Schlagwort: Indie Rock

13SUNS

13SUNS – Särge, Erde, Damen & Herren

Für diese vier Herren scheint die Sonne besonders hell … und vielfach. Bereits auf ihrer Ende 2024 erschienenen, gleichnamigen EP taten sich 13SUNS als Indie- und Alternative-Feinschmecker mit einem Herz fürs Schräge, aber auch fürs Hymnische hervor. Nun stürzt sich die Band aus Dresden auf ein erstes komplettes Album, aufgenommen im eigenen Tortenklang Studio. Um die Veredelung kümmerten sich mit Kurt Ebelhäuser und Andi „Doc Young“ Jung echte Meister ihres Fachs. Und eben solche dürften auch 13SUNS bald sein, zumindest wenn man nach den zehn abwechslungsreichen Tracks auf „Särge, Erde, Damen & Herren“ geht.

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Friko

Friko – Something Worth Waiting For

Tourneen sind eine wunderbare Möglichkeit für Musiker, um sich sukzessive weiterzuentwickeln, um sich einzuspielen, um zu wachsen. Letzteres haben Friko wörtlich genommen. Bestritten Sänger und Gitarrist Niko Kapetan sowie Drummer Bailey Minzenberger den Release ihres Einstands „Where We’ve Been, Where We Go From Here“ noch als Duo, fanden sie in Bassist David Fuller und Gitarrist Korgan Robb mehr als patente Live-Unterstützung, die seither fix ins Line-up integriert wurde. Dieses Mehr an kreativen Stimmen macht sich auf dem Nachfolger bemerkbar: „Something Worth Waiting For“ klingt in jeder Hinsicht lauter, eindringlicher und wuchtiger.

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They Might Be Giants

They Might Be Giants – The World Is To Dig

Ein Hoch auf Parallelismus: Vor wenigen Tagen erschien eine Forsetzung von ‚Malcolm mittendrin‘ in Form einer Miniserie. Fast zeitgleich melden sich die Herren hinter der Titelmusik zurück: They Might Be Giants sind selbstverständlich viel mehr als „Boss Of Me“, können auf über 40 Jahre gemeinsame Geschichte zurückblicken, zwei Grammys, eine Tony-Nominierung, mehr als 20 Studioalben sowie diverse gefeierte Platten für Kinder. „The World Is To Dig“ ist ihr erstes neues Werk seit viereinhalb Jahren, erzählt einmal mehr viele spannende Geschichten und stellt sich musikalisch gewohnt breit, kunterbunt auf.

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The Props

The Props – Arrow

Eine The-Band spielt zeitlosen, leicht rückwärtsgewandten Rock, der auch vor 20 Jahren mehr als prima funktioniert hätte: Irgendwo zwischen Indie Rock, Alternative, Post Punk und Pop platzieren sich The Props. Das erst Ende 2023 in Los Angeles gegründete Quartett machte mit ersten Singles, zahlreichen Konzerten und DIY-Ethos auf sich aufmerksam. Blue Grape Music ist nun ihre Heimat und brachte sie mit dem Grammy-prämierten Produzenten Carlos de la Garza zusammen, der bereits mit Paramore und Best Coast arbeitete – das ‚fehlende Puzzlestück‘, wie ihn Sänger Nick Ruiz nennt. Auf der ersten EP „Arrow“ finden sich fünf sympathische Hits.

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van Kraut

van Kraut – Atmen

Das Private und das Politische werden weiterhin möglichst eng verschränkt – eine Entwicklung, die aktuell viele Musiker:innen aus gesellschaftlichen und geopolitischen Gründen fast notgedrungen vorantreiben. Christoph Kohlhöfer ist da keine Ausnahme, bloß hat das bei ihm Methode. Als van Kraut setzt er seit über einem Jahrzehnt seine rasiermesserscharfte Beobachtungsgabe ein und beglückt mit doppelten Böden der unvermittelt zupackenden Art. „Atmen“ ist – je nach Zählweise – das dritte oder vierte Album der Ein-Mann-Band und verbindet angenehm Vertrautes mit Magie auf den zweiten bis dritten Blick.

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Hawel/McPhail

Hawel/McPhail – Sorrow Wonderland

Alles kommt anders und doch so gut – die letzten Jahre brachten für Frehn Hawel (Tigerbeat) und Rick McPhail (Mint Mind, Tocotronic) einige Veränderungen mit sich. Die Musik rückte erst einmal in den Hintergrund, weswegen McPhail bei Tocotronic aktuell eine Pause auf unbestimmte Zeit aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen einlegen muss. Entsprechend richtig und wichtig war es, einfach mal wieder die Fuzz-Pedale anzuwerfen und einfach zu machen. Zwölf Songs sind es geworden, die sich mit dem Hier und Jetzt, mit dem Älterwerden und mit Beziehungen, aber auch mit dem Zeitgeschehen und der Leistungsgesellschaft auseinandersetzen. Im „Sorrow Wonderland“ geht es aber stets gefällig vor sich.

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Courtney Barnett

Courtney Barnett – Creature Of Habit

Nomen trifft Omen: „Things Take Time, Take Time“ hätte kaum besser als Titel für das bis jetzt letzte Album von Courtney Barnett gewählt werden können. Das ist mittlerweile fast viereinhalb Jahre her, in denen es für die Australierin allerdings nicht umbedingt ruhig gewesen war. Unter anderem sperrte sie ihr eigenes Label Milk! Records zu (zum Abschluss erschien noch ein rein instrumentaler Doku-Soundtrack) und zog nach Los Angeles. Diese Veränderungen spielen selbstverständlich auch auf ihrem inzwischen vierten regulären Soloalbum eine nicht zu verachtende Rolle. „Creature Of Habit“ handelt davon, sich selbst nicht mehr im Weg zu stehen, um das eigene Leben auch tatsächlich leben und mit allen Sinnen erfassen zu können.

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The Twilight Sad

The Twilight Sad – It’s The Long Goodbye

Das erste Album seit über sieben Jahren und eine Band, die auf das Kern-Songwriting-Duo – Sänger James Alexander Graham und Gitarrist Andy MacFarlane – geschrumpft ist: Der Hintergrund für die lange Wartezeit und Veränderungen bei The Twilight Sad sind tragischer Natur. Als die Schotten 2016 von einer Support-Tour für The Cure hingekehrt waren, wurde Grahams Mutter mit früh einsetzender frontotemporaler Demenz diagnostiziert, die fortan das Band- und Privatleben mehr als entscheidend mitbestimmte. Eine weitere Tour mit The Cure sieben Jahre später wurde abgebrochen, wenig später verstarb Grahams Mutter. Der Großteil von „It’s The Long Goodbye“ entstand während dieser Zeit.

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Hi Mum

Hi Mum – Ghostwood

Vorneweg: Ja, das liest sich wie ein reiner Sängerwechsel und ein damit einhergehender neuer Bandname. Ist aber wesentlich mehr. So viel mehr. Aber der Reihe nach: Im September 2023 legten sich Maffai erst einmal auf Eis, doch blieb man sich freundlich verbunden. Ob und wann es ein Comeback geben wird, bleibt offen. Gitarrist Simon Züchner, Bassist Daniel Schmitt und Schlagzeuger Jan Kretschmer machen aber gemeinsam weiter in einem neuen Projekt. Den Gesang bei Hi Mum übernimmt Lilly Jane Kletke, musikalisch bewegt man sich eher in Indie-, Alternative- und Shoegaze-Gefilden mit einer gewissen 90s-Ästhetik. „Ghostwood“ ist ihr erstes Album.

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fluppe

fluppe – beest

Was bloß tun mit dem Gesang? Das fragen sich fluppe, als sie an ihrem dritten Album arbeiteten, und nachdem ihre bisherige Stimme Josef Endicott ausgestiegen war. Produzent Tobias Siebert (u. a. Klez.e) empfahl als Inspiration die Hamburger Musikerkneipe Mutter. Gefunden wurde mit Oscar Pursch der Barkeeper des Lokals, der auf den zehn neuen Songs eine richtig gute Figur abgibt. „Beest“ hält ansonsten aber herzlich wenig davon, einfach alles umzuwerfen. Das Quartett um Christian Klindworth, Antoine Laval und Lars Brunkhorst bleibt seinem Sound zwischen Post Punk, Wave und Indie Rock treu und sucht wieder und wieder nach dieser feinen Prise Hoffnung, wenn die Krise gerade doppelt heftig zuschlägt.

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