Tschaika 21/16

Tschaika 21/16 – Prinzessin Teddymett

Ihre große Wahnsinnstat hat mittlerweile an die fünf Jahre auf dem Buckel: Mit ihrer Tante erschütterten Tschaika 21/16 zwischen zotigem Humor, krautigem Groove und Art-Wahnsinn. Längst haben sie eine Tür weitergedacht und sich musikalisch abermals geöffnet. Mehr Vocals, mehr Trompeten, mehr Melodie und generell mehr Abwechslung, so lautet die Kampfansage des Trios aus der Hauptstadt. Was sich wie ambitionierter Wahnsinn liest, geht tatsächlich auf: „Prinzessin Teddymett“ schlägt erfolgreich ein neues, durchaus spektakuläres Kapitel auf.

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Dayglow

Dayglow – Harmony House

Sein erstes Album schrieb Sloan Struble noch im Studentenwohnheim, mittlerweile ist der Mastermind von Dayglow 21 Jahre alt, hat die akademische Karriere hinter sich gelassen und begleitet seine nächsten Schritte im noch jungen Leben mit dem passenden Soundtrack. Auf dem zweiten Album „Harmony House“ geht es ums Erwachsenwerden und um Veränderungen. Als Vollzeit-Musiker setzt sich Struble aktuell ausgiebig mit solchen auseinander und erkennt, dass dahinter ein gewisser Reiz steckt. Um diese Erkenntnis sowie um Beobachtungen seiner sich erneuernden Umgebung drehen sich auch die elf neuen Tracks.

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Lea Porcelain

Lea Porcelain – Choirs To Heaven

Längst sind Lea Porcelain eine ernstzunehmende Größe. Das Duo um Produzent Julien Bracht und Sänger Markus Nikolaus entwuchs den vermeintlichen Grenzen des Frankfurter Nachtclubs in Windeseile, siehe und höre diverse Kleinformate sowie das wunderbare Debütalbum „Hymns To The Night“. Der Titel des Nachfolgers ist hingegen Programm: „Choirs To Heaven“ sieht die Zusammenarbeit mit verschiedenen Chören sowie die Umdeutung von diversen Synths auf entsprechende Klänge. Zudem steht die Transzendenz auf der Schwelle zwischen Leben und Tod dick auf dem thematischen Programm des Duos.

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Fiddlehead

Fiddlehead – Between The Richness

Sie haben es tatsächlich ein weiteres Mal getan. Eigentlich sollte es mit „Springtime & Blind“ bei einem One-Off bleiben, und selbst diese Platte entstand in einer Zeit, die Sänger Patrick Flynn als ‚lächerlich depriminierend‘ beschreibt. Die Auseinandersetzung mit dem Tod seines Vaters und der Trauer der Mutter erweckte Fiddlehead in einer bitter Ironie des Schicksals zum Leben, und die Texte wurden bei den wenigen Shows verzweifelt mitgesungen. Also gibt es doch noch ein neues Album dieser prominent besetzten Band um aktuelle und ehemalige Mitglieder so ikonischer Acts wie Have Heart, Basement und Youth Funeral: „Between The Richness“.

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Urges

Urges – Never Gonna Change

Gesucht und gefunden: Die fünf Musiker hinter Urges sind seit geraumer Zeit Freunde, spielten allerdings stets in unterschiedlichen Bands. Da ging es vornehmlich um Gitarrenmusik der verkopften, komplexen Sorte. Mit einem gemeinsamen Projekt bemüht sich um das große Korrektiv und möchte den Fokus auf das Wesentliche rücken, frei von der Leber weg rocken, ohne Netz und doppelten Boden. „Never Gonna Change“ ist eine Ode an die Ursprünglichkeit klassischer Rockmusik in elf fieberhaften, begeisternden Kapiteln.

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Kicker Dibs

Kicker Dibs – Vagabund

Seit geraumer Zeit geistert der Name Kicker Dibs umher, begleitet von mehreren tollen Singles mit sympathischen Texten. Die Berliner setzen auf Wohlfühl-Indie-Klänge zwischen Pop und Rock mit verschmitztem Lokalkolorit und globaler Klasse. Ihr erstes Album nahmen sie im ehemaligen WG-Bungalow auf, ein Wohnzimmer mit 60s-Flair wurde kurzum zum Studio umfunktioniert. Nun steht „Vagabund“ in den Startlöchern, kurz und bündig. Denn: 23 Minuten sind wirklich kurz, reichen aber vollkommen, um alles zu sagen.

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Morcheeba

Morcheeba – Blackest Blue

Ein komplettes Jahr ohne Tour, das erlebte Ross Godfrey zuletzt in seiner Jugend. Der Klangschmied von Morcheeba musste sich ebenso wie Sängerin Skye Edwards etwas umstellen, und doch kam diese Live-Pause dem Duo zugute. Tatsächlich konnte man sich Zeit nehmen, um die zehn neuen Songs so richtig wachsen und gedeihen lassen. Auf ihrem zehnten Studioalbum „Blackest Blue“ zeigen sich Morcheeba vielfältiger und abwechslungsreicher denn je, eine Art Bestandsaufnahme mit einer kräftigen Portion Selbstreflexion und erfrischender Verachtung für Scheuklappen.

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Current Joys

Current Joys – Voyager

Nick Rattigan geht auf große Reise. Der amerikanische Endzwanziger steuert aber nicht etwa fremde Länder an, sondern das Selbst. Eine Odyssee der Selbstfindung landet in den gewohnt brüchigen Konventionen des Rock’n’Roll. Als Current Joys bricht Rattigan so und so mit den Erwartungen, bringt klassischen Indie-Charme mit, der schon mal in Bedroom-Pop und Wave-Exkurse umschlagen kann, zudem ein wenig Singer/Songwriter-Elan mitbringt. „Voyager“ wendet sich bewusst vom bisherigen Lo-Fi-Ansatz ab und wirkt in seiner Gesamtheit größer, kompletter. Die erhoffte Kraft der Musik wird tatsächlich greifbar gemacht.

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Liar Thief Bandit

Liar Thief Bandit – Deadlights

Drei Schweden und eine Garage, mehr braucht es nicht für ein richtig gutes Gitarrenalbum. So oder so ähnlich begab es sich auch bei Liar Thief Bandit, die nun zum bereits dritten Mal versuchen, ihre Live-Energie einzufangen. Irgendwo zwischen Garage Rock und typisch skandnavischem Punk angesiedelt, geht es um Riffs, Hooks und gute Laune. „Deadlights“ wurde in jenem Studio aufgenommen, wo einst die legendären Alben der Cardigans entstanden. Liar Thief Bandit bringen einen ähnlichen Elan mit, wenngleich sie musikalisch etwas anders unterwegs sind.

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Die Buben im Pelz

Die Buben im Pelz – Geisterbahn

Von der Neigungsgruppe zum Pelz: Die beiden FM4-Moderatoren David Pfister und Christian Fuchs suchten und fanden 2014 ein neues Vehikel für ihren Wiener Dialekt-Ansatz und coverten als Die Buben im Pelz das legendäre Velvet Underground-Debüt. Später folgte noch eine Platte mit eigenem Material, das Line-up wurde weiter ausgebaut und schließlich nahm man im Herbst 2019 eine neue Platte auf, unter anderem mit Alexander Hacke von Einstürzende Neubauten. Bestens bekannten Umständen ist die um ein Jahr verschobene Veröffentlichung des Drittlings „Geisterbahn“ geschuldet, die Wartezeit lohnt sich allerdings.

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