Schlagwort: Indie Rock

shame

shame – Cutthroat

Große Themen, große Fragen, wenige Antworten: shame wollen sich mit den großen Themen der Zeit befassen, politischer und gesellschaftlicher Natur, und nehmen dafür kein Blatt vor den Mund. Nach drei starken Alben ging es dem britischen Quintett zudem darum, einerseits die rohe Direktheit ihrer Live-Shows einzufangen und andererseits neue Ufer anzusteuern. In Produzent John Congleton (St. Vincent, Angel Olsen) wurde ein kongenialer Partner gefunden, der ebenso für Unmittelbarkeit steht und den zynisch veranlagten Humor der Band aus South London förderte. „Cutthroat“ ist eine vielschichte No-Bullshit-Platte mit der einen oder anderen Überraschung geworden.

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Lawn Chair

Lawn Chair – You Want It! You Got It!

Vor drei Jahren gegründet, zwei EPs veröffentlicht, fleißig durch Deutschland getourt, dazu ein kleiner Abstecher nach England: Lawn Chair nahmen bislang so ziemlich alles mit, wenngleich es zuletzt eine Spur ruhiger um sie geworden war. Tatsächlich war das Quintett zuletzt mit den Aufnahmen ihres ersten kompletten Albums beschäftigt, für das man in langen Sessions nach und nach den eigenen Sound und die eigene Stimme perfektionierte. „You Want It! You Got It!“ ist laut und kritisch, aber ebenso voller Herz und Sehnsucht, getragen von Post Punk, Indie Rock und einer feinen Prise Pop-Charme.

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Ghostwoman

Ghostwoman – Welcome To The Civilized World

Erst veröffentlichten sie drei Alben binnen 18 Monaten, dann dauerte es annähernd zwei Jahre bis zum vierten Streich: unorthodox ist bei Ghostwoman Standard, inklusive neuer Schreibweise des Bandnamens. Und einer gesunden Portion Nihilismus, denn das Duo weiß um die Sinnlosigkeit ihres Unterfangens, Musik zu machen. Schließlich ist die Welt dem Untergang geweiht, und Evan Uschenko und Ille van Dessel geben die Band auf der Titanic, die während dem unaufhaltbaren Versinken weiterspielt. Entsprechend wurde „Welcome To The Civilized World“ einfach nur gemacht, weil man es konnte. Weil es eh schon egal ist. Ein Prosit der vergänglichen Gemütlichkeit.

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Not Scientists

Not Scientists – Voices

Aktuell erleben No Scientists ein kreatives Hoch. Das Quartett aus dem französischen Lyon hat das dritte Jahr in Folge neues Material zu präsentieren – ein Album 2023, eine EP 2024, jetzt wieder ein neues Album, ihr insgesamt viertes. Dafür ging die Band nach Katalonien und arbeitete einmal mehr mit Santi Garcia zusammen, der ihre musikalische Vision beflügelt. Und die trägt weiterhin ordentlich Punk und Rock in sich, aber auch deutlich mehr Wave, Pop und Elektronik – drastisch, tanzbar, gerne mal eingängig und doch immer mit doppeltem Boden inmitten innerer und globaler Krise versehen. „Voices“ hat das Zeug zum großen Wurf.

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Tristesse

Tristesse – Schönste Trauer

Eine fantastische EP, ein großartiges Album … und jetzt? Binnen kürzester Zeit konnten sich Tristesse zur neuen Top-Adresse für verträumten Rock mit Gaze und Alternative etablieren. Auf Lorbeeren sollen sich aber andere ausruhen, neues Material steht bereits in den Startlöchern. Nach diversen Singles landet mit „Schönste Trauer“ – je nach Sicht der Dinge – ein sehr kurzes Album oder eine etwas ausführlichere EP, erstmals als Quartett. In gerade einmal 19 Minuten liefern die Berliner ein Sammelsurium sympathischer und kurioser Beobachtungen aus ihrem Alltag, betonen Gegensätze und plädieren für Akzeptanz und das Gemeinsame.

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Balu Brigada

Balu Brigada – Portal

Darf es eine Portion Pop mit Ecken und Kanten sein? Balu Brigada aus Neuseeland schaffen es wie nur wenige andere, ein Radio- und Streaming-Publikum ebenso zu bedienen wie die Alternative- und Indie-Fangemeinde. Das Brüderduo Henry und Pierre Beasley macht seit knapp zehn Jahren Musik, veröffentlichte zwei EPs und schaffte zuletzt mit „So Cold“ seinen Durchbruch – weit über 30 Millionen Streams, US-Late-Night-Auftritte und ein Platz auf dem ‚EA FC 25‘-Soundtrack. Stolze drei Jahre arbeiteten sie an ihrem ersten Album, unter anderem in Los Angeles, Berlin, New York und der Heimat, nun ist „Portal“ bereit für den großen Wurf.

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Pool Kids

Pool Kids – Easier Said Than Done

Starke Platte sucht(e) Label: Nach ihren ersten beiden Alben zwischen Emo, (Math) Rock und Pop waren Pool Kids erst einmal alleine unterwegs. Das Quartett aus Florida verließ sich auf seine DIY-Stärken und stemmte die Recording-Sessions durch die Ersparnisse ihrer jahrelangen Tourneen. Man wollte die Freiheit der kreativen Selbstbestimmtheit auskosten, probierte mit Mike Vernon Davis (Foxing, Great Grandpa), der bereits den Vorgänger produziert hatte, einiges aus, und überschritt vermeintliche innere Grenzen. Erst nach Abschluss wurde ein Partner gesucht und in Epitaph gefunden. Dem Punk verfällt „Easier Said Than Done“ aber keineswegs, ganz im Gegenteil.

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PLAIINS

PLAIINS – Happy Faces

Chris Reardon zog 2020 von London nach Hamburg und gründete Ende des Jahres eine Band – was soll man auch sonst zwischen Lockdowns machen? PLAIINS haben die stotternde Anfangszeit längst überstanden, inzwischen über 20 Tracks veröffentlicht, die auf diversen Radio- und Streamer-Playlists landeten, von mächtiger Bühnenpräsenz ganz abgesehen. Mit ihrem Sound zwischen Indie, Punk und Rock rennen sie offene Türen ein und sind inzwischen bei Long Branch Records untergekommen. „Happy Faces“ ist das erste komplette Album der britisch-amerikanischen Formation.

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Pile

Pile – Sunshine And Balance Beams

Bei Pile weiß man nie so genau, was man bekommt, und das trägt letztlich ungemein zum Reiz dieser Band bei. Der einstige Solo-Schauplatz von Rick Maguire häutet sich seit dem ersten, vor nunmehr 18 Jahren veröffentlichen Album mit wunderbarer Regelmäßigkeit, mag seine Experimente ebenso wie den nahezu konstanten Paradigmenwechsel. „Sunshine And Balance Beams“, das mittlerweile neunte Studioalbum und zugleich Einstand für Sooper Records, versucht gleich mehrere Konzepte auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Es geht um das Streben nach Glück, den Einklang mit der Natur und dem Selbst, und den Ausdruck von Haltung in einer kommerziell geprägten Gesellschaft.

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The K's

The K’s – Pretty On The Internet

Ausverkaufte Konzerte, umjubelte Festival-Gigs und Top 3 in England: The K’s starteten im Vorjahr mit ihrem Einstand „I Wonder If The World Knows?“ scheinbar aus dem Nichts durch. Tatsächlich gibt es das Quartett aus Earlestown im Norden des Landes bereits seit 2016. Jahrelange harte Arbeit, mehrere Singles, EPs und Live-Platten sowie ungebrochene Live-Präsenz sind die Zutaten für den mehr als verdienten Durchbruch, von richtig guten Indie-Tracks ganz zu schweigen. Nur 15 Monate später landet der Nachfolger „Pretty On The Internet“ – Schnellschuss oder Bestätigung des frühen Erfolgs?

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