Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Rustin Man – Drift Code

Im Herbst 2002 veröffentlichte Portishead-Sängerin Beth Gibbons das grandiose „Out Of Season“. An ihrer Seite war ein gewisser Rustin Man, ein Pseudonym des ehemaligen Talk Talk-Bassisten Paul Webb. Kurz nach dem Release begann er mit den Arbeiten an einer Solo-Platte. Warum „Drift Code“ erst jetzt erscheint? Webb gründete eine Familie, hatte zwei Töchter, baute eine alte Farm zum Wohnraum und Studio um, und nahm schließlich Instrument für Instrument, Track für Track, mit nur wenig Unterstützung auf. Prominentester ‚Mitstreiter‘ ist ohne Frage Schulfreund Lee Harris, mit dem er bereits gemeinsam bei Talk Talk und .O.rang spielte.

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Blood Red Shoes – Get Tragic

Nach mehreren Jahren im strengen Tour-Album-Tour-Rhythmus waren Blood Red Shoes – Lieferanten von Indie-Perlen wie „You Bring Me Down“, „Cold“ und „Say Something, Say Anything“ – 2014 komplett ausgelaugt in eine dringende Pause gegangen. Man arbeitete immer wieder an neuer Musik, veröffentlichte zwischendurch eine Raritäten-Sammlung sowie ein paar einzelne Tracks, doch „Get Tragic“ ist tatsächlich das erste reguläre Studioalbum des britischen Duos seit knapp fünf Jahren.

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Gunner & Smith – Byzantium

Düstere Klänge, düstere Texte: Gunner & Smith werden gerne als „Dark Country“ bezeichnet, und das macht durchaus Sinn. Die Kanadier um Sänger Geoff Smith bereiten aktuell eine Februar-Tour durch Deutschland im Paket mit PR Newman und Onk Lou vor. Von Geschichtswissen über religiöse Motive bis zu persönlichen Beobachtungen deckt das zweite Album „Byzantium“ die volle Americana-Palette ab.

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Destroyed But Not Defeated – Deluxe Redux

Zwei Alben und zwei EPs binnen sieben Jahren: Destroyed But Not Defeated waren zuletzt fleißig, wollten aber nicht in Formelhaftigkeit verfallen. So nahm sich das Wiener Trio kurzzeitig zurück, holte ein wenig aus und startete neu durch. Musikalisch noch eine Spur frischer und abwechslungsreicher, dazu von einer langen Latte an Gästen (u.a. aktuelle und ehemalige Mitglieder der Sofa Surfers, Heinz aus Wien und DAWA) begleitet, steht nun das Indie-Kaleidoskop „Deluxe Redux“ in den Startlöchern.

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Mozes And The Firstborn – Dadcore

Warum eine Platte aufnehmen, wenn man gleich ein Mixtape basteln kann? So oder so ähnlich scheinen sich das Mozes And The Firstborn im Vorfeld ihres dritten Studioalbums gedacht zu haben. Die Power-Pop-Fans mit Faible für Grunge-Riffs arbeiteten mit verschiedenen Produzenten zusammen, vermischten diverseste Stilrichtungen und spickten diese Tracks mit einer Reihe an Interludes, welche den Albumtitel buchstabieren: „Dadcore“ zeigt die Niederländer von ihrer Schokoladenseite.

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At Pavillon – Believe Us

Seit vier Jahren als eine der heißesten österreichischen Indie-Aktien gehandelt, setzen At Pavillon Vorschusslorbeeren nun endlich auch im Album-Format um. Das Quartett mit Wurzeln in Österreich, Deutschland, Iran und Tansania versteht sich auf Indie Pop mit dezent synthetischen Untertönen und intelligenten Texten. Immigration, Xenophobie, Gender Equality, Scheuklappen und Flucht sind nur einige der Themen, denen sich „Believe Us“ widmet.

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Breathe Atlantis – Soulmade

In nur zwei Alben zum Modern-Rock-Hoffnungsträger: Ihre metallischen Wurzeln mögen Breathe Atlantis mittlerweile weitestgehend hinter sich gelassen haben, der wuchtige Alternative-Sound mit Post-Hardcore-Einflüssen und butterweichen Vocals ist dafür ein Erfolgsrezept. Frisch zu Arising Empire gewechselt, veröffentlicht das Quartett aus Essen nun sein drittes Album „Soulmade“. Darauf zu hören: noch mehr waschechte Stadionhymnen.

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De Staat – Bubble Gum

Latenter musikalischer Wahnsinn hat einen Namen: De Staat. Seit Jahren brechen die Niederländer mit Konventionen der Gitarrenmusik – sie sehen sich dieser hörbar nicht exklusiv verschrieben – und durften zuletzt unter anderem Muse auf Tour supporten. Von deren Gigantismus ist zwar nichts zu hören, in punkto Experimentierfreude legt das Quintett dafür ordentlich nach. „Bubble Gum“ lässt die Grenzen zwischen Alternative und Techno vollends verschwimmen.

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Mnevis – Episodes

In der aargauischen Provinz sagt man Mnevis Kultstatus nach. Seit zehn Jahren drängen die Schweizer immer wieder an die Oberfläche für einige wenige Konzerte, auf Platte gebannte Musik ist jedoch Mangelware. Dass es erst jetzt zum Debütalbum kommt, passt ins Bild, doch das ist dafür eine richtig starke Nummer geworden. „Episodes“ schubst seine Pop-Visionen durch Indie- und Electro-Welten, begleitet vom geschickten Aufbrechen gängiger Songstrukturen und konsequenten Um-die-Ecke-Denken.

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Lost Under Heaven – Love Hates What You Become

Auf den avantgardistischen Husarenritt folgt die gesittete Kür: LUH wurden zu Lost Under Heaven und lassen das wilde, schwierige „Spiritual Songs For Lovers To Sing“ weit hinter sich – ein lohnenswertes wenn auch sperriges Album. Ebony Hoorn und Ellery Roberts (ex-Wu Lyf) arbeiteten seither fleißig an neuen Songs, am Schlagzeug saß Thor Harris von Swans. „Love Hates What You Become“ wirkt nun eine Spur direkter und schroffer und folgt dem Mantra, das Songwriting einfacher zu halten.

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