Schlagwort: Singer/Songwriter

Fink

Fink – The City Is Coming To Erase It All

Was Fin Greenall aka Fink seit Jahren aus seiner Akustik-Gitarre herausholt, weiß zu beeindrucken. Der Musiker und nahezu Dauer-Tourende sieht das zunehmende Verschwimmen von Leidenschaft und Beruf, sich auflösende Grenzen und die fortschreitende, nicht gerade freiwillige Zuwendung zum Hamsterrad. Symbolisiert wird dies durch die personifizierte Stadt, zugleich Thema des neuesten Albums. „The City Is Coming To Erase It All“ setzt sich mit veränderter Wahrnehmung, der von den Sorgen des Alltags beeinflussten Kunst an sich und der fragilen Ruhe der Heimat in Cornwall, die selbst über kurz oder lang von urbaner Überforderung – Greenall wohnt mittlerweile in Berlin – überrollt werden wird, auseinander.

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Paul Holland

Paul Holland – SUNFLOWER

Die Mutter aus München, der Vater aus London, aufgewachsen in Ulm, später als Straßenmusiker tätig und schließlich mit eigenen Songs positiv aufgefallen: Paul Holland ist gerade mal 27 Jahre alt und konnte sich als Singer/Songwriter mit Herz für 70s- und Westcoast-Rock bereits einen Namen machen. 2023 erschien eine erste EP, in weiterer Folge ging es für den deutsch-britischen Musiker ins Vorprogramm von The White Buffalo, King Hannah und Jesper Munk. Gemeinsam mit Produzent Raiv Milberg (Die Nerven) sowie in Bandbesetzung landet nun „SUNFLOWER“, das erste komplette, wunderbar zeitlose Album.

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Kevin Morby

Kevin Morby – Little Wide Open

Die bislang längste Albumpause seiner Solokarriere liegt hinter Kevin Morby. Wobei, untätig war er nach dem Release von „This Is A Photograph“ vor fast auf den Tag genau vier Jahren keinesfalls. Es gab eine kleine Compilation-Fortsetzung, eine Soundtrack-Arbeit, zudem kam die Einladung, The National in London zu supporten. Deren Gitarrist Aaron Dessner meldete sich nach seinen Arbeiten mit Taylor Swift, Ed Sheeran und Gracie Abrams kurze Zeit später bei Morby, um dessen neue Platte zu produzieren. Gesagt getan: Mit „Little Wide Open“ findet eine eher zufällig entstandene Trilogie, die die eigene Zeit im Mittleren Westen dokumentiert, ihren Abschluss.

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New Idea Society

New Idea Society – Fire On The Hill

Die dauerbeschäftigten Mike Law (Wild Arrows) und Stephen Brodsky (Cave In, Mutoid Man) machen wieder gemeinsame Sache. Ein letztes Album von New Idea Society hat inzwischen über fünfzehn Jahre auf dem Buckel, zwischendurch erschien zumindest der eine oder andere Song. Aktuell ist man wieder rein als Duo unterwegs und konzentriert sich auf einen gewissen Minimalismus, dessen Lo-Fi-Ansatz an die Anfangstage angelehnt ist. „Fire On The Hill“ befasst sich mit Liebe und all den Formen, die sie annehmen kann – zwischen Schönheit und Schmerz, Hoffnung und Verlust.

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The Reds, Pinks And Purples

The Reds, Pinks And Purples – Acknowledge Kindness

Ein gewisses Maß an Melancholie ist für The Reds, Pinks And Purples keinesfalls neu, doch kleidete der nach wie vor überaus eifrige Glenn Donaldson diese bislang gerne in funkelnde Arrangements, wieder und wieder von kantigen Gitarren und feinen Melodien begleitet. Das ist dieses Mal nicht so. Ein bewusster Blick zurück, mehr Selbstbewusstsein und Nostalgie lassen die Songs reduzierter und schwerer erscheinen. Es geht um das Hervorholen schmerzhafter Gefühle und Erlebnisse, ohne dabei auf sympathische Warmherzigkeit zu vergessen. „Acknowledge Kindness“ unterstreicht einmal mehr Donaldsons Qualitäten als Songwriter.

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Sean Solomon

Sean Solomon – The World Is Not Good Enough

Zwei Alben lang unterstrichen Moaning ihre Ambitionen, im Post-Punk- und Indie-Rock-Sektor steil zu gehen, bevor die Band 2023 eine Pause auf unbestimmte Zeit bekannt gab. Sänger und Gitarrist Sean Solomon begann daraufhin, Solosongs zu schreiben und zu sammeln, stolze zwei Jahre lang, und verband diese mit kreativen Ideen von seinem zweiten Standbein als Animator. In Jarvis Taveniere (u. a. Whitney, Purple Mountain, Waxahatchee) fand er einen Gleichgesinnten, der die Produktion, den Bass und etwas Percussion übernahm. „The World Is Not Good Enough“ ist Solomons Versuch, die Welt um ihn herum zu begreifen, und sich eine Gemeinschaft aufzubauen.

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Courtney Barnett

Courtney Barnett – Creature Of Habit

Nomen trifft Omen: „Things Take Time, Take Time“ hätte kaum besser als Titel für das bis jetzt letzte Album von Courtney Barnett gewählt werden können. Das ist mittlerweile fast viereinhalb Jahre her, in denen es für die Australierin allerdings nicht umbedingt ruhig gewesen war. Unter anderem sperrte sie ihr eigenes Label Milk! Records zu (zum Abschluss erschien noch ein rein instrumentaler Doku-Soundtrack) und zog nach Los Angeles. Diese Veränderungen spielen selbstverständlich auch auf ihrem inzwischen vierten regulären Soloalbum eine nicht zu verachtende Rolle. „Creature Of Habit“ handelt davon, sich selbst nicht mehr im Weg zu stehen, um das eigene Leben auch tatsächlich leben und mit allen Sinnen erfassen zu können.

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José González

José González – Against The Dying Of The Light

Ist die Zukunft künstlich oder echt? Welche Rolle spielt ehrliche Kunst in Zeiten zunehmenden KI-Einsatzes, der kreative Einstiegshürden senkt und doch nie auch nur annähernd Individualität schafft? Diese und ähnliche Fragen stellt sich José González auf seinem ersten Album seit Herbst 2021. Die Rolle von Künstlicher Intelligenz sieht er zwiespältig, wenngleich verantwortungsbewusster Einsatz womöglich nicht verkehrt sein mag. Wie kann das aussehen? Wie groß ist die Bedrohung wirklich? Und wie geht ein Familienmensch mit immer düster werdenden Zeiten um? All das und noch viel mehr beantwortet „Against The Dying Of The Light“ hochgradig eindrücklich.

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Bonnie "Prince" Billy

Bonnie „Prince“ Billy – We Are Together Again

Seitdem Will Oldham wieder Alben in Louisville, Kentucky aufnimmt, wirkt seine Musik noch eine Spur eindringlicher und zugleich in sich ruhend. Als Bonnie „Prince“ Billy wagte er zuletzt einen keinen Ausflug in Richtung Country und Americana, ohne sich auf dem famosen „The Purple Bird“ gänzlich zu verbiegen. Nun geht es wieder zurück zu den vertrauten folkigen Klängen, unterstützt durch allerlei Wegbegleiter, langjährige Mitstreiter und aktuelle Tourmusiker. „We Are Together Again“ rückt das Gemeinsame in den Mittelpunkt und bezieht Kraft aus der engen Zusammenarbeit mit guten Freunden.

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Beans On Toast

Beans On Toast – Kill Them With Kindness

Der 1. Dezember ist ein Grund zum Feiern – für Folk-Veteran Jay McAllister, dessen Geburtstag es ist, doch auch für seine Fans, denn an diesem Tag erscheint jählich ein neues Album unter seinem Pseudonym Beans On Toast. Seit 2009 bringt diese liebgewonnene Traditionen wieder und wieder feine Songperlen und kleine Überraschungen hervor. Dieses Mal ging Beans mit seiner Live-Band ins Studio – zum ersten Mal, obwohl man bereits seit Jahren gemeinsam auf der Bühne steht. Eben das macht sich bezahlt, denn „Kill Them With Kindness“ profitiert vom hörbaren Verständnis unter den arrivierten Musikern.

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