Schlagwort: Indie Pop

The Decemberists

The Decemberists – As It Ever Was, So It Will Be Again

Nach Ende der Tour zu „I’ll Be Your Girl“ merkte Colin Meloy, dass The Decemberists längst nicht mehr ausschließlich sein kreatives Leben bestimmten. Der Mastermind der 2000 gegründeten Indie- und Folk-Institution wendete sich erst einmal verstärkt seinen anderen Schauplätzen zu, schrieb weitere Kinderbücher und ist an der Film-Version seines ersten Buchs „Wildwood“ beteiligt, die im kommenden Jahr erscheinen soll. Als es schließlich 2023 doch wieder ins Studio ging, war das Feuer wieder da. Die Pause tat hörbar gut, und so zeiget sich das Quintett nach sechs Jahren auf „As It Ever Was, So It Will Be Again“ in bestechender Form.

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Strand Of Oaks

Strand Of Oaks – Miracle Focus

Tim Showalter erlebte in den letzten Jahren einige grobe Einschnitte, die seine Perspektive änderten, die ihn zudem zu einem anderen Menschen machten. Bereits auf dem vor nicht ganz drei Jahren erschienenen „In Heaven“ änderte er den Sound von Strand Of Oaks sukzessive ab. Nun treibt er diese Entwicklung konzentriert voran und wechselt zudem die Sichtweise. Der Blick geht nach außen und ist vom Wunsch, Menschen Freude zu bereiten, angetrieben. „Miracle Focus“ bleibt zu einem gewissen Grad persönlich geprägt, bemüht sich allerdings mehr und mehr um schöne Momente für das Umfeld.

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The Marías

The Marías – Submarine

Nach zwei EPs erzielten The Marías gleich mit ihrem ersten Album einen kleinen, aber überaus feinen Überraschungserfolg. „Cinema“ warf mehrere Airplay-Hits ab und erhielt zudem eine Grammy-Nominierung. Zudem ging das Quartett aus Los Angeles mit seinem feinsinnigen, psychedelisch angehauchten Indie Pop auf Tour, eröffnete für Halsey und nahm einen gemeinsamen Track mit Bad Bunny auf. Das schwere zweite Album verzichtet bewusst auf radiofreundliche Zugeständnisse und setzt den herrlich verträumten bis treibenden Weg souverän fort. „Submarine“ hat das Zeug für noch höhere Weihen.

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Wallows

Wallows – Model

Musizierende Schauspieler sind eine Sache für sich. Das kann sehr gut sein, treibt jedoch mindestens so oft tiefe Sorgenfalten auf die stressgeplagte Stirn. Der hierzulande als Hauptdarsteller des Netflix-Hits „Tote Mädchen lügen nicht“ bekannte Dylan Minnette gibt seiner Band Wallows, die in ihrer Urform bereits seit 2011 besteht, schon länger den Vorzug, und das mit Erfolg. Die beiden bisherigen Alben servierten sympathischen Gitarren-Pop, so eingängig wie – ab und an – expertimentierfreudig, vom einen oder anderen Streaming-Hit begleitet. Mehr davon setzt es nun auf „Model“, für das sich das Trio nach eigenen Angaben deutlich lockerer machte und auf seine Instinkte baute.

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Joywave

Joywave – Permanent Pleasure

Seit etwa einem Jahrzehnt packen Joywave in schöner Regelmäßigkeit ihre Indie-Perlen aus, die sich mit Sicherheit ein größeres Publikum verdient hätten. Das mittlerweile gefestigte Trio-Line-up aus Rochester im US-Bundesstaat New York, das immer wieder Großbritannien und Europa betourt, meldet sich mit dem bereits fünften Longplayer zurück, der – im Vergleich zum Vorgänger – nicht zwingend wie aus einem Guss klingen muss und zugleich die musikalische Bandbreite deutlich erweitern will; so lautet zumindest das Mission Statement. Entsprechend bunt, vielfältig und doch angenehm intim präsentiert sich „Permanent Pleasure“.

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Villagers

Villagers – That Golden Time

Es musste sich etwas ändern im Hause Villagers – zumindest auf kreativer Ebene, denn nach dem bunten, schillernden „Fever Dreams“ strebte Mastermind Conor O’Brien einen anderen Ansatz an. Das neue Material wies für den 1984 geborenen Iren eine ‚internalisierte Stimme‘ auf, die ihn geradezu zwang, alles von den Aufnahmen bis zum Mix selbst in seinem eigenen Apartment in Dublin zu erledigen. Erst zum Ende hin lud er einige Gäste für zusätzliche Instrumente ein. Entsprechend klingt „That Golden Time“ eine Spur intimer und reduzierter, ohne dabei vertraute Qualitäten zu ignorieren.

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The Reds, Pinks And Purples

The Reds, Pinks And Purples – Unwishing Well

Glenn Donaldson ist eine Songwriting-Maschine. Im Schnitt setzt es ein Album pro Jahr, begleitet von diversen Kleinformaten und einzelnen Songs über verschiedene digitale Kanäle. Sein Solo-Projekt The Reds, Pinks And Purples konnte sich längst als Institution für zarten Indie-Charme etablieren. Für den neuesten Streich ändert sich der Fokus jedoch ein wenig. Donaldson gibt sich auf „Unwishing Well“ eine Spur introvertierter und widmet sich falschen Helden, glücklichen Versagern, Hoffnung und Hingabe – selbst in düstersten Zeiten, begleitet von Götzenverehrung.

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Marek Johnson

Marek Johnson – Mumbling On The Floor

Während David Helm unter seinem bürgerlichen Namen für jazzige Magie sorgt, widmet er sich als Marek Johnson verschiedensten musikalischen Gefilden, häufig mit Pop als gemeinsamem Nenner. Die ersten Releases waren vergleichsweise deutlich in guter, alter Singer/Songwriter-Tradition verhaftet, begleitet von Persönlichem, doch geht es nun größer und abenteuerlustiger zu. „Mumbling On The Floor“, das keinesfalls schwere zweite Album, symbolisiert die kreative wie musikalische Öffnung Johnsons, der es sich nun nicht nehmen lässt, dem Song zu folgen, auch wenn dessen Ausrichtung gerne mal überraschende Dimensionen annimmt.

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Lo Moon

Lo Moon – I Wish You Way More Than Luck

Eine der feinsten Pop-Unbekannten der letzten Jahre meldet sich zurück. Lo Moon aus Los Angeles schreiben fantastische kleine Songperlen mit feinen Widerhäkchen, angereichert mit Psychedelic- und Indie-Charme, die sich wesentlich mehr Aufmerksamkeit verdient hätten. Für ihr drittes Album wählte Mastermind Matt Lowell jenen Moment, als er als Teenager seine künstlerische Stimme fand, als Ausgangspunkt für musikalische sowie lyrische Ideen. „I Wish You Way More Than Luck“ stellt sich zugleich noch breiter auf, ohne dabei auf den unverwechselbaren eingängigen Charme zu vergessen.

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Harmless

Harmless – Springs Eternal

Mit 17 war Nacho Cano vor der weiten Indie-Blogwelt geradezu besessen und erkannte, das er auch selbst Musik machen könnte. Ein schwerer Einschnitt – Cano wurde wenige Jahre später auf seinem Radweg zur Arbeit von einem betrunkenen Autofahrer erfasst und lebensgefährlich verletzt – ließ den Optimismus erst einmal versiegen, unzählige Operationen rekonstruierten sein Gesicht und seine Wirbelsäule. Plötzliche erste Erfolge unter dem Künstlernamen Harmless – die Single „Swing Lynn“ konnte fast eine halbe Milliarde Streams einfahren – halfen beim Weg zurück. Nun steht mit „Springs Eternal“ ein erstes Album in den Startlöchern.

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