Schlagwort: Indie Rock

The Tubs

The Tubs – Hard Life

Die ewigen Jangle-Grübler The Tubs klopfen wieder an. Das Quartett aus Wales klingt immer noch ein wenig wie eine Reinkarnation der Spät-80er-R.E.M., begleitet von britischem Folk und einem Sänger, der nur schwer aus seinem eigenen Kopf herauskommt. Für das dritte Album stellt sich Frontmann Owen Williams aber eine zweite Erzählstimme zur Seite, die die Unreife und Genusssucht ersterer aufs Korn nimmt. Das mag nicht immer ganz fair sein, hat aber richtig viel Charme. Einmal mehr von diversen Gästen und Langzeit-Supportern begleitet, befasst sich „Hard Life“ mit streitenden inneren Stimmen und den Widersprüchen des Lebens.

Weiterlesen
Culk

Culk – smogstar

Die Stadt holt alle ein – auch Culk, die ihr mittlerweile viertes Studioalbum dem urbanen Raum widmen, begleitet von permanentem Rauschen, von Neuankömmlingen und Urgesteinen. Für die vier Wiener ist das aber nicht nur ein Heimspiel mit wechselnder Perspektive, sondern eine Neuerfindung auf Raten. Tatsächlich wollte das Quartett wieder zum Ursprungsgedanken zurückkehren, der sie einst zum gemeinsamen Musikmachen brachte, vom eigenen Umfeld geprägt und zugleich wieder deutlich unverkopfter unterwegs. Nach dem beklemmenden, gerne mal düsteren Meisterwerk „Generation Maximum“ geht es „smogstar“ deutlich lockerer und unmittelbarer an.

Weiterlesen
My Ugly Clementine

My Ugly Clementine – Apply Autonomy

Wenn My Ugly Clementine zusammenkommen, entsteht Magie. Sophie Lindinger, Mira Lu Kovcas und Nastasja Ronck (am Schlagzeug von Günther Paulitsch begleitet) haben diverse andere Schauplätze, doch gibt es mittlerweile etwa alle drei Jahre ein neues Album. Nun ist es wieder an der Zeit für ein solches, begleitet von Fragen und Überlegungen über Autonomie, Selbstbestimmung, Gemeinsames und Abhängigkeiten. „Apply Autonomy“ hat ein Herz für schöne, wichtige Verbindungen, teilt beherzt gegen Toxisches aus und tankt sich energisch durch Ablaufdaten und Hoffnungsschimmer.

Weiterlesen
Personal Trainer

Personal Trainer – Human Assholes

Kein Song ist jemals gänzlich fertig geschrieben – eine Erkenntnis zu der Willem Smit während drei Non-Stop-Tour-Jahren gelangte. Mit Personal Trainer ist der konstante Wandel Pflicht, nicht nur beim Line-up, sondern auch bei der Interpretation der eigenen Musik. Ob daher bei diesem mittlerweile dritten Studioalbum tatsächlich von einer fertigen Platte gesprochen werden kann, sei dahingestellt – für jemanden, der sich gerne in Details und Nuancen verliert, eine knifflige Angelegenheit. Bewusst wurde hingegen die Akustik-Gitarre als Startpunkt für viele neue Songs gewählt, ebenso die Arbeit mit der gesamten Band in einem Raum fokussiert. „Human Assholes“ klingt somit größer, verspielter und gemeinschaftlicher denn je.

Weiterlesen
Interpol

Interpol – This Mirror Weighs A Ton

Eine zarte Erweiterung der Klangpalette 2022, zwei Jahre später der bislang größte Auftritt vor über 200.000 Menschen in Mexiko, jetzt fortschreitende Revolution: Interpol schicken sich einmal mehr an, die scheinbar permanente Nacht, die ihren Sound begleitet, zumindest stellenweise hinter sich zu lassen. Dafür arbeiteten sie mit Produzent Andrew Wyatt, der sich unter anderem durch seine Arbeit mit Rosalía und Charli XCX einen Namen gemacht hat. Ganz so weit lehnt man sich zwar nicht aus dem imaginären Fenster, traut sich aber ein paar Experimente zu – neue Harmonien, Streicher, akustische Gitarren und durchaus unorthodoxe Songstrukturen. „This Mirror Weighs A Ton“ winkt erstaunlich freundlich.

Weiterlesen
Dinosaur Jr.

Dinosaur Jr. – There Near

Nach diversen Live-Platten und Archiv-Releases ist es wieder Zeit für komplett Neues von Dinosaur Jr. Mittlerweile hat sich bei den Indie- und Alternative-Veteranen ein lockerer Fünf-Jahres-Rhythmus eingebürgert, der für J Mascis, Lou Barlow und Murph zu funktionieren scheint. Die elf neuen Tracks entstanden über ein Jahr hinweg in mehreren kurzen, intensiven Arbeitsphasen, darunter zwei Barlow-Kompositionen. Zudem entdeckte Mascis einen alten Mesa Boogie MK 1 Amp aus den 70er Jahren, der bereits bei den Aufnahmen des Debüts vor über 40 Jahren zum Einsatz kam und dessen Sound er seit geraumer Zeit hinbekommen wollte. Entsprechend energisch klingt „There Near“.

Weiterlesen
Smiling

Smiling – Why Are You

Das Lächeln zittert mindestens so stark wie das Gebälk: Auf ihren ersten beiden Alben erarbeiteten sich Smiling einen ganz eigenen Sound, von nahezu konstanter Metamorphose umgeben. Einst als Soloprojekt von Johan Hansson Liljeberg (Honningbarna) begonnen, ist man mittlerweile als Quartett unterwegs und geht weit über gängige Indie-Grenzen hinaus. Schrammelnde Lo-Fi-Ästhetik und ein Blick über den Art-Tellerrand reißen zu Experimenten hin. „Why Are You“, das dritte Album der in Oslo ansässigen Band, bricht konsequent mit Erwartungen und Songstrukturen, ohne dabei auf Hooks und Melodien zu vergessen.

Weiterlesen
Hi! Spencer

Hi! Spencer – immernie

Das Leben ist voller kleiner und großer Widersprüche. Hi! Spencer haben ein komplettes Album darüber geschrieben. Es geht um all die Dinge, die nicht für die Ewigkeit sind, die vielleicht gerade deshalb so viel bedeuten. Um Gegensätze, die bewusst nebeneinanderstehen können, sollen, unter Umständen sogar müssen. Zwischen Yin und Yang bekommen zugleich jene Entwicklungen, die sich zuletzt auf „oben“ bereits abzeichneten, noch mehr Raum. Ein Tacken mehr Pop und Alternative hält Einzug in den vertrauten Mix aus Indie Rock und Punk, begleitet von typischen Bandhymnen. Anders gesagt: „immernie“ könnte Hi! Spencer in verdiente neue Sphären hieven.

Weiterlesen
Grandmas House

Grandmas House – Baby You’re A Winner

‚Gut, ihr habt einen Slot‘ – so reagierte der Besitzer einer Bar auf die Ankündigung von Grandmas House, sie würden an eigenen Songs schreiben. Dieser kleine Push gab dem Quartett aus Bristol die nötige Motivation. Die Gründerinnen Yasmin Berndt und Poppy Dodgson trafen sich auf der Uni und fanden in ihrem Faible für Bands wie shame und Goat Girl eine Verbindung. Zoë Zinsmeister und Polly Jessett kamen hinzu, seither erschienen diverse Songs im spannenden Umkreis von Post Punk, Indie Rock, etwas Alternative und sogar einer Prise Grunge. „Baby You’re A Winner“ befasst sich mit dem Leben an sich und all den begleitenden Wirren.

Weiterlesen
Yard Act

Yard Act – You’re Gonna Need A Little Music

Nach zwei starken Alben nun also das dritte Kapitel in der noch jungen Erfolgsgeschichte von Yard Act: „The Overload“ schlug Anfang 2022 als Teil einer weiteren großen Post-Punk-Welle ein, blickte schon damals über den Tellerrand. „Where’s My Utopia?“ knüpfte zwei Jahre später daran an. Dieses Mal wollte das Quartett aus Leeds aber einige Dinge anders machen. Man nahm sich eine kleine Auszeit, schrieb 40 bis 50 Songs und wagte sich noch weiter hinaus. Bassist Ryan Needham nannte Blurs legendäres „Parklife“ als Einfluss, was sich tatsächlich nicht von der Hand weisen lässt. „You’re Gonna Need A Little Music“ ist aber keinesfalls eine Britpop-Platte geworden.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?