Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
The Dirty Nil

The Dirty Nil – Fuck Art

Ein Stück Alltag war wohl selten so wichtig und willkommen wie jetzt. Während andere über ein grausames Jahr schreiben, kümmern sich The Dirty Nil um das Drumherum, um Beziehungen, das Älterwerden und typische Ärgernisse, die das Leben so mit sich bringt. Zwischen hektischen Aufnahmen, letzten Flügen nachhause und Quarantäne-Sessions sowie steten Desinfektionen und digitalem Spurenversand entstand ein Rockalbum als Ausflucht aus dem Alltag. „Fuck Art“ eröffnet das Jahr mit einem Donnerhall.

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Graeme James

Graeme James – The Weight Of Many Winters

Mit zig Millionen Streams auf Spotify und einem kleinen Folk-Leckerbissen in der Hinterhand begeht Graeme James ein spannendes Projekt. Der mittlerweile in den Niederlanden lebende Neuseeländer, eine One-Man-Band par excellence, arbeitet sich aktuell durch die vier Jahreszeiten mit eigenen EPs, die natürlich saisonal pünktlich erscheinen. Den Herbst beleuchtete James bereits, nun setzt es, pünktlich zu Neujahr, die Fortsetzung „The Weight Of Many Winters“.

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Beans On Toast

Beans On Toast – Knee Deep In Nostalgia / The Uncertain Future

Seit 2009 veröffentlicht das JayMcAllister, das Schweizer Uhrwerk aus Braintree, jedes Jahr pünktlich zu seinem Geburtstag am 1. Dezember ein neues Album unter seinem Pseudonym Beans On Toast. Dieses Unterfangen gestaltete sich heuer aus mehreren Gründen etwas anders. Einerseits feierte McAllister seinen 40er und wollte sich einer kurzweiligen Reise in die eigene Vergangenheit widmen, andererseits stellte die Pandemie alle Pläne auf den Kopf. Deswegen entstanden gleich zwei neue Alben: „Knee Deep In Nostalgia“ befasst sich mit dem eigenen Erinnerungsschatz, „The Uncertain Future“ betrachtet ein Jahr des Grauens und der Ungewissheit.

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Brendan Lewes

Brendan Lewes – Nine Songs Sung From The End

Vor fünf Jahren zog der britische Singer/Songwriter Brendan Lewes nach Kiel. Die Gitarre war natürlich im Gepäck. Seither spielte er über 300 Konzerte in allen Ecken Deutschlands und zeigte sich während Lockdown und Social Distancing kreativ – Auftritte vor geparkten Autos, hinter Plexiglasscheiben und in Gärten begleiteten ihn durch Frühjahr und Sommer. Ganz nebenbei spielte er noch ein durch Crowdfunding finanziertes Album ein, begleitet von befreundeten Musikern aus Kiel, den Gambling Ambers. „Nine Songs Sung For The End“ steht als Titel symbolisch für die düstere Gegenwart.

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Me On Monday

Me On Monday – Lonely Satellite

Was macht eigentlich gute Musik aus? Für manche sind es clevere, ausgeklügelte Arrangements mit großem Anspruch und komplexem Aufbau, für andere kann es nicht schnell und hibbelig genug sein, während wieder andere nach der perfekten Melodie suchen – diese Aufzählung ließe sich wohl endlos fortsetzen. Me On Monday haben schlicht und ergreifend Bock auf poppigen Punk, nicht mehr und nicht weniger. Ihr Sound hat etwas von Eskapismus und Hochstimmung, ohne dabei auf versteckte Ecken und Kanten zu verzichten. Eine erste EP veröffentlichte das Quintett aus Leipzig vor zwei Jahren, nun legen sie mit „Lonely Satellite“ nach.

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Babeheaven

Babeheaven – Home For Now

Das Gefühl für gute Musik und starkes Songwriting war den Mitgliedern von Babehaven in die Wiege gelegt. Nancy Andersens Vater schrieb Werbejingles, Jamie Travis‘ Vater Geoff gründete 1978 Rough Trade Records. Der gemeinsame Nenner ist soulig, elektronisch und durchaus poppig, eine Art Indie-Version vertrauter TripHop-Klänge mit viel Gefühl und sympathischer Energie. Was vor vier Jahren mit einer ersten Single begann, mündet nun im großartigen „Home For Now“.

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Chamberlain

Chamberlain – Red Weather

In den 90er Jahren legten Chamberlain mehrere maßgebliche Midwestern-Emo-Leckerbissen vor. 2000 löste sich die Band auf und fand nach einer Mini-Reunion erst vor zwei Jahren wieder zusammen, um eine Jubiläumstour ihres letzten Albums zu begehen. Wobei dieses „letzte Album“ mittlerweile überholt ist, denn aus den Revival-Gigs wurde ein komplettes Comeback, das sogar zurück ins Studio führte. Mit Emo-Klängen haben die gestandenen Herren mittlerweile aber wenig am Hut, und so klingt das Comeback-Werk „Red Weather“ nach gestandenem Heartland-Rock aus den Tiefen des amerikanischen Songbook.

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Stuck Out

Stuck Out – Lie Through Your Teeth

In den letzten Wochen des Jahres geben die hochgehandelten australischen Newcomer Stuck Out noch ein kleines Lebenszeichen von sich. Ganz so neu ist das Quartett freilich nicht, denn die gemeinsame Band von Schulfreunden besteht bereits seit 2015. Ein paar Line-up-Wechsel, eine EP und mehrere Stand-Alone-Singles erschienen seither. An ein ganzes Album wagt man sich noch nicht heran, der kurzweilige Mix aus Pop Punk und Alternative Rock erhält aber immerhin ein weiteres Kleinformat. „Lie Through Your Teeth“ bringt vier neue Tracks zusammen.

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Alpha Male Tea Party

Alpha Male Tea Party – Infinity Stare

Schwere, schmerzhafte Verluste brachten den kreativen Prozess von Alpha Male Tea Party zum Erliegen. Besonders der Tod ihres guten Freundes Dan Wild-Beesley von der Band Cleft ließ sich nur schwer bewältigen. Erst im Zuge des Covid-Lockdowns entfachten die Briten ihr musikalisches Feuer neu und nahmen Songs auf, die zwischen Euphorie, Melancholie und Hoffnung pendeln. „Infinity Stare“ haucht dem Math Rock des Trios frischen Esprit ein.

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The Kills

The Kills – Little Bastards

In bald 20 Jahren Bandgeschichte sammelte sich bei The Kills einiges an Material an, auch jenseits der fünf Studioalben. Gerade in den Anfangsjahren wurden unzählige B-Seiten aufgenommen – kleine Rohdiamanten und verborgene Schätze, die dem Perfektionisten Jamie Hince aufgrund ihrer oftmals recht rohen Ausarbeitung die Sorgenfalten auf die Stirn trieben. Der Rückblick zeigte Hince und Mitstreiterin Alison Mosshart allerdings die eigentliche Schönheit dieser versteckten Perlen. „Little Bastards“ packt nun gleich 20 davon auf eine kurzweilige Compilation.

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