Schlagwort: Indie Rock

Girl And Girl

Girl And Girl – Call A Doctor

Schrammelnde Gitarren, bewusst direkte und schonungslos ehrliche Texte, dazu eine Verbeugung vor allerlei Indie-Granden: Girl And Girl sind drauf und dran, durch die Decke zu gehen. Das australische Quartett entstand aus Jam-Sessions von Sänger und Gitarrist Kai James sowie Zweit-Gitarrist Jayden Williams in der Garage. James‘ Tante Liss griff im Garagen-Proberaum zu den Drum-Sticks und wurde ebenso zum Einstieg überredet wie Fraser Bell am Bass. In Marathon-Einheiten über zwei Wochen aufgenommen, widmet sich „Call A Doctor“ betont Persönlichem, getragen vom jahrelangen Kampf des Frontmanns mit dessen Mental Health.

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Joywave

Joywave – Permanent Pleasure

Seit etwa einem Jahrzehnt packen Joywave in schöner Regelmäßigkeit ihre Indie-Perlen aus, die sich mit Sicherheit ein größeres Publikum verdient hätten. Das mittlerweile gefestigte Trio-Line-up aus Rochester im US-Bundesstaat New York, das immer wieder Großbritannien und Europa betourt, meldet sich mit dem bereits fünften Longplayer zurück, der – im Vergleich zum Vorgänger – nicht zwingend wie aus einem Guss klingen muss und zugleich die musikalische Bandbreite deutlich erweitern will; so lautet zumindest das Mission Statement. Entsprechend bunt, vielfältig und doch angenehm intim präsentiert sich „Permanent Pleasure“.

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The Third Sound

The Third Sound – Most Perfect Solitude

Etwa zwei Jahre nach „First Light“ melden sich The Third Sound mit ihrem inzwischen sechsten Album zurück. Die Berliner tourten zuletzt ausgiebig, packten zwischendurch eine Session-LP aus und erweiterten das Line-up. Neben dem Kern-Duo Hakon Adalsteinsson und Robin Hughes sind nun Frankie Broek und Wim Janssens von Golden Hours am Start. Gemeinsam widmet man sich einmal mehr verträumten bis forschen Klängen aus dem psychedelischen Mikrokosmos, der mit wachsender Begeisterung auf unterschiedlichste Ebenen ausstrahlt. Obwohl man aufgrund eines betont engen Zeitrahmens recht schnell arbeiten musste, ist „Most Perfect Solitude“ doch alles andere als ein Schnellschuss geworden.

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Dehd

Dehd – Poetry

Songwriting kann eine ganz schon zähe Angelegenheit sein – alleine im Schlafzimmer, mit etwas Glück gemeinsam im Proberaum, während der Lärm der Straße an der Türe zerschellt. Dehd wollten jedoch etwas erleben und wagten sich für den Nachfolger von „Blue Skies“ auf einen Road Trip. Das US-Trio reiste von der Heimat in Chicago quer durch die USA, hackte Holz, ließ das Leben von den Gezeiten bestimmen und strandete kurzzeitig nach einem Wildunfall. Die frische Luft bekam der Band offensichtlich gut, und so holte man sich mit Co-Produzent Ziyad Asrar (Whitney) sogar erstmals Input von außerhalb für den Aufnahmeprozess hinzu – frischer Wind, wenn man so will. „Poetry“ blüht hörbar auf.

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Frank Turner

Frank Turner – Undefeated

Geht das schon als Neustart durch? Nach über einem Jahrzehnt lässt Frank Turner seine Major-Heimat hinter sich und stellt sich neu auf – mit Xtra Mile als globaler Release-Plattform, ansonsten aber so autark wie möglich. Aufgenommen wurde im eigenen Studio in Essex, wo er unter anderem bereits Pet Needs produzierte, mit seiner Band The Sleeping Souls – natürlich nach entsprechend umfangreichen Proben im Vorfeld. Zugleich setzt es dieses Mal Masse mit Klasse: 14 Songs in etwa 45 Minuten lassen „Undefeated“ um Welten fieberhafter und vielschichtiger als zuletzt erklingen.

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Sooma

Sooma – Drü

Keine Sprachverwirrung, dafür mit ordentlich Konsequenz nach vorne: Sooma aus Zürich hatten immer schon Bock auf etwas sperrigere Klänge, im Großen und Ganzen rund um Post Punk und Noise Rock angesiedelt. Ihr drittes Album sollte musikalisch nicht nur etwas ausladender, proggiger gestaltet werden, sondern zugleich die sprachliche Vielfalt ihrer Heimat reflektieren. Die drei Herren nennen den Drittling „Drü“ (Schweizerdeutsch für ‚Drei‘) und halten alle Texte auf … Französisch. Noch Fragen?

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The Reds, Pinks And Purples

The Reds, Pinks And Purples – Unwishing Well

Glenn Donaldson ist eine Songwriting-Maschine. Im Schnitt setzt es ein Album pro Jahr, begleitet von diversen Kleinformaten und einzelnen Songs über verschiedene digitale Kanäle. Sein Solo-Projekt The Reds, Pinks And Purples konnte sich längst als Institution für zarten Indie-Charme etablieren. Für den neuesten Streich ändert sich der Fokus jedoch ein wenig. Donaldson gibt sich auf „Unwishing Well“ eine Spur introvertierter und widmet sich falschen Helden, glücklichen Versagern, Hoffnung und Hingabe – selbst in düstersten Zeiten, begleitet von Götzenverehrung.

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Trauma Glow

Trauma Glow – about to find solace in your arms

Erst im Vorjahr fanden sich Trauma Glow in der Musikszene der österreichischen Hauptstadt Wien und sorgten mit ihren ersten Singles sofort für Aufsehen. Der Mix aus Indie und Alternative, Grunge und Shoegaze, Emo und Punk schlug mit seinen drückenden und doch verwaschenen Klängen sofort und ohne Umschweife ein. Der engmaschig verwobene musikalische Teppich findet sich auch auf der ersten EP wieder: „about to find solace in your arms“ ist ein kompaktes und doch so wunderbar lüftiges Stück Musik geworden.

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Monomers

Monomers – Elusive

Befreiter, lässiger Rock, stilvoll und ungezwungen – diesem einfachen wie unterhaltsamen Rezept haben sich Monomers aus Berlin verschrieben. Die Grundsteine für die Band wurden bereits während der Pandemie gelegt, im August des Vorjahres erschien ein erster Track als Live-Session, seither von mehreren weiteren Singles ergänzt. Nun präsentiert das Trio mit „Elusive“ ein komplettes erstes Album, das sich kantigem Rock aus der Garage ebenso wie sympathischen Indie-Weisheiten sowie einer Prise poppigem Punk widmet.

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Cloud Nothings

Cloud Nothings – Final Summer

Die geradezu unverschämt beständigen Cloud Nothings melden sich wieder zurück mit ihrem neunten oder zehnten Album – je nach Blickwinkel, wie Mastermind Dylan Baldi augenzwinkernd hinzufügt. Vergleichsweise lange drei Jahre dauerte es bei der US-Indie-Institution, die in den letzten 15 Jahren mit einer Flut an Releases ohne den Hauch eines Durchhängers einen Volltreffer nach dem nächsten landete. Daran wird sich auch nichts ändern. Die erste Platte als Trio seit acht Jahren wendet sich vertrauten, harmonischen und gerne mal scharfkantigen Klängen zu, die bevorzugt laut gehört werden wollen. „Final Summer“ untermauert den Ausnahmestatus der Band erneut.

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