Schlagwort: Indie Rock

Fontaines D.C.

Fontaines D.C. – Dopamine Chamber

Das konstante Entdecken, Erreichen und Erforschen neuer Klangräume begleitet Fontaines D.C. seit den Anfängen. Von den Post-Punk-Wurzeln blieb bei den Iren herzlich wenig übrig, das zeigte sich zuletzt bereits auf dem herrlich poppig-experimentellen „Romance“. Auch der neue Longplayer beschäftigt sich mit der Frage nach Zugehörigkeit, dreht sich allerdings um Flucht und Eskapismus. Dabei landet das Quintett in Hedonismus, Fantasiewelten und digitaler Reizüberflutung, dreht den Optimismus auf Sparflamme und fährt elektronische Einflüsse, Pop-Chic, 80s-Warnleuchten und schillernden Alternative nach oben. „Dopamine Chamber“ will als ‚Warnung vor einer drohenden Katastrophe‘ verstanden werden.

Weiterlesen
PÆRISH

PÆRISH – Rita

Die Zeit verändert so ziemlich alles, auch die eigene Kreativität. PÆRISH stellen fest, dass der Ideenreichtum mit zunehmendem Alter schwindet. Dabei ist gerade die Verbindung zur eigenen Kindheit und Jugend als Künstler überaus wichtig, wie Sänger und Gitarrist Mathias Court betont. Auf ihrem neuesten Streich setzen sich die Franzosen intensiv mit eigenen Erinnerungen auseinander, von Urlauben an der Küste bis hin zu ersten musikalischen Schritten, ringen aber auch mit erwachsenen Themen, von toxischen Beziehungen bis zur Angst vor dem Kreativitätsverlust. Zugleich denkt „Rita“ den eigenen Sound weiter und holt mehr Heavyness in den Gaze-Mix.

Weiterlesen
Endless Wellness

Endless Wellness – Domino Days

Im Spa der Hoffnung nehmen Endless Wellness Platz und suchen nach besseren Zukunftsaussichten in Zeiten der Krise. Das in Wien ansässige Quartett rannte mit ihrem Anfang 2024 erschienenen Einstand „Was für ein Glück“ offene Türen ein und kletterte direkt auf Platz 7 der österreichischen Album-Charts. Zwei Amadeus-Nominierungen, unzählige Konzerte, eine kurzweilige Single sowie ein Besetzungswechsel später geht es in die nächste Runde. „Domino Days“, erneut von Jakob Herber (u. a. Bilderbuch, Culk, Buntsprecht) produziert, verschließt sich keinesfalls vor den Krisen und den Ernüchterungen der Gegenwart, spendet aber auch Mut für bessere Zeiten.

Weiterlesen
Jordan Galland

Jordan Galland – No Rockstars

Jordan Gallands Tage müssen wesentlich mehr als 24 Stunden haben. Anders lässt sich sein mächtiger Output nicht erklären. Als Regisseur und Drehbuchautor wirkte er unter anderem an „Rosencrantz and Guildenstern Are Undead“, „Alter Ego“ und „Ava’s Possession“ mit, arbeitete an verschiedensten Soundtracks, spielte Piano für Mark Ronson, schrieb Songs mit Daniel Merriweather, war Teil von Dopo Yume und Domino, und ist obendrein Vater eines Schulkinds. Ganz nebenher veröffentlicht er immer wieder Musik, wobei „No Rockstars“ sein erstes Album in kompletter Eigenregie ist – und zugleich nur die erste von zwei Platten, die gleichzeitig entstanden.

Weiterlesen
Bodega

Bodega – All Inside Aquarium

Kein Platz für Post Punk: Wiewohl dieser Ausdruck ursprünglich zu Bodega passte, distanziert sich das New Yorker Quintett nun explizit von diesem Begriff. Geht es nach Sänger und Gitarrist Ben Hozie, hat man sich inzwischen weiter denn je davon entfernt. Entwickelte sich bereits der Vorgänger „Our Brand Could Be Yr Life“, seines Zeichens eine Neuaufnahme einer Prä-Bodega-Platte, musikalisch in eine deutlich rockigere Richtung, so wird nun die bewusste Zuwendung zu melodischeren Songs gefeiert, die vielfältig, abwechslungsreich und kantiger ausfallen dürfen. „All Inside Aquarium“ breitet seine Schwingen gar lässig aus.

Weiterlesen
Dylan John Thomas

Dylan John Thomas – Nothing Here Worth Taking

Viel Schweiß, rohes Talent und gute Songs – das sind wohl die drei Hauptzitaten für den Erfolg von Dylan John Thomas. Mit seinem DIY-Ethos erarbeitete er sich vor allem in seiner schottischen Heimat ein stetig wachsendes Publikum. Der selbstbetitelte Einstand schlug Anfang 2024 ein, in Landsmann Gerry Cinnamon fand er einen Förderer, der ihn mit auf Tour nahm, später verkaufte er das OVO Hydro in Glasgow mit dessen 14.300 Plätzen komplett aus. Und jetzt? „Nothing Worth Taking“ denkt den angenehm folkigen, zeitlosen Charme seiner Musik weiter und wagt sich ganz nebenbei an das eine oder andere spannende Experiment.

Weiterlesen
zeronic

zeronic – Modernism

Das erste österreichische Alternative-Jahrzehnt der 2000er gehörte unter anderem zeronic. Die drei Wiener veröffentlichten vier unterhaltsame Alben sowie eine Vielzahl an Singles und Kleinformaten, tourten mit allerlei Größen und wurden mit einem Musikvideo sogar als Nominierte beim New York International Film Festival vorstellig. Nach der zwischenzeitlichen Auflösung 2016 und Solo-Ausflügen von Sänger Michael „Mik“ Tanczos meldet man sich nun tatsächlich zurück. „Modernism“, das erste Album seit stolzen 14 Jahren, treibt den vertrauten Alternative Rock in eine zugleich kantige und hymnische Zukunft und befasst sich intensiv mit den Widersprüchen des modernen Lebens.

Weiterlesen
Die Cigaretten

Die Cigaretten – Eine gesunde Reaktion auf eine kranke Welt

Auch für Nichtraucher großartig: Die Cigaretten melden sich mit einem neuen Album zurück. Das Trio aus Hamburg langt bevorzugt roh und direkt zu, bündelt Punk- und Rock’n’Roll-Energie in gerne mal schroffe, kraftvolle und ab und an recht schön unbequeme Songs. Genau das könnte der richtige Ansatz angesichts einer bis zur drohenden Katastrophe eskalierenden Gegenwart sein. So oder so ähnlich lässt sich der Titel ihres neuen Longplayers erklären: „Eine gesunde Reaktion auf eine kranke Welt“ klopft 15 Lieder über Liebe und Trennungen, Chaos und Hoffnung raus und findet sich immer wieder in tragischen, absurden und wunderschönen Momentaufnahmen.

Weiterlesen
Nichtseattle

Nichtseattle – Große Liebe

Die Suche nach der großen Liebe – eines der zentralen Themen (oder Klischees, je nach Perspektive) der Musikwelt seit Jahrzehnten. Auch an Nichtseattle alias Katharina Kollmann ist sie nicht spurlos vorbeigegangen. Zweieinhalb Jahre nach dem wegweisenden „Haus“ meldet sie sich in kompletter Bandbesetzung zurück. Im Rahmen der Live-Aktivitäten wuchsen Nichtseattle zum Quintett, gingen als solches ins Studio, zudem produzierte Kollmann gemeinsam mit ihrem Gitarristen Sönke Torpus. „Große Liebe“ denkt den vertrauten, ausufernden Sound weiter und gibt seine ureigene Definition davon ab, was hinter diesem universellen Konzept tatsächlich stecken kann.

Weiterlesen
beabadoobee

beabadoobee – Pylon

Zu früh gefreut: Bea Laus glaubte endlich zu wissen, was es heißt, eine erwachsene Frau zu sein, und befasste sich auf „This Is How Tomorrow Moves“ mit dem Erwachsenwerden. Letztlich kam es doch anders, die Sicherheit löste sich in Schall und Rauch auf. Nun geht es darum, Unsicherheit und Verwirrung zu akzeptieren. Dafür wählt die als beabadoobee auftretende Songwriterin und Musikerin einen deutlich gitarrenlastigeren Ansatz und widmet sich vor allem Grunge, Midwest Emo und Radio Rock der 90er – etwas mehr Kanten zuletzt, ohne den poppigen Charme zu ignorieren. „Pylon“ stellt sich den Ängsten als Mittzwanzigerin gekonnt in den Weg.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?