Schlagwort: Indie Rock

Hey Hey My My

Hey Hey My My – High_Life

In ihrer Heimat zählen Julien Gaulier und Julien Garnier zu den absoluten Kritikerlieblingen. Als Hey Hey My My, benannt nach dem Neil Young-Song, veröffentlichten sie bislang drei Alben, die sich durch allerlei Rock-, Pop-, Indie- und Folk-Gefilde tankten. Ihre musikalische Reise in die 90er Jahre setzt sich fort und kündigt zugleich mehr Vielfalt denn je an. „High_Life“ geht neue Wege und gibt sich sowohl verträumter Atmosphäre als auch treibender, verschwitzter Zeitlosigkeit am Rande der Indie-Wurzeln hin.

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JW Francis

JW Francis – Dream House

Was Fanservice betrifft, ist JW Francis im besten Sinne anders als andere. Er schreibt nicht nur Songs über sein eigenes Leben, er macht Jahr für Jahr rund um den Valentinstag Musik für andere Menschen. In den vergangenen drei Jahren kamen mehr als 300 Anfragen zusammen. Sämtliche Tracks auf „Dream House“, das vierte Album für Sunday Best Recordings, entstammen diesem Projekt. Teils wurden sie in ihrer Ursprünglichkeit belassen, teils etwas überarbeitet, um dem Leben des New Yorkers zu entsprechen. Herausgekommen ist ein schillerndes, energisches und zugleich verträumtes Werk, das Vertrautes in einen frischen Kontext packt.

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The Murder Capital

The Murder Capital – Gigi’s Recovery

Ihren Einstand schrieben The Murder Capital innerhalb der ersten neun Monate ihrer Existenz. „When I Have Fears“ etablierte die Iren von heute auf morgen als neue Größe im weiten Post-Punk-Universum. Für den Nachfolger hatte man unerwartet viel Zeit, und die war auch dringend nötig. Die anfängliche Leichtigkeit verschwand, man musste erst einmal mit der neuen, der eigenen Identität zurechtkommen. „Gigi’s Recovery“ ergab sich in einem zweijährigen Songwriting-Prozess, fand sich nur schleppend und zeigt das Quintett dafür von einer ganz anderen Seite. Eine neue Atmosphäre wird vollmundig angekündigt, und das kommt tatsächlich auch hin.

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The Subways

The Subways – Uncertain Joys

Acht Jahre, acht lange Jahre hat das selbstbetitelte Werk von The Subways inzwischen auf dem Buckel. Auch wenn es in der Zwischenzeit ein paar kleinere (Re-)Releases und Touren gab, fällt die lange Albumpause doch auf. In der Auszeit studierte Frontmann Billy Lunn englische Literatur in Cambridge und musste drei Jahre lang am Campus verweilen, Corona-bedingt zogen sich die Aufnahmen gewaltig, und dann verließ Schlagzeuger und Gründungsmitglied Josh Morgan Ende 2020 die Band aus familiären Gründen. Seine Rolle nahm Camille Phillips, die einst bei der Ramones-Cover-Band The Ramonas spielte, ein. „Uncertain Joys“ ist nun endlich für die Welt bereit.

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Plight

Plight – Plastic Sun

90s-Gemächlichkeit ist bei Gitarrenbands aktuell wieder angesagt. Shoegaze und Slowcore, gepaart mit Indie und Alternative, haben Hochkonjunktur, und Plight begehen das neue Jahr mit intensiver Behäbigkeit, die nach Hoffnung inmitten der Katerstimmung sucht. Das New Yorker Quartett veröffentlichte bereits 2017 ein Demotape und machte sich seither vor allem in seiner Heimat einen Namen, arbeitete sich am eigenen Sound ab und verfeinerte diesen. Nun landet das erste Album „Plastic Sun“, dessen beklemmende Heavyness offene Türen einrennt … oder zumindest antaucht.

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Neufundland

Neufundland – Grind

Ein Abschied kann auch ein Anfang sein, das haben Neufundland kürzlich selbst herausgefunden. Mit Matthias Lüken verschwanden auch Synthesizer und Klavier aus dem Bandsound. Seine Position wurde nicht nachbesetzt, stattdessen rückt nun die Gitarre stärker in den Mittelpunkt und gibt dem Quartett eine ganz andere Geradlinigkeit. Dieser neue Mut zur und Freude an Schlichtheit und Direktheit funktioniert auf Platte gar wundervoll. „Grind“ kniet sich tief in rockige Indie-Gefilde ein, die auch schon mal mit Hamburger Schule, mit Post Punk und mit dezentem Pop-Charme flirtet – ein kleiner Neustart mit großer Wirkung, der letztlich doch wieder zum Abschied geworden ist.

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Dreimalumalpha

Dreimalumalpha – Ich schwöre mir läuft die Zeit davon

Vor zwei Jahren sangen Dreimalumalpha gegen Gleichgültigkeit und Selbstzufriedenheit an. Die Situation verbesserte sich seither nicht, und doch hallt „Jugend ans Geld verloren“, das mächtige Debütalbum der Innsbrucker, immer noch nach. Eine kleine Fortsetzung darf es derweilen schon sein, weiterhin im leicht schrammelnden Indie-Rock-Gewand mit pointiert hinterfragenden Texten. „Ich schwöre mir läuft die Zeit davon“ zeigt bereits im Titel, dass sich die Lage definitiv nicht gebessert hat. Die Songs sind dafür weiterhin richtig stark.

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vandermeer

vandermeer – Grand Bruit

Wie so viele andere Bands wurden auch vandermeer auf der Bühne ausgebremst – für eine Band, die gerne vor Menschen spielt, natürlich fatal, zumal man bewusst auf Streaming-Gigs verzichtete. Also begannen die Arbeiten am dritten Album, das in jeder Hinsicht größer und intensiver ausfallen sollte. Man wollte (und bekam) unbedingt mehr von allem: Lautstärke, Emotionen, Wut und Einfühlsamkeit. „Grand Bruit“ handelt von persönlichen Rückschlägen, von Verlustängsten, aber auch von politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, mit denen man alles andere als glücklich war.

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Pale

Pale – The Night, The Dawn And What Remains

Zehn Jahre nach ihrem letzten Auftritt und 16 Jahre nach ihrer letzten Platte kehren Pale mit einem neuen Studioalbum zurück, und das sollte eigentlich ein Grund für absolute Euphorie sein. Dass dem nicht so ist, liegt an der Geschichte dahinter: Im November 2019 erhielten Gitarrist Christian Dang-anh und Schlagzeuger Stephan Kochs am selben Tag niederschmetternde medizinische Diagnosen. Der Schock über die Plötzlichkeit der Vergänglichkeit wurde zum Motor, eine letzte Pale-Platte aufzunehmen. Kochs konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht aktiv teilnehmen, Dang-anh erlag im Mai 2021 dem Krebs. Die Band stellte, gemeinsam mit alten und neuen Wegbegleitern, „The Night, The Dawn And What Remains“ fertig, das drei Jahre nach dem einschneidenden Tag erscheint.

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Omni Of Halos

Omni Of Halos – Omni Of Halos

Längst konnten sich Lövely Records zu einem Rock-Feinschmecker-Label entwickeln, dessen Acts vornehmlich in den 80s und 90s zuhause sind. Selbiges gilt auch für Omni Of Halos, deren Indie- und Alternative-Mix angenehm vertraut und doch frisch wirkt. Erst Ende 2020 gegründet, präsentiert das schwedische Sextett nun ein erstes Album. Schlicht „Omni Of Halos“ betitelt, fassen sie hier die vier Tracks ihrer im Frühjahr erschienenen EP „Care Free“ sowie sechs komplett neue Songs zusammen. Das ist aber keinesfalls als lieblos zusammengekleisterte Compilation zu verstehen, denn die 40 Minuten klingen auf wundervolle Weise wie aus einem Guss.

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