Schlagwort: Indie Rock

The Vices

The Vices – Before It Might Be Gone

Der Blick nach innen ist ein beliebtes Stilmittel – für manche unverzichtbar, während ihn andere erst im Laufe der Jahre, der Karriere entdecken. The Vices gehören mit Sicherheit zu zweiterer Kategorie. Das Quartett aus dem niederländischen Groningen sang auf den beiden bisherigen Platten von sozialen Ereignissen – mal näher, mal weiter vom eigenen Mikrokosmos entfernt – und verändert nun tatsächlich den Fokus. „Before It Might Be Gone“ verstehen sie als rohe, ehrliche Selbstreflexion einer Person, die sich erstmalig selbst begegnet, und dies zum Anlass einer Reise voller Veränderungen nimmt.

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The New Mourning

The New Mourning – Songs Of Confusion

Die Lust am Live-Sound wuchs bei Thomas Pronai in den letzten Jahren, unter anderem durch seine Tour als Teil der Live-Band von Pete Astor inspiriert. Diese spontane Unmittelbarkeit wollte er auch mit seiner aktuellen Formation The New Mourning einfangen. Gut zweieinhalb Jahre nach dem Release des Einstands „When The Light Fades“ war man dieser Aufgabe gewachsen, nun aufeinander eingespielt und durch die kürzliche Hinzunahme eines Bass VI im Sound noch wuchtiger und breiter aufgestellt. „Songs Of Confusion“ will vielleicht nicht erwachsener sein, zeigt jedoch eine Band, die sich endgültig gefunden hat.

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Kratzen

Kratzen – III

Kann sich ein Kreis als Dreieck schließen? Kratzen stellen diese Frage nicht und beantworten sie natürlich keinesfalls. Und doch runden sie ihren Sound mit ihrem nun dritten Album ab, wiewohl dieses gerne mal die nächste, finale Ecke besagter geometrischer Form beschreibt. Das liest sich abstrakt, passt wiederum zum Klang, der in seiner konkreten Präsentation schon mal ganz weit weg wirkt. Noch Fragen? Hoffentlich nicht, denn auch ohne pythagoräische Formenlehre zwirbeln sie ihr musikalisches Happening weiter, unaufgeregt und doch so bestimmt. „III“ denkt Kraut und Wave weiter, butterweich und subtil, doch stets voller Herz und Hirn.

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Amos The Kid

Amos The Kid – Enough As It Was

Amos Nadlersmiths musikalische Karriere verlief alles andere als linear. Bereits 2013 zog er von Manitoba nach Winnipeg, um neben seinem Beruf als Wildnisführer erste Songs zu schreiben. Erst fünf Jahre später ließ er sich als Amos The Kid zu ersten Aufnahmen überreden, 2020 und 2021 erschienen erste EPs, auf denen er sich irgendwo zwischen Country, Indie und Rock orientierte. Auch das erste Album lief erst einmal nebenher, wurde durch ausgewählte Gigs unterstützt und erhielt nach und nach ein Following. „Enough As It Was“ überquert nun endlich kanadische Grenzen und erhält mit fast zweijähriger Verspätung seinen hochverdienten europäischen Release.

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Father John Misty

Father John Misty – Mahashmashana

Wenn der Pater die Rock-Messe liest, hört man gar aufmerksam zu. Ein neues Album von Father John Misty ist stets ein Grund zur Freude, gerade nach dem Fake-out im Sommer. Damals erschien ein kleines Best-of-Werk mit einem brandneuen Track, der nun zur Lead-Single der inzwischen sechsten Soloplatte wird. Noch Fragen? „Mahashmashana“, ein Sanskrit-Begriff, der sich um Einäscherung und Bestattung, aber auch um Vergänglichkeit und spirituelle Transformation dreht, wird zur Überschrift für acht neue Erzählungen mitten aus dem Leben, abermals schräg und silbenreich sowie mit dem einen oder anderen Querverweis auf Nick Cave vorgetragen.

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The Sarandons

The Sarandons – Drawing Dead

Knapp zwei Jahre nach dem exzellenten Einstand „Sightlines“ melden sich The Sarandons schon wieder zurück. Klar, für das berühmt-berüchtigte zweite Album hat man, so die alte Binsenweisheit, nur wenig Zeit, aber gleich ein Schnellschuss? Das Risiko besteht beim Quintett aus Toronto erst gar nicht, zu geerdet und fokussiert tritt man in allen Belangen auf. Dazu passt auch die Mischung aus Rückblick, Nostalgie, vermeintlicher Krise und einem von Neuanfängen beflügelten Blick nach vorne: „Drawing Dead“ widmet sich den Herausforderungen des mittleren Alters und beschließt, diese gar selbstbewusst anzugehen.

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Mundane

Mundane – ULTRA SOUND

Die Heimatstadt melodischer Death Metal-Klänge kann auch ganz anders, wie man das eine oder andere Mal schon gehört hat. Als neueste Ausnahme bestätigen Mundane diese Regel und widmen sich angesagten 90s-Klängen zwischen Alternative Rock, Punk und Indie. Sie sind Teil der lokalen DIY- und Underground-Szene, ihr Ruf als exzellente Live-Band eilt ihnen voraus und machte sie auch jenseits der Landesgrenzen bekannt. Wie sich das für eine Do-It-Yourself-Band so geziemt, erscheint das erste Album komplett in Eigenregie. „ULTRA SOUND“ vereint massig Energie und Spielfreude mit durchaus nachdenklichen, ernsten Texten.

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Shybits

Shybits – What’s That?

Binnen kürzester Zeit erspielten sich Shybits ihren Fixplatz in der Berliner Indie-Szene und schicken sich seither an, dieser zu entwachsen. Dem international besetzten Trio gelang mit dem Einstand „Body Lotion“ Anfang 2022 sogleich ein sympathischer Volltreffer, mit kleinen Indie-Perlen und launigem Post Punk versehen. Mit ihrem Nachfolger gehen es Liam, Piero und Megan introspektiver an, widmen sich autobiographischen Erzählungen, Selbstreflexion und einem Fokus auf mehr Emotion. Und doch hat „What’s That?“, so der Titel des bekömmlichen Zweitlings, rein gar nichts an Sympathie und Hit-Verdächtigkeit eingebüßt.

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Thus Love

Thus Love – All Pleasure

Einfach mal weg, komplett ohne störende Einflüsse, und das eigene Ding durchziehen: Nach dem Achtungserfolg ihres Einstands „Memorial“ suchten Thus Love nach neuen Wegen. Bassist und Gründungsmitglied Nathaniel van Osdol verließ die Band, dafür wuchs man zum Quartett an und verlegte den Lebensmittelpunkt komplett nach Brattleboro, eine Kleinstadt im US-Bundesstaat Vermont. Und dann zog man sich für die Aufnahmen des Nachfolgers in eine zum Studio umgebaute Scheuen am Land zurück, liebevoll ‚Hobbithöhle‘ genannt, fernab vom Schuss. Die Mission für die Arbeiten an „All Pleasure“ war klar: Was keine Freude bringt, wurde sofort verworfen.

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Razorlight

Razorlight – Planet Nowhere

Für Fans von Razorlight neigt sich eine lange Leidenszeit dem Ende zu. Nach drei erfolgreichen Alben und mehrfachen Platin-Auszeichnungen zerbrach das klassische Line-up. Einzig Sänger Johnny Borrell verblieb, die Arbeiten an einer neuen Platte stockten und es kam zu einer langen Pause, die für ein wenig ertragreiches Solowerk genutzt wurde. Obwohl es 2018 doch noch für ein neues Razorlight-Album reichte, fehlte etwas. Seit 2021 ist die Besetzung der großen Erfolge wieder zusammen, die Chemie stimmt wohl ebenso wie die Kreativität. „Planet Nowhere“ ist die erste Platte in diesem Line-up seit 16 Jahren und markiert zugleich die Rückkehr zu bewährter Form.

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