Schlagwort: Singer/Songwriter

The Reds, Pinks And Purples

The Reds, Pinks And Purples – Acknowledge Kindness

Ein gewisses Maß an Melancholie ist für The Reds, Pinks And Purples keinesfalls neu, doch kleidete der nach wie vor überaus eifrige Glenn Donaldson diese bislang gerne in funkelnde Arrangements, wieder und wieder von kantigen Gitarren und feinen Melodien begleitet. Das ist dieses Mal nicht so. Ein bewusster Blick zurück, mehr Selbstbewusstsein und Nostalgie lassen die Songs reduzierter und schwerer erscheinen. Es geht um das Hervorholen schmerzhafter Gefühle und Erlebnisse, ohne dabei auf sympathische Warmherzigkeit zu vergessen. „Acknowledge Kindness“ unterstreicht einmal mehr Donaldsons Qualitäten als Songwriter.

Weiterlesen
Sean Solomon

Sean Solomon – The World Is Not Good Enough

Zwei Alben lang unterstrichen Moaning ihre Ambitionen, im Post-Punk- und Indie-Rock-Sektor steil zu gehen, bevor die Band 2023 eine Pause auf unbestimmte Zeit bekannt gab. Sänger und Gitarrist Sean Solomon begann daraufhin, Solosongs zu schreiben und zu sammeln, stolze zwei Jahre lang, und verband diese mit kreativen Ideen von seinem zweiten Standbein als Animator. In Jarvis Taveniere (u. a. Whitney, Purple Mountain, Waxahatchee) fand er einen Gleichgesinnten, der die Produktion, den Bass und etwas Percussion übernahm. „The World Is Not Good Enough“ ist Solomons Versuch, die Welt um ihn herum zu begreifen, und sich eine Gemeinschaft aufzubauen.

Weiterlesen
Courtney Barnett

Courtney Barnett – Creature Of Habit

Nomen trifft Omen: „Things Take Time, Take Time“ hätte kaum besser als Titel für das bis jetzt letzte Album von Courtney Barnett gewählt werden können. Das ist mittlerweile fast viereinhalb Jahre her, in denen es für die Australierin allerdings nicht umbedingt ruhig gewesen war. Unter anderem sperrte sie ihr eigenes Label Milk! Records zu (zum Abschluss erschien noch ein rein instrumentaler Doku-Soundtrack) und zog nach Los Angeles. Diese Veränderungen spielen selbstverständlich auch auf ihrem inzwischen vierten regulären Soloalbum eine nicht zu verachtende Rolle. „Creature Of Habit“ handelt davon, sich selbst nicht mehr im Weg zu stehen, um das eigene Leben auch tatsächlich leben und mit allen Sinnen erfassen zu können.

Weiterlesen
José González

José González – Against The Dying Of The Light

Ist die Zukunft künstlich oder echt? Welche Rolle spielt ehrliche Kunst in Zeiten zunehmenden KI-Einsatzes, der kreative Einstiegshürden senkt und doch nie auch nur annähernd Individualität schafft? Diese und ähnliche Fragen stellt sich José González auf seinem ersten Album seit Herbst 2021. Die Rolle von Künstlicher Intelligenz sieht er zwiespältig, wenngleich verantwortungsbewusster Einsatz womöglich nicht verkehrt sein mag. Wie kann das aussehen? Wie groß ist die Bedrohung wirklich? Und wie geht ein Familienmensch mit immer düster werdenden Zeiten um? All das und noch viel mehr beantwortet „Against The Dying Of The Light“ hochgradig eindrücklich.

Weiterlesen
Bonnie "Prince" Billy

Bonnie „Prince“ Billy – We Are Together Again

Seitdem Will Oldham wieder Alben in Louisville, Kentucky aufnimmt, wirkt seine Musik noch eine Spur eindringlicher und zugleich in sich ruhend. Als Bonnie „Prince“ Billy wagte er zuletzt einen keinen Ausflug in Richtung Country und Americana, ohne sich auf dem famosen „The Purple Bird“ gänzlich zu verbiegen. Nun geht es wieder zurück zu den vertrauten folkigen Klängen, unterstützt durch allerlei Wegbegleiter, langjährige Mitstreiter und aktuelle Tourmusiker. „We Are Together Again“ rückt das Gemeinsame in den Mittelpunkt und bezieht Kraft aus der engen Zusammenarbeit mit guten Freunden.

Weiterlesen
Beans On Toast

Beans On Toast – Kill Them With Kindness

Der 1. Dezember ist ein Grund zum Feiern – für Folk-Veteran Jay McAllister, dessen Geburtstag es ist, doch auch für seine Fans, denn an diesem Tag erscheint jählich ein neues Album unter seinem Pseudonym Beans On Toast. Seit 2009 bringt diese liebgewonnene Traditionen wieder und wieder feine Songperlen und kleine Überraschungen hervor. Dieses Mal ging Beans mit seiner Live-Band ins Studio – zum ersten Mal, obwohl man bereits seit Jahren gemeinsam auf der Bühne steht. Eben das macht sich bezahlt, denn „Kill Them With Kindness“ profitiert vom hörbaren Verständnis unter den arrivierten Musikern.

Weiterlesen
Bright Eyes

Bright Eyes – Kids Table

Wenn es läuft, dann so richtig: „Five Dice, All Threes“ bannte alle Stärken der Bright Eyes auf eine Platte, so kauzig und harmoniebedürftig wie eh und je, begleitet von spannenden Gästen und nicht minder interessanten Ideen. Wenig überraschend haben Conor Oberst, Mike Mogis und Nate Walcott Nachschub im Gepäck. Von Anfang an sollte jenes Material, das nicht 100%ig zum Fluss des Albums passte, zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht werden. Begleitet von einigen weiteren Tracks, überrascht „Kids Table“ mit spannenden bis ungewöhnlichen Ansätzen, die sowohl die aktuelle Platte erweitern als auch komplett für sich selbst stehen können sollten.

Weiterlesen
M. Byrd

M. Byrd – A Better Place

Zwei Kapitel einer persönlichen Reise und eine alles verbindende große Veränderung begleiten das neueste Album von M. Byrd: Er wurde Vater. Der sympathische Indie- und Alternative-Singer/Songwriter begleitete diese Erfahrung – natürlich, möchte man fast sagen – musikalisch, und schrieb verschiedene Songs vor und nach der Geburt, über weite Strecken bereits in der jüngeren Vergangenheit veröffentlicht. „A Better Place“ wurde als verständlicher und bedeutungsschwangerer Titel gewählt, der sich vielfältig auslegen lässt. Ist die Welt jetzt ein besserer Ort mit dem Nachwuchs oder will der Vater die Welt zu einem besseren Ort machen?

Weiterlesen
ClickClickDecker

ClickClickDecker – Wir waren immer schon da

Kurze Pause, langer Seufzer, Beinahe-Auflösung und triumphale Rückkehr: Die Jahre seit dem Release vom „Am Arsch der kleinen Aufmerksamkeiten“ waren für ClickClickDecker spannend, um es höflich auszudrücken. Verluste und Lebensumbrüche sorgten zudem für Veränderungen in der Musik, denn Kevin Hamann geht seine Texte weniger zynisch an und gibt sich fast schon sanft, altersmilde. Diese Klarheit bringt das Trio in eine halbe Stunde „Wir waren immer schon da“ ein, das gleichermaßen Platz für das Gemeinsame im Leben findet und doch immer wieder unterstreicht, dass der Status Quo dieser Welt eigentlich nicht in Ordnung ist.

Weiterlesen
Chantal Acda

Chantal Acda – The Whale

Seit Jahren eilt Chantal Acda von einem Highlight zum nächsten. Sie spielte in diversen Bands, begann ihre Solokarriere 2006 als Sleepingdog, bevor sie sieben Jahre später anfing, unter ihrem eigenen Namen zu veröffentlichen. Und das sehr erfolgreich, denn die in den Niederlanden geborene Belgierin arbeitete mit so illustren Künstlern wie Nils Frahm, Ólafur Arnalds, Mimi und Alan Sparhawk, Colin Stetson und Bill Frisell. Zudem vewwandelte sie sich musikalisch immer wieder, schrieb fürs Theater und widmete sich Chamber-Pop-Herausforderungen. Auf „The Whale“ lässt sie sich ausschließlich von ihrer Live-Band begleiten, mit der sie seit über einem Jahrzehnt zusammenspielt, und gibt sich insgesamt etwas rockiger.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?