Schlagwort: Singer/Songwriter

Jordan Galland

Jordan Galland – No Rockstars

Jordan Gallands Tage müssen wesentlich mehr als 24 Stunden haben. Anders lässt sich sein mächtiger Output nicht erklären. Als Regisseur und Drehbuchautor wirkte er unter anderem an „Rosencrantz and Guildenstern Are Undead“, „Alter Ego“ und „Ava’s Possession“ mit, arbeitete an verschiedensten Soundtracks, spielte Piano für Mark Ronson, schrieb Songs mit Daniel Merriweather, war Teil von Dopo Yume und Domino, und ist obendrein Vater eines Schulkinds. Ganz nebenher veröffentlicht er immer wieder Musik, wobei „No Rockstars“ sein erstes Album in kompletter Eigenregie ist – und zugleich nur die erste von zwei Platten, die gleichzeitig entstanden.

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Dylan John Thomas

Dylan John Thomas – Nothing Here Worth Taking

Viel Schweiß, rohes Talent und gute Songs – das sind wohl die drei Hauptzitaten für den Erfolg von Dylan John Thomas. Mit seinem DIY-Ethos erarbeitete er sich vor allem in seiner schottischen Heimat ein stetig wachsendes Publikum. Der selbstbetitelte Einstand schlug Anfang 2024 ein, in Landsmann Gerry Cinnamon fand er einen Förderer, der ihn mit auf Tour nahm, später verkaufte er das OVO Hydro in Glasgow mit dessen 14.300 Plätzen komplett aus. Und jetzt? „Nothing Worth Taking“ denkt den angenehm folkigen, zeitlosen Charme seiner Musik weiter und wagt sich ganz nebenbei an das eine oder andere spannende Experiment.

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Blondshell

Blondshell – Violins

Mit jedem Album findet Blondshell weiter zu sich, zu ihrem Sound und zu ihrer vollen Stärke als Songwriterin. Während die beiden Vorgänger elementare Themen in den Kontext von Beziehungen setzten, geht die Endzwanzigerin nun wesentlich deutlicher und direkter an jene Dinge heran, die ihr wichtig sind. „Violins“ stellt die inhärente, zunehmende Gewalt in dieser Welt der gleichzeitigen Schönheit gegenüber und sucht nach einem Einklang zwischen beiden Extremen, der in der Regel nicht so leicht gelingen will. Wenig überraschend werden die elf neuen Songs von einer gewissen, nicht gänzlich von der Hand zu weisenden Schwere untermalt.

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Nichtseattle

Nichtseattle – Große Liebe

Die Suche nach der großen Liebe – eines der zentralen Themen (oder Klischees, je nach Perspektive) der Musikwelt seit Jahrzehnten. Auch an Nichtseattle alias Katharina Kollmann ist sie nicht spurlos vorbeigegangen. Zweieinhalb Jahre nach dem wegweisenden „Haus“ meldet sie sich in kompletter Bandbesetzung zurück. Im Rahmen der Live-Aktivitäten wuchsen Nichtseattle zum Quintett, gingen als solches ins Studio, zudem produzierte Kollmann gemeinsam mit ihrem Gitarristen Sönke Torpus. „Große Liebe“ denkt den vertrauten, ausufernden Sound weiter und gibt seine ureigene Definition davon ab, was hinter diesem universellen Konzept tatsächlich stecken kann.

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Julia Jacklin

Julia Jacklin – The Gem

Das vergangene Jahr stand für Julia Jacklin im Zeichen des Umbruchs. Nach drei Alben und jahrelang pausenloser Tour stand die Australierin ohne Plattenvertrag da, befand sich auf der Suche nach einem neuen Management und musste sich erstmals nicht mit großen Erwartungen auseinandersetzen. Diese gleichermaßen befreiende und beängstigende Zeit führte sie dazu, erstmals in Melbourne in einem Studio oberhalb ihrer Lieblingskneipe aufzunehmen. Nach einer letztlich verfrühten Listening Party merkte die Australierin, dass sie zu wenig daran dachte, ob ihr die neuen Songs auch wirklich gefallen. Elf weitere Monate Studioarbeit später steht nun „The Gem“ in den Startlöchern.

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Games We Play

Games We Play – I Wish I Never Quit

Zurück auf Start: Die vermeintlich beste Phase seiner jungen Karriere endete für Emmyn Calleiro mit einer Identitätskrise. Als Games We Play verlor er den Plattenvertrag mit seinem Lieblingslabel, seine Band zerfiel und nach Support-Slots für Fall Out Boy und Yungblud war er plötzlich wieder alleine unterwegs. Das klappte erstaunlich gut, wurde aber von einer Existenzkrise begleitet. Als Jungvater ging es darum, einen für sich und seine Familie sinnvollen weiteren Weg zu finden. Nachdem er seit seiner Jugend Hilfe hatte, schrieb er dieses Mal alle Texte selbst, arbeitete die Musik über ein Jahr hinweg aus und wagte sich über vermeintliche Pop-Punk-Limits hinaus. Das Ergebnis hört auf den Namen „I Wish I Never Quit“.

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Brennan Wedl

Brennan Wedl – Brennan Wedl

In Minnesota aufgewachsen und mittlerweile in Nashville residierend, erarbeitete sich Brennan Wedl seit ihren ersten Solo-Releases 2012 eine treue, zunehmend wachsende Fangemeinde. Seither gab es diverse Releases, auch mit den viel zu früh verschwundenen Dazey & The Scouts, zuletzt vor zwei Jahren eine Serie an Singles. Inzwischen steht Wedl bei ANTI- Records unter Vertrag und widmet sich all den kleinen und großen Sollbruchstellen des Lebens und den Lehren, die damit einhergehen. Schlicht und ergreifend „Brennan Wedl“ betitelt, geht der Mix aus Rock, Americana und Folk in eine spannende nächste Runde.

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Family Stereo

Family Stereo – The Thread

Als sich Everything But The Girl 2023 mit ihrem ersten Album seit fast 14 Jahren zurückmeldeten, war die Überraschung groß. Im Hintergrund brachte sich bereits die nächste Generation in Position: Blake Watt ist eines der Kinder der EBTG-Masterminds Tracey Thorn und Ben Watt, veröffentlicht seit 2020 diverse EPs unter dem Künstlernamen Family Stereo. Seine musikalische Identität befasst sich aber vor allem mit Folk, Singer/Songwriter und ein wenig Indie. Im Laufe der Zeit gestaltete sich Watts Songwriting nach eigenen Angaben zusehend schlichter und reduzierter, auf das Wesentliche eines Songs konzentriert. „The Thread“ ist das erste komplette Album.

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Jacob Brodovsky

Jacob Brodovsky – Tell The Kids We Tried

Das nennt man wohl eine ‚Self-fulfilling Prophecy‘: Jacob Brodovsky nahm in den letzten Jahren von Verlust und Enttäuschung geprägte Songs auf, die im Vorjahr Realität wurden. Nachdem er weite Teile seines Lebens – zuletzt mit seiner Frau als Co-Geschäftsführer – in jüdischen Sommercamps verbracht hatte, brachten ihn politische Spannungen zum Rückzug von seiner Gemeinschaft. Diese Mischung aus Verlust und Verwirrung, aber auch aus Hoffnung und der Ermutigung, das Gute in einer schweren Situation zu sehen, prägt Brodovskys zweites Album „Tell The Kids We Tried“ – auch unter dem Eindruck der Geburt seines zweiten Sohns.

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Fink

Fink – The City Is Coming To Erase It All

Was Fin Greenall aka Fink seit Jahren aus seiner Akustik-Gitarre herausholt, weiß zu beeindrucken. Der Musiker und nahezu Dauer-Tourende sieht das zunehmende Verschwimmen von Leidenschaft und Beruf, sich auflösende Grenzen und die fortschreitende, nicht gerade freiwillige Zuwendung zum Hamsterrad. Symbolisiert wird dies durch die personifizierte Stadt, zugleich Thema des neuesten Albums. „The City Is Coming To Erase It All“ setzt sich mit veränderter Wahrnehmung, der von den Sorgen des Alltags beeinflussten Kunst an sich und der fragilen Ruhe der Heimat in Cornwall, die selbst über kurz oder lang von urbaner Überforderung – Greenall wohnt mittlerweile in Berlin – überrollt werden wird, auseinander.

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