Mob Rules – Rise Of The Ruler

Mob Rules
(c) Karsten Koch

Recht still war es zuletzt geworden um die niedersächsische Power Metal-Band Mob Rules. Das nach einem Black Sabbath-Klassiker benannte Sextett, das kürzlich sein 30-jähriges Jubiläum feierte, konnte zuletzt 2018 mit dem Album „Beast Reborn“ für Aufsehen sorgen, das als das erste ihrer Karriere in die Deutschen und Schweizer Albencharts einstieg. Die großen Bandklassiker liegen allerdings schon länger zurück – Anfang des Jahrtausends konnten Mob Rules mit Alben wie „Temple Of Two Suns“ und „Hollowed Be Thy Name“ Musikpresse wie auch Fans voll überzeugen. In den letzten Jahren gab es von ihnen bis auf wenige Singles allerdings wenig zu hören, doch mit ihrer elften Scheibe „Rise Of The Ruler“ meldet sich die Truppe endlich wieder auf voller Albenlänge zurück.

Sofort sticht beim neuen Album die konzeptuelle Neuausrichtung der Band auf. Zum einen greifen Mob Rules auf „Rise Of The Ruler“ das lyrische Konzept der ersten beiden Scheiben „Savage Land“ und „Temple Of Two Suns“ wieder auf, zum anderen präsentiert sich die Band optisch neuerdings im Look des Kino-Klassikers ‚Mad Max‘. Auch die Covergestaltung greift das Filmkonzept auf, wodurch sich auch der Kreis zum Debütalbum schließt, das eine ähnliche Optik aufwies. Doch wie sieht es anno 2025 musikalisch bei Mob Rules aus? Hier kann ganz klar ein positives Fazit gezogen werden. Schwache Alben hat die Band in ihrer Karriere zwar ohnehin nie veröffentlicht, doch „Rise Of The Ruler“ lehnt sich musikalisch ganz klar an die frühen Alben der Karriere an. Will heißen: Melodischer Power Metal gibt den Ton an, die symphonischen und progressiven Anklänge der mittleren Karrierephase gehören der Geschichte an.

Schon zu Beginn ziehen Mob Rules den Hörer auf ihre Seite. Nach einem kurzen gesprochenen Konzeptintro gehen sie mit „Exiled“ in die Vollen – ein klassischer Uptempo-Banger mit Ohrwurmrefrain eröffnet die Scheibe. Bei „Future Loom“ legen sie tempomäßig sogar noch einen drauf, ehe die epische Midtempohymne „Dawn Of Second Sun“ für eine kleine Verschnaufpause sorgt. Drei Songs, drei Volltreffer – und auf dem Qualitätsniveau geht es weiter. Es gibt zahlreiche Highlights auf „Rise Of The Ruler“ – von weiteren Highspeed-Nummern wie „Back To Savage Land“ und „Equilibrium (Rise Of The Ruler)“ über düstere Rocknummern wie „Nomadic Oasis“ bis hin zur wunderbaren Akustikgitarren-Ballade „On The Trail“.

Die übrigen Nummern bewegen sich eher im leicht überdurchschnittlichen Bereich, einen Stinker hat man sich glücklicherweise geschenkt. Somit schrammt „Rise Of The Ruler“ zwar knapp an dem Label ’neuer Klassiker‘ vorbei, ist aber insgesamt doch ein richtig starkes klassisches Melodic Power Metal-Album geworden. Eine Kaufempfehlung ist hier somit für Fans dieses Stils ganz klar auszusprechen, zumal dieses Genre in den letzten Jahren an musikalischen Highlights nicht allzu gesegnet war – nach dem Boom Ende der 90er / Anfang der 2000er setzte eben doch eine ziemliche Genreflaute ein. Umso schöner also, wenn alte Hasen wie Mob Rules sich noch mal mit einem richtigen Karriere-Highlight zurückmelden.

Wertung: 4,5/5

Erhältlich ab: 22.08.2025
Erhältlich über: Rock of Angels Records (Edel)

Facebook: www.facebook.com/mobrulesband