Bobby Rush

Bobby Rush – Rawer Than Raw

Bobby Rush muss unkaputtbar sein. Anders lässt sich die Langlebigkeit der Blues-Legende schwer erklären. Auch mit Mitte 80 macht der gute Mann nicht langsam, veröffentlichte erst im vergangenen Jahr das großartige „Sitting On Top Of The Blues“, eine kurzweilige Platte zwischen Blues, Funk und Soul. Nun geht es zurück zu den Wurzeln. „Rawer Than Raw“ ist genau das, ein puristisches, reduziertes Blues-Album, eine Hommage an Mississippis Blues-Geschichte.

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Motorpsycho

Motorpsycho – The All Is One

Durchatmen? Nachlassen? Über solche Pläne können Motorpsycho bestenfalls müde lächeln und beschließen stattdessen ihre Gullvåg-Trilogie, die eigentlich nicht als solche gedacht war. Und doch ergab sich diese irgendwann nach dem Release von „The Tower“ und „The Crucible“. Ursprünglich für das Frühjahr angedacht und, wie so viele andere Platten auch, kräftig verschoben, schlägt „The All Is One“ komplett über die Stränge: zwei CDs, 85 Minuten und ein auf zwei Seiten aufgeteiltes Monstrum, das die halbe Spielzeit beansprucht.

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Bright Eyes

Bright Eyes – Down In The Weeds, Where The World Once Was

Vor neun Jahren schickte Conor Oberst seine Bright Eyes in eine inoffizielle Pause. Fortan widmete sich der einstige König von Saddle Creek verschiedensten Projekten, reanimierte die krachigen Desaparecidos und veröffentlichte unter eigenem Namen. 2017 trafen sich Oberst, Mike Mogis und Nate Walcott bei einer Feier, man beschloss erneut gemeinsame Sache zu machen. In einem großen Jubiläumsjahr – 20 Jahre „Fevers And Mirrors“, 15 Jahre Doppelschlag „Digital Ash In A Digital Urn“ und „I’m Wide Awake It’s Morning“ – besinnen sich Bright Eyes auf ihre Wurzeln und nehmen zugleich alles mit, was diese Band so spannend macht. „Down In The Weeds, Where The World Once Was“ dreht die Uhr zurück und blickt doch nach vorne.

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KID DAD

KID DAD – In A Box

Das ewige Gedankenexperiment um Schrödingers Katze – lebt sie noch oder rastet sie bloß ihre Augen? – beschäftigt nach wie vor und dient als vielfältiger Quell der Inspiration. KID DAD vertonen das Paradoxon auf Albumlänge, für ein Debüt gleichermaßen mutig wie faszinierend. Das Paderborner Quartett, ursprünglich als Grunge-Band gestartet, ist mittlerweile in den verschiedensten Alternative- und Rock-Gefilden verhaftet und lässt eine Pluralität packender wie abwechslungsreicher Einflüsse von Punk über Prog bis Post-Hardcore zu. „In A Box“ versucht aus der Katzenschachtel auszubrechen.

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Bully

Bully – Sugaregg

Alicia Bognanno musste sich erst von alten Verhaltensmustern – privater wie musikalischer Natur – verabschieden, um voranzukommen. Sie räumte mit ihrem Ego und ihren Unsicherheiten auf, um das Soloprojekt Bully zurück in die Spur zu bekommen. Seitdem ihre bipolare Störung entsprechend behandelt werden kann, änderte sich nicht nur Bognannos Herangehensweise, sie kann nun sogar darüber schreiben. „Sugaregg“ entstand über mehrere Monate und in mehreren Studios, erstmals mit Unterstützung von außen im Aufnahme- und Engineering-Prozess.

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Snow Patrol

Snow Patrol – The Fireside Sessions

Sinnvolle, ausgedehnte und vor allem sichere Live- und Touraktivitäten sind seit Monaten undenkbar, zumindest wenn man mehr als drei in Buttermilch getünchte Gehirnzellen besitzt. Während manche Künstler auf Online- und Home-Gigs oder Drive-In-Konzerte setzen, gingen Snow Patrol einen anderen Weg. Über elf Wochen schrieben sie gemeinsam mit ihren Instagram-Followern, die Akkorde und Texte vorschlugen, zwölf Tracks. Nun gibt es fünf dieser gemeinsam mit den Saturday Songwriters entstandenen Songs auf der EP „The Fireside Sessions“.

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Daily Thompson

Daily Thompson – Oumuamua

Im September 2017 entdeckten Forscher in Hawaii einen zigarrenförmigen Himmelskörper, zunächst hektisch und durchaus zwinnkernd als Alien-Raumschiff bezeichnet, später als Komet und Asteroid deklariert. Passenderweise setzen Daily Thompson ebenfalls gerade zur Landung aus interstellaren Sphären an, denn sie erscheinen erstmals bei Noisolution. Dort findet der anspruchsvolle Sound zwischen Stoner, Psychedelic und Space eine hervorragende Heimat. Der Name des Himmelskörpers ist auch der Titel der neuen Platte: „Oumuamua“.

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Kommando Kant

Kommando Kant – Aussterben ist ein schönes Hobby

Bei Kommando Kant mahlen die sprichwörtlichen Mühlen etwas langsamer. 2012 gegründet, sollte es vier Jahre bis zum Debütalbum „Ziehen Sie ’ne Nummer“ dauern, danach vergingen erneut vier Jahre bis zum Hier und Jetzt. Dabei ist der kurzweilige, an Captain Planet angelehnte Indie-Punk-Sound aktueller denn je und ließ sogar das neue Label DevilDuck Records mit der Maxime, keine deutschsprachigen Bands zu veröffentlichen, brechen. Es wäre aber auch schade gewesen, auf „Aussterben ist ein schönes Hobby“ verzichten zu müssen.

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All We Are

All We Are – Providence

Eine kleine Pause sowie eine kreative Beinahe-Katastrophe brachten All We Are zurück in die Alt-Pop-Spur. Nach zwei in kurzer Abfolge veröffentlichten Platten sowie begleitenden Touren brauchte das internationale, in Liverpool ansässige Trio eine kleine Pause. Die Aufnahmen zum Nachfolger von „Sunny Hills“ begannen zwar bereits Ende 2018, allerdings zerstörte ein Defekt der Haupt- sowie der Backup-Festplatte sämtliche anfänglichen Aufnahmen. All We Are fingen komplett von vorne an und verließen sich stattdessen auf ihren Instinkt. „Providence“ dankt es ihnen.

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Kathleen Edwards

Kathleen Edwards – Total Freedom

Nach vier erfolgreichen Alben, diversen Preisen und umjubelten Tourneen benötigte Kathleen Edwards eine Auszeit. 2014 zog sich die kanadischer Singer/Songwriterin aus der Musikwelt zurück, um eine Art Sabbatical anzutreten. Sie gründete den ironisch benannten Coffee Shop „Quitters“ und wurde zur erfolgreichen Kleinunternehmerin. Dieser Abstand gab Edwards die nötige Energie und Perspektive, um mit voller Kontrolle über die eigene Karriere wieder durchzustarten. „Total Freedom“ ist die erste Platte seit acht Jahren, als „Voyageur“ bis auf Platz 2 in ihrer kanadischen Heimat kletterte.

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