Grand Hotel Schilling

Grand Hotel Schilling – Mir wär lieber wir bleiben hier

Grand Hotels haben in der Indie-Welt leichtes Spiel. Nach Van Cleef kommt nun Schilling an die Reihe. Grand Hotel Schilling, um genau zu sein, kommen aus Graz und bemühen Post-Indie-Ästhetik – Indie-Mucke, die weit mehr als das ist, und zwar auf allen kreativen Ebenen. Verwirrte Grautöne treffen bei den Österreichern auf kunterbunte, überdrehte Reizüberflutung, gerne überaus eingängig und stellenweise unerwartet eigentümlich inszeniert. „Mir wär lieber wir bleiben hier“ lässt sich vom Titel nicht beeindrucken und wagt sich in die weite Welt hinaus, um dennoch stets zu verweilen.

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The Joy Formidable

The Joy Formidable – Into The Blue

Zwischen dem walisischen Norden und den Untiefen Utahs schreiben sich prächtige Songs wie von selbst. The Joy Formidable verbringen ihre Zeit mittlerweile dies- und jenseits des Atlantiks. Ritzy Bryan, Rhydian Dafydd und Matthew James Thomas mögen räumlich voneinander getrennt sein – ein Erlebnis, das nicht erst durch die Pandemie befeuert wurde – finden sich mit ihrem kraftvollen Mix aus Indie und Alternative dennoch immer wieder und scheinen sich beinah blind zu verstehen. Zumindest klingt das bereits fünfte Studioalbum „Into The Blue“ nach einer Verbindung, die Grenzen mühelos einreißt.

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Press To MECO

Press To MECO – Transmute

Das Unterfangen Press To MECO war beinahe zum Scheitern verurteilt. Luke Caley und Lewis Williams waren frustiert und begannen an sich selbst zu zweifeln, denn während andere Bands und Weggefährten plötzlich durch die Decke ging, trat man auf der Stelle. Ein paar neue Songs sollten zeigen, ob die britische Band eine Zukunft hatte. Mittendrin musste der Tieftöner neu besetzt werden, das übernahm mit Jake Crawford ein guter Freund. Dann waren noch ein paar Aufnahmehürden zu überwinden – wenige Tage vor der Reise nach Texas ins Studio schloss Corona die Grenzen – zum Abschluss gab es sogar eine Albumverschiebung. Nun ist „Transmute“ endlich da und tatsächlich mehr als nur ein Ansporn für das Trio, weiterzumachen.

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Villagers

Villagers – Fever Dreams

Conor O’Brien wollte eine Platte schreiben, die zum Lächeln bringt und zugleich Platz für etwas Reflektion lässt. Der Weg zum fünften Villagers-Album war alles andere als einfach. Eigentlich war der Großteil der Musik bereits Anfang 2020 aufgenommen, dann musste O’Brien Lockdown-bedingt selbst in einem kleinen, engen Studio weitermachen. Das Chaos dieser Zeit ließ die neuen Songs zu einer Wundsalbe für die Seele reifen. „Fever Dreams“ klingt in etwa so, wie es der Titel andeutet: bunt, schillernd, etwas überdreht und sehr unwirklich, aber doch irgendwie warm und behaglich.

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Duchamp

Duchamp – Slingshot Anthems

Im Mai 2020 meldete sich Peter Tiedeken (u. a. Pale, The Robocop Kraus) bei seinem alten Kumpel Ingo Knollmann (Donots) und hatte ein paar instrumentale Demos am Start. Knollmann ließ sich nach knapp 15 Jahren Funkstille zu ein paar Gesangsaufnahmen hinreißen, wenig später stand eine komplette Band. Bei Duchamp wirken zudem Christian Kruse (Adam Angst, Waterdown) und Benni Thiel (Schrottgrenze) mit, der Sound orientiert sich an Old-School-Hardcore und East-Coast-Punk der 80er und 90er. „Slingshot Anthems“ widment sich den kantig-melodischen Pionieren und holt sich zudem ein paar Jugendhelden als Gäste ins Boot.

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Orla Gartland

Orla Gartland – Woman On The Internet

Schon früh fühlte sich Orla Gartland zur Musik hingezogen. Mit 14 Jahren veröffentlichte sie erste Eigenkompositionen auf YouTube, weil sie für Open-Mic-Auftritte noch zu jung war. Später zog die gebürtige Irin nach London, wurde schnell Teil einer Community von Musiker*innen um dodie, zu deren Tour-Band sie schon bald gehörte. Zwischendurch schrieb Gartland weiterhin eigene Songs und veröffentlichte diverse EPs, die bis heute über 55 Millionen Streams anhäufen konnten. Für das Debütalbum „Woman On The Internet“ setzte sich die 26jährige intensiv mit sämtlichen Aspekten des Songwriting- und Aufnahmeprozesses auseinander. Diese Hingabe lohnt sich.

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Jade Bird

Jade Bird – Different Kinds Of Light

Mit ihrem erfrischend direkten, furchtlosen Debütalbum katapultierte sich Jade Bird aus dem Stand in die versammelten Indie- und Folk-Herzen. Gut zwei Jahre später trifft der gesammelte Schatz an Erfahrungen auf den ach so schwierigen Nachfolger. Und, siehe bzw. höre da, trotz ihrer gerade einmal 23 Jahre wirkt Bird fokussiert und selbstsicher. „Different Kinds Of Light“ ist ein Album der Selbstentdeckung und der Entwirrung, das Liebe, Beziehnungen und Erinnerungen in ein neues Licht rückt und dabei sympathische Geschichten erzählt.

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alexalone

alexalone – ALEXALONEWORLD

Chaos ist überall in der Welt von alexalone. Das Quartett um Alex Peterson (they/them) sucht und findet experimentelle Gitarrenklänge, die Gaze- und Fuzz-Charme mit Art- und Noise-Kaskaden bombardieren. Nach einer Fülle an Singles und EPs wagt sich die Band aus Austin, Texas an ein komplettes Album. Dafür erzeugen sie eine komplette Welt, die „ALEXALONEWORLD“, in der nichts so ist, wie man es sich erwartet, während die Künstlerseele im steten Konflikt mit den eigenen, betont widersprüchlichen Emotionen steht.

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Disso!ver

Disso!ver – Lagerkoller

Im November 2019 und Januar 2020 spielte Exil-Saarländer Roman Biewer, Sänger und Gitarrist von The Lo-Fi Fair, mehrere Jam-Sessions mit Mitgliedern von Flying Moon In Space, Lovely Heron und Camera. Letztere sollte er im Anschluss auf Tour begleiten, dann kam jedoch die Pandemie dazwischen und die Musik wurde anderweitig verwurstet. Ein Teil davon landete auf der aktuellen Camera-Platte „Posthuman“, der Großteil war jedoch für „Lagerkoller“, den Einstand von Biewers Ein-Mann-Projekt Disso!ver, vorgesehen. Hier distanziert er sich von seiner Indie-Gegenwart und Metal-Vergangenheit und tauscht diese gegen eine krautige Zukunft ein.

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Quicksand

Quicksand – Distant Populations

Nach 22 Jahren Pause wärmen sich Quicksand gerade erst auf. „Interiors“ war ein gutes Comeback für die Post-Hardcore-Veteranen, die während der dazugehörigen Tour Gitarrist Tom Capone verloren und seither als Trio weitermachen. Und zwar tatsächlich genau das, denn Walter Schreifels, Savio Vega und Alan Cage haben trotz unzähliger anderer Projekte tatsächlich eine weitere Quicksand-Platte auf die Beine gestellt. „Distant Populations“ befasst sich mit der Eigentümlichkeit einer Gesellschaft, die gleichzeitig enger denn je verbunden und doch weit voneinander entfernt ist.

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