Kanadier werden demnächst 30 – und dem eigenen Lebensweg auseinander.

Weiterlesen
Death Cab For Cutie

Death Cab For Cutie – I Built You A Tower

Die Vorzeichen für das mittlerweile elfte Studioalbum von Death Cab For Cutie könnten kaum spannender sein. Nach über 20 Jahren ist man nicht mehr bei einem Major unter Vertrag, nach der Pandemie-Platte „Asphalt Meadows“ war man endlich wieder gemeinsam im Studio – mit einem mittlerweile eingespielten, nicht mehr ganz so neuen Line-up – und zudem galt es, die wieder leicht aufsteigende Form zu konservieren. „I Built You A Tower“ überrascht zudem als sehr intensive, konzentrierte Auseinandersetzung mit Trauer und Verlust – Gefühle, die Frontmann Ben Gibbard jahrelang erfolglos in einem steinernen Grabmal zu verbergen versuchte.

Weiterlesen
Bye Parula

Bye Parula – Something Out Of Nothing

Ausgerechnet ein Ausreißer ihres ansonsten proggig-poppigen Einstands brachte Bye Parula kräftig Aufmerksamkeit: Eine renommierte Kunst- und Kultur-Talk-Show machte „Still Got The Spirit“ zu ihrem Titelsong und holte den feinsinnigen, charmanten Groove ins Rampenlicht. Für die Band aus Montreal war das zwar kein Grund, mal eben alles umzuwerfen, dennoch entschied man sich für Veränderungen. Man schrumpfte vom Quintett zum Trio, erhöhte die Schlagzahl nach einem – wie es die Kanadier nennen – live etwas langweilig zu spielenden Debüt und konzentrierte sich darauf, den eigenen musikalischen Horizont zu erweitern. Wenig überraschend ist aus „Something Out Of Nothing“ eine sympathische kleine Wundertüte geworden.

Weiterlesen
Get Well Soon

Get Well Soon – Minus The Magic

Ein neues Album von Get Well Soon ist immer ein Grund zur Freude, wenngleich die vier Jahre Wartezeit doch wieder sehr lange waren. Unter anderem produzierte Konstantin Gröpper fleißig für diverse Film- und Fernsehproduktionen (zuletzt „How To Sell Drugs Online (Fast)“ und „Achtsam morden“), außerdem sollten nach 20 Jahren ein paar Dinge etwas anders laufen. So wurde das siebte reguläre Studioalbum erstmals komplett in Bandbesetzung eingespielt, dazu auf die eine oder andere ältere Nummer zurückgegriffen. „Minus The Magic“ ist ein Werk über die Lebensmitte, irgendwo zwischen Bestandsaufnahme, Selbstreflexion und Blick nach vorne unterwegs.

Weiterlesen
Zoomies

Zoomies – Zoomies

Obwohl er in den verschiedensten Bands spielt – bevorzugt Punk und vor allem an den Drums – wollte Max Tschernych solo in eine komplett andere Richtung gehen. Der bekennende Autodidakt brachte sich so ziemlich alles via YouTube bei und sieht seine Einflüsse neben Folk-Klängen beim Pop-Ansatz der Prinzen, die er liebevoll – und mehr als nachvollziehbar – als ‚ostdeutsche Beach Boys‘ bezeichnet. Als Zoomies ist Tschernych bevorzugt tiefenentspannt unterwegs, ein wenig verwaschen, doch stets charmant und einprägsam. Das erste Album heißt ebenfalls „Zoomies“ und wärmt das Herz.

Weiterlesen
The Reds, Pinks And Purples

The Reds, Pinks And Purples – Acknowledge Kindness

Ein gewisses Maß an Melancholie ist für The Reds, Pinks And Purples keinesfalls neu, doch kleidete der nach wie vor überaus eifrige Glenn Donaldson diese bislang gerne in funkelnde Arrangements, wieder und wieder von kantigen Gitarren und feinen Melodien begleitet. Das ist dieses Mal nicht so. Ein bewusster Blick zurück, mehr Selbstbewusstsein und Nostalgie lassen die Songs reduzierter und schwerer erscheinen. Es geht um das Hervorholen schmerzhafter Gefühle und Erlebnisse, ohne dabei auf sympathische Warmherzigkeit zu vergessen. „Acknowledge Kindness“ unterstreicht einmal mehr Donaldsons Qualitäten als Songwriter.

Weiterlesen
deary

deary – Birding

Zu Lockdown-Zeiten regte sich bei Ben Easton der Wunsch, der eher auf Style fokussierten Szene Südost-Londons zu entkommen und introspektive, emotional aufgeladene Musik zu schreiben. Ein gemeinsamer Bekannter brachte ihn mit Dottie Cockram zusammen, schnell wurde eine gemeinsame Liebe zu Cocteau Twins, Slowdive und My Blood Valentine entdeckt. Später stieß Drummer Harry Catchpole dazu, deary waren gegründet und bewegen sich seither in einem sehr eigenen, zeitlosen Sound zwischen Shoegaze, Dream-Pop und Indie. Das erste Album „Birding“ befasst sich mit den mal unsichtbaren, mal sehr deutlichen Auswirkungen des menschlichen Handels auf andere Menschen und die Umwelt.

Weiterlesen
The Sophs

The Sophs – GOLDSTAR

Sechs junge Menschen aus Los Angeles und ein Demotape – so oder so ähnlich begann es einst für The Sophs, die ihre ersten Songs direkt an diverse Lieblingslabels schickten. Bereits am nächsten Tag bekamen sie Antwort von Rough Trade Records, der Rest ist sympathische Geschichte. Seit letztem Sommer erscheinen bereits ein paar Songs hier und da, nun steht das vielschichtige erste Album in den Startlöchern. „GOLDSTAR“ sehnt sich nach Anerkennung und fragt sich zugleich, ob man denn das Richtige tatsächlich aus den richtigen Gründen tut.

Weiterlesen
War Child Records

War Child Records – HELP(2)

1995 taten sich Größen der britischen Musikszene für einen Benefizsampler zusammen, um mit „The Help Album“ der gemeinnützigen Organisation War Child und somit Kindern in Kriegsgebieten zu helfen. Seither erschienen mehrere Compilations, die globale Lage wurde jedoch kaum besser. Heute lebt fast jedes fünfte Kind in einem Kriegsgebiet; Schutz und schnelle Nothilfe sowie psychosoziale Unterstützung sind wichtiger denn je. „HELP(2)“ ist die leider dringende, notwendige Fortsetzung, appelliert an Solidarität und trommelte dafür einmal mehr große musikalische Prominenz zusammen, die neues Material und exklusive Cover-Versionen beisteuert.

Weiterlesen
Hater

Hater – Mosquito

Plötzlich hielten Hater einen Strauß Liebeslieder in der Hand. Warum gleich so viele davon entstanden waren, können sich die Schweden im Nachhinein nicht erklären. Und doch geht es Sängerin Caroline Landahl darum, dass nichts an ihrer neuen Platte, am Nachfolger von „Sincere“, soft und kuschelig ist. Denn, ja, Schmetterlinge im Bauch gibt es durchaus, aber eben auch gebrochene Herzen, komplette Leere, ein stetes emotionales Auf und Ab. All das kleidet das Quartett aus Malmö in den nunmehr vertrauten Mix aus Indie Pop, Indie Rock und Shoegaze. „Mosquito“ sucht nach der wahren Liebe, oft traurig und sehnsüchtig, und kleidet dies in durchaus mythische Geschichten.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?