The K’s – Pretty On The Internet

Ausverkaufte Konzerte, umjubelte Festival-Gigs und Top 3 in England: The K’s starteten im Vorjahr mit ihrem Einstand „I Wonder If The World Knows?“ scheinbar aus dem Nichts durch. Tatsächlich gibt es das Quartett aus Earlestown im Norden des Landes bereits seit 2016. Jahrelange harte Arbeit, mehrere Singles, EPs und Live-Platten sowie ungebrochene Live-Präsenz sind die Zutaten für den mehr als verdienten Durchbruch, von richtig guten Indie-Tracks ganz zu schweigen. Nur 15 Monate später landet der Nachfolger „Pretty On The Internet“ – Schnellschuss oder Bestätigung des frühen Erfolgs?
Die hibbelige, nervöse Energie des Openers „Before I Hit The Floor“ zeigt eine Band, die nach wie vor unter Strom steht, die zudem weiterhin richtig gute Songs singt. Jamie Boyles kraftvolle Stimme brennt sich sofort ein, der etatmäßig hymnische Chorus geht direkt ins Ohr und die unfassbar starke Rhythmusabteilung treibt die flirrenden Gitarren gekonnt an. „Me And Your Sister“ ist einer jener Tracks, der locker an das erste Album anknüpft. Da steckt ganz viel Witz dahinter, eine feine Hook, aber auch diese kleinen Widerhäkchen, die den Indie Rock des Quartetts nicht nur für große Bühnen und den Radioeinsatz, sondern auch für die verschwitzten kleinen Clubs ausstattet.
The K’s können mit ihren Songs überall andocken, und „Running Away Now“ ist das perfekte Beispiel dafür. Ein Überangebot an Melodien, mit einer gewissen angenehmen Rührseligkeit gepaart, trifft auf lässigen Bounce, der auch im Post-Punk-Umfeld funktionieren würde, während die Gitarren an britische Indie-Großtaten vor 15 bis 20 Jahren erinnern. Auch „The Bends (Here We Go Again)“ macht klar und deutlich, welche Musik die Herren in ihrer Jugend gehört haben, geht zwingend nach vorne und bringt doch eine wunderbar charmante Leichtigkeit mit, die Gitarrenpop mit packendem Drive verbinden kann. Selbst die abschließende Ballade „Perfect Haunting“ gelingt, mit Piano und Streichereinsatz, dennoch reduziert und voller echter, herzlicher Gefühle.
Es mag inzwischen ein verdammt abgeschmackter Begriff sein, doch passt er hier wie Arsch auf Eimer: The K’s sind authentisch wie wenige andere. Man nimmt ihnen jedes Wort, jede Note, jede Gefühlsregung ab; diese pure, fast naive Liebe zu den Indie-Klängen ihrer eigenen Jugend, die stets durchscheint. Vor allem aber bestätigt „Pretty On The Internet“ den guten Eindruck des Einstands und geht nicht mehr aus dem Ohr. Durch die Bank richtig gute Songs, echte Ohrwürmer, kleine Hymnen und packende Rocker mit Pop-Appeal beißen sich binnen Sekunden fest, zaubern ein Lächeln auf die Lippen und wollen mitgeträllert werden. Irgendwo zwischen Stereophonics und Catfish And The Bottlemen wartet dieses grundsympathische zweite Album, das The K’s endgültig als the next big thing etablieren sollte.
Wertung: 4/5
Erhältlich ab: 25.07.2025
Erhältlich über: LAB Records / ADA (Warner Music)
Website: theks.band
Facebook: www.facebook.com/theksofficial
