Deaf Lingo

Deaf Lingo – Lingonberry

Im Herbst 2015 hatte Sandro Specchia Bock, ein paar Tracks in seiner Wohnung am Stadtrand von Mailand auf einem 4-Track-Recorder aufzunehmen. Eine Band war schnell gefunden, ein Jahr später hatten Deaf Lingo ein fixes Line-up, das bis heute hält. Das italienische Quartett steht auf dickes Schrammeln, auf Garagen-Charme, auf punkige Attitüde, auf Indie Rock und Power Pop. Mit etwas Verzögerung konnten sie im Vorjahr endlich ins Studio gehen, um ihren Zweitling einzuspielen, der erwachsener klingen und sich zugleich vom Lo-Fi-Debüt entfernen soll. „Lingonberry“ gibt sich tatsächlich angenehm lebhaft.

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Cold Years

Cold Years – Goodbye To Misery

Längst kein wohlgehütetes Geheimnis mehr, sondern womöglich nächste große schottische Band: Vor eineinhalb Jahren legten Cold Years nach zwei kurzweiligen EPs ein nicht minder starkes Debütalbum nach, das die Brücke zwischen Punk und Alternative Rock schlagen wollte – quasi ein Stück Heartland unweit der Highlands. Frontmann Ross Gordon fühlte sich von seiner Heimat erstickt, zog fort aus Aberdeen und ging nach Glasgow. Die Ideen wurden zunächst distanziert ausgetauscht, man holte sich einen Gastdrummer ins Boot, versuchte die goldene Mitte zwischen rebellischer Wut und optimistischer Hoffnung zu finden. Das Ergebnis: „Goodbye To Misery“.

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Psychedelic Porn Crumpets

Psychedelic Porn Crumpets – Night Gnomes

Über weite Strecken hatten Psychedelic Porn Crumpets keinen Plan und keine Ahnung, was sie da gerade taten. Es gab keine große Mission, kein knackiges Statement, als es recht schnell an die Arbeiten zu einem Nachfolger von „SHYGA! The Sunlight Mound“ ging, außer ein wenig Variation. So wollte man, angelehnt an „Helplessness Blues“ von Fleet Foxes, jeden Track gegen Ende mit einem kleinen (Stil-)Bruch versehen, um das Geschehen spannend zu halten. „Night Gnomes“ zeigt die Australier so abwechslungsreich und abgedreht wie eh und je, natürlich wieder überfordernd und doch irgendwie charmant.

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Carpet Waves

Carpet Waves – Inner Weapons

Ihre letzte EP wurde durch Crowdfunding finanziert, dieses Mal gab es als Gewinner der Düsseldorfer Bandprofessionalisierung 5.000 €, die unter anderem für EP, Live-Session und Musikvideos verwendet wurden: Carpet Waves treffen mit ihrer Musik offenbar einen Nerv. Das Quartett aus Köln, Wuppertal und Düsseldorf spielt seit 2016 in dieser Besetzung zusammen, begeisterte auf Platte und Bühne, und bemüht sich zudem stets um frische musikalische Ansätze. Aktuell verschieben sie den Fokus von Alternative und Indie auf Post Punk und New Wave, ohne dabei die eigentlichen Rock-Wurzeln zu vergessen. „Inner Weapons“ gelingt dieser Spagat wunderbar.

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Waste A Saint

Waste A Saint – Hypercarnivore

Trondheim ist eine Rock-Stadt. Hier gibt es sogar ein eigenes Museum, das der Rock- und Pop-Geschichte des Landes gewidmet ist. Zudem bringt sie immer wieder fantastische Bands hervor, siehe und höre aktuell Waste A Saint. Im Herbst 2015 gegründet, veröffentlichte das Quartett mehrere Singles und eine EP, gespickt mit Fuzz-, Alternative- und Stoner-Anleihen, kraftvoll und schillernd zugleich. Das erste Album „Hypercarnivore“ soll die berauschende Bühnenenergie einfangen und außerdem auf große Pläne für den europäischen Festivalsommer vorbereiten.

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Der Neue Planet

Der Neue Planet – Area Fifty-Fun

Wo soll es hingehen, was darf es sein? Der Neue Planet reisen mit ihrer Musik zu neuen Orten und nehmen die geneigte Hörerschaft mit. Das Kölner Quartett versteht sich auf rein instrumentale Musik, die zwar – sehr ungefähr – in Post- und Prog-Rock-Gefilden unterwegs ist, sich davon aber keinesfalls einengen lässt. Stoner- und Psych-Elemente, poppige Lounge-Momente und vorwitzige Jazz-Einschübe mischen gerne mit, was gerade auf der Bühne durchaus tanzbar werden kann. Damit es beim erhofften Live-Comeback noch bewegter vor sich geht, legen die Rheinländer nun ihr zweites Album „Area Fifty-Fun“ vor.

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50 Foot Wave

50 Foot Wave – Black Pearl

Vor bald 20 Jahren rief Kristin Hersh 50 Foot Wave ins Leben. Hier lebt die Stimme von Throwing Muses gemeinsam mit Bandkollege Bernard Georges am Bass sowie Drummer Rob Ahlers ihr Faible für E-Gitarren-lastigere Musik aus, möglichst unbequem und doch so faszinierend in ihrer lyrischen wie tonalen Abgründigkeit. Geduld ist so und so Pflicht, denn knapp sechs Jahre nach der EP „Bath White“ gibt es endlich wieder neues Material. „Black Pearl“ bezieht sich auf jenes Viertel in New Orleans, wo das Album geschrieben wurde, und führt einmal mehr Finsteres sowie Bedrohliches auf faszinierende Weise zusammen.

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Die Wände

Die Wände – Die Wände

Einst hießen sind Girlie und schickten sich mit ihrer Kratzbürstigkeit an, Sonic Youth Konkurrenz zu machen. Seit dem Debüt „Im Flausch“ nennt sich das Trio allerdings Die Wände und bevorzugt die Leisetreterei im weiten Post-Punk-Umfeld – mal etwas krautiger, dann leicht psychedelisch, fast immer zwischen Wave und Lo-Fi pendelnd. In den letzten beiden Jahren wurde der Proberaum vermehrt zum Rückzugsort und Hoffnungsschimmer mitten in der Isolation. Der Blick aus dem Fenster in die Leere und Dunkelheit der Stadt trieb letztlich das Songwriting an. Nun ist „Die Wände“, das zweite Album, am Start.

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Tim Kasher

Tim Kasher – Middling Age

Eigentlich hatte der äußerst umtriebige Tim Kasher sein viertes Soloalbum bereits kurz nach dem Release der aktuellsten Cursive-Platte komplettiert, doch veranlasste ihn die fehlende Aufsicht, damit auf Tour zu gehen, zum konzentrierten Feilen daran. So verpflichtete er diverse Mitstreiter – darunter Mitglieder seiner eigenen Band, Cloud Nothings-Schlagzeuger Jayson Gerycz und seine eigene Nichte – um remote weiterzuarbeiten. Auf „Middling Age“ besingt er mit Sterblichkeit und Verlust höchst aktuelle Themen, die allerdings längst vor dem Weltgeschehen der letzten beiden Jahre gewählt und verarbeitet worden waren.

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A Wilhelm Scream

A Wilhelm Scream – Lose Your Delusion

Für eine Band wie A Wilhelm Scream, die alles an Herzblut und Energie in ihre Bühnen-Performance steckt, waren die letzten beiden Jahre nicht gerade einfach. Dabei passierte so einiges beim US-Quintett. Trevor Reilly erfüllte sich endlich den Wunsch vom eigenen Studio, das, im Sommer 2021 fertiggestellt, mit den Aufnahmen für einen Nachfolger von „Partycrasher“ aus dem Jahr 2013 gebührend eingeweiht wurde. Zudem ist mit Jason Milbank ein neuer Lead-Gitarrist an Bord, der den nach einem Jahrzehnt ausgestiegenen Mike Supina ersetzt. „Lose Your Delusion“ verständigt sich trotzdem wieder auf das weite Skate-Punk- und Melodic-Hardcore-Umfeld.

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