Schlagwort: Singer/Songwriter

Angelo De Augustine

Angelo De Augustine – Toil And Trouble

Die Rückkehr zur eigenen Solo-Musik dauerte für Angelo De Augustine etwas länger, nicht zuletzt aufgrund einer gemeinsamen Platte mit Sufjan Stevens. Und dann sollte dieser neue Alleingang komplett alleine geschrieben, arrangiert, aufgenommen, produziert und abgemischt werden. Zudem spielte De Augustine gleich 27 unterschiedliche Instrumente ein, darunter Kuriosität wie ein Xylophon aus Glas. Was sich wie schwerfällige, chaotische Überladung liest, bleibt jedoch so federleicht wie immer. „Toil And Trouble“ denkt den Lo-Fi-Ansatz des Kaliforniers weiter und drängt Indie-Folk-Konzepte in ätherische bis kunstvolle Gefilde.

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Thomas Charlie Pedersen

Thomas Charlie Pedersen – Employees Must Wash Hands

Die unfreiwillige Ruhe der Lockdown-Jahre beflügelte die Kreativität der Brüder Daniel und Thomas Charlie Pedersen. 2021 entstanden gleich zwei Alben – eines der gemeinsamen Band Vinyl Floor, das vergangenen Herbst erschien, sowie Thomas Charlies mittlerweile drittes Soloalbum, das quasi die andere Seite dieser Sessions zeigt. So blieben 15 Songs über, mit denen er erst nichts anzufangen wusste, die in kompletter Isolation entstanden waren. Als sich dann auch noch die Band-Aufnahmen verzögerten, wurde der Grundstock von „Employees Must Wash Hands“ aufgenommen, reduziert und zurückgenommen, von Bruder Daniel auf allen Ebenen unterstützt.

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Lorenz Ambeek

Lorenz Ambeek – Look At Me Now

Gleich seine erste, vor knapp zwei Jahren veröffentlichte Single knackte die Eine-Million-Streams-Marke. Der gebürtige Salzburger Lorenz Ambeek, mittlerweile zwischen Wien und Amsterdam pendelnd, landete mit „The Weatherman“ einen Volltreffer und gilt seither als neue heiße Indie- und Singer/Songwriter-Aktie. Seine bisherigen Releases erreichten verdientes Airplay, nun versucht er es erstmals auf Albumlänge. Das in Eigenregie veröffentlichte „Look At Me Now“ hört sich wie eine Coming-of-Age-Platte mit Benedict Wells-Charme, musikalisch in Songwriter-Gitarrenmucke der 2010er Jahre verhaftet.

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J.E. Sunde

J.E. Sunde – Alice, Gloria And Jon

Akzeptanz. Anerkennung. Innere Zufriedenheit. J.E. Sunde sucht und findet exakt das auf seiner neuesten Soloplatte. Der Mitbegründer von The Daredevil Christopher Wright hat sich längst vom Müssen und Sollen der Plattenmaschinerie entfernt und zieht sein Ding mit erstaunlicher, mit kurzweiliger Leichtigkeit durch. Exakt das wird auch auf seinem neuesten Streich herrlich hörbar gemacht. „Alice, Gloria And Jon“ zelebriert die Musik, die vermeintlichen kleinen Leute und die stillen Schönheiten, die im Leben nicht fehlen dürfen.

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Accidental Bird

Accidental Bird – the old news shrug

Jahrelang tourte Stefan Honig mit seiner ursprünglich als Soloprojekt gegründeten Band Honig durch die Lande, veröffentlichte mehrere sympathische Alben, bevor kurz vor Weihnachten 2019 Schluss war. Danach investierte er Zeit in einen neuen Schauplatz, der einiges zu sagen hat. Denn Honig, so erfährt man, ist der Geduldsfaden gerissen. Mit Accidental Bird macht er Musik gegen Ohnmacht und Desinteresse ob gewaltiger (politischer, sozialer oder Umwelt-) Hiobsbotschaften und kleidet diese in schmucken Indie Folk, der durchaus als Fortsetzung des bisherigen Schaffens durchgeht. „the old news shrug“ ist ein mehr als sympathischer Einstand geworden.

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Blondshell

Blondshell – Blondshell

Von wegen durch die Blume: Sabrina Teitelbaum sieht keinen Grund, irgendwas zu beschönigen, und packt erfrischende Direktheit in ihre Texte. Die 25jährige US-Amerikanerin versteckt sich keineswegs hinter großen Metaphern und sagt deutlich, was Sache ist. Inmitten dieser durchaus therapeutischen Offenbarungen stecken großartige Songs und feinsinnige Melodien, die Pop-Sensibilitäten mit Indie und Alternative vermischen. Was zumindest dem Papier nach nicht zusammenpassen sollte, geht für Blondshell, so Teitelbaums Künstlername, absolut auf. Das erste Album heißt ebenfalls „Blondshell“ und begibt sich in große Songwriter-Tradition mit dem gewissen eigenständigen Etwas.

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City And Colour

City And Colour – The Love Still Held Me Near

Der Tod zweier guter Freude, das Beinahe-Scheitern seiner Ehe und eine Welt, die urplötzlich ihre Pforten schloss: 2020 wurde Dallas Greens Universum auf den Kopf gestellt, und dann wurde er auch noch 40. Was sich wie die Zutaten einer Midlife-Crisis liest, entwickelte sich letztlich zum Quell für Stärke und Inspiration. Nicht nur, dass Alexisonfire endlich zurückkehrten, auch der Soloschauplatz City And Colour blühte trotz aller Widrigkeiten auf und befasste sich gekonnt mit elementaren Fragen über Trauer und Verlust. „The Love Still Held Me Near“ hält fast, dass Liebe selbst in den schlimmsten Momenten Schutz, Trost, Geborgenheit und Zusammenhalt geben kann.

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Matt Holubowski

Matt Holubowski – Like Flowers On A Molten Lawn

Zig Millionen Streams, Musikpreise, Goldene Schallplatten, große Tourneen und Festival-Auftritte sowie prominente Fans: Für Matt Holubowski läuft es. Der kanadische Singer/Songwriter spielt mit Genres und Erwartungen, greift tief auf das Persönlichste zu und genießt zudem überaus kreative Phasen, in denen er exzessiv an neuer Musik arbeitet. Für seine neueste Platte wolle er einfache Melodien mit möglichst komplexen Arrangements kombinieren, sodass man sich das Ergebnis immer wieder anhören möchte, um neue Details zu entdecken. Exakt das gelang prima mit „Like Flowers On A Molten Lawn“.

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Timesbold

Timesbold – Not Still Here

Jason Merritt ist einer der bekanntesten Unbekannten im Folk- und Singer/Songwriter-Mikrokosmos. Mit seinen diversen Bands und Projekten veröffentlicht er seit über 20 Jahren Musik, zuletzt vor allem als Whip oder mit den Miracle Whips. Zum ersten Mal seit 2008 gibt es ein neues Album von Timesbold, deren Folk und Americana mindestens so viele Iterationen durchmachte wie das Line-up. Dieses, so Merritt, bestehe aus zwei bis zwanzig Personen – je nachdem, wannd und wen man gerade fragt. An den großen Songwriter-Qualitäten des Protagonisten hat sich nichts geändert, wie „Not Still Here“ eindrucksvoll demonstriert.

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Ian Fisher

Ian Fisher – Burnt Tongue

Trotz aller Umstände vermied es Ian Fisher tunlichst, ein Album über Pandemie und Lockdowns aufzunehmen – bei Songs, die zwischen 2019 und 2022 entstanden, freilich ein Kunststück. Stattdessen bemüht sich der mittlerweile in Wien sesshafte, eingebürgte Europäer um Abhandlungen über den Wandel im Leben, um kleine Experimente, um das Bewahren von Hoffnung in Situationen, wo das alles andere als einfach ist. „Burnt Tongue“ führt den ursprünglich aus Missouri stammenden Songwriter in neue musikalische Gefilde und bleibt dabei so charmant wie immer.

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