Schlagwort: Indie Rock

Death Cab For Cutie

Death Cab For Cutie – I Built You A Tower

Die Vorzeichen für das mittlerweile elfte Studioalbum von Death Cab For Cutie könnten kaum spannender sein. Nach über 20 Jahren ist man nicht mehr bei einem Major unter Vertrag, nach der Pandemie-Platte „Asphalt Meadows“ war man endlich wieder gemeinsam im Studio – mit einem mittlerweile eingespielten, nicht mehr ganz so neuen Line-up – und zudem galt es, die wieder leicht aufsteigende Form zu konservieren. „I Built You A Tower“ überrascht zudem als sehr intensive, konzentrierte Auseinandersetzung mit Trauer und Verlust – Gefühle, die Frontmann Ben Gibbard jahrelang erfolglos in einem steinernen Grabmal zu verbergen versuchte.

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Modest Mouse

Modest Mouse – An Eraser And A Maze

Mit ihrem ersten Album seit fünf Jahren melden sich Modest Mouse unter besonderen Vorzeichen zurück. Erstmals seit über zwei Jahrzehnten stehen sie nicht bei einem Major-Label unter Vertrag, zudem musste Isaac Brock nach diversen Ausstiegen sowie dem viel zu frühen Krebstod von Gründungsmitglied Jeremiah Green gleich drei neue Musiker ins Line-up integrieren. Ursprünglich als EP für Brocks Nebenprojekt Ugly Casanova gedacht, enstand schließlich „An Eraser And A Maze“, für das der Mastermind nach eigenen Angaben sämtliche Filter deaktivierte und sich einfach von der Musik leiten ließ. Das Ergebnis spricht für sich und wirkt wie eine Rückkehr zu den klassischen Modest-Mouse-Platten der 2000er.

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Fink

Fink – The City Is Coming To Erase It All

Was Fin Greenall aka Fink seit Jahren aus seiner Akustik-Gitarre herausholt, weiß zu beeindrucken. Der Musiker und nahezu Dauer-Tourende sieht das zunehmende Verschwimmen von Leidenschaft und Beruf, sich auflösende Grenzen und die fortschreitende, nicht gerade freiwillige Zuwendung zum Hamsterrad. Symbolisiert wird dies durch die personifizierte Stadt, zugleich Thema des neuesten Albums. „The City Is Coming To Erase It All“ setzt sich mit veränderter Wahrnehmung, der von den Sorgen des Alltags beeinflussten Kunst an sich und der fragilen Ruhe der Heimat in Cornwall, die selbst über kurz oder lang von urbaner Überforderung – Greenall wohnt mittlerweile in Berlin – überrollt werden wird, auseinander.

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Madsen

Madsen – SMILE

Was kann man über Madsen nach mittlerweile mehr als zwei Jahrzehnten noch großartig sagen? Das mehr als verdiente erste Nummer-Eins-Album ihrer illustren Karriere liegt hinter den Wendländern, doch umgeworfen wurde deswegen selbstverständlich nichts. Ihre mittlerweile zehnte Studioplatte wurde im eigenen Proberaum aufgenommen und produziert, natürlich von der Band selbst, kommt über das eigene Label, und auch weite Teile der Videos und Social-Media-Content wurden selbst gedreht und geschnitten. Selbst gewisse Spannungen, die sich zuletzt durch die enge, langjährige Zusammenarbeit ergeben hatten, wurden souverän überstanden. „SMILE“ ist das mehr als starke Ergebnis des geplatzten Knotens.

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Sparta

Sparta – Cut A Silhouette

Jim Ward versucht weiterhin, seine Liebe für die Musik zurückzuerlangen. Das überraschende Sparta-Comeback 2020 war ein Schritt in die richtige Richtung, der eponyme Nachfolger machte viel richtig. Eine Dokumentation über den viel zu früh verstorbenen Comedian John Candy verschaffte ihm schließlich die entsprechende Motivation, genauer gesagt: eine Aussage von Macaulay Culkin (‚Kevin -Allein zu Haus‘, ‚My Girl‘). Er erwähnte, wie es Candy gelang, binnen kürzester Zeit einen Eindruck zu hinterlassen, in Erinnerung zu bleiben. „Cut A Silhouette“, wie es Culkin nannte, wurde zum Titel des neuesten Sparta-Streichs, auf dem neben Bassist Matt Miller auch erstmals der neue Drummer Neil Hennessy zu hören ist.

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POM

POM – Enlightened, baby

Ein starker Einstand, eine kurzweilige EP als Nachschlag … und jetzt? Wird einfach lautstark die nächste Runde eingeläutet. POM aus Amsterdam verwandeln emotionale Schwere in überdrehte Pop-Klänge. Persönlicher Verlust sollte bewusst zu Bewegung werden, anstatt im Schmerz festzustecken. Das niederländische Quartett erweitert seinen gitarrenlastigen Sound um Elektronik, Synthetik, Drum-Computer und mehrstimmige Harmonien, ohne dabei auf das kantige Fundament zu verzichten. All das und noch viel mehr steckt in „Enlightened, baby“, einem gewiss alles andere als schweren zweiten Album.

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Get Well Soon

Get Well Soon – Minus The Magic

Ein neues Album von Get Well Soon ist immer ein Grund zur Freude, wenngleich die vier Jahre Wartezeit doch wieder sehr lange waren. Unter anderem produzierte Konstantin Gröpper fleißig für diverse Film- und Fernsehproduktionen (zuletzt „How To Sell Drugs Online (Fast)“ und „Achtsam morden“), außerdem sollten nach 20 Jahren ein paar Dinge etwas anders laufen. So wurde das siebte reguläre Studioalbum erstmals komplett in Bandbesetzung eingespielt, dazu auf die eine oder andere ältere Nummer zurückgegriffen. „Minus The Magic“ ist ein Werk über die Lebensmitte, irgendwo zwischen Bestandsaufnahme, Selbstreflexion und Blick nach vorne unterwegs.

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Paul Holland

Paul Holland – SUNFLOWER

Die Mutter aus München, der Vater aus London, aufgewachsen in Ulm, später als Straßenmusiker tätig und schließlich mit eigenen Songs positiv aufgefallen: Paul Holland ist gerade mal 27 Jahre alt und konnte sich als Singer/Songwriter mit Herz für 70s- und Westcoast-Rock bereits einen Namen machen. 2023 erschien eine erste EP, in weiterer Folge ging es für den deutsch-britischen Musiker ins Vorprogramm von The White Buffalo, King Hannah und Jesper Munk. Gemeinsam mit Produzent Raiv Milberg (Die Nerven) sowie in Bandbesetzung landet nun „SUNFLOWER“, das erste komplette, wunderbar zeitlose Album.

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Annie Taylor

Annie Taylor – Out Of Scale

Der kantige, treibende und vielschichtige Sound von Annie Taylor trifft einen Nerv. Bereits mit dem Einstand wurde die Band aus Zürich international bekannt. Eine weitere Platte folgte, man tourte durch Großbritannien und die USA, spielte eine legendäre KEXP-Session, trat beim SXSW und beim Reeperbahn Festival auf. Neuer Stoff entstand vor allem im vergangenen Sommer, als die Heimatstadt fast leer gefegt war, als man einfach machen und fühlen konnte. „Out Of Scale“ entwickelt den Sound geschickt weiter, kann gleichzeitig roh und hart, aber auch reduziert und intim klingen, begleitet von Liedern über Freundschaften und Liebesbeziehungen.

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Conscious Pilot

Conscious Pilot – Human Poultry

Schmissiges Grollen aus Glasgow tritt einmal mehr seinen Siegeszug an: Conscious Pilot entstanden vor ein paar Jahren als eine Art Nachfolgeprojekt von Cheap Teeth und veröffentlichten 2024 zwei EPs mit Fokus auf Post Punk und Indie-Klänge. Ihr erstes Album „Human Poultry“ entpuppt sich als Sammelsurium von Beobachtungen aus dem Alltag der Band. Hier tummeln sich Situationen und Figuren, denen man im Laufe der Zeite begegnete. Zudem stellt sich die Frage, welche Rolle äußere Einflüsse tatsächlich auf das eigene Leben, auf eigene Entscheidungen und das eigene Handeln haben – mal bierernst, dann wieder mit einem gewissen Augenzwinkern serviert.

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