Cloud Nothings

Cloud Nothings – Final Summer

Die geradezu unverschämt beständigen Cloud Nothings melden sich wieder zurück mit ihrem neunten oder zehnten Album – je nach Blickwinkel, wie Mastermind Dylan Baldi augenzwinkernd hinzufügt. Vergleichsweise lange drei Jahre dauerte es bei der US-Indie-Institution, die in den letzten 15 Jahren mit einer Flut an Releases ohne den Hauch eines Durchhängers einen Volltreffer nach dem nächsten landete. Daran wird sich auch nichts ändern. Die erste Platte als Trio seit acht Jahren wendet sich vertrauten, harmonischen und gerne mal scharfkantigen Klängen zu, die bevorzugt laut gehört werden wollen. „Final Summer“ untermauert den Ausnahmestatus der Band erneut.

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Nichtseattle

Nichtseattle – Haus

Was schlummert eigentlich hinter Wohnungstüren und Häuserwänden? Haus und Zuhause, das sind seit jeher zentrale Themen nahezu sämtlicher Musikgattungen. Auch Katharina Kollmann aka Lake Felix greift diese für das mittlerweile dritte Album als Nichtseattle auf. „Haus“ beleuchtet nicht nur die unterschiedlichen Häuser und Zimmer, sondern auch ihre Bewohner*innen, ihre Gefühlswelten, ihre Leben und Lebensziele. Und das – natürlich – in gewohnter Reduktion, die mit Singer/Songwriter-Mustern abermals komplett bricht und die Magie des Storytellings einmal mehr höchst gekonnt auf das Langformat ausbreitet.

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Cadet Carter

Cadet Carter – Self-Maintenance

Im Sommer 2022 mussten Cadet Carter den Abgang ihres Gitarristen und ihres Bassisten verkraften, wenig später war das Line-up jedoch schon wieder komplett. Neben manch einem Konzert im direkten Anschluss durfte mit Spannung erwartet werden, wie sich diese neue Besetzung auf den Nachfolger von „Anthems For The Weak“ auswirken würde. Tatsächlich bleibt das Quartett seinem Mix aus Rock, Emo und angepopptem Punk treu, wenngleich mit der einen oder anderen kleinen Frischzellenkur versehen. „Self-Maintenance“, das erste Album für SBÄM Records, verpasst dem Sound der deutsch-walisischen Band noch mehr Tiefgang.

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sleepmakeswaves

sleepmakeswaves – It’s Here, But I Have No Names For It

Australiens Post-Rock-Veteranen sleepmakeswaves hatten, wie in den letzten Jahren so viele andere Bands auch, gewisse Probleme, ihre Musik entsprechend vorzustellen. Für das Jahr 2020 hatten sie sich den Release einer EP-Trilogie unter dem Namen „These Are Not Your Dreams“ vorgenommen, die dazugehörige Tour verzögerte sich bekanntermaßen, was sich wiederum auf die Aufnahmen eines neuen Albums auswirkte. Ein Teil war bereits fertig, als man 2022 für drei Monate on the road unterbrach und im Folgejahr fortsetzte. Dass „It’s Here, But I Have No Names For It“ dennoch wie aus einem Guss klingt und diese besondere sleepmakeswaves-Atmosphäre entfacht, passt ins Bild.

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Bodega

Bodega – Our Brand Could Be Yr Life

Vor acht Jahren nahmen Bodega ein 33 Tracks umfassendes Konzeptalbum auf, das sich – beeinflusst von Michael Azzards Buch „Our Band Could Be Your Life“ – mit dem zunehmenden Einfluss von unternehmerischem Corporate-Think auf die Jugendkultur auseinandersetzte. Das Lo-Fi-Werk schaffte es nach eigenen Angaben nicht über Brunswick hinaus. Einige gefeierte Platten später entschloss sich das Quintett, das Thema erneut aufzugreifen, umfassend überarbeitet und durch einige neue Songs ergänzt. Aus „Bodega Bay“ wurde „Our Brand Could Be Yr Life“, das den eklektischen Sound der Band mit gewohnt zynischem Humor vereint.

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Metz

Metz – Up On Gravity Hill

Es hat sich angekündigt, im besten Sinne: Bereits auf „Atlas Vending“ wagten Metz zumindest kleine Zugeständnisse hinsichtlich Eingängigkeit, ohne dabei auf ihren räudigen, angepunkten Noise-Sound zu verzichten. Davon wollen sich die drei Kanadier auch keinesfalls entfernen, zeigen sich nun aber deutlich breiter aufgestellt, fast schon ‚erwachsener‘, um dieses böse Wort zu verwenden. Dass hier Alex Edkins‘ Erfahrungen mit seinem poppigeren Soloprojekt Weird Nightmare sowie den diversen Arbeiten an Soundtracks zumindest eine gewisse Rolle spielen, lässt sich nicht von der Hand weisen. Und doch ist „Up On Gravity Hill“ ein vielschichtiges, persönliches und gewohnt kaputtes Bandalbum geworden.

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Freddy And The Phantoms

Freddy And The Phantoms – Heathen Gospels

Freddy And The Phantoms verfrachten die Prärie bereits zum sechsten Mal in den hohen Norden. Wie nur wenige andere Bands verstehen es die Dänen, Americana, Country, Blues und etwas Desert Rock miteinander zu verbinden, obwohl sie kaum weiter von entsprechenden US-Welten entfernt sein könnten. Inspiriert von ihrer ersten Konzertreise durch die USA überhaupt im Vorjahr, entstand ein Album, dass mehr denn je einen Eindruck eines Kollektiv gibt, wo sich jeder einbringen konnte und exakt das überaus aktiv tat. „Heathen Gospels“ bringt den Sound des Quartetts gekonnt auf den Punkt.

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Upploppet

Upploppet – Road Runner

Die skandinavische Rockszene bekommt potenzielle neue Lieblinge. Upploppet haben das Zeug, mit ihrem Mix aus Garage Rock, Punk Rock und Rock’n’Roll in einer Liga mit Gluecifer, The Hellacopters und Backyard Babies mitzuspielen. Bereits ihre 2022 veröffentlichte EP „You Wish This Was Live“ sorgte für Furore, nun wird nachgelegt. „Road Runner“, das erste Album des Quintetts aus Göteborg, versteht sich auf kompromisslosen, mitreißenden und leicht schrammeligen Rock, der die Würze in der sprichwörtlichen Kürze sucht … und findet.

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Kettcar

Kettcar – Gute Laune ungerecht verteilt

Als Kettcar im Herbst 2017 „Ich vs. Wir“ veröffentlichten, war die Welt eine ganz andere. Seither wurde das gesellschaftliche und politische Klima um Welten hässlicher und unwirtlicher, letztlich nur die Spitze eines stetig schmelzenden Eisbergs. Etwas Hoffnung wäre jetzt sicher nicht verkehrt, wobei das nun mehr sechste Album der Hamburger gerne mal hinterfragt, wie viel Platz heute noch dafür bleibt. Der Blick auf „Gute Laune ungerecht verteilt“ geht nach innen und nach außen, überrascht mit den vielleicht härtesten Momenten im Schaffen des Quintetts und schafft es abermals, schwierige und unbequeme Dinge präzise und doch gewitzt beim Namen zu nennen.

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The Black Keys

The Black Keys – Ohio Players

Verderben zu viele Köche tatsächlich den sprichwörtlichen Brei? The Black Keys halten von dieser These herzlich wenig und öffnen ihren Songwriting-Prozess einfach mal ganz weit. Für ihr nunmehr zwölftes Studioalbum konnten Dan Auerbach und Patrick Carney einiges an Prominenz gewinnen. Beck schrieb an sieben der 14 neuen Tracks mit, Noel Gallagher und Dan The Automator mischten mit, ebenso Meister-Produzent Greg Kurstin (Foo Fighters, Adele), Leon Michels von Auerbachs Zweiband The Arcs sowie die beiden Memphis-Rap-Meister Juicy J und Lil Noid. Dass „Ohio Players“ etwas anders und doch so unverwechselbar nach den beiden Masterminds klingt, dürfte kaum verwundern.

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