Tusq

Tusq – Rarities & Outtakes

Ein absolutes Mistjahr erwischt auch Tusq eiskalt. Das große Jubiläum – zehn Jahre „Patience Camp“ – fiel ins Wasser bzw. Desinfektionsmittel. Wie lässt sich der starke Einstand der nunmehr komplett in Berlin ansässigen Band feiern? Neben einer sympathischen Live-Session, die bereits im Sommer erschienen war, kramte das Quartett ordentlich im Archiv. Sieben Studio-Aufnahmen, ein Remix und zwei Live-Performances landen auf der Compilation „Rarities & Outtakes“. Von Ausschussware oder gar Resterampe kann hier keine Rede sein.

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Hachiku

Hachiku – I’ll Probably Be Asleep

Reisende soll man nicht aufhalten, bloß ab und an ins Studio locken. Die in Michigan geborene und später in einem Kölner Vorort lebende Anika Ostendorf ging als Londoner Biologie-Studentin für ein Austauschjahr nach Australien. In Melbourne fand sie sich als Teil von Milk! Records in der lokalen Musik-Community wieder, stellte nach der Rückkehr nach Großbritannien ihre akademische Karriere zurück und ging wieder nach Down Under. Dort spielte sie mit Courtney Barnett, supportete José González und lebt nun mit ihrer Partnerin zusammen. Ein bewegtes Leben mit gerade einmal Mitte 20, das nun um ein weiteres Kapitel reicher ist: Als Hachiku veröffentlicht Ostendorf ihr erstes Album „I’ll Probably Be Asleep“.

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Oxen

Oxen – Buy A Dog

Der Umzug vom Dorf in eine WG in der großen Stadt bekam den Jugendfreunden Erik Hases und Stefan Söderqvist sehr gut. Als Oxen legten sie eine kurzweilige EP sowie das noch stärkere Debütalbum „Postpone And Forget“ vor. Die WG gibt es zwar nicht mehr, dafür neue Musik – übrigens ohne die Standalone-Single „Matrix Moves“, die einige Wochen die Campus Charts dominierte. „Buy A Dog“ bemüht sich um Indie- und Alternative-Sounds der 80er und 90er. Hases und Söderqvist verweisen augenzwinkernd auf ihre älteren Brüder, die sie zum Genuss solcher Musik ‚gezwungen‘ haben. Gute Arbeit.

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Yukon Blonde

Yukon Blonde – Vindicator

Stillstand? Für Yukon Blonde unvorstellbar. Mit beinahe jedem Album verändern sie ihre Sound, starteten einst als Gitarrenrock-Band und hangelten sich über Pop-Exkurse in elektronisch angehauchte Indie-Gefilde. Nun kommt alles zusammen, bloß eine Spur grooviger und Keyboard-lastiger. „Vindicator“ nennt sich die neueste Häutung des kanadischen Quintetts; die erste Platte, die komplett in Eigenregie aufgenommen und produziert wurde.

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Petter Carlsen

Petter Carlsen – The Sum Of Every Shade

Seit Jahren begeistert und überrascht Petter Carlsen mit seinem eklektischen musikalischen Ansatz, der vornehmlich mit Progressive Rock und Indie Pop arbeitet, dabei unzähligste Folk-, Rock- Metal- und Pop-Subformen miteinbezieht. Er sang ein Album lang mit Long Distance Calling (und ist weiterhin gerngesehener Gast), nimmt mit Pil & Bue fieberhafte Hymnen auf und widmete sich zuletzt norwegischer Folklore in Musik und Text. Kurzum: Man weiß nie so genau, was Carlsen serviert. Auf „The Sum Of Every Shade“ kommen nun so ziemlich alle Einflüsse zusammen. Der Titel ist, wenn man so will, Programm.

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The Casket Lottery

The Casket Lottery – Short Songs For End Times

Lange Pausen werden überbewertet, denn The Casket Lottery machen einfach weiter, wo sie vor acht Jahren aufhörten. Nach dem Release von „Real Fear“ zog sich die US-Band langsam, aber sicher zurück. Der Vinyl-Re-Release ihrer ersten drei Alben im Jahr 2017 entfachte das Feuer erneut, man ging wieder auf Tour und hatte plötzlich Bock auf Musik. Gitarrist und Sänger Nathan Ellis schrieb „Short Songs For End Times“ mit der Live-Situation im Hinterkopf. Eine große Gitarrenplatte sollte es werden, und genau das ist den Veteranen gut 20 Jahre nach ihrem Debüt tatsächlich gelungen.

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All diese Gewalt

All diese Gewalt – Andere

So stark Die Nerven auch sind: Max Rieger wollte immer schon etwas haben, das nur ihm gehört. Deswegen entstand 2013 All diese Gewalt, ein Soloprojekt für den rastlosen Musiker, der Stress und Hektik schätzt, der nicht durchatmen will. Zuletzt kramte er diesen Nebenschauplatz vor vier Jahren hervor, als sich „Welt in Klammern“ ins semi-konzeptuelle Chaos stürzte und daran große Freude fand. „Andere“ brauchte laut Rieger geraume Zeit, um sich zu finden und zu sortieren. Das Ergebnis wirkt geräumiger und konkreter zugleich.

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King Creature

King Creature – Set The World On Fire

Von 0 auf 100 in zwei Jahren: So viel Zeit verging zwischen der Gründung von King Creature und einem ersten Support-Gig für Motörhead. Das Quartett aus Cornwall teilte sich in späteren Jahren die Bühne mit Megadeth und Down, tourte mit Therapy? durch das Land und veröffentlichte nebenbei ein beachtliches Album sowie mehrere Kleinformate. Für den Nachfolger musste das Hard-Rock-Quartett in eine Garage ausweichen und sich digital mit Produzent John Cornfield austauschen – ein Begleiteffekt des ersten britischen Lockdowns. Entsprechend ist der Albumtitel „Set The World On Fire“ als Kampfansage zu verstehen.

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Thelonious Monster

Thelonious Monster – Oh That Monster

Bereit für ein weiteres Comeback? Für Thelonious Monster ist dies bereits die dritte Reunion. In den 80er und 90ern veröffentlichten die US-Amerikaner einige bissige Punk-Platten, tauchten unter, kamen für Live-Aktivitäten und „California Clam Chowder“, das bislang letzte Studioalbum aus dem Jahr 2004, wieder zusammen, machten abermals eine Pause bis zu einem kleinen Live-Comeback, und sind nun zurück. Wie lange dieser Zustand mit immerhin drei Mitgliedern des Original-Lineups hält, muss sich erst zeigen. Das neue Werk „Oh That Monster“ erscheint pünktlich zum Wahltag in den USA. Worum bzw. um wen es geht, liegt auf der Hand.

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Pale Honey

Pale Honey – Some Time, Alone

Die überaus sympathischen Pale Honey zeigen einmal mehr, dass Göteborg längst nicht nur reine Melodic-Death-Metal-Heimatstadt ist. Der Sound der Schweden wirkt im besten Sinne eigentümlich – schroffer, traumwandlerischer Alternative Rock mit deutlichem Pop- und sogar Electro-Einschlag. Für ihr drittes Album wollte das Trio so ehrlich und mutig wie noch nie sein. Eben jenes Selbstbewusstsein ist auf „Some Time, Alone“ omnipräsent.

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