Schlagwort: Indie Rock

WU LYF

WU LYF – A Wave That Will Never Break

Die World Unite Lucifer Youth Foundation nimmt wieder Mitglieder auf. Besser bekannt als WU LYF, tauchte das Quartett vor gut 15 Jahren mit seinem eigenen Club auf, verwendete die dadurch finanzierten Aufnahmen für das erste, 2011 erschienene Album „Go Tell Fire To The Mountain“ und war Ende 2012 schon wieder Geschichte. Seither beschäftigte man sich mit diversen Nebenschauplätzen (u. a. Lost Under Heaven, das gemeinsame Projekt von Ellery Roberts und Partnerin Ebony Hoorn), bevor ausgerechnet am 1. April 2025 ein neuer Song erschien, begleitet von ein paar Tourdaten. Wieder ein Jahr später gab es tatsächlich das zweite Album: „A Wave That Will Never Break“ tastet sich durch kunstvollen Indie Rock mit Stadion-Charme und ausdrucksstarken Emotionen.

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Edgär

Edgär – Behind The Wall

Nach einem sympathischen zweiten Album demonstrieren Edgär eindrucksvoll, dass Totgesagte gelegentlich deutlich länger leben. Dafür brauchte es aber eine kleinere Metamorphose für das Duo aus Amiens, das seinen musikalischen Fokus verschob. Der Pop-Charme der Vorgänger hat (vorerst) ausgedient, stattdessen rücken die Gitarren komplett in den Mittelpunkt und langen beherzt zu. „Behind The Wall“ verpackt Ängste und Klaustrophobie in stark verzerrte Wände und Frontalattacken und schneidert daraus eine Art Mini-Anleitung für Katharsis, während der gewisse Funke Hoffnung immer wieder durchzuscheinen versucht.

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Rat Boy

Rat Boy – CRASH!

Ein zuhause aufgenommenes Mixtape, diverse Newcomer-Award-Nominierungen, Platz 15 in UK für das erste Album: Jordan Cardy aka Rat Boy legte fulminant los. Zwei weitere Platten folgten, ebenso eine Vielzahl von Live-Auftritten in Bandbesetzung. Längst bei Hellcat unter Vertrag, entstand der neueste Longplayer unter kuriosen Umständen. Der Garten von Rock-Legende Suzi Quatro wurde in Beschlag genommen, verteilt auf zwei eigens eingerichtete Recording-Schuppen, unter der Ägide von Tim Armstrong (Rancid), Cardy und Schlagzeuger Booth. „CRASH!“ vertraut einmal mehr auf die gewohnt humorvolle, unmittelbare Mischung aus Punk, Ska, Pop und Rock.

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Hard-Fi

Hard-Fi – Sweating Someone Else’s Fever

2005 tauchten Hard-Fi auf und dominierten zumindest eine Saison lang den Indie-Zeitgeist. „Hard To Beat“ ist und bleibt ein unkaputtbarer Sommerhit, das erste Album „Stars Of CCTV“ erreichte Platz 1 in Großbritannien und hierzulande die Top 20. Ihre Unbeschwertheit ging auf den nach wie vor guten beiden Folgeplatten verloren, nach einem Best-of-Album 2014 tauchte man erst einmal unter. Comeback-Gigs 2022 und 2023 entfachten das sprichwörtliche Feuer erneut, mit „Sweating Someone Else’s Fever“ gibt es nun tatsächlich ein erstes neues Studiowerk seit stolzen 15 Jahren. Und das mit einer Rückkehr zu alten, bewährten Qualitäten.

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Death Cab For Cutie

Death Cab For Cutie – I Built You A Tower

Die Vorzeichen für das mittlerweile elfte Studioalbum von Death Cab For Cutie könnten kaum spannender sein. Nach über 20 Jahren ist man nicht mehr bei einem Major unter Vertrag, nach der Pandemie-Platte „Asphalt Meadows“ war man endlich wieder gemeinsam im Studio – mit einem mittlerweile eingespielten, nicht mehr ganz so neuen Line-up – und zudem galt es, die wieder leicht aufsteigende Form zu konservieren. „I Built You A Tower“ überrascht zudem als sehr intensive, konzentrierte Auseinandersetzung mit Trauer und Verlust – Gefühle, die Frontmann Ben Gibbard jahrelang erfolglos in einem steinernen Grabmal zu verbergen versuchte.

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Modest Mouse

Modest Mouse – An Eraser And A Maze

Mit ihrem ersten Album seit fünf Jahren melden sich Modest Mouse unter besonderen Vorzeichen zurück. Erstmals seit über zwei Jahrzehnten stehen sie nicht bei einem Major-Label unter Vertrag, zudem musste Isaac Brock nach diversen Ausstiegen sowie dem viel zu frühen Krebstod von Gründungsmitglied Jeremiah Green gleich drei neue Musiker ins Line-up integrieren. Ursprünglich als EP für Brocks Nebenprojekt Ugly Casanova gedacht, enstand schließlich „An Eraser And A Maze“, für das der Mastermind nach eigenen Angaben sämtliche Filter deaktivierte und sich einfach von der Musik leiten ließ. Das Ergebnis spricht für sich und wirkt wie eine Rückkehr zu den klassischen Modest-Mouse-Platten der 2000er.

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Fink

Fink – The City Is Coming To Erase It All

Was Fin Greenall aka Fink seit Jahren aus seiner Akustik-Gitarre herausholt, weiß zu beeindrucken. Der Musiker und nahezu Dauer-Tourende sieht das zunehmende Verschwimmen von Leidenschaft und Beruf, sich auflösende Grenzen und die fortschreitende, nicht gerade freiwillige Zuwendung zum Hamsterrad. Symbolisiert wird dies durch die personifizierte Stadt, zugleich Thema des neuesten Albums. „The City Is Coming To Erase It All“ setzt sich mit veränderter Wahrnehmung, der von den Sorgen des Alltags beeinflussten Kunst an sich und der fragilen Ruhe der Heimat in Cornwall, die selbst über kurz oder lang von urbaner Überforderung – Greenall wohnt mittlerweile in Berlin – überrollt werden wird, auseinander.

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Madsen

Madsen – SMILE

Was kann man über Madsen nach mittlerweile mehr als zwei Jahrzehnten noch großartig sagen? Das mehr als verdiente erste Nummer-Eins-Album ihrer illustren Karriere liegt hinter den Wendländern, doch umgeworfen wurde deswegen selbstverständlich nichts. Ihre mittlerweile zehnte Studioplatte wurde im eigenen Proberaum aufgenommen und produziert, natürlich von der Band selbst, kommt über das eigene Label, und auch weite Teile der Videos und Social-Media-Content wurden selbst gedreht und geschnitten. Selbst gewisse Spannungen, die sich zuletzt durch die enge, langjährige Zusammenarbeit ergeben hatten, wurden souverän überstanden. „SMILE“ ist das mehr als starke Ergebnis des geplatzten Knotens.

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Sparta

Sparta – Cut A Silhouette

Jim Ward versucht weiterhin, seine Liebe für die Musik zurückzuerlangen. Das überraschende Sparta-Comeback 2020 war ein Schritt in die richtige Richtung, der eponyme Nachfolger machte viel richtig. Eine Dokumentation über den viel zu früh verstorbenen Comedian John Candy verschaffte ihm schließlich die entsprechende Motivation, genauer gesagt: eine Aussage von Macaulay Culkin (‚Kevin -Allein zu Haus‘, ‚My Girl‘). Er erwähnte, wie es Candy gelang, binnen kürzester Zeit einen Eindruck zu hinterlassen, in Erinnerung zu bleiben. „Cut A Silhouette“, wie es Culkin nannte, wurde zum Titel des neuesten Sparta-Streichs, auf dem neben Bassist Matt Miller auch erstmals der neue Drummer Neil Hennessy zu hören ist.

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POM

POM – Enlightened, baby

Ein starker Einstand, eine kurzweilige EP als Nachschlag … und jetzt? Wird einfach lautstark die nächste Runde eingeläutet. POM aus Amsterdam verwandeln emotionale Schwere in überdrehte Pop-Klänge. Persönlicher Verlust sollte bewusst zu Bewegung werden, anstatt im Schmerz festzustecken. Das niederländische Quartett erweitert seinen gitarrenlastigen Sound um Elektronik, Synthetik, Drum-Computer und mehrstimmige Harmonien, ohne dabei auf das kantige Fundament zu verzichten. All das und noch viel mehr steckt in „Enlightened, baby“, einem gewiss alles andere als schweren zweiten Album.

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