Schlagwort: Indie Rock

Eliza Shaddad

Eliza Shaddad – The Woman You Want

Im Abspann des britischen Netflix-Thrillers „Behind Her Eyes“ ertönte eine magische, beschwörende Version des Nina Simone-Klassikers „Don’t Let Me Be Misunderstood“. Die Stimme dahinter: Eliza Shaddad, Kind einer sudanesischen Astrophysikerin und eines schottischen Diplomaten, in sieben verschiedenen Ländern aufgewachsen. Entsprechend ‚globalisiert‘ wirkt ihr Sound, der das Beste aus Indie, Pop, Rock, Folk, Singer/Songwriter und Art mitbringt. „The Woman You Want“ ist ihr zweites Studioalbum, das sich abermals auf keinen bestimmten Sound festlegen lassen will.

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Wavves

Wavves – Hideaway

Nathan Williams schlägt wieder Wellen, um dieses abgeschmackte Wortspiel zu bemühen. Der graduelle Wandel von Pop-Punk zu Alternative-Rock mit Indie-Färbung bekam Wavves sehr gut und erhöhte den Hitfaktor deutlich. Für das mittlerweile siebte Studioalbum bemüht der Kalifornier die Höhen und Tiefen seines Lebens, die mitunter recht extrem ausfallen. „Hideaway“ lebt von der Selbsterkenntnis, des eigenen Glückes Schmied zu sein, zugleich jedoch keinerlei Einfluss auf externe Faktoren zu haben. Der Musik hört man das bestenfalls bedingt an.

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Desperate Journalist

Desperate Journalist – Maximum Sorrow!

Desperate Journalist sind so etwas wie Produktivitätsmonster. Aktuell steht bereits ihr viertes Album seit 2015 an, von diversen EPs und Kleinformaten ganz zu schweigen. Musikalisch hat sich das Quartett aus London komplett der eingängigen Düsternis verschrieben. Post Punk spielt natürlich ganz vorne mit, dazu gesellen sich diverse Rock-Spielarten von Indie über Alternative bis hin zu Gothic. Als Sahnehäubchen zerlegt Jo Bevan ihre Stimmbänder mit wachsender Begeisterung. All das findet nun auf dem wütenden und zugleich harmonisch fragilen „Maximum Sorrow!“ zusammen.

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Suspectre

Suspectre – Suspectre

Drei Freunde fanden sich, spielten ein paar Konzerte und mussten plötzlich eine Live-Pause einlegen: So erging es den 2018 in Frankfurt gegründeten Suspectre, die gerade erst in Schwung gekommen waren, als die Pandemie den Mittelfinger entgegenstreckte. Anstatt jedoch selbst die Waffen zu strecken, ging man vergangenen Sommer ins Studio und nahm einfach ein erstes Album auf. Herausgekommen ist eine Mischung aus Post Punk, Garage Punk, Indie- und Pop-Hooks, die auf einen so einfachen wie passenden Titel hören: „Suspectre“.

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Twisk

Twisk – Intimate Polity

Minimalismus kann ganze Räume füllen. Anders lässt sich der eigentümliche, faszinierende Sound von Twisk nicht erklären. Das Hamburger Trio bewegt sich mit seiner Interpretation von Gitarrenmusik unter anderem zwischen den Eckpfeilern Math, Psychedelic, Indie und Art, um das Klangbild ungefähr zu umreißen. Ihr erstes Album nahmen sie an einem Wochenende live im Studio ein, einzig der Gesang wurde durch Overdubs nachgereicht. Entsprechend spontan wirkt „Intimate Polity“ bei aller Präzision.

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James

James – All The Colours Of You

Die unkaputtbaren James bestehen bereits seit 1982, eine mehrjährige Pause nach dem zwischenzeitlichen Ausstieg von Sänger Tim Booth ausgeklammert, und sind aktuell in bestechender Form. Sie schwammen einst auf der großen Madchester-Welle mit und sind weiterhin eine Indie-Institution, die zumindest in der britischen Heimat regelmäßig für Top-10-Alben sorgt. Die Aufnahmen zu „All The Colours Of You“ zogen sich ein wenig, zumal der Frontmann seit geraumer Zeit in den USA lebt. Irgendwann fanden sich die sieben Musiker doch zusammen für ein Werk, hinter dessen gewohnt großen Melodien bissige, pointierte Texte stecken.

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The Datsuns

The Datsuns – Eye To Eye

Zu Beginn des Jahrtausendwechsels, als The-Bands in aller Munde waren, mischten auch The Datsuns für ein paar Alben mit. Die Neuseeländer packten drei starke Alben mit dem einen oder anderen Indie-Hit („Harmonic Generator“, „Blacken My Thumb“) aus, tourten mit den Folgewerken vor allem durch die Heimat, Australien, Japan und Nordamerika, nur um lange Zeit einfach komplett unterzutauchen. Das siebte Studioalbum erscheint nun sieben Jahre nach dem Vorgänger. Ist „Eye To Eye“ der erhoffte Comeback-Husarenritt aus der Garage?

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Urges

Urges – Never Gonna Change

Gesucht und gefunden: Die fünf Musiker hinter Urges sind seit geraumer Zeit Freunde, spielten allerdings stets in unterschiedlichen Bands. Da ging es vornehmlich um Gitarrenmusik der verkopften, komplexen Sorte. Mit einem gemeinsamen Projekt bemüht sich um das große Korrektiv und möchte den Fokus auf das Wesentliche rücken, frei von der Leber weg rocken, ohne Netz und doppelten Boden. „Never Gonna Change“ ist eine Ode an die Ursprünglichkeit klassischer Rockmusik in elf fieberhaften, begeisternden Kapiteln.

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Current Joys

Current Joys – Voyager

Nick Rattigan geht auf große Reise. Der amerikanische Endzwanziger steuert aber nicht etwa fremde Länder an, sondern das Selbst. Eine Odyssee der Selbstfindung landet in den gewohnt brüchigen Konventionen des Rock’n’Roll. Als Current Joys bricht Rattigan so und so mit den Erwartungen, bringt klassischen Indie-Charme mit, der schon mal in Bedroom-Pop und Wave-Exkurse umschlagen kann, zudem ein wenig Singer/Songwriter-Elan mitbringt. „Voyager“ wendet sich bewusst vom bisherigen Lo-Fi-Ansatz ab und wirkt in seiner Gesamtheit größer, kompletter. Die erhoffte Kraft der Musik wird tatsächlich greifbar gemacht.

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Die Buben im Pelz

Die Buben im Pelz – Geisterbahn

Von der Neigungsgruppe zum Pelz: Die beiden FM4-Moderatoren David Pfister und Christian Fuchs suchten und fanden 2014 ein neues Vehikel für ihren Wiener Dialekt-Ansatz und coverten als Die Buben im Pelz das legendäre Velvet Underground-Debüt. Später folgte noch eine Platte mit eigenem Material, das Line-up wurde weiter ausgebaut und schließlich nahm man im Herbst 2019 eine neue Platte auf, unter anderem mit Alexander Hacke von Einstürzende Neubauten. Bestens bekannten Umständen ist die um ein Jahr verschobene Veröffentlichung des Drittlings „Geisterbahn“ geschuldet, die Wartezeit lohnt sich allerdings.

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